Sonntag, 31. Dezember 2017

Mein Lesejahr 2017

Das Ende des Jahres 2017 ist gekommen und damit die Zeit für meinen traditionellen Rückblick auf das Lesejahr.
Ich habe in diesem Jahr 69 Bücher gelesen/gehört - das ist mehr als in den vergangenen drei Jahren und bestätigt mir auch mein Gefühl, dass ich dieses Jahr ziemlich viel gelesen habe. Es waren vergleichsweise wenig Hörbücher darunter, was wohl an einer gewissen Handarbeitsflaute in diesem Jahr lag.

Das Buch, das mich in diesem Jahr am meisten beeindruckt hat, war Herz auf Eis von Isabelle Autissier. Sehr viel Freude hatte ich auch mit dem Kinderbuchklassiker When Marnie Was There von Joan G. Robinson und dem Roman Unterleuten von Juli Zeh.
Flops und Abbrüche gab es in diesem Jahr verhältnismäßig wenig, aber ausgerechnet zum Ende des Jahres hin habe ich noch zwei meiner enttäuschendsten Bücher erwischt: Wunder einer Winternacht von Marko Leino und Mord an der Themse von Matthew Costello und Neil Richards.

Hier nun meine üblichen Statistiken und die vollständige Leseliste:

gelesene Bücher: 69 
davon Hörbücher: 8 
gelesene Seiten (natürlich ohne Hörbücher): 19.476
Highlights (mit 5 Sternen bewertet): 8
Flops (1 oder 2 Sterne): 2
durchschnittliche Wertung: 3,75
abgebrochene Bücher: 5



Jänner (4 Bücher)
Joe Cotterill - Eine Geschichte der Zitrone (Rezension) 
Dirk Liesemer - Lexikon der Phantominseln (Rezension)
Katharina Seck - Die silberne Königin (Kurzrezension)
Cheryl Strayed - Der große Trip (Rezension)

Februar (6 Bücher)
Martin Schemm - der Goldschatz der Elbberge (Kurzrezension)
J.K. Rowling - Harry Potter and the Halfblood-Prince
Joyce Carol Oates - Die Lästigen
John Green - Looking for Alaska (Kurzrezension)
Hans Traxler - Die Wahrheit über Hänsel und Gretel (Rezension)
Barbi Markovic - Superheldinnen

März (6 Bücher)
Guy Gavriel Kay - Im Schatten des Himmels (Rezension)
J.K. Rowling - Harry Potter and the Deathly Hallows
Carol Rifka Brunt - Tell the Wolves I'm Home (Rezension)
Nathaniel Philbrick - Im Herzen der See (Rezension)
Nagib Machfus - Karnak-Café (Kurzrezension)
Marie Hermanson - Der unsichtbare Gast (Kurzrezension)

April (6 Bücher)
Irmgard Kramer - Am Ende der Welt traf ich Noah
Tove Alsterdal - Die Verschwundenen von Jakobsberg (Rezension) 
Judith W. Taschler - bleiben
Mechtild Borrmann - Die andere Hälfte der Hoffnung (Kurzrezension)
Brandon Sanderson - The Rithmatist (Rezension)
Kathleen Winter - Eisgesang. Meine Reise durch die Nordwestpassage (Rezension

Mai (5 Bücher)
Christoph Ransmayr - Der Weg nach Surabaya (Rezension)
Dan Kieran - Slow Travel. Die Kunst des Reisens (Rezension)
Liz Jensen - Das neunte Leben des Louis Drax (Kurzrezension)
Guy Gavriel Kay - A Song for Arbonne (Rezension)
Isabel Bogdan - Der Pfau (Rezension

Juni (5 Bücher)
Marie Brennan - In the Labyrinth of Drakes (Rezension)
Rachel van Kooij - Klaras Kiste (Kurzrezension)
Kurt Tucholsky - Schloss Gripsholm (Kurzrezension)
Gillian Flynn - Finstere Orte (Kurzrezension)
Patricia A. McKillip - The Bell at Sealey Head (Rezension

Juli (7 Bücher)
Maggie Stiefvater - Wen der Rabe ruft
Kirsten Hubbard - Wanderlove (Rezension)
Wolfgang Herrndorf - Tschick
Simon Garfield - Karten! Ein Buch über Entdecker, geniale Kartografen und Berge, die es nie gab (Rezension)
Jenny Trout - Choosing You
Mackenzi Lee - Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans
Heinrich Böll - Wanderer kommst du nach Spa ...  (Rezension)

August (6 Bücher)
G.R. Gemin - Cowgirl (Kurzrezension)
Juli Zeh - Unterleuten (Rezension)
Antarctic Pioneers. The Voyage of the Belgica 1897-99
Frances Hardinge - The Lie Tree (Rezension)
Roland Reichart - Die Gugging-Protokolle (Kurzrezension)
Amie Kaufman/Jay Kristoff - Illuminae (Rezension

September (4 Bücher)
Fracois Place - Phantastische Reisen. Vom Land der Amazonen zu den Indigo-Inseln
Sabrina Janesch - Die goldene Stadt (Rezension)
Harald Lesch/Jörn Müller - Kosmologie für Fußgänger
Joan G. Robinson - When Marnie Was There (Rezension)

Oktober (8 Bücher)
Etienne Le Roux/Vincent Froissard - Humboldts letzte Reise
Pamela Moore - Cocktails (Rezension)
Emily St. John Mandel - Das Licht der letzten Tage (Rezension)
Michael Ondaatje - Katzentisch (Kurzrezension)
Alan Garner - The Owl Service (Kurzrezension)
Isabelle Autissier - Herz auf Eis (Rezension)
Elizabeth Marie Pope - The Perilous Gard (Rezension)
John Steinbeck - Die Perle (Kurzrezension)

November (6 Bücher)
T.C. Boyle - Die Terranauten (Kurzrezension)
Jakob Wegelius - Sally Jones. Mord ohne Leiche
Frank Jacobs - Seltsame Karten. Ein Atlas kartographischer Kuriositäten
Robert Galbraith - Die Ernte des Bösen (Rezension)
Frida Nilsson - Siri und die Eismeerpiraten (Rezension)
Neil Richards/Matthew Costello - Mord an der Themse (Kurzrezension)

Dezember (6 Bücher)
Beate Maly - Tod am Semmering (Kurzrezension)
Agatha Christie - Mord im Orientexpress (Kurzrezension)
Carlos Ruiz Zafón - Das Labyrinth der Lichter (Kurzrezension)
Mirjam Mous - Boy 7 (Kurzrezension)
Marko Leino - Wunder einer Winternacht (Rezension)
Yasunari Kawabata - Snow Country (Rezension)


Abgebrochene Bücher
Herman Melville - Moby Dick
Joshua Mowll - Operation Red Jericho
Tad Williams - The Dragonbone Chair
C.J. Cherryh - Der Engel mit dem Schwert
Per Andersson - Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden 

Freitag, 29. Dezember 2017

Meine Jahresvorsätze - Rückblick auf 2017 und Ausblick auf 2018

Bevor ich mich in meinen Silvester-Kurzurlaub in Bad Ischl verabschiede, ist es an der Zeit, auf meine Jahresvorsätze 2017 zurückzublicken. Ich hatte mir in diesem Jahr nur drei Dinge konkret vorgenommen:

1. mehr Sport
Bei diesem Vorsatz kann ich klar und eindeutig sagen, dass ich ihn erfüllt habe. Seit März war ich regelmäßig laufen - zwar mit einem Durchhänger im Hochsommer und einem kleinen Durchhänger nun im Winter, aber ich habe es nie ganz einbrechen lassen. Angespornt haben mich der Business Run, der Wachau Viertelmarathon und der Krebsforschungslauf.
Außerdem machen wir seit dem Herbst einmal in der Woche morgens in der Arbeit Yoga. Ab und zu raffe ich mich auch daheim für ein wenig Stretching/Yoga auf. Und von April bis Juni habe ich an einem Ballettkurs für erwachsene Anfänger teilgenommen, der mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Seither hat es zeitlich nie recht gepasst, aber vielleicht kann ich 2018 an einem weiteren Kurs teilnehmen.

2. meine Häkeldecke beenden
Hier habe ich auf ganzer Linie versagt. Ich habe 2017 insgesamt etwas weniger gehäkelt als sonst in den letzten Jahren, aber wenn ich gehäkelt habe, dann war es eigentlich nie für meine Häkeldecke ... Mal sehen, ob ich die irgendwann auch tatsächlich mal fertig bekomme.

3. eigener NaNoWriMo im Jänner 
Wie ich bereits hier geschrieben habe, hat das nicht wirklich geklappt. Ich habe ein bisschen geschrieben und mich dann auf die Timeline und sonstige Plotprobleme gestürzt - mich also immerhin mit meinen "Göttersteinen" beschäftigt. Danach habe ich aber für das restliche Jahr nichts mehr geschrieben und mich auch sonst kaum meinen Romanen gewidmet.

Ich war also mäßig erfolgreich mit meinen drei Vorsätzen, bin aber alles in allem dennoch zufrieden.

Und 2018?


2018 gibt es erst mal keine wirklichen Jahresvorsätze. 
Allerdings möchte ich im April mit meinen Arbeitskolleginnen den Vienna City Marathon als Staffel laufen und im Herbst will ich wieder beim Wachaumarathon mit dabei sein. Das bedeutet, dass Laufen (und allgemein Sport) einfach mal weiter ein Vorsatz bleibt.

Vor ein paar Tagen habe ich mich zudem sehr spontan beim Mini-T12 im Fantasy-Autorenforum Tintenzirkel angemeldet. Den "großen" T12 habe ich schon mal im Jahr 2010 vorgestellt, als ich damals teilgenommen habe. Dabei ging es darum, im Jahr mindestens 250.000 Wörter zu schreiben, was mir damals auch knapp gelungen ist. Seither habe ich nicht mehr teilgenommen, weil mir das schlichtweg zu stressig war und ich in den letzten Jahren allgemein wenig bis gar nicht geschrieben habe.
Nun gibt es aber auch einen "kleinen Bruder" des T12. Mein Jahresziel sind nun 100.000 Wörter, außerdem gibt es monatliche Challenges und weitere Aktionen, die zum Schreiben anspornen sollen.

Soweit also zu meinen allgemeinen Vorhaben 2018.

Einen Rückblick auf meine Lesevorhaben 2017 und einen Ausblick auf meine Lesevorhaben 2018 wird es dann am 2. oder 3. Jänner nach meiner Rückkehr geben.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Marko Leino - Wunder einer Winternacht

erschienen bei rowohlt

Lappland vor lange Zeit: Als die Eltern und die kleine Schwester von Nikolas zur Weihnachtszeit ums Leben kommen, wissen die Bewohner des Dorfes Korvajoki nicht, was sie mit dem Waisenjungen machen sollen. Da sie zu arm sind, um ihn dauerhaft bei sich aufzunehmen, beschließen sie, dass jede Familie eine Jahr für ihn sorgen soll. Aus Dankbarkeit schnitzt Nikolas jedes Jahr Weihnachtsgeschenke für die Kinder. Dann aber kommt er zu dem unfreundlichen Tischler Iisakki, der nichts mit Menschen zu tun haben will.

"Wunder einer Winternacht" ist in 24 Kapitel unterteilt und lässt sich demnach wie ein Adventskalender lesen. Das war der Hauptgrund, weshalb ich das Buch dieses Jahr im Dezember lesen wollte, aber leider hat es mich so enttäuscht, dass ich mich bald nicht mehr besonders auf das tägliche Kapitel freuen konnte.
Ich muss dazu sagen, dass ich mit ganz falschen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich dachte, im Mittelpunkt würde Nikolas' Leben bei den verschiedenen Familien stehen und ich würde diese im Laufe der Kapitel alle kennenlernen. Tatsächlich werden diese Jahre aber alle im Zeitraffer übersprungen und es geht in erster Linie um Nikolas' Besessenheit mit Weihnachten und den Geschenken und wie er dadurch zum "Weihnachtsmann" wird.

Abgesehen davon, dass ich von dem Buch inhaltlich etwas anderes erwartet habe, fand ich es auch sehr konstruiert und bemüht. Die Grund, weshalb Nikolas von Familie zu Familie wechseln muss, ergibt letztendlich nicht besonders viel Sinn. Wenn eine Familie alleine zu arm ist, um sich um ihn zu kümmern, alle sich aber für ihn verantwortlich fühlen, hätten auch einfach alle Dorfbewohner eine Familie unterstützen können, damit diese all die Jahre für Nikolas sorgen könnte. Für mich hat das alles auch nicht wirklich als Aufhänger für den restlichen Handlungsverlauf gepasst.
Die Art und Weise, wie Nikolas zum Weihnachtsmann wird, ist derartig konstruiert, zumal Leino anscheinend kein Gefühl dafür hat, wie Legenden entstehen und sich weiterentwickeln. Bis hin zum Rentierschlitten und der roten Kleidung möchte er alles im Detail erklären und nimmt der Sache damit jeglichen Zauber. Da ist der tatsächliche Ursprung des Weihnachtsmannes, der ja vermutlich eine Reihe von verschiedenen Legenden und Bräuchen in sich vereint, einfach um Welten spannender und stimmiger.

Da ich auch die Figuren nicht besonders überzeugend gezeichnet fand und mir auch der Schreibstil nicht so zugesagt hat, war das für mich keine gelungene Lektüre. Mich hat das Buch zudem überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung versetzt.

Fazit: Leider einer der größten Flops des Jahres für mich. Das Buch kommt sonst sehr, sehr gut an, aber ich persönlich kann es überhaupt nicht weiterempfehlen.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

[Kurzrezensionen] Von Toten im Zug, in der Themse und am Semmering

Im November und Dezember habe ich drei Krimis gelesen, die mir sehr unterschiedlich gut gefallen haben und die ich jeweils kurz rezensieren möchte.

Matthew Costello/Neil Richards - Mord an der Themse 
ungekürzte Lesung von Sabina Godec

Beginnen wir beim schlechtesten Buch. "Mord an der Themse" ist der erste Band der Krimireihe "Cherringham: Landluft kann tödlich sein" rund um eine Webdesignerin und einen New Yorker Ex-Cop. Das einzig positive, was ich über diesen kurzen Roman sagen kann, ist, dass er so schlecht und unbeholfen ist, dass ich ihn schon wieder lustig fand. 
Das Ermittlerduo Sarah und Jack wird auf gänzlich unsinnige und konstruierte Art und Weise zusammengeworfen und stürzt sich mit der Subtilität eines Panzers in die Befragungen. Und ebenso plump werden auch die Figuren gezeichnet. Das Mordopfer, das zu Beginn in der Themse gefunden wird, war einst eine enge Freundin von Sarah (worauf sie auch mehrmals hinweist), aber sie trauert keinen Moment und empfindet die Mordermittlungen als aufregend und als willkommene Abwechslung. Jack definiert sich nur dadurch, ein amerikanischer Ex-Cop zu sein, der im britischen Dörfchen auffällt wie ein bunter Hund (wobei besagtes Cherringham leider noch nicht einmal ansatzweise britisches Dorfflair versprüht). Dass aus den beiden möglichst rasch ein Liebespaar werden soll, wird praktisch von Beginn an mit dem Holzhammer vermittelt.
Der Krimiplot an sich ist solide, allerdings nicht sonderlich komplex, was aber auch der Kürze des Romans geschuldet ist. 
Ich habe diesen Serienauftakt bei Audible im Paket mit Band 2 und 3 erhalten, habe aber keinerlei Interesse, noch mehr Fällen von Sarah und Jack zu lauschen.


Beate Maly - Tod am Semmering

Auch bei diesem Krimi handelt es sich um den Auftakt einer Reihe - diesmal rund um die pensionierte Lehrerin Ernestine und den Apotheker Anton, die im Jahr 1922 in einem Nobelhotel am Semmering zusammen mit einer Leiche und mehreren Verdächtigen eingeschneit werden.
Mir hat das 20er-Jahre Setting gefallen, auch wenn mir manches etwas zu modern vorkam (vor allem, was die Ansichten mancher Figuren betraf). Ein Mord in einem verschneiten Hotel, das ist ein klassischer Fall von "locked-room mystery" - eine Ausgangssituation, für die ich durchaus ein Faible habe. Obwohl das Tempo in diesem Krimi sehr gemütlich ist, fand ich den Roman auch spannend und den Fall durchaus stimmig.
Trotzdem konnte mich der Roman nicht ganz überzeugen. Ich fand Ernestine sehr anstrengend und Anton zwar ganz liebenswert, aber nicht interessant genug, um die Handlung tragen zu können.

Eine Sache noch am Rande: Wenn die Autorin im Nachwort schreibt, man könne heutzutage den Semmering von Wien aus in weniger als einer halben Stunde mit dem Zug erreichen, dann frage ich mich, was für ein Hochgeschwindigkeitszug das sein soll. 70-80 Minuten (egal ob mit Auto oder Zug) kommt eher hin ...


Agatha Christie - Mord im Orientexpress
ungekürzte Lesung von Friedhelm Ptok

Als Poirot im Orientexpress von Istanbul nach Calais reist, wird ein Reisender ermordet. Während der Zug eingeschneit ist, versucht Poirot den Mörder zu entlarven. Doch alle zwölf Verdächtigen scheinen ein Alibi zu haben.
Bei diesem Krimi handelt es sich wohl um eines der bekanntesten Bücher von Agatha Christie. Ich habe es früher bereits gelesen, hatte aber nun nach der Neuverfilmung (die ich nicht besonders gelungen fand) Lust auf einen Reread. Obwohl ich also den Tathergang schon kannte, hat mich der Krimi erneut gefesselt. Das ist einfach ein wunderbar konstruierter Krimi mit einer Vielzahl an Rätseln, (falschen) Spuren, interessanten Figuren und einem wunderbar atmosphärischen Setting. 

Dank der detaillierten Untersuchungen und ausführlichen Befragungen lädt der Fall zum Mitraten ein, obwohl sich selbst Poirot zunächst fast die Zähne ausbeißt. Am Ende aber fügt sich alles klar ineinander und es zeigt sich einmal mehr, wie clever Agatha Christie es versteht, ihre Fälle anzulegen. Ein Krimi, den ich wärmstens weiterempfehle - auch als Hörbuch, das von Friedhelm Ptok hervorragend gelesen wird.

Samstag, 23. Dezember 2017

Vorweihnachts-Lesewochen: 4. Adventswochenende

Ein letztes Mal dieses Jahr ist es Zeit für Arianas Vorweihnachts-Lesewochen - nicht zu fassen, dass schon das vierte Adventswochenende angebrochen ist. Man merkt doch deutlich, dass wir dieses Jahr einen sehr kurzen Advent haben.

Mir ist in der vorigen Woche überhaupt ein wenig die Zeit davon gelaufen. In der Arbeit war noch sehr viel zu erledigen und da ich ab heute zwei Wochen Urlaub habe (hurra!), musste auch alles unbedingt noch fertig werden. Dazu kam dann noch der übliche "kurz vor Weihnachten"-Stress, obwohl ich dieses Jahr eigentlich das Gefühl hatte, ich wäre mit allem recht früh dran. Aber das passiert, wenn man eine Woche vor Weihnachten noch eine Reihe von neuen/zusätzlichen Geschenksideen hat.
Ich habe dieses Jahr wieder viele Geschenke selbst gemacht, aber die meisten sind entweder nicht so spannend zum Herzeigen oder aber ich habe vergessen, sie abzufotografieren ... Immerhin kann ich euch aber rechts das finale, gehäkelte Wichtelgeschenk für meine Arbeitskollegin zeigen.

Heute in der Früh habe ich schon - sozusagen als Urlaubseinstimmung - zwei Bücher ausgelesen: Boy 7, ein sehr spannendes, wenn auch nicht immer logisches Jugendbuch von Mirjam Mous und Wunder einer Winternacht von Marko Leino. Eigentlich wäre das letzte Kapitel ja erst morgen zu lesen gewesen, aber ich fahre später zu meiner Familie und wollte das Buch nicht für die letzten paar Seiten extra mitnehmen.

Nun muss ich auch mal meine Sachen zusammenpacken, damit ich rechtzeitig zum Zug komme. Ich werde mich aber heute oder morgen auf jeden Fall noch einmal hier melden.


Sonntag, 24.12.

Ich hatte gestern eine etwas verlängerte Zugfahrt (wegen eines technischen Defekts ist der Zug eine Weile im Tunnel gestanden), bin dabei aber immerhin für eine Weile zum Lesen gekommen. Ich habe mit einem meiner Bücher aus Wales begonnen - The Shadowy Horses von Susanna Kearsley, das mir bis jetzt ganz gut gefällt. Es geht um archäologische Ausgrabungen, Geister und die vermeintliche Grabstätte der Neunten Legion.
Bei meiner Familie war ich dann noch ganz mit den finalen Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt: Baum schmücken, noch ein Last-Minute-Geschenk häkeln, Geschenke einpacken, etc.

Da der Tag heute nun auch gut gefüllt sein wird mit Familienfeier, Friedhof, Kirche und allem, was am Heiligen Abend so dazugehört, verabschiede ich mich nun von den Lesewochen. Es war sehr wieder sehr schön, die Adventszeit auf diese Weise mit euch zu verbringen. Ich habe dieses Jahr an den Wochenenden relativ viel Zeit fürs Lesen gefunden, war (auch dank frühzeitig aufgestelltem Christbaum) in sehr weihnachtlicher Stimmung und hatte außerdem - zum ersten Mal seit ich weiß nicht wievielen Jahren - einen Advent, in dem ich nicht krank war.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und einfach eine schöne Zeit, wie und mit wem auch immer ihr diese verbringt!


Sonntag, 17. Dezember 2017

Vorweihnachts-Lesewochen: 3. Adventswochenende

Guten Morgen! Es ist der dritte Adventssonntag und somit wieder Zeit für Arianas Vorweihnachts-Lesewochen.
Nachdem ich gestern noch eine ganze Reihe von Einkäufen erledigt habe, ist heute wieder ein eher ruhiger Tag angesagt. Ich habe bereits eine gute Stunde im Bett gelesen und dabei endlich Das Labyrinth der Lichter ausgelesen (mit fast 1000 Seiten mein bislang dickstes Buch in diesem Jahr).
Mir hat der Roman gefallen, aber es gab doch einiges, das mich daran gestört hat und das Ende hat sich ziemlich gezogen. Als Abschluss für die "Friedhof der Vergessenen Bücher"-Serie hat sich das Lesen auf jeden Fall gelohnt, aber rückblickend finde ich doch, dass "Der Schatten des Windes" auch gut für sich alleine hätte stehen können.

Ich wollte heute eigentlich vor dem Frühstück wieder laufen gehen, aber ich konnte mich bisher noch nicht dazu aufraffen, zumal es mir draußen eisig kalt vorkommt. Ich werde jetzt stattdessen ein wenig Yoga machen und mir dann ein gemütliches Frühstück gönnen. Bis später!


Update um 14:00

Ich habe den Vormittag heute zum Teil mit Häkeln verbracht (meine Nichte wünscht sich gehäkelte Kosmetikpads zu Weihnachten - das ist doch mal ein einfacher Wunsch :-)) und dabei dem Hörbuch A Little Princess von Frances Hodgson Burnett gelauscht. Auch so ein Klassiker, den ich bislang weder gelesen noch gesehen habe, dessen Einstieg mir aber sehr gut gefällt.

Bei mir sind übrigens schon die ersten weihnachtlichen Buchgeschenke eingezogen, da ich letzte Woche ja mit meinen Freundinnen bereits gefeiert habe. Ich habe Meine Reise mit Charley von John Steinbeck und die Graphic Novel Im Eisland. Band 1: Die Franklin-Expedition von Kristina Gehrmann geschenkt bekommen.
Außerdem habe ich mich nach der stressigen Zeit rund um meinen verfrühten Aufbruch zur Dienstreise selbst mit einem Buch beschenkt, das ich schon seit langem auf meiner Wunschliste hatte: Die Saga von Gösta Berling von Selma Lagerlöf. Es handelt sich um die fast schon unverschämt teure Ausgabe von "Die Andere Bibliothek", aber da ich diese Ausgabe schon bei Nils Holgersson sehr mochte, habe ich schon lange auf die passende Gelegenheit gewartet, um mir dieses Buch zu kaufen.
Auf alle drei Bücher bin ich schon sehr gespannt.


Ich verabschiede mich nun mal für den Nachmittag, da ich bei Freunden zum Teetrinken und Spielen eingeladen bin. Voraussichtlich werde ich dann am Abend noch einmal ein kurzes Update posten.


Update um 23:00

Ich bin seit etwa 22:00 wieder zuhause und hatte einen sehr netten Nachmittag und Abend. Wir haben zuerst Kodama gespielt, das ein sehr putziges und auch hübsches Spiel ist.
Danach haben wir uns an einen weiteren Fall von Sherlock Holmes Consulting Detectives gewagt, hatten aber ziemliche Schwierigkeiten damit. Bei diesem Spiel versucht man, Fälle zu lösen, indem man an verschiedenen Orten in London Zeugen befragt, Archive aufsucht, usw. Es ist seine sehr gute und auch einfache Spielidee, aber wenn man nicht von Anfang an in die richtige Richtung ermittelt, kann man sich dabei ziemlich verzetteln. Mal sehen, ob wir beim nächsten Mal wieder erfolgreicher sind (den ersten Fall haben wir vor etwa einem Monat gelöst und dabei ist es uns recht gut gegangen).

Nun werde ich ins Bett verschwinden und vielleicht noch ein wenig meinem Hörbuch lauschen.

Habt eine gute Woche!

Samstag, 16. Dezember 2017

Frida Nilsson - Siri und die Eismeerpiraten


erschienen bei Gerstenberg
woher: Buchhandlung Kuppitsch


Im Eismeer macht der gefürchtete Piratenkapitän Weißhaupt Jagd auf Kinder, um sie in seiner Diamantenmine auf einer Insel, deren Lage niemand kennt, schuften zu lassen. Als er die kleine Schwester von Siri raubt, wagt diese etwas, wozu noch kein Erwachsener den Mut gefunden hat: Sie macht sich auf, um Weißhaupt zu finden und ihre Schwester zurückzuholen. Aber es ist keine einfache Reise und Weißhaupt nicht der einzige gefährliche Mensch im Eismeer.

"Siri und die Eismeerpiraten" ist eine klassische Abenteuergeschichte mit phantastischen Elementen. Schon, wenn man das Buch aufschlägt und die Karte betrachtet, wird man in eine atmosphärische Inselwelt hineingezogen mit wundervollen Namen wie Unbehag, Nordwog und Katzenschären. Friederike Buchinger, die den Roman aus dem Schwedischen übersetzt hat, hat nicht nur beim Text, sondern auch bei den Namen eine tolle Arbeit geleistet.

Blauwiek heißt das kleine Fischerdorf, in dem die zehnjährige Siri mit ihrer kleinen Schwester Miki und ihrem Vater lebt. Als Siri in einem unbedachten Moment ihre Schwester an den gefürchteten Weißhaupt verliert, bricht sie zu einer wahren Odyssee quer durch das Eismeer auf. Sie kämpft sich hartnäckig voran, macht sich unterwegs weitere Feinde und findet aber auch Freunde, die ihr treu zur Seite stehen. Diese helfen ihr, nicht den Glauben an das Gute zu verlieren, auch wenn sie manchmal das Gefühl hat, es gäbe keine Menschlichkeit mehr in der Welt:

"Es gibt einen Mann, der benutzt Kinder, als wären sie Tiere. Das hatte ich immer gesagt, wenn wir zu Hause auf unserer Schlafbank lagen. Was ich damals nicht wusste, war, dass Weißhaupts Grube Kinder in Tiere verwandelte. Ja, so war es. Wir waren nicht länger Kinder, wir waren Tiere auf drei Beinen, Tiere, die aus Näpfen aßen, Tiere, die nur sich selbst halfen und niemandem sonst." (S. 286)

Frida Nilsson wird teilweise mit Astrid Lindgren verglichen und obwohl ich bei solchen Vergleichen immer skeptisch bin, musste auch ich bei "Siri und die Eismeerpiraten" einige Male an "Die Brüder Löwenherz" denken. Auch in diesem Roman hier passiert viel Grausames und Trauriges, aber er bleibt dennoch kindgerecht und voller Hoffnung. Und wie Lindgren schafft Nilsson auch den Spagat zwischen einem poetischen, fast ein wenig altmodisch anmutenden Schreibstil und einer dennoch sehr einfach zu lesenden, äußerst spannenden Geschichte. 
Siri ist zudem eine wunderbare, sympathische Heldin, die - wie auch die Nebenfiguren - mehrschichtig angelegt ist und auch immer wieder mit ihren Schwächen und Ängsten zu kämpfen hat. 

Ein rundum gelungenes, zeitloses Buch, das zum Nachdenken anregt und nicht nur für Kinder ab etwa zehn Jahren, sondern auch für Erwachsene sehr zu empfehlen ist.

Sonntag, 10. Dezember 2017

Vorweihnachts-Lesewochen 2017 - 2. Adventswochenende

Ariana veranstaltet wieder die traditionellen Vorweihnachts-Lesewochen, bei denen ich vorige Woche erst sehr spät eingestiegen bin, dafür aber winterliche Impressionen aus dem Salzkammergut mitgebracht habe.

Heute schaffe ich den Einstieg zumindest etwas früher. Ich dachte, ich hätte nun ein eher ruhiges Wochenende, aber irgendwie hatte und habe ich doch einiges zu tun. Mal sehen, ob ich mir heute dennoch ein bisschen einen gemütlichen Nachmittag machen kann.
Immerhin war ich heute schon laufen und die letzten beiden Tage habe ich auf Hochtouren Kekse gebacken:

im Uhrzeigersinn: Vanillekipferl, Nutellakekse, Maronitaler,
Butterkekse (Sterne), Oreotrüffel, Spekulatius-Marzipan-Kugeln

Bei all dem Keksausstechen, Verzieren, etc. hatte ich einige Zeit, meinem Hörbuch zu lauschen und so bin ich mit Mord im Orientexpress gut vorangekommen. Ich kenne diesen vielleicht berühmtesten Krimi von Agatha Christie zwar schon, aber nach der enttäuschenden Neuverfilmung hatte ich das Bedürfnis, ihn mal wieder zu lesen. Da ich heute noch einiges in der Wohnung erledigen muss, werde ich vielleicht noch ein bisschen weiterhören und die Situation mit dem eingeschneiten Zug passt ja auch sehr gut in die Adventszeit.
Ich werde mich jetzt auch gleich mal ans Aufräumen und Putzen machen - bei mir ist morgen Abend eine Weihnachstfeier geplant und aktuell ist meine Wohnung nicht wirklich vorzeigbar.

Und was sind eure Pläne für den heutigen Tag?


Update um 17:00

Ich habe fast alles erledigt, was für heute auf den Plan stand (und Mord im Orientexpress fast zu Ende gehört) - nun werde ich gleich noch für die Weihnachtsfeier morgen Abend vorkochen.

Außerdem habe ich erstmals schon vor dem letzten Adventswochenende einen Baum gekauft und geschmückt. Da ich über die Weihnachtsfeiertage ohnehin nie in Wien bin, habe ich viel mehr davon, wenn ich ihn schon die Adventszeit über bei mir stehen habe. Dazu kommt, dass ich ohnehin meist in der ersten Adventhälfte weihnachtlicher gestimmt bin als dann tatsächlich zu Weihnachten.

Ich habe dieses Jahr einen ungewöhnlich großen Baum (irgendwie sah der beim Verkaufsstand neben all den riesigen Tannen so unschuldig klein aus) und erstmals auch eine Lichterkette. Echte Kerzen finde ich zwar schöner, aber die sind mir doch zu gefährlich.

Nun werde ich mich also mal aufs Kochen stürzen und danach ist dann hoffentlich endlich Zeit, um mich gemütlich aufs Sofa zu kuscheln.

 

Robert Galbraith - Die Ernte des Bösen

erschienen bei Random House Audio
ungekürzte Lesung von Dietmar Wunder
woher: Büchereien Wien


Gerade, als es im Detektivbüro von Cormoran Strike gut zu laufen scheint, bekommt seine Assistentin Robin Ellacott ein Paket zugesendet, das ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Cormoran wird schnell klar, dass der Täter jemand aus seiner Vergangenheit sein muss und kann den Kreis der Verdächtigen auf drei Personen einkreisen. Als in London weitere Morde passieren, beginnt für Robin und Cormoran ein Wettlauf gegen die Zeit.

"Die Ernte des Bösen" ist der dritte Fall von Cormoran und Robin. Handelte es sich bei den ersten beiden um klassische Krimis, so geht dieser teilweise eher in Richtung Thriller: Einige Kapitel sind aus der Sicht des Mörders geschrieben (ohne, dass dessen Identität dabei klar werden würde) und es geht um einen persönlichen Rachefeldzug gegen Strike. 
Ich bin kein großer Fan von Fällen, in die der Detektiv persönlich verstrickt ist und leider bildet dieser Krimi keine Ausnahme. Noch dazu waren mir die psychischen Abgründe der Verdächtigen zu extrem, zu übertrieben.

Ich fand auch die Ermittlungsarbeit diesmal nicht besonders gut dargestellt. Sowohl die Polizei als auch das Ermittlerduo tappen zu lange ziellos im Dunkeln und scheinen kaum einmal über das Täterprofil nachzudenken. Für mich persönlich hat sich schnell klar ein Verdächtiger herausgeschält, da ich einen gewissen Modus Operandi zu erkennen glaubte, aber Cormoran und Robin kommen kaum jemals auf die Idee, die Art und Vorgehensweise des Täters mit den vergangenen Verbrechen der drei Verdächtigen zu vergleichen.

Obwohl mich der Kriminalfall also nicht überzeugen konnte, habe ich aber gern der Lesung gelauscht. Das lag vor allem an den sehr gut ausgestalteten Hauptfiguren, die hier sehr viel Raum bekommen, um sich zu entfalten und weiter zu entwickeln. Manchmal empfinde ich es als störend, wenn es in einem Krimi zu viel um das persönliche Leben der Ermittler geht, aber bei so überzeugend gezeichneten und sympathischen Figuren wie Cormoran und Robin hat es mir Freude gemacht, sie noch besser kennenzulernen als in den ersten beiden Bänden.

Einziger Wermutstropfen bei den Figuren: Es fällt mir einerseits sehr schwer nachzuvollziehen, was Robin noch bei Matthew hält, mich nervt aber andererseits auch das Hin und Her zwischen Cormoran und Robin. Mir ist es egal, ob sie nun einfach Freunde bleiben oder ein Liebespaar werden (für mich fühlt sich beides richtig an) - ich hätte nur gern eine klare Richtung. Irgendwann ist die Frage "kriegen sie sich oder nicht" einfach ausgereizt und ich finde es auch ein wenig billig, auf diese Art von Spannung zu setzen.

Alles in allem war "Die Ernte des Bösen" für mich eher mittelmäßig. Die Kriminalfälle haben mir in den ersten beiden Bänden deutlich besser gefallen, aber die Konzentration auf die Figuren und ihr Leben abseits des Detektivbüros fand ich durchaus interessant. Trotz einiger Schwächen freue ich mich daher auf den nächsten Band.

Am Rande noch kurz ein paar Worte zur Verfilmung der Bücher in Form der BBC-Serie "Strike": Ich finde die TV-Adaption sehr gut gelungen und auf jeden Fall empfehlenswert. Tom Burke als Cormoran Strike mag ein wenig zu gutaussehend sein, aber er fängt den Charakter des Detektivs exzellent ein und Holliday Grainger ist eine ganz wunderbare Robin.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Persönliche Challenge 2017: Kampf den SuB-Leichen (Fazit)

Ich habe mir in diesem Jahr das Ziel gesetzt, meine "SuB-Leichen" endlich zu lesen und das hat auch sehr gut geklappt. Dazu muss ich sagen, dass die meisten dieser Bücher etwa ein Jahr vorher eingezogen sind und nur ein paar tatsächlich schon sehr lange bei mir im Regal standen. Für die Challenge habe ich letztendlich alle Bücher, die ich mindestens seit 2016 hatte, als SuB-Leichen gezählt. Manche von denen hatte ich erst wenige Monate auf meinem SuB, aber das ist für mich eigentlich schon zu lang: Die größte Lust ein Buch zu lesen, habe ich immer dann, wenn es neu bei mir eingezogen ist - und dann sinkt das Interesse bei mir leider von Monat zu Monat sehr schnell. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich seit meiner Kindheit regelmäßig die Bücherei aufsuche und also nicht daran gewöhnt bin, dass Bücher sehr lange ungelesen bei mir zuhause herumstehen.

In diesem Beitrag möchte ich einen Überblick darüber geben, welche Bücher ich im Zuge der Challenge gelesen habe, wie lange sie zu dem Zeitpunkt bereits bei mir waren und wie es mir dann damit gegangen ist. Am Ende des Beitrags findet ihr dann ein Gesamtfazit.

Der Stapel ist nicht ganz vollständig: Ein Buch habe ich
bereits aussortiert; zwei Bücher sind gerade verliehen

1. Martin Schemm - Der Goldschatz der Elbberge (Kurzrezension)
(eingezogen: April 2014; gelesen: Jänner 2017)
Dieses Buch war ein klassischer Fehlkauf. Es klang nach einem etwas anderen historischen Roman, aber schon zu dem Zeitpunkt, als es bei mir eingezogen ist, war ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich das richtige Buch für mich wäre. Dementsprechend ist es quasi auch bleischwer auf dem SuB gelegen und ich habe es lange vor mir hergeschoben. Beim Lesen ging es mir dann ähnlich damit: Es war zäh, nicht direkt schlecht, aber auch kein Buch, das ich weiterempfehlen würde und letztendlich war ich froh, als ich damit durch war. Wurde dann auch schnell aussortiert.

2. Hans Traxler - Die Wahrheit über Hänsel und Gretel (Rezension)
(eingezogen: Mitte 2016; gelesen: Februar 2017)
Bei diesem Buch wusste ich, dass ich es unbedingt lesen wollte. Es hat sich nach dem Kauf zeitlich nie passend ergeben, aber ich habe im Zuge der Challenge sehr gern dazu gegriffen und fand es toll.

3. Barbi Markovic - Superheldinnen
(eingezogen: Februar 2016; gelesen: Februar 2017)
Dieses Buch hat eine Lehrgangs- und Arbeitskollegin von mir geschrieben. Ich habe es gleich nach dem Erscheinen gekauft, mich dann aber vor dem Lesen gedrückt, da ich Angst hatte, es würde mir nicht gefallen. Da es diesen Februar als Thetaerstück umgesetzt wurde, wollte ich es vorher endlich lesen. Mir hat das Buch gefallen, wenn ich auch nicht ganz davon überzeugt war - die Umsetzung als Theaterstück fand ich dann nochmal um eine Ecke besser.

4. Brandon Sanderson - The Rithmatist (Rezension)
(eingezogen: August 2015; gelesen: April 2017)
Dieses Buch habe ich mir von Elena im Zuge eines Gewinnspiels gewünscht, da ich es nochmal mit Brandon Sanderson versuchen wollte. Da ich vorher mit dem Autor kein glückliches Händchen hatte, habe ich mich dann aber eine Weile vor dem Lesen gedrückt. Ganz zu Unrecht: Ich habe das Buch verschlungen und mochte es sehr gern!

5. Christoph Ransmayr - Der Weg nach Surabaya (Rezension)
(eingezogen: März 2016; gelesen: April 2017)
Ich liebe die Bücher von Ransmayr, muss mich aber manchmal dazu überwinden, sie anzufangen, da ich weiß, dass sie keine "leichte" Lektüre sind. So habe ich mich auch bei dieser Erzählsammlung vor dem Lesen gedrückt, mochte das Buch aber letztendlich sehr gern.

6. Liz Jensen - Das neunte Leben des Louis Drax (Rezension)
(eingezogen: Sommer 2016; gelesen: Mai 2017)
Ein Zufallsfund hat mich auf die Autorin aufmerksam gemacht und ich wollte daraufhin mehr von ihr lesen. Mich hat dieses Buch dann aber doch nicht mehr so gereizt und ich habe die Lektüre länger vor mir hergeschoben. Als ich es dann doch endlich aus dem Regal gezogen habe, hat es mir aber sehr gut gefallen.

7. Rachel van Kooij - Klaras Kiste (Rezension)
(eingezogen: Oktober 2016; gelesen: Juni 2017)
Rachel van Kooij habe ich im Zuge einer Fortbildung, die ich mitorganisiert habe, kennengelernt. Sie hat dort unter anderem aus diesem Buch vorgelesen und ich habe es daraufhin gekauft. Bis ich es dann tatsächlich gelesen habe, hat es ein paar Monate gedauert, aber ich fand es sehr gut.

8. Wolfgang Herrndorf - tschick
(eingezogen: Juli 2016; gelesen: Juli 2017)
Der Grund, weshalb dieses Buch ein Jahr lang ungelesen bei mir stand, war hauptsächlich, dass es sich zunächst nicht ergeben hat, es zu lesen, es für mich aber ein Sommerbuch war. Deshalb habe ich dann auf den nächsten Sommer gewartet - und habe es dann auch sehr gern gelesen.

9. Heinrich Böll - Wanderer, kommst du nach Spa ... (Rezension)
(eingezogen: Juni 2016; gelesen: Juli 2017)
Nachdem mir Bölls Irisches Tagebuch so gut gefallen hatte, wollte ich längstens schon ein weiteres Buch von ihm lesen. Es hat dann eine Weile gedauert, bis ich zu dieser Kurzgeschichtensammlung gegriffen habe und sie konnte mich auch nicht ganz überzeugen.

10. Juli Zeh - Unterleuten (Rezension)
(eingezogen: Oktober 2016; gelesen: August 2017)
Dieses Buch ist bei uns in der Arbeit als Rezensionsexemplar übrig geblieben. Obwohl ich Juli Zeh sehr gern lese, hat mich der Umfang des Romans länger abgeschreckt. Als ich dann endlich damit begonnen habe, konnte es mir aber kaum lang genug sein. Ein großartiges Buch!

11. Roland Reichart - Die Gugging-Protokolle (Rezension)
(eingezogen: Dezember 2015; gelesen: August 2017)
Ein Weihnachtsgeschenk, auf das ich ehrlich gesagt wenig Lust hatte. Ich hatte das Gefühl, dass das nicht meinem Lesegeschmack entsprechen würde. Letztendlich fand ich es gar nicht so schlecht, aber etwas anstrengend zu lesen.

12. Francois Place - Phantastische Reisen I. Vom Land der Amazonen zu den Indigo-Inseln
(eingezogen: Sommer 2016; gelesen: September 2017)
Ich habe dieses Buch, das fiktive Länder in Texten und Bildern beschreibt, gleich begeistert durchgeblättert, nachdem es bei mir eingezogen war. Bis ich es tatsächlich gelesen habe, hat es dann aber doch etwas gedauert. Es war eine sehr nette Lektüre und ich habe im Anschluss auch gleich die anderen zwei Bände gebraucht gekauft.

13. Michael Ondaatje - Katzentisch (Kurzrezension)
(eingezogen: November 2016; gelesen: Oktober 2017)
Dieses Buch gab es letztes Jahr im Zuge der Aktion Eine Stadt. Ein Buch - es war also keine Lektüre, die ich mir bewusst ausgewählt hätte. Vielleicht hatte ich deshalb länger keine Lust darauf. Ich wollte es aber zumindest lesen, bevor es das diesjährige Gratisbuch gibt, daher habe ich eher pflichtbewusst danach gegriffen. Es war für mich kein Jahreshighlight, aber ich habe es gern gelesen.

14. C.J. Cherryh - Der Engel mit dem Schwert
(eingezogen: November 2016; angelesen und abgebrochen im Oktober 2017)
Das erste Buch dieser Aktion, das ich abgebrochen habe. Das Problem war, dass dieses Buch schon jahrelang auf meiner Wunschliste stand, bis ich es überhaupt gekauft habe. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir schon gar nicht mehr so sicher, ob ich das unbedingt lesen wollte. Ich glaube, dass mir dieser Roman tatsächlich vor Jahren, als ich darauf aufmerksam geworden bin, besser gefallen hätte.

15. Per J. Andersson - Der Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
(eingezogen: Jänner 2016; angelesen und abgebrochen im November 2017)
Und leider ein weiterer Abbruch. Bei diesem Buch haben mich Titel und Klappentext getäuscht. Darin wird die wahre Geschichte von Pikay erzählt, der sich in den 70er Jahren in eine schwedische Touristin verliebte und ihr schließlich nach Schweden nachreiste. Für mich klang es so, als ginge es vor allem um die Reise. Erst, als ich mit dem Lesen begonnen und schließlich auch das Inhaltsverzeichnis genauer angesehen habe, ist mir klar geworden, dass die titelgebende Reise ganz kurz abgehandelt wird und es vor allem um Pikays Lebensgeschichte geht. Das alleine war für mich schon enttäuschend, aber noch dazu fand ich auch den Schreibstil gar nicht gut.

16. Beate Maly - Tod am Semmering
(eingezogen: Dezember 2016; gelesen: Dezember 2017) 
Dieser eisigen Krimi, der in einem verschneiten Hotel spielt, musste bei mir ein Jahr lang warten, da ich letztes Jahr nach dem Kauf doch keine Lust mehr auf winterliche Bücher hatte. Diesen Dezember habe ich ihn nun gelesen und er war wirklich eine passende Lektüre für den Winter. Obwohl der Krimi ganz nett war, konnte er mich nicht ganz überzeugen - ich glaube also nicht, dass ich weitere Krimis von Beate Maly lesen werde.


Da ich keine weiteren Bücher mehr von 2016 oder früher auf meinem SuB habe, ist die Challenge also nun erfolgreich für mich zu Ende gegangen. 

Als Fazit kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat, endlich einige der Bücher zu lesen, die ich monatelang schmählich vernachlässigt habe. Obwohl ich an einigen im Laufe der Zeit das Interesse verloren hatte, haben sie mir großteils dann doch sehr gut gefallen - von einigen wurde ich sogar positiv überrascht. Mitgenommen habe ich mir aus dieser kleinen Challenge den Vorsatz, meine gekauften Bücher in Zukunft zeitnah zu lesen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Vorweihnachts-Lesewochen 2017 - 1. Adventswochenende

Bei Ariana gibt es auch dieses Jahr wieder die Vorweihnachts-Lesewochen, denen ich mich gern anschließe, um auf diese Weise etwas mehr Ruhe in eine meiner liebsten, aber auch hektischsten Zeiten des Jahres zu bringen.

Ich steige an diesem ersten Adventswochenende erst sehr spät ein, da ich vorige Woche dienstlich unterwegs war, dann das Wochenende bei meiner Familie verbracht habe und heute erst am Abend nach Wien gekommen bin.
 Hier habe ich gleich meinen traditionellen "Adventsteller" mit vier Gläsern und Teelichtern dekoriert. Ich wollte dieses Jahr eigentlich mal etwas neues gestalten, aber durch den unvermutet frühen Aufbruch zur Dienstreise Montag hatte ich dazu keine Gelegenheit mehr.


Ich hatte in der letzten Zeit bereits einiges an winterlicher Lektüre - so habe ich Siri und die Eismeerpiraten von Frida Nilsson und Tod am Semmering von Beate Maly gelesen. Durch die Adventszeit begleitet mich nun außerdem Wunder einer Winternacht von Marko Leino.

Noch winterlicher als meine Lektüre war aber meine Woche am Wolfgangsee. Ich habe wieder einen unserer Ausbildungslehrgänge betreut und obwohl es sehr stressig war, war es dank herrlichstem Winterwetter auch sehr schön. Unter der Woche war zwar nur wenig Zeit, um dieses zu genießen (nur einmal haben wir einen abendlichen Ausflug zum Adventmarkt nach St. Wolfgang gemacht), aber am Freitag ging der Lehrgang nur bis Mittag und so konnte ich den Nachmittag noch für einen Ausflug nutzen. Hier also ein paar Eindrücke vom winterlichen Wolfgangsee: