Dienstag, 27. Januar 2015

Buchstabengeplauder #23

Lesegeplauder
Derzeit bin ich irgendwie in einer richtigen ReRead-Phase. Um den Jahreswechsel herum habe ich eins meiner Lieblingsbücher von Jostein Gaarder, Das Kartengeheimnis, mal wieder gelesen und parallel dazu auch Wolfsaga von Käthe Recheis, das ich in den nächsten Tagen noch rezensieren werde.
Nun habe ich auf dem Reader Summers at Castle Auburn von Sharon Shinn erneut begonnen, das ich gerade erst vor einem guten halben Jahr gelesen habe. So ein rasches erneutes Lesen war für mich als Kind fast normal, aber in den letzten Jahren habe ich das nie gemacht. Aber mir war einfach noch einmal nach dem Buch und ich finde es auch gerade wieder richtig schön.
Und zu guter Letzt habe ich mir aktuell aus der Unibibliothek Besessen von Antonia S. Byatt ausgeliehen, das ich als Jugendliche durch Zufall in der Bücherei entdeckt habe und das mich damals sehr beeindruckt hat.

Ansonsten lese ich gerade alles mögliche parallel und springe ziemlich zwischen den Büchern hin und her. Ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber manchmal bin ich ein bisschen eine unruhige Leserin, kann mich nicht so recht für ein Buch entscheiden und lande vielleicht gerade deshalb oft bei einem Buch, das ich schon kenne.

Schreibgeplauder
Ich versuche momentan, jeden Tag zumindest eine Pomodoro-Einheit lang, also 25 Minuten, an meinem Roman zu arbeiten. Das ist wirklich nicht die Welt und eine Zeitdauer, die man eigentlich immer dazwischen schieben kann. Es war allerdings gar nicht so einfach, überhaupt wieder ins Schreiben zu finden, da ich im letzten Jahr so wahnsinnig wenig geschrieben habe. Ich fühle mich ganz eingerostet.
Deshalb geht gerade auch nicht sehr viel weiter, aber immerhin geht etwas weiter. Ich habe einige neue Dinge herausgefunden und recherchiere für den Roman gerade über antike Zauberei (wobei es vielleicht eher Inspiration als tatsächliche Recherche ist, da ich ja keinen historischen Roman schreibe).
Nach einigen totalen Hängern habe ich nun immerhin wieder das Gefühl, dass ich bei dem Roman ein Licht am Ende des Tunnels sehe. Er kommt mir zwar immer noch sehr wirr und ziellos vor, aber um ehrlich zu sein, handelt es sich dabei ja gewissermaßen um so etwas wie meine eigene Fanfiction, da ich unbedingt noch mehr Zeit mit meinen Figuren aus "Bühnenzauber" verbringen wollte. ;-)

Lebensgeplauder
Ich will hier nicht zu viele Worte darüber verlieren, da es für mich selbst noch sehr neu ist, aber mein neuer Schreibeifer und die Zeit fürs Lesen kommen bei mir durch eine schwere Entscheidung, die ich in den letzten Wochen getroffen habe. Wer hier schon seit einer Weile mitliest und mitbekommen hat, wie sehr ich mit meiner Doktorarbeit kämpfe, wird nun vielleicht eine Ahnung haben, um was für eine Entscheidung es sich da handelt.
Nun bin ich dabei, meine Zukunft neu zu planen und mir zu überlegen, wohin ich denn nun eigentlich möchte mit meinem Leben. Diese Aufbruchsstimmung und der Schwebezustand, in dem ich mich nun befinde, ist ein wenig beängstigend, zugleich aber auch befreiend und inspirierend. Ich habe schon eine Ahnung, wie es nun weitergehen soll, aber ob das alles so klappt wie erhofft, wird sich in den nächsten Monaten erst noch zeigen.

Samstag, 24. Januar 2015

Thomas Finn - Aquarius


Genre: Mysterythriller
Dauer: 13 Stunden 46 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Oliver Rohrbeck
Verlag: Audible
ASIN: B00NWIRNB6
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen



Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine kommt es zu einem Unfall, der Berufstaucher Jens Ahrens fast das Leben kostet. Als er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, findet er sich gefangen in einem Keller wieder und hat keine Ahnung, was die Entführer mit ihm und seinen Mitgefangenen vorhaben. Und auch sonst gehen in der Küstensiedlung Egirsholm seltsame Dinge vor sich: Menschen ertrinken in Telefonzellen und Häusern, man munkelt von Meerjungfrauen und alles scheint mit einem lange vergangenen Massaker in einer Hippiekommune zusammenzuhängen. Und was hat die untergegangene Stadt Rungholt mit all dem zu tun?

Finns Mysterythriller beginnt spannend, lässt dann aber leider im Laufe der Handlung nach. Dabei sind die Legenden, die er in dem Roman behandelt, faszinierend und die Schauplätze in Nordfriesland anschaulich beschrieben. Leider konnte mich der Roman aber nach einem starken ersten Drittel nicht mehr fesseln. Die Dialoge wirken gekünstelt, die Figuren sehr hölzern und emotional ging mir niemand von ihnen nahe. So fand ich auch die zahlreichen Flucht- und Actionszenen eher langatmig als rasant.

Dazu kommen vermeintliche Überraschungen und Wendepunkte, die keine sind, weil die Figuren dermaßen durchschaubar sind, dass man sie großteils schon bei ihrem ersten Auftreten entsprechend einordnen kann. Nur die Protagonisten sind selbst gegen die größten Winke mit dem Zaunpfahl immun und fallen bei den Enthüllungen dann stets aus allen Wolken.
Es hat mich außerdem sehr genervt, dass die ermittelnde Polizistin Meike Ehlers im Laufe des Romans zur Damsel in Distress mutiert - wohl, um den männlichen Protagonisten besser dastehen zu lassen?
Sehr schön fand ich dagegen, wie die Hintergründe nach und nach enthüllt werden und man allmählich erfährt, was damals in der Hippiekommune geschehen ist und wie das alles mit den Mythen zusammenhängt. Hier hat Thomas Finn genau das richtige Timing - man findet das alles gemeinsam mit den Protagonisten heraus oder ist ihnen stellenweise mal ein wenig voraus, aber nicht so, dass man wegen ihrer Ahnungslosigkeit nur noch den Kopf schütteln kann. Schade, dass Finn mit den Figuren nicht dasselbe Gespür hatte.

Die Lesung von Oliver Rohrbeck war einerseits lebhaft vorgetragen (auch wenn es mich teilweise irritiert hat, dass mir Julian Kirrin einen Roman vorliest ;-)), andererseits schießt er aber mit dem Verstellen der Stimme teilweise etwas übers Ziel hinaus - vor allem bei den alten Damen.

Trotz einer interessanten Idee und erfrischend originellen mythologischen Hintergründen konnte mich "Aquarius" nicht überzeugen. Ich mag den Schreibstil von Thomas Finn sonst sehr - so waren seine Beiträge zur "Gezeitenwelt" für mich die Highlights und auch sein "Funke des Chronos" hat mir gut gefallen, aber mit diesem Roman hat er eindeutig nicht meinen Nerv getroffen.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Geliehen, gekauft, geschenkt - noch ein kleiner Leserückblick

Ich habe heute mal rein aus Neugierde geschaut, wie bei mir im letzten Jahr bei meinen gelesenen Büchern eigentlich das Verhältnis von ausgeliehenen und eigenen Büchern war. Dank meiner Bücherverwaltungssoftware, die ich seit Jahren nutze (die Bookpedia) geht sowas sehr schnell und einfach.

Dabei sind folgende Zahlen herausgekommen:
13 Bücher, die ich im letzten Jahr gelesen habe, haben sich schon zu Beginn des Jahres auf meinem SuB befunden bzw. waren ReReads von eigenen Büchern. 
18 Bücher waren Neuzugänge (geschenkt, gekauft, gratis ebooks, etc.).  
32 Bücher habe ich ausgeliehen - wobei ich 4 Bücher von Freunden/meiner Familie geliehen habe und den Rest aus der Bücherei.

Und da ich schon so schön am Zahlen herumjonglieren war, habe ich mal geschaut, wieviel Geld ich für Neuzugänge ausgegeben hatte. Dank einiger Büchergutscheine zu Weihnachten und zum Geburtstag, diverser Gratisaktionen bei ebooks und den praktischen Rabattcodes, die es immer mal wieder für den Koboshop gibt, habe ich im gesamten Jahr 2014 unglaubliche 47,91 Euro ausgegeben. ;-)

Noch interessanter wurde es, als ich mal grob ausgerechnet habe, wieviel ich mir eigentlich durch die Bücherei erspart habe. Hätte ich mir nämlich alle 28 Bücher, die ich im vergangenen Jahr aus der Bücherei ausgeliehen habe (auch die teils etwas teureren Sachbücher), gekauft, hätte ich etwa 330 Euro ausgegeben. Und das ist schon eher knapp gerechnet, da ich bei mittlerweile vergriffenen Büchern einfach den niedrigsten Gebrauchtpreis genommen habe, der mir auf die Schnelle untergekommen ist - was angesichts der Versandkosten nach Österreich bzw. der Weigerung vieler Verkäufer, überhaupt nach Österreich zu versenden, im Grunde unrealistisch ist.
Die Frage, ob sich die 24 Euro Jahresgebühr für die Büchereien Wien lohnen, stellt sich bei mir also wirklich nicht.

Wie ist das denn bei euch? Kauft ihr den Großteil (oder alle) der Bücher, die ihr lest oder leiht ihr auch viel aus? Was gebt ihr im Jahr so für Bücher aus? Rechnet ihr euch das manchmal aus?


Übrigens hätte ich gern einen neuen ebook-Reader mit integrierter Beleuchtung und eiere zwischen den Readern herum - so hatte ich einen Kindle Voyage zum Ausprobieren daheim und habe ihn wieder zurückgeschickt, weil er mit Beleuchtung einen sehr unschönen Farbverlauf hatte und außerdem doch sehr teuer ist. Dann habe ich mich wieder gefragt, ob nicht doch die nervige Anklemmlampe für meinen Sony ausreicht, denn immerhin ist mein T2 ja erst zwei Jahre alt und andere Leser sind schließlich auch jahrelang mit einem Reader glücklich ...
Nun, angesichts dieser Zahlen, werde ich mir einfach einen neuen Reader gönnen. Ich war letztes Jahr in punkto Bücher so sparsam, dass das nun wirklich drinnen sein sollte. :-)

Sonntag, 18. Januar 2015

Karl-Wilhelm Weeber - Baden, spielen, lachen. Wie die Römer ihre Freizeit verbrachten


Genre: Sachbuch
Seiten: 152
Verlag: Primus Verlag
ISBN: 978-3896788818
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen

Sachbuch-Challenge



Was haben die Römer eigentlich in ihrer Freizeit getan? Waren Unterhaltungseinrichtungen nur für die High Society oder auch für die einfachen Leute? Wie verlief ein typisches Gastmahl und welche Menschen traf man abends in Kneipen an? Haben die Römer auch Sport getrieben und wenn ja, welchen?
Diesen und vielen weiteren Fragen geht Karl-Wilhelm Weeber in diesem Büchlein auf die Spur. Es ist in die Themenbereiche Baden, Spielen, Sport, Schauspiele, Gastmahl, Gasthaus, Bordell, Spazierengehen, Reisen und Lesen unterteilt und wird durch eine allgemeine Einleitung und eine kritische Schlussbetrachtung zum vermeintlichen "Freizeitparadies" Rom abgerundet.

Weeber ist Professor für Alte Geschichte und das merkt man auch, denn seine Aussagen werden allesamt durch Originalquellen und zahlreiche Zitate gestützt. Auf Sekundärliteratur verweist er in erster Linie im Anhang für Interessierte, die sich mit einzelnen Themen näher beschäftigen wollen, während er sich im Text selbst wirklich an den antiken Text- und Bildquellen orientiert.
Dabei betrachtet er die Quellen durchaus auch kritisch und weist auf mögliche Übertreibungen der Autoren hin, die das Bild eventuell verfälschen.
Das Buch macht dadurch einen sehr fundierten Eindruck - wenn man möchte, könnte man auch wirklich alle Aussagen selbst nachlesen. Dennoch ist es aber nicht trocken geschrieben oder nur für Fachleute gedacht - ganz im Gegenteil: Weebers Buch liest sich so unterhaltsam wie ein Roman und richtet sich auch an interessierte Laien, die noch kein (oder zumindest nur grundlegendes) Vorwissen mitbringen.

Trotz der Kürze des Buches hat man den Eindruck, dass Weeber bei den einzelnen Themen durchaus in die Tiefe geht. Man bekommt zahlreiche Informationen dazu, wie etwa der typische Ablauf eines Gastmahls war, welche Spiele Kinder und Erwachsene gespielt haben, wie es überhaupt mit Feiertagen aussah, usw. Und für weitergehende Lektüre ist, wie schon erwähnt, im Anhang mit zahlreichen Literaturangaben zu den jeweiligen Themen gesorgt.

In dem ebook sind die Abbildungen nicht enthalten, weshalb ich zu diesen nichts sagen kann. Mir persönlich hat nichts gefehlt, aber ich kenne auch sehr viele antike Abbildungen zu diesem Thema, wodurch ich also die Lücken in meinem Kopf ergänzen konnte. Wer mit dem Thema noch nicht vertraut ist, sollte daher eher zur gedruckten Version greifen, wobei ich seltsamerweise auch das ebook gar nicht zum Kauf gefunden hätte (ich hatte es aus der Onleihe).

"Baden, spielen, lachen" ist ein hervorragend recherchiertes Buch, das sich noch dazu locker und unterhaltsam liest und einen sehr guten Einblick in Themen bietet, die sonst oft in Büchern über das antike Rom nur wenig Erwähnung finden. Zugleich räumt es auch mit einigen Vorurteilen auf, die sonst gerne auch einmal in Fachkreisen kursieren.
Ich kann das Buch allen wärmestens empfehlen, die sich für das Alltagsleben der Römer interessieren und werde selbst sicher noch zu weiteren Büchern des Autors greifen.

Samstag, 17. Januar 2015

[Knüpfereien] Houses of Westeros

Eine Serie von Lesezeichen, die ich euch schon seit einer Weile zeigen möchte, sind meine Knüpfereien zu "A Song of Ice and Fire" von George R.R. Martin mit den jeweiligen Hauszeichen und -sprüchen. Ich habe damit vor etwas mehr als drei Jahre begonnen und wollte eigentlich alle großen Adelshäuser knüpfen, aber ich denke nicht, dass es mit Tully demnächst noch etwas wird - bei dem weiß ich einfach nicht so recht, wie ich es am besten umsetzen soll.

Hiermit komm hier also meine fast vollständige "Houses of Westeros"-Serie (die Vorlagen dazu habe ich alle selbst erstellt):

Tyrell
Grejoy
Targaryen
Stark
Lannister
Martell
Arryn
Baratheon

Das einzige Band, das ich noch zuhause habe, ist Baratheon - alle anderen Bänder habe ich verschenkt oder verkauft, aber vielleicht werde ich das eine oder andere irgendwann noch einmal nachknüpfen.

Freitag, 16. Januar 2015

Jostein Gaarder - Das Kartengeheimnis


Genre: Phantastischer Roman, Jugendbuch
Seiten: 352
Verlag: Hanser
ISBN: 978-3446177109
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen




Der 12-jährige Hans-Thomas ist mit seinem Vater auf dem Weg von Norwegen nach Griechenland, um dort seine Mutter zu suchen, die vor Jahren die Familie verlassen hat. Unterwegs bekommt er eine Lupe und ein winziges Buch geschenkt, das die Geschichte eines Schiffbrüchigen erzählt, den es auf eine sehr seltsame Insel verschlägt. Noch seltsamer aber ist, dass diese Geschichte anscheinend unmittelbar etwas mit Hans-Thomas' Reise und seiner Familie zu tun hat.

Als ich etwa 15 Jahre alt war, hat mich "Sofies Welt", Gaarders wohl bekanntester Roman, völlig umgeworfen und zu einer ausgeprägten Jostein Gaarder-Phase bei mir geführt. Ich bin mir nicht sicher, ob mir "Sofies Welt" heute noch gefallen würde, aber "Das Kartengeheimnis" ist ein Buch, das mich auch nach mehrmaligem Lesen noch immer begeistern kann.
Es greift bereits einiges vorweg, das sich auch später in Gaarders Werken wieder findet: der Vergleich des Philosophen mit einem Joker im Kartenspiel, das Begreifen der Welt als ein wunderbares Mysterium und die Geschichte in einer Geschichte.
Aber die philosophischen Ansätze werden in diesem Roman jugendgerechter und auch flüssiger eingeflochten als etwa in "Sofies Welt". Manchmal meint man zwar schon, die Stimme des Autors aus Hans-Thomas' Vater sprechen zu hören, wenn dieser seinem Sohn gegenüber zu philosophieren beginnt, aber die Reaktionen des 12jährigen, die von Langeweile über Interesse bis hin Verwirrung reichen, verankern diese Exkurse in einer Vater-Sohn-Beziehung, die in dem Roman auch eine wichtige Rolle spielt.

Manchmal kamen mir die Gedankengänge und Reaktionen sowie auch die Erzählstimme von Hans-Thomas etwas zu erwachsen vor, aber da er die Geschichte Jahre später aus seiner Erinnerung erzählt, ergibt das dann doch wieder ein stimmiges Bild. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass vielschichtige und lebendige Figuren nicht unbedingt Gaarders Stärke sind; vielmehr erscheinen sie oft eher wie ein Mittel zum Zweck.

Das ändert aber nichts daran, dass der Roman fesselnd und mitreißend ist und zwar auf all seinen Ebenen. Es handelt sich um eine recht verschachtelte Erzählung, wobei die Reise als eine Rahmenhandlung fungiert, während mit der Geschichte des kleinen Büchleins mehrere weitere Ebenen ins Spiel kommen: darin finden sich nicht weniger als drei ineinander verschachtelte Geschichten, über die man aber beim Lesen gut den Überblick behält. 
Die Verbindung zwischen diesen Ebenen schließlich ist ungemein spannend. Sie gibt immer wieder Rätsel auf, über die man beim Lesen ständig nachdenkt und die sich erst zum Ende hin gänzlich lösen. Besonders schön sind dabei all die titelgebenden Analogien zu einem Kartenspiel, die sich ebenfalls durch alle Ebenen ziehen und sogar die Kapitelstruktur des Buches bestimmen.

"Das Kartengeheimnis" ist ein Roman, der einfach Spaß macht und nebenbei auch ein paar philosophische Gedanken vermittelt, ohne dass man sich von diesen erschlagen fühlt. Er hat einen faszinierenden Plot - oder besser gesagt sogar mehrere faszinierende Plots - und gibt beim Lesen zahlreiche Rätsel auf. Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich mir wünschen würde, es noch einmal zum ersten Mal lesen zu können, weil bei späteren Rereads natürlich die "Aha-Erlebnisse" ausbleiben. Trotzdem ein Roman, den ich gern alle paar Jahre wieder hervorkrame und dann mit Freuden erneut lese.

Montag, 12. Januar 2015

[Challenge] Noch ein Jahr mit Nobelpreisträgern

Im vorigen Jahr haben sich ein paar tapfere Mitstreiterinnen und ich mehr oder weniger erfolgreich der Challenge gestellt, 10 Nobelpreisträger zu lesen. Am Ende habe ich festgestellt, dass ich eigentlich gern damit weitermachen möchte und Ariana hatte auch Interesse bekundet. Ich wollte das zunächst nicht mehr als richtige Challenge machen, aber andererseits kann eine solche natürlich auch zu einem größeren Austausch zwischen den Teilnehmern führen, was ja immer eine schöne Sache ist.
Also gibt es nun doch eine Neuauflage unter dem äußerst unkreativen (aber treffenden) Titel:


Und hier sind die Regeln:

  • Die Challenge geht dieses Jahr ganz simpel vom 1.1. bis 31.12. 2015. Die Ankündigung ist zwar nun etwas spät dran, aber wenn ihr in diesem noch jungen Jahr bereits einen Nobelpreisträger gelesen habt, könnt ihr diesen auch schon zählen.
  • In diesem Zeitraum sollen 8 AutorInnen, die den Literaturnobelpreis erhalten haben, gelesen und rezensiert werden.
  • Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Bitte erstellt für die Challenge eine Überblicksseite, auf der ihr die Rezensionen eurer gelesenen Bücher verlinkt.
  • Es geht bei der Challenge nur um Ruhm und Ehre und darum, für euch neue Autoren zu entdecken. Sprich: Einen Gewinn werde ich in diesem Jahr nicht verlosen. (und nein, keine Sorge, auf die ausstehenden Gewinne vom letzten Jahr hab ich nicht vergessen ;-))

Wenn ihr mitmachen wollt, dann meldet euch einfach in den Kommentaren an und gebt mir auch einen Link zu eurer Challengeseite.
Ich hoffe erneut auf einen regen Austausch über die Bücher - und auf etwas mehr erfolgreiche Teilnehmer als im letzten Jahr.


TEILNEHMER

Neyasha (ich)
1. Toni Morrison - Gnade
2. William Golding - Lord of the Flies
3. Heinrich Böll - Irisches Tagebuch
4. John Steinbeck - Die Straße der Ölsardinen
5. Selma Lagerlöf - Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden
6. Kenzaburō Ōe - Reißt die Knospen ab
7. Samuel J. Agnon - In der Mitte ihres Lebens

Sam (cat)
1. Ernest Hemingway - Wem die Stunde schlägt
2. Herman Hesse - Klingsors letzter Sommer
3. Gabriel Garcia Márquez - Das Leichenbegängnis der Großen Mama
4. Elfriede Jelinek - Die Klavierspielerin 
5. Rudyard Kipling - Die Dschungelbücher

Pihia

Ariana
1. William Faulkner - The Sound and the Fury
2. José Saramago - Stadt der Blinden 
3. William Butler Yeats - Gedichte/Poems 
4. Ernest Hemingway - The Old Man and the Sea
5. Rudyard Kipling - Die Dschungelbücher
6. Derek Walcott - Weiße Reiher 

BücherFähe 
1. Thomas Mann - Buddenbrooks
2. Rudyard Kipling - Das Dschungelbuch. Das neue Dschungelbuch
3. Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer 
4. Günter Grass - Die Blechtrommel 
5. Albert Camus - Die Pest 
6. John Steinbeck - Tortilla Flat
7. Jean-Paul Sartre - Die schmutzigen Hände

Devona 
1. Herta Müller - Reisende auf einem Bein 
2. Doris Lessing - Afrikanische Tragödie 
3. Patrick Modiano - Im Café der verlorenen Jugend
4. Hermann Hesse - Unterm Rad + Zwischen Sommer und Herbst 
5. Gabriel García Márquez - Erinnerung an meine traurigen Huren
6. Mario Vargas Llosa - Das böse Mädchen

Freitag, 9. Januar 2015

Lilach Mer - Winterkind


Genre: Historischer Roman
Seiten: 300
Verlag: Dryas
ISBN: 978-3940855367
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen




Im tiefsten Winter des Jahres 1880 stirbt die Mutter der jungen Adeligen Blanka von Rapp. Blanka, die mit einem liebevollen Ehemann und einer Tochter eigentlich glücklich sein könnte, wird von den Schatten der Vergangenheit eingeholt, die sie bereits seit Jahren verfolgen. Die tiefe Angst, die schon seit langem ihr Leben beherrscht, beginnt sie nun beinahe von innen aufzufressen. Und ausgerechnet in dieser Zeit muss ihr Mann verreisen und lässt Blanka mit einer kranken Tochter und Gerüchten über Unruhen in der nahen Glashütte alleine zurück.

Wie ist es wohl weitergegangen mit Schneewittchen, nachdem sie ihren Prinzen geheiratet hat? Haben sie wirklich glücklich bis ans Ende ihrer Tage gelebt? Diesen Fragen nähert sich Lilach Mer auf eine eher ungewöhnliche Weise. Sie versetzt das Märchen in ein real-historisches Umfeld und interpretiert die Geschichte von Schneewittchen und dem Spieglein an der Wand ganz neu.
"Winterkind" ist dabei deutlich mehr als nur die Nacherzählung einer schon bekannten Geschichte. Es ist ein dunkler und ein wenig beängstigender Roman, der auf jegliche phantastische Elemente verzichtet und ausgehend von dem Märchen ein beeindruckendes Beziehungsgeflecht entwirft.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein Blanka von Rapp, sondern auch die Gouvernante Sophie und die kleine Tochter Johanna. Sophie ist diejenige, die die Geschichte gewissermaßen erdet. Wo Blanka vor Angst gelähmt ist und sich in seltsamen Visionen verliert, ist Sophie bodenständig, energisch und ganz und gar praktisch veranlagt.
Beide Frauen sind überzeugend gezeichnet und wirken gänzlich in ihrer Zeit verankert. Das ist eine der vielen Stärken des Romans: Man hat nie das Gefühl, dass moderne Frauen in ein historisches Umfeld gesetzt wurden und kann sich doch in Blanka und Sophie einfühlen.

Die Atmosphäre ist über weite Strecken eher düster und bringt durch die Probleme mit den Arbeitern der Glashütte nicht nur eine latente Bedrohung, sondern auch eine sozialkritische Komponente mit ins Spiel.
Dazwischen gibt es außerdem Rückblicke in Blankas traurige Vergangenheit, die nach und nach erklären, wie sie zu der Frau wurde, die sie nun ist.

Obwohl "Winterkind" ein eher ruhiger Roman ist und große Teile sich mit dem Innenleben der Figuren beschäftigen, ist er ungemein fesselnd und kaum aus der Hand zu legen. 
Ich habe von Lilach Mer bereits "Der siebte Schwan" sehr beeindruckend gefunden, aber mit "Winterkind" übertrifft sie ihren Erstling noch einmal. Noch nie habe ich eine überzeugendere und spannendere Neuinterpretation eines Märchens gelesen. Die Autorin hat zwar ihre poetische Schreibweise beibehalten, aber insgesamt ist "Winterkind" dennoch einfacher zu lesen und weniger rätselhaft als "Der siebte Schwan". Auch wenn er einige Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert, ist er doch vergleichsweise leicht zugänglich und vielleicht auch für jene geeignet, die Lilach Mers Schreibweise in ihrem Erstling zwar mochten, die Handlung aber allzu verwirrend fanden.

Zweifellos einer der interessantesten Romane, die ich in den letzten Jahren gelesen habe - und zudem einer, der sehr viel mehr Beachtung verdienen würde.

Dienstag, 6. Januar 2015

Sachbuch-Challenge 2015

Es tut mir leid, wenn es hier momentan etwas Challenge- und Listenlastig zugeht (Ankündigungen, Rückblicke, etc.), aber ein paar Beiträge dieser Art werden noch folgen, ehe diese Jahreswechsel-Stimmung wieder vorbei ist und es "back to business" geht. ;-)

Wie ich hier schon geschrieben habe, mache ich auch im Jahr 2015 wieder bei Winterkatzes Sachbuch-Challenge mit. Es gibt dieses Mal zwei Varianten und zwar:
  • Variante A - Hier gelten die gleichen Regeln wie im letzten Jahr. Es müssen insgesamt zehn Sachbücher gelesen werden, davon müssen mindestens fünf Stück bis zum 30.06.2015 gelesen und rezensiert werden. 

  • Variante B - Gilt für diejenigen, denen in diesem Jahr die Zeit zu knapp wurde, um wirklich umfangreiche Sachbücher zu lesen. Es müssen insgesamt nur acht Sachbücher gelesen werden, wobei eines der gelesenen Bücher pro Halbjahr ein Wälzer mit mindestens 500 Seiten sein soll. Das bedeutet, dass bis zum 30.06.2015 mindestens ein Wälzer und drei "normale" Sachbücher gelesen und rezensiert werden müssen.
Ich bin mir noch nicht sicher, welche Variante ich wählen werde, habe aber noch bis zur Mitte des Jahres Zeit, um mich endgültig zu entscheiden. Die beiden Wälzer von Jared Diamond in meinem Bücherregal, die ich letztes Jahr zeitlich nicht untergebracht habe, sprechen für die 2. Variante, aber mal sehen, welche Bücher ich dann tatsächlich lesen werde.
Alle weiteren Regeln und Teilnahmebedingungen könnt ihr bei Winterkatze nachlesen - bei ihr gibt es dann auch einen Überblick über alle Teilnehmer und ihre gelesenen Bücher.

Meine Sachbücher 2015:
1. Karl-Wilhelm Weeber - Baden, spielen, lachen. Wie die Römer ihre Freizeit verbrachten
2. Robyn Davidson - Tracks
3. Balkonratgeber (diverse Kurzrezensionen)
4. Matthew Goodman - In 72 Tagen um die Welt
5. Jo Walton - What Makes this Book so Great
6. Alfred Lansing - 635 Tage im Eis: Die Shackleton-Expedition
7. Steffen Unger - Vorkoster gesucht! 100 Berufe aus der Antike
8. Monika Reitprecht - Wo stehen hier die E-Books?
9. Randall Munroe - What If? Was wäre wenn?
10.

Sonntag, 4. Januar 2015

Alte und neue Vorsätze und Wünsche

Zu Beginn des letzten Jahres habe ich ein paar Vorsätze gefasst bzw. mir einige Sachen für das Jahr 2014 gewünscht - Zeit, darauf zurückzublicken und darauf, was daraus geworden ist:

- Eine Veränderung in meinem Leben
Ich bin 2014 umgezogen (und zwar in eine Wohnung, die ich wirklich toll finde) und habe einen neuen Nebenjob gefunden. Zwar bin ich beruflich immer noch nicht dort angekommen, wo ich hinmöchte, aber auf jeden Fall gab es genug Veränderungen, um diesen Punkt als erfüllt zu betrachten.

- Eine Sportart finden, die mir Spaß macht
Hier habe ich auf ganzer Linie versagt. Weder habe ich eine Sportart gefunden, die mir Spaß macht, noch habe ich überhaupt großartig viel Sport gemacht.

- Bis zum Ende dieses Jahres diesen Pullover anziehen können
Nun ja ... theoretisch ist der Pullover fertig gehäkelt. Allerdings waren und sind Ärmel sowie Ausschnitt etwas problematisch. Ich habe hier schon zigmal aufgetrennt und neu gehäkelt, aber so wirklich brauchbar ist der Pullover immer noch nicht. Ist also teilerfüllt und hoffentlich finde ich in diesem Jahr noch eine Lösung für das Problem.

- Ein Art Journal führen
Das habe ich auch zum Teil erfüllt. Es hat ein wenig gedauert, bis ich hier meine "Linie" gefunden habe, da ich gemerkt habe, dass ein Tagebuch nicht mehr so das richtige für mich war. Ich bin dann schließlich dazu übergegangen, bestimmte schöne Erlebnisse sozusagen grafisch zu gestalten, habe das aber vor allem im Herbst wieder sehr schleifen lassen (und arbeite nun noch nach ...). Mehr dazu wird noch folgen - ich werde euch in den nächsten Wochen mal ein paar meiner Seiten zeigen.

- Schreiben
Leider habe ich 2014 das ganze Jahr über kaum geschrieben. Dementsprechend sah am Ende mein Wortzähler aus, den ich links im Blog hatte: von geplanten 150.000 Wörtern sind es etwa 23.000 geworden. Autsch.

- Mir erlauben, glücklich zu sein
Hm. So ganz hat das nicht geklappt, auch hat sich an meinem Doktorarbeitsdesaster noch nicht wirklich etwas geändert (weder bin ich großartig weiter gekommen noch konnte ich mich dazu durchringen, sie gänzlich hinzuschmeißen).


Es hat also so mittelmäßig geklappt mit meinen Vorsätzen und Wünschen für 2014. Es gibt auch wieder einiges, was ich im Jahr 2015 gern machen würde, allerdings wähle ich diesmal bewusst kleinere oder zumindest konkretere Dinge, da so schwammige Vorsätze wie "Sport machen" oder "Schreiben" bei mir meistens nichts werden.
Was das Lesen und meinen Blog betrifft, werde ich mir übrigens neben den diversen Challenges (nd meinen obligatorischen 15 englischen Büchern pro Jahr) nichts vornehmen. Ich würde gern endlich meine SuB-Altlasten weglesen, aber ansonsten bin ich damit, wie es momentan bei mir läuft, ganz zufrieden. Zwar habe ich im letzten Jahr weniger Blogbeiträge geschrieben als die Jahre davor, aber dafür waren darunter sehr viele Rezensionen und deshalb ist das für mich schon in Ordnung.
Hier nun also alles, was mit dem Lesen nichts zu tun hat:


Vorsätze und Wünsche für 2015

- "I've Seen Hell" auf dem Klavier lernen
Es handelt sich hierbei um dieses wunderschöne Lied aus der BBC-Minserie "North & South". Seit meinem Umzug habe ich ja mein altes e-Piano wieder in Wien und bin leider fürchterlich eingerostet. Bis zum Ende des Jahres möchte ich aber dieses Lied spielen können (die erste Minute dürfte kein Problem sein, danach wird es etwas anspruchsvoller) und hoffe mal, dass mein e-Piano da auch mitmacht (es ist etwa 30 Jahre alt und ein paar Tasten hängen leider inzwischen).

- Beim Österreichischen Frauenlauf mitmachen (alternativ: Women's Run)
Ich war schon dreimal beim Frauenlauf dabei, allerdings nicht 2014. Das lag vor allem daran, dass ich mir letztes Jahr beim Rodeln den rechten Fuß verstaucht hatte, aber ich habe dann auch für das restliche Jahr nicht mehr ins Laufen hineingefunden. Dieses Jahr möchte ich wieder mitmachen bzw. falls mir irgendetwas ganz triftiges dazwischen kommen sollte, wäre der Women's Run noch eine Alternative.

- Ins Sommerkino gehen
In Wien gibt es immer diverse Filmvorführungen unter freiem Himmel - sei es das "Kino am Dach" auf dem Dach der Hauptbücherei oder das "Kino unter Sternen" am Karlsplatz. Schon seit Jahren möchte ich mir dort endlich mal einen Film anschauen, aber irgendwie wird nie etwas daraus. Dieses Jahr ist es ein fixer Vorsatz!

- Einen Roman "veröffentlichen"
Ich habe hier "veröffentlichen" bewusst unter Anführungszeichen gesetzt: Ich denke nicht, dass ich mich in absehbarer Zeit ernsthaft auf Agentur- bzw. Verlagssuche machen werde und selbst, wenn ich damit erfolgreich wäre, wäre es dann für eine Veröffentlichung 2015 ohnehin schon zu spät. Nein, es geht mir schlichtweg darum, einmal einen Roman für eine etwas breitere Leserschaft zur Verfügung zu stellen - sei es nun hier auf dem Blog oder als ebook.

- Ein Ölbild malen 
Seit Jahren habe ich meine Ölfarben nicht mehr angerührt und auch meine Acrylfarben nur noch sporadisch. Da ich nun aber alle meine Malsachen extra beim Umzug mitgenommen habe und dafür auch einen beträchtlichen Teil meines Raumteilers im Schlafzimmer freiräumen musste, soll das nicht umsonst gewesen sein. Und selbst, wenn es nur ein einziges Bild ist: Zumindest dieses eine Bild möchte ich malen.

Soweit also meine fünf überschaubaren Vorsätze, die doch zu einem beträchtlichen Teil mit meinen kreativen Hobbies zusammenhängen. Hoffentlich kann ich sie alle erfüllen!
 

Samstag, 3. Januar 2015

Sachbuch-Challenge: Ein Rückblick und ein Ausblick

Winterkatzes Sachbuch-Challenge war für mich eine der interessantesten Challenges, an denen ich jemals teilgenommen hatte - und so habe ich nicht als einzige praktisch um eine Wiederholung gebettelt. Winterkatze hat unser Flehen erhört und so geht es in eine weitere Runde. Ein guter Zeitpunkt also, um einmal auf die abgeschlossene Challenge von 2014 zurückzublicken und auf die neue Challenge von 2015 vorauszuschauen.

Das war die Challenge 2014

Ursprünglich habe ich die Challenge ja mit einer gewissen Skepsis begonnen und nicht gedacht, dass ich wirklich 10 Bücher schaffen würde. Aber tatsächlich bin ich dann im Laufe des Jahres so richtig auf den Geschmack gekommen und habe erstaunlicherweise sogar festgestellt, dass es mir in kurzfristigen Zeiten von Lese-Unlust fast leichter gefallen ist, zu einem Sachbuch zu greifen als zu Belletristik.
Wenn ich auf meine gelesenen Bücher zurückblicke (ihr findet die gesamte Liste hier), dann bin ich im Großen und Ganzen mit meiner Auswahl zufrieden. Wirkliche Flops waren nicht dabei, auch wenn ich mir von einigen Büchern mehr erwartet habe. Die Highlights waren für mich rein inhaltlich Goethe & Schiller. Die Geschichte einer Freundschaft und als Gesamtpaket (also auch im Hinblick auf die Gestaltung) The World of Downton Abbey sowie Atlas der abgelegenen Inseln. Mir haben aber auch einige andere Bücher, die in der Bewertung nicht ganz so gut abgeschnitten haben, sehr viel Freude bereitet.

Es war auch sehr schön, die Rezensionen von den anderen Teilnehmerinnen zu lesen, da ich Sachbücher sonst eher weniger auf dem Schirm habe. Während man bei Romanen eh mit Rezensionen überschüttet wird, finden Sachbücher auf Buchblogs meistens nicht so viel Beachtung und man stolpert eher selten zufällig über interessant klingende Bücher. Im Zuge dieser Challenge war das natürlich ganz anders und so sind auch einige Bücher auf meiner Wunschliste gelandet.

Apropos Liste: Letztes Jahr habe ich einige Überlegungen angestellt, welche Bücher ich im Laufe des Jahres lesen würde. Wie das oft so ist mit Listen, habe ich dann zu einem großen Teil ganz andere Bücher gelesen. ;-) Von den Büchern, die ich als "Rechercheliteratur fürs Schreiben" tituliert habe, hatte ich übrigens durchaus einige ausgeliehen, aber ich habe diese großteils nicht von vorne bis hinten durchgelesen, sondern mir eher einige Kapitel und Teile herausgepickt, die für mich relevant waren - insofern konnte ich diese dann nicht wirklich zählen, geschweige denn rezensieren.

Obwohl ich also mit meiner Buchauswahl eher andere Wege eingeschlagen habe als geplant, möchte ich doch auch für die neue Challenge einige Buchüberlegungen anstellen und das bringt mich zum zweiten Teil dieses Beitrags:

So wird die Challenge 2015 (vielleicht)

Ich habe ganz bewusst keinen Sachbuch-SuB, da ich es bei Sachbüchern manchmal schwierig finde zu sagen, welche ich einfach als Nachschlagewerke im Regal stehen habe, bei welchen ich nur ab und an mal einzelne Kapitel lesen möchte und welche ich wirklich vom Anfang bis zum Ende wie einen Roman lesen werde. Dennoch habe ich einige Bücher bei mir zuhause, die potentielle Kandidaten für die Challenge sind und zwar handelt es sich um folgende:
  • Jared Diamond - Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften
  • Jared Diamond - Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen
  • Karen Wynn Fonstad - The Atlas of Middle-Earth
  • John Haywood - Die Geschichte der Völkerwanderungen. Zwischen Pioniergeist und Flucht
  • Adrian Murdoch - The Last Roman. Romulus Augustulus and the Decline of the West

Außerdem waren im letzten Jahr ein paar Bibliotheksbücher auf meiner Liste, mit denen es 2014 nichts geworden ist und bei denen ich nun einen erneuten Anlauf starte:
  • Karl-Wilhelm Weeber - Alltag im Alten Rom: Das Leben in der Stadt
  • Alfred Lansing - 635 Tage im Eis. Die Shackleton-Expedition
  • Manfred Büttner - Von Arsen bis Zielfahndung. Das aktuelle Handbuch für KrimiautorInnen und Neugierige 

Und schließlich bin ich im Laufe des vergangenen Jahres bei den anderen Teilnehmerinnen auf so einige Bücher aufmerksam geworden, die es auf meine Wunschliste geschafft haben. Nun ja, "einige" ist noch leicht untertrieben, daher gibt es hier eine kleine Auswahl:
  • Gerhard Wagner - Das geht auf keine Kuhhaut. Redewendungen aus dem Mittelalter
  • Karl-Wilhelm Weeber - Nachtleben im Alten Rom
  • Margaret C. Sullivan - The Jane Austen Handbook. Proper Life Skills from Regency England 
  • A Map of the World. The World According to Illustrators and Storytellers  
  • Anke Dörrzapf und Claudia Lieb - Marco Polos wunderbare Reisen

Tja, und dann habe ich natürlich auch noch einige andere Sachbücher auf meiner Wunschliste, die ich hier nicht alle aufzählen werde (z.B. The World of Ice and Fire, bei dem ich aber darauf warte, dass es in der Bücherei verfügbar ist). 
In jedem Fall wird mir wohl die Auswahl schwerfallen und letztendlich schmeiße ich wohl eh wieder alles über den Haufen und lese ganz andere Bücher. ;-)
Welche auch immer es dann werden: Ich freue mich schon sehr auf meine Sachbücher des Jahres 2015!

Donnerstag, 1. Januar 2015

Mein Lesejahr 2014

Das Jahr 2015 hat begonnen - Zeit für den traditionellen Rückblick auf mein Lesejahr 2014. Letztes Jahr habe ich 63 Bücher gelesen, was im Vergleich zu den letzten Jahren wieder etwas weniger ist (schlichtweg deshalb, weil ich nicht so viel Zeit zum Lesen gefunden habe).
Dafür hatte ich aber in diesem Jahr vergleichsweise viele Highlights, was sich auch in der durchschnittlichen Wertung niederschlägt: Diese ist mit durchschnittlich 3,72 Sternchen höher als in den Jahren zuvor, wenn auch nicht sehr viel (die bewegt sich bei mir immer so etwa zwischen 3,4 und 3,7).
Wenn ich zurückdenke, welche Bücher mir vom letzten Jahr besonders positiv in Erinnerung geblieben sind, so fallen mir als erstes Jenseits von Eden sowie Summers at Castle Auburn ein. Beides sind Bücher, bei denen ich mir schon jetzt vorstellen könnte, sie noch einmal zu lesen. Eine sehr positive Überraschung war außerdem Amy & Roger's Epic Detour, von dem ich nicht mehr als leichte Lektüre erwartet, dann aber soviel mehr bekommen habe. Ganz aktuell hat mich Winterkind von Lilach Mer begeistert, auch wenn das wiederum kein Buch ist, bei dem ich mir einen schnellen ReRead vorstellen kann.
Ganz arge Flops hatte ich im letzten Jahr kaum, allerdings einige Bücher, von denen ich mir mehr versprochen hätte - allen voran Verdammnis und Der Allesforscher. Die schlechteste Bewertung hat Lautlos bekommen, das ich aber stellenweise so schlecht fand, dass es mir schon wieder Spaß gemacht hat.

Einen Rückblick auf die Challenges und Lesevorhaben des letzten Jahres sowie meine Lesevorhaben für 2015 wird in den nächsten Tagen noch folgen.

Und hier nun die nackten Zahlen sowie meine vollständige Leseliste (Hörbücher sind wie immer lila gekennzeichnet):

gelesene Bücher: 63
davon Hörbücher: 11
gelesene Seiten (natürlich ohne Hörbücher):17.556
Highlights (mit 5 Sternen bewertet): 9
Flops (1 oder 1,5 Sterne):1
durchschnittliche Wertung: 3,72
abgebrochene Bücher: 6


Jänner (5 Bücher)
Matt Dickinson - Die Macht des Schmetterlings (Kurzrezension)
Cassandra Rose Clarke - The Assassin's Curse (Rezension)
Cassandra Rose Clarke - The Pirate's Wish (Rezension)
Julie Peters - Der vergessene Strand
Alberto Angela - Vom Gladiator zur Hure (Rezension)

Februar (4 Bücher)
Reinhold Messner - Der nackte Berg: Nanga Parbat (Rezension)
Gregory Maguire - Mirror Mirror (Kurzrezension)
Diana Wynne Jones - Fire and Hemlock (Rezension)
Antje Wagner - Vakuum (Kurzrezension)

März (3 Bücher)
Doris Lessing - Afrikanische Tragödie (Rezension)
Axel N. Halbhuber - Ich geh dann mal heim (Rezension)
Tanja Kinkel - Das Spiel der Nachtigall (Kurzrezension)

April (6 Bücher)
Frank Schätzing - Lautlos (Rezension)
Wolf Haas - Das Wetter vor 15 Jahren (Rezension)
Ju Honisch - Schwingen aus Stein (Kurzrezension)
J. M. Coetzee - Schande (Rezension)
Leo Perutz - Zwischen neun und neun (Kurzrezension)
Stieg Larsson - Verblendung (Rezension)

Mai (6 Bücher)
Guy Gavriel Kay - The Fionavar Tapestry (Rezension)
Jessica Fellowes - The World of Downton Abbey (Rezension)
Wolf Haas - Das ewige Leben
Rüdiger Safranski - Goethe & Schiller. Geschichte einer Freundschaft (Rezension)
Maggie Stiefvater - The Raven Boys (Kurzrezension)
Leo Perutz - Nachts unter der steinernen Brücke

Juni (4 Bücher)
Judith Schalansky - Atlas der abgelegenen Inseln (Rezension)
Jonas Jonasson - Die Analphabetin, die rechnen konnte (Rezension)
Sharon Shinn - Summers at Castle Auburn (Rezension)
Liz Jensen - Mein kleines schmutziges Buch der gestohlenen Zeit (Rezension)

Juli (7 Bücher)
Jules Verne - Die geheimnisvolle Insel (Rezension)
Rudyard Kipling - Dunkles Indien (Rezension)
Susanne Klingner - Hab ich selbst gemacht (Rezension)
Julie Campbell - The Red Trailer Mystery (Rezension)
Neil Gaiman - The Ocean at the End of the Lane (Rezension)
Ulf Fildebrandt (Hrsg.) - Exotische Welten
John Steinbeck - Jenseits von Eden (Rezension)

August (7 Bücher)
Morgan Matson - Amy & Roger's Epic Detour (Rezension)
Kerstin Gier - Silber. Das 1. Buch der Träume (Kurzrezension)
Stieg Larsson - Verdammnis (Rezension)
Carmen Iarrera - Mord in der Scala (Kurzrezension)
Wolf Haas - Verteidigung der Missionarsstellung (Kurzrezension)
Marina Boos - Die Nacht der Geparden (Kurzrezension)
Michael Wigge - Ohne Geld bis ans Ende der Welt (Rezension)

September (3 Bücher)
Sándor Márai - Die Glut
Cornelia Franz - Ins Nordlicht blicken (Kurzrezension)
Robert Harris - Pompeji (Rezension)

Oktober (8 Bücher)
Hugh Howey - Silo (Rezension)
Heinrich Steinfest - Der Allesforscher (Rezension)
Carola Dunn - Death at Wentwater Court (Kurzrezension)
Carola Dunn - The Winter Garden Mystery (Kurzrezension)
Orhan Pamuk - Schnee (Rezension)
Carola Dunn - Requiem for a Mezzo (Kurzrezension)
Niccolò Ammaniti - Die Herren des Hügels (Rezension)
Tomas Tranströmer - Die Erinnerungen sehen mich (Rezension)

November (4 Bücher)
Carola Dunn - Murder on the Flying Scotsman (Kurzrezension)
Daniel Glattauer - Geschenkt (Rezension)
Bärbel Arenz/Gisela Lipsky - Mit Kompass und Korsett (Rezension)
Kathrin Passig/Sascha Lobo - Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin (Rezension)

Dezember (6 Bücher)
Patrick Modiano - Die Gasse der dunklen Läden (Rezension)
Mia Salberg - Gegen die Gezeiten
Carola Dunn - Damsel in Distress
Patrick Rothfuss - Der Name des Windes (Rezension)
Lilach Mer - Winterkind (Rezension)
Thomas Finn - Aquarius (Rezension)

Abgebrochen (6 Bücher)
Christian von Aster - Der letzte Schattenschnitzer
Ray Bradbury - Fahrenheit 451
Marcel Theroux - Weit im Norden
Rachel Joyce - Perfect
Brandon Sanderson - Elantris
Raymond Chandler - Der lange Abschied