Mittwoch, 22. Februar 2017

Buchstabengeplauder #70

Allmählich werden die Temperaturen etwas frühlingshafter und ich freue mich schon darauf, die Balkonsaison wieder zu eröffnen (ja, ich weiß, das wird noch dauern, bis ich draußen richtig loslegen kann). Mein Körper ist allerdings noch ganz im Wintermodus - ich bin nämlich seit dem vergangenen Wochenende sehr erkältet. Im Moment scheint die Schnupfenphase gerade in die Hustenphase überzugehen und ich hoffe nur, dass sich der Husten diesmal nicht wieder so ewig zieht wie die letzten Male.

Da ich also nicht gänzlich fit bin, habe ich die vergangenen Abende nach der Arbeit großteils gemütlich auf dem Sofa verbracht und mich meinen Büchern gewidment. Ich habe Die Wahrheit über Hänsel und Gretel gelesen und bin ein gutes Stück bei Im Schatten des Himmels weitergekommen. Bislang lässt mich der Roman allerdings eher zwiespältig zurück. Vom Stil her ist es ein typischer Kay, aber das Setting, das an China in der Tang-Dynastie angelehnt ist, ist nicht wirklich mein Fall.
Parallel dazu habe ich mit Im Herzen der See begonnen, das mir bisher sehr gut gefällt. Es geht in dem Sachbuch um die letzte Fahrt des Walfangschiffes Essex, die Herman Melville zu "Moby Dick" inspirierte. Auf der Hörbuchfront widme ich mich nun dem letzten Harry Potter, den ich seit dem Erscheinen damals noch kein weiteres Mal gelesen habe.

Da in den nächsten Tagen meine Abende großteils verplant sind und ich am Wochenende zu meiner Familie fahre, werde ich wohl nicht allzu viel zum Lesen und Bloggen kommen. Ich hoffe, dass ich dennoch in absehbarer Zeit meine noch zu schreibenden Rezensionen abarbeiten kann. Inzwischen nervt es mich doch sehr, dass ich hier seit Wochen hinterher hinke.

Und was tut sich bei euch? Freut ihr euch auch schon auf den Frühling? Habt ihr euch vielleicht sogar schon passende Bücher zurechtgelegt? Ich habe vorhin festgestellt, dass Frühling die einzige Jahreszeit ist, mit der ich keine Bücher verknüpfte. Es gibt typische Sommer- und Winterbücher und auch einige, die für mich perfekt in den Herbst passen. Aber Frühlingsbücher? Da will mir tatsächlich kein einziges einfallen. Wie geht es euch damit? Habt ihr Bücher, die für euch ganz klar in den Frühling gehören?

Samstag, 18. Februar 2017

Hans Traxler - Die Wahrheit über Hänsel und Gretel

erschienen bei Reclam


Schon seit frühester Kindheit war der Mittelschullehrer Georg Ossegg von Märchen fasziniert und war sich sicher, dass hinter ihnen ein wahrer Kern stecken müsste. War nicht bereits Schliemann lediglich mit der Ilias als Hilfe auf die Ruinen des vermeintlich fiktiven Troja gestoßen? Warum sollte eine vergleichbare Sensation nicht auch mit den Grimmschen Märchen möglich sein? Akribisch geht Ossegg jedem noch so kleinsten Hinweis nach, findet erste Spuren und bringt schließlich in der Mitte des 20. Jahrhunderts eine ungeheure Wahrheit ans Licht. 

Der Karikaturist und Illustrator Hans Traxler hat mit "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel" eine herrliche Wissenschaftssatire geschrieben, die ihresgleichen sucht. Inspiriert von "Götter, Gräber und Gelehrte" sowie vergleichbare populärwissenschaftliche Bücher wollte er eine Parodie im Stile diverser Schliemann-Biografien schreiben. Und so lässt er Georg Ossegg in einem Wald auf erste Spuren stoßen, dort in Eigenregie graben und dabei sensationelle Entdeckungen machen. Das ganze garniert Traxler mit zahlreichen Abbildungen: mit Grabungsfotos, Abzeichnungen von Kupferstichen, einem Modell des vermeintlichen Hexenhauses, mit einer alten Handschrift, usw.
Dabei nimmt er genüßlich den Wissenschaftsbetrieb aufs Korn und lässt Ossegg gar abenteuerliche Schlüsse ziehen. Und das alles so ernsthaft präsentiert und mit so vielen Quellen gestützt, dass man sich immer wieder fragt, ob das denn nun alles erfunden ist oder ob zumindest in Teilen davon ein wahrer Kern stecken kann. 

Tatsächlich ist Traxler seine Parodie dermaßen gut gelungen, dass nach dem ersten Erscheinen im Jahr 1963 schlichtweg niemand erkannte, dass dieses Buch keineswegs ernst gemeint war. Ist das Buch an sich schon eine köstliche Lektüre, so ist seine Rezeptionsgeschichte beinahe noch besser. Denn Hans Traxler und sein Verlag wurden überschüttet mit Briefen und Anfragen. Da gab es Wissenschaftler, die nun selbst auf der Basis von Osseggs Erkenntnissen weiterforschen wollten, ausländische Verlage, die diesen Meilenstein der Märchenforschung übersetzen wollten und schließlich auch Skeptiker, die einzelne Aspekte anzweifelten und dementsprechend Georg Ossegg seine voreiligen Schlussfolgerungen vorwarfen. 
Als später die Wahrheit ans Licht kam, wurde es beinahe noch schlimmer, denn Hans Traxler ereilte ein wahrer - wie man heutzutage sagen könnte - Shitstorm und er bereute es mehr als einmal, diesen Text überhaupt geschrieben zu haben.

Die Reclam-Ausgabe widmet sich im Anhang ausführlich dieser Rezeptionsgeschichte. So findet man nach Erläuterungen von Traxler zur Entstehung des Buches (es ist ein herrlicher Spaß, wenn er beschreibt, wie etwa die "Grabungsfotos" entstanden sind) auch Auszüge aus Zeitungsartikeln und Leserbriefen.
Das ganze ist so absurd, dass ich gefangen zwischen Lachen und fassungslosem Kopfschütteln diese Auszüge las. Ja, Traxlers Buch ist meisterhaft gestaltet, aber vieles ist so unsinnig, dass ich mir nicht erklären kann, wie selbst Fachleute darauf hereinfallen konnten und noch weniger, wie sich Menschen dermaßen über eine Parodie empören können.

Was ist aber nun die ungeheuerliche Wahrheit über Hänsel und Gretel, die in diesem Buch ans Tageslicht kommt? Um das herauszufinden, solltet ihr das Buch selbst lesen. Es ist nämlich eine sehr witzige, clevere Idee, die Hans Traxler sich hier überlegt hat und die Lektüre kann ich allen nur empfehlen.
"Die Wahrheit über Hänsel und Gretel" ist ein ungemein lustiges, kreatives, intelligentes und unverfrorenes Buch, das ich mit großer Begeisterung weiterempfehlen kann!
Oder um die Stuttgarter Nachrichten vom 4.4.1964 zu zitieren:
Noch nie jedoch ist die Wissenschaftshörigkeit [...] so köstlich auf den Arm genommen worden und so raffiniert.

Dienstag, 14. Februar 2017

Cheryl Strayed - Der große Trip


erschienen bei Goldmann
woher: geliehen (Büchereien Wien)


Der frühe Krebstod ihrer Mutter wirft Cheryl Strayed völlig aus der Spur. Als sie mit Mitte zwanzig vor den Scherben ihres Lebens steht, trifft sie den Beschluss, auf dem Pacific Crest Trail zu wandern. Ihr Weg führt sie von der Mojave-Wüste bis zur "Brücke der Götter" an der Grenze zwischen Oregon und Washington - mehr als 1000 Kilometer durch Wüsten und über Berge. Cheryl stößt mehr als einmal an ihre Grenzen und ist in der Einsamkeit gezwungen, über sich und ihr Leben und den Tod ihrer Mutter nachzudenken.

Wer schon länger auf meinem Blog mitliest, weiß, dass ich sehr gern Bücher über herausfordernde Wanderungen, Reisen oder Entdeckungen lese. Der Erfahrungsbericht von Cheryl Strayed gehört nicht nur in diesem Genre, sondern ganz allgemein zu den besten Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Cheryl Strayed wollte schon früh Schriftstellerin werden, hat Literatur studiert und man merkt es dem Buch an, dass sie eine routinierte Schreiberin ist. Es liest sich sehr flüssig, ist gut komponiert und hält eine nahezu perfekte Waage zwischen persönlichen Gedanken, Rückblicken auf ihre Vergangenheit und der Beschreibung der eigentlichen Wanderung.

Herzstück des Buches ist natürlich die Wanderung an sich. Der Mut und das Durchhaltevermögen, das Cheryl Strayed hier an den Tag legt, ist bemerkenswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie den Pacific Crest Trail bereits vor gut 20 Jahren gegangen ist. Heutzutage ist der Trail, dessen gesamte Strecke von der mexikanischen zur kanadischen Grenze führt, den meisten ein Begriff. Man findet im Internet unzählige Videos, Tipps und Erfahrungsberichte und man ist mit Smartphones und/oder GPS-Geräten unterwegs. 1995 war der Pacific Crest Trail gerade einmal seit zwei Jahren fertiggestellt, meistens kannten ihn nicht einmal Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Trails wohnten und dass eine Frau diesen Weg alleine ging, war völlig undenkbar. 
Cheryl Strayed hatte zwar Erfahrung mit Cross-Country-Läufen aus ihrer Schulzeit, nicht aber mit Fernwanderungen. Dementsprechend beginnt sie auch mit einem viel zu schweren Rucksack, den sie kaum vom Boden hochheben kann. Und sie hat nicht nur mit ihrem Rucksack zu kämpfen, sondern auch mit ihren zu kleinen Wanderschuhen, mit wundgescheuerten Hüften, Wassermangel und unerwarteten Schneefällen.

Dass Cheryl sich all diesen Widrigkeiten zum Trotz Kilometer für Kilometer alleine vorankämpft, verblüffte nicht nur mich als Leserin, sondern auch die Menschen, denen Cheryl unterwegs begegnet.
Es hat mir sehr gut gefallen, wie die Autorin diese Begegnungen schildert. Da sind erfahrene Wanderer, junge Draufgänger, "Trail Angel" wie Ed, die die Wanderer mit Essen und Ratschlägen versorgen und ortsansässige Menschen, die oft von Cheryl zum ersten Mail von dem Trail erfahren. Sie alle werden von der Autorin mit wenigen Worten zum Leben erweckt und wenn sie manche Wanderer später noch einmal traf, habe ich mich dabei fast ebenso sehr über das Wiedersehen gefreut wie sie.

Die meiste Zeit aber ist Cheryl alleine unterwegs und hat reichlich Zeit, um über ihre Vergangenheit nachzudenken. Sie erzählt von ihrer Kinderheit und Jugend, dem Tod ihrer Mutter und den Problemen, die daraus entstanden sind. Diese Passagen machen das Buch zu einem sehr emotionalen Leseerlebnis, auch oder gerade weil Cheryl durchaus selbstkritisch über sich nachdenkt.
Im Laufe des Trails beginnt allmählich eine Aufarbeitung mit ihrer Vergangenheit und ein Lernen aus den neugewonnenen Erfahrungen. Dabei driftet die Autorin nicht in Esoterik oder philosophische Erkenntnisse ab. Sie denkt eher nüchtern über diese Dinge nach und die selbstreflexiven Passagen nehmen auch nicht überhand.

Ich habe wirklich jeden einzelnen Kilometer, den ich lesend mit Cheryl Strayed verbringen durfte, genossen und wäre ihr auch gern noch hundert Seiten länger über den Pacific Crest Trail gefolgt.
Ein ganz wunderbares, fesselndes, bewegendes und stellenweise auch witziges Buch!


Als ich damit fertig war, war ich auch neugierig auf die Verfilmung mit Reese Witherspoon, die mich aber eher zwiespältig zurückgelassen hat. Große Teile der Wanderung und auch zahlreiche Menschen von unterwegs sind der Zeitschere zum Opfer gefallen. Noch problematischer ist, dass auch Cheryls Vergangenheit sehr verkürzt dargestellt werden muss und viele Zusammenhänge dadurch überhaupt nicht mehr klar werden. Der Film bemüht sich auch ein bisschen zu sehr, eine philosphische innere Reise von Cheryl zu kreieren und setzt zu diesem Zweck auf einige seltsame, spirituell-überhöhte Begegnungen mit einem Fuchs.
Das bedeutet nicht, dass ich die Verfilmung schlecht fand - er stellt meiner Meinung nach eine schöne optische Ergänzung zum Buch dar. Als Film für sich alleine kommt er mir aber zu verkürzt und zu sprunghaft vor.

Sonntag, 12. Februar 2017

[Faschingslesen] Sonntag, 12. Februar


Willkommen zum zweiten Tag Faschingslesen mit Lyne und mir! Gestern waren wir noch in sehr kleiner Runde, da einige, die sich gemeldet haben, bisher keinen Beitrag geschrieben haben. Ich belasse die Liste trotzdem mal so von gestern - vielleicht steigen ein paar ja heute noch ein:

Mitlesende

Für Späteinsteiger gibt es hier außerdem nochmal unsere beiden Fragen/Aufgaben von gestern - wir würden uns über weitere Antworten freuen:

  • Zeig uns ein Buch mit einem Cover, das zum Thema Fasching passt. (also z.B. ein sehr buntes Cover oder eins mit einer Maske)
  • Habt ihr ein Buch, in dem ein Maskenball vorkommt oder sogar im Mittelpunkt steht?

Ich habe gestern dann noch den 6. Harry Potter zu Ende gehört - falls mir also heute nochmal nach Hörbuch ist, werde ich zum abschließenden Band greifen. Leider hat mich der 6. Teil im Reread nicht so sehr überzeugt; den mochte ich beim ersten Mal mehr. Hoffentlich geht es mir mit dem 7. Teil nicht auch so.
Bei Die Lästigen fehlen mir noch immer ein paar Geschichten. Ich finde die Stimmung darin so bedrückend und mitunter auch die Gewalt so beklemmend, dass ich immer nur in kleinen Portionen weiterlesen kann. Jetzt werde ich allerdings auch gleich einmal die nächste Geschichte darin lesen.

Bis später!


Update um 14:30

Ich bin heute beim Lesen bisher ganz gut vorangekommen, auch wenn mir immer wieder mal ein paar Sachen dazwischen gekommen sind. Bei Die Lästigen habe ich jetzt nur noch eine Geschichte übrig und bei Looking for Alaska bin ich schon fast bei der Hälfte. Ich bin allerdings nur mäßig begeistert. Zwar liest sich der Roman locker dahin, aber die Charaktere könnte man fast eins zu eins durch jene aus Paper Towns ersetzen. Offensichtlich ist John Green einer dieser Autoren, der gern mal nahezu dieselben Figuren in verschiedenen Geschichten verpackt.
Jetzt muss ich mich erst mal um die Wäsche kümmern und später gibt es dann von Lyne und mir noch zweite weitere Fragen/Aufgaben.


Update um 18:45

Da Lyne und ich beide am Nachmittag noch ein wenig mit anderen Dingen beschäftigt waren (immerhin habe ich aber Die Lästigen ausgelesen), gibt es jetzt gleich die letzten beiden Fragen/Aufgaben im Doppelpack:
  • Habt ihr ein Buch, in dem sich eine Figur verkleidet/für jemand anders ausgibt?
  • Verkleidet ihr euch selbst gern und wenn ja: Als was habt ihr euch zuletzt verkleidet bzw. habt ihr vielleicht sogar ein Bild, das ihr herzeigen mögt?
Ich werde die Fragen gleich noch beantworten, muss aber noch passende Bilder bzw. ein passendes Buch suchen.

Et voilà:

Es ist wohl kein Wunder aufgrund meines Harry Potter-Rereads, aber das erste Buch, das mir eingefallen ist, in dem sich jemand verkleidet oder als eine andere Person ausgibt, war Harry Potter and the Goblet of Fire. Wer die Serie tatsächlich noch nicht kennt und nicht gespoilert werden will, möge jetzt bitte nicht weiterlesen.


Ich dachte natürlich an Mad-Eye Moody, bei dem es sich in Wahrheit um Bartimeus Crouch Jr. handelt. Mittels Polyjuice Potion in den Körper eines anderen zu schlüpfen, ist dann wohl schon eine sehr extreme Form einer "Verkleidung". ;-)

Und ja, ich selbst verkleide mich sehr gerne. Mir macht das immer Spaß, wobei das bei mir in der Regel nicht im Umfeld des Faschings geschieht, sondern bei einer alljährlichen Halloween-Feier mit Lyne und zwei weiteren Freundinnen. Unten seht ihr ein Foto unserer letzten Feier von 2016, als ich mich als Yzma aus "Ein Königreich für ein Lama" verkleidet hatte (ja, das ist ein kleines Lama in meiner Hand und ja, beim Faltenschminken hätte ich etwas beherzter sein müssen *g*).



Update um 23:00

Bevor ich jetzt ins Bett gehe und mich vom Wochenende verabschiede, hier noch ein kurzer Überblick über meine Bücher der letzten zwei Tage:
Ich habe Die Lästigen und Harry Potter and the Half-Blood Prince zu Ende gelesen bzw. gehört, ein wenig bei Im Schatten des Himmels weitegelesen, Looking for Alaska etwa bis zur Hälfte gelesen und schließlich noch Harry Potter and the Deathly Hallows als neues Hörbuch begonnen. Wie so oft habe ich weniger gelesen als ich es mir gewünscht hätte, aber dennoch waren es zwei sehr schöne buchige Tage.

Danke fürs Mitlesen, Ariana und Elena! Auch wenn wir diesmal ein sehr überschaubares Grüppchen waren, hoffe ich, dass ihr ein schönes Lesewochenende hattet. 

Samstag, 11. Februar 2017

[Faschingslesen] Samstag, 11. Februar


Guten Morgen und herzlich Willkommen bei dem Lesewochenende von Lyne und mir! Hier ist zunächst einmal eine Übersicht der TeilnehmerInnen, die sich bislang gemeldet haben - wer noch mit einsteigen mag, kann sich gern auch spontan im Laufe des Wochenendes melden:

Mitlesende
Elena
Seitenfetzer
Ariana
Simone
Lesepanda
Claudia

Wir haben uns für euch vier Fragen passend zum Thema überlegt, die wir euch im Laufe des Wochenendes stellen werden und die ihr gern beantworten könnt. Ansonsten soll es einfach ein gemütliches Lesen und austauschen werden.


Ich selbst werde jetzt erst einmal gemütlich frühstücken. In der letzten Woche hatte ich viel zu wenig Schlaf, daher bin ich gerade erst aufgestanden. Sobald ich ganz wach bin und Frühstück hatte, werde ich euch mal zeigen, welche Bücher ich mir für dieses Wochenende zurechtgelegt habe.

So, und hier sind nun die Bücher:


Die Lästigen ist eine Kurzgeschichtensammlung von Joyce Carol Oates, die mich schon seit einer Weile beschäftigt, da ich immer nur sporadisch zwischendurch weitergelesen habe. Dieses Wochenende möchte ich das Buch endlich beenden.
Im Schatten des Himmels von Guy Gavriel Kay habe ich von Lyne für den Gewinn ihres Märchen-Bingos bekommen. Ich bin noch nicht weit gekommen und da das Buch sehr umfangreich ist, bezweifle ich, dass ich es an dem Wochenende auslesen werde.
Trotzdem habe ich mir mit Im Herzen der See von Nathaniel Philbrick noch ein Buch ausgewählt, das ich noch anfangen könnte, falls mir nach mehr Abwechslung ist.
Dazu kommt noch Looking for Alaska von John Green auf meinem Reader und Harry Potter and the Halfblood Prince als Hörbuch. Mit letzterem bin ich fast durch - falls ich an dem Wochenende noch ein weiteres Hörbuch brauche, werde ich wohl direkt mit dem 7. Harry Potter weitermachen.

Ich schätze, damit bin ich mehr als gut beschäftigt. Und was wollt ihr dieses Wochenende lesen?


Update um 16:00

Ich habe heute noch nicht so viel gelesen wie erhofft, da ich mit Urlaubsplanung beschäftigt war (ja, es gibt schlimmere Ablenkungen ;-)). Zumindest habe ich aber zwei weitere Kurzgeschichten von Die Lästigen gelesen und mich ein wenig in meinem Ebook vertieft.
Ich denke, ich werde mich jetzt mal meinem Hörbuch widmen und ein wenig häkeln. Es steht schon wieder ein Geburtstagsgeschenk an - vermutlich werde ich auch in diesem Jahr wieder kaum zu meinen eigenen Häkeleien kommen.
Die erste Frage werden Lyne und ich demnächst stellen, aber wir wollten noch ein wenig warten, bis sich uns vielleicht noch mehr Mitleser anschließen. 


Update um 18:30

Hier haben wir unsere erste Frage/Aufgabe:
Zeig uns ein Buch mit einem Cover, das zum Thema Fasching passt. (also z.B. ein sehr buntes Cover oder eins mit einer Maske)

Ich mache hier gleich mal den Anfang:



Update um 22:30

Ich bin inzwischen mit zwei der Bücher fast am Ende: Mit dem 6. Harry Potter als Hörbuch und mit Die Lästigen. Bei Looking for Alaska habe ich ebenfalls weitergelesen - der Rest ist heute liegengeblieben.

Wir haben nun noch unsere zweite heutige Frage für euch - da wir gehofft haben, dass vielleicht noch ein paar mehr einsteigen, sind wir etwas spät dran:
Habt ihr ein Buch, in dem ein Maskenball vorkommt oder sogar im Mittelpunkt steht?

Mir ist zuerst kein Buch eingefallen und ich dachte schon, ich müsste zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm greifen, aber die Märchen haben mich dann auf die entsprechende Fährte gebracht: In Edith Pattous "East" spielt im letzten Drittel ein Ball, in dem es um Verkleidung geht, sogar eine sehr entscheidende Rolle.


Ich werde nun noch eine Weile weiterlesen und wünsche euch ebenfalls noch einen schönen Leseabend! Morgen werde ich mich dann wieder melden. 

Sonntag, 5. Februar 2017

Jo Cotterill - Eine Geschichte der Zitrone


erschienen bei Königskinder/Carlsen
woher: Büchereien Wien (Onleihe)


Die 11-jährige Calypso hat bereits früh gelernt, für sich alleine zu sorgen. Seit dem Tod ihrer Mutter arbeitet ihr Vater wie besessen an einem Buch über Zitronen und kümmert sich nur wenig um seine Tochter. Da er ihr stets eingeschärft hat, dass es am besten ist, für sich zu bleiben, sind Bücher Calypsos einzige Freunde. Doch dann kommt mit Mae eine neue Schülerin, die Bücher ebenso leidenschaftlich liebt. Als die beiden Mädchen sich anfreunden, beginnt Calypso bewusst zu werden, wie einsam, kalt und seltsam ihr Zuhause - und dass ihr Vater ernsthafte Probleme hat.

 "Eine Geschichte der Zitrone" ist eines der besten und einfühlsamsten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Die Autorin schreibt aus der Perspektive eines Mädchens, das nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihren Vater sorgt und das noch dazu für ganz normal hält. Während sie daheim stets die Erwachsene sein muss, erkennt sie durch Mae und deren Familie, was es bedeutet, Kind sein zu können und sich an andere anlehnen zu dürfen. Dadurch wird ihr allmählich auch bewusst, was bei ihr zuhause alles falsch läuft und von da an beginnt die Fassade zu bröckeln. 
Was mir an dem Roman sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass nun nicht auf einmal alles magisch besser wird, ganz im Gegenteil: Calypsos Welt muss erst ganz in sich zusammenstürzen, damit ihr und ihrem Vater die Probleme tatsächlich bewusst werden. Und genau darin liegt schließlich die Chance auf Veränderung und einer Wendung zum Guten hin. Außerdem ist Calypso nun nicht länger alleine: Sie hat Mae und deren Familie zur Unterstützung und sie bekommt in Gestalt einer Sozialarbeiterin auch Hilfe von außen.
Diese Aspekte führen dazu, dass er Roman nicht nur sehr glaubhaft, sondern trotz der ernsten Thematik auch sehr hoffnungsvoll wirkt. 

Jo Cotterill setzt aber neben dieser Thematik zwei weitere Themen sehr gut um: Freundschaft und die Liebe zum Lesen.
Calypso und Mae entwickeln im Laufe des Romans eine wunderbare Freundschaft, die zwar nicht immer einfach ist, aber bei allen Problemen doch immer stärker und tiefer wird. Es wird schön beschrieben, wie die zwei Mädchen zwar unterschiedlich sind, einander aber doch sehr gut verstehen und ergänzen.
Was sie besonders vereint, ist ihre Liebe zu Büchern. Lesen und Fantasie spielen eine große Rolle in dem Buch und ich fand es wunderschön zu lesen, wie die Kinder ganz in die Geschichten eintauchen und dann auch Szenen etwa aus "Anne of Green Gables" nachspielen. Sie beginnen schließlich auch, eine eigene Geschichte zu schreiben und lernen Fluch und Segen von Online-Veröffentlichungen kennen - was zu einer gleichermaßen urkomischen wie herzzerreißenden Situation führt.

Beide Mädchen werden vielschichtig gezeichnet und entwickeln sich im Laufe des Buches sehr schön weiter. Mae ist ganz herzerwärmend mit ihrer verspielt-fröhlichen Art und ihrer Ansicht, dass ein Buch nur dann perfekt ist, wenn es sie zum Weinen bringt. Calypso ist deutlich durch ihre schwierige Familiengeschichte geprägt und ist um einiges zurückhaltender und verschlossener. Manches Mal wirken ihre Gedankengänge sehr erwachsen, aber angesichts ihrer Situation passt das auch. 
Auch die Nebenfiguren wie Maes Familie und Calypsos Vater sind dreidimensionale und sehr lebendig gezeichnete Charaktere.

Fazit: "Eine Geschichte der Zitrone" ist ein wundervoller, feinfühliger Roman, der ernste Thematiken wie Vernachlässigung und Depression realistisch umsetzt. Er vermittelt Hoffnung, ohne dabei die Situation zu beschönigen und transportiert auch klare Botschaften, ohne jemals den pädagogischen Zeigefinger zu erheben. Mich hat die Geschichte emotional unglaublich berührt und ich habe sie nahezu in einem Rutsch durchgelesen. Trotz der sehr jungen Hauptfigur denke ich, dass das Buch aufgrund der schwierigen Themen eher für ältere Kinder und Jugendliche geeignet ist, aber ich kann es auch allen Erwachsenen nur wärmstens empfehlen!

Freitag, 3. Februar 2017

[Ankündigung] Lese-Wochenende am 11. und 12. Februar

Nachdem unser letzter Lesetag schon wieder fast ein Jahr her ist, dachten Lyne und ich, dass es höchste Zeit für einen neuen ist - und dieses Mal gibt es gleich ein ganzes Wochenende!


Ich hoffe, einige von euch haben Zeit und Lust, gemeinsam mit uns zu lesen!
Wir werden uns ein paar Fragen überlegen, die zum Motto passen, aber ansonsten soll alles ganz gemütlich und entspannt sein. Ihr könnt jederzeit einsteigen und auch gern nur für einen Tag bzw. einen Teil des Tages mit dabei sein. Wenn ihr mitlesen möchtet, meldet euch einfach in den Kommentaren!