Samstag, 29. November 2014

Buchstabengeplauder #20

Ich habe eine ganz tolle Woche mit meiner Freundin hinter mir. Kaum zu glauben, dass wir uns seit so langer Zeit nicht gesehen haben (und dazwischen auch nur sporadisch Mailkontakt hatten) - es war, als hätte es diese Pause nie gegeben. Wir haben in diesen paar Tagen tapfer dem nasskalten Wetter getrotzt und waren in der Stadt unterwegs, haben lecker Tee getrunken, viele lange Gespräche geführt, Spieleabende mit anderen Freunden veranstaltet und waren im Kino: Den Film Ein Schotte macht noch keinen Sommer kann ich wärmstens weiterempfehlen, auch wenn er im Original sicher noch sehenswerter ist.
Alles in allem war es eine super Zeit und es ist sehr schade, dass wir uns gestern am Morgen schon wieder verabschieden mussten.

Derzeit rächt sich allerdings die entspannte Woche, da ich gestern, heute und morgen als Ausgleich nun in Diensten ertrinke. Das ändert sich auch für den restlichen Advent nicht mehr (ich jongliere grad mal wieder drei Jobs herum), aber ich hoffe, dass ich dennoch ein bisschen gemütliche Lesezeit finden werde. Vorrang haben aber erst einmal die Keksbäckerei und die Geschenke.

Immerhin nähere ich mich bei Die Gasse der dunklen Läden dem Ende (was bei 160 Seiten nicht wirklich ein Kunststück ist) und kann schon sagen, dass mir der Roman von Modiano gut gefällt. An meine Nobelpreis-Highlights (Steinbeck und Munro) kommt er für mich aber nicht heran.
Ansonsten warten einige Rezensionen weiterhin darauf, dass sie endlich geschrieben werden - ich hoffe, dass ich auch zu denen bald kommen werde.

Was das Schreiben betrifft, so versuche ich derzeit mal wieder, zumindest jeden Tag eine "Pomodoro"-Einheit (25 Minuten) dafür freizuschaufeln, was leider nicht immer klappt. Aber ich habe meine Romane natürlich nicht aufgegeben.
Ich denke außerdem darüber nach, ob ich nicht im nächsten Jahr einen meiner Romane in kleinen Fortsetzungshäppchen hier auf den Blog stelle. Nein, das ist kein Versprechen, nur einmal eine Überlegung. ;-) Ursprünglich wollte ich ja die Frostpfade als eine Adventkalendergeschichte hier veröffentlichen, doch dafür hat mir nun schlicht die Vorbereitungszeit gefehlt. Aber vielleicht werde ich ja morgen nach dem Dienst noch vom wilden Affen gebissen und ... nein, ich verspreche hier nichts. Ich wüsste noch nicht mal, wie ich den Roman vernünftig auf 24 Portionen aufteilen sollte und weiß auch nicht, ob ich mir den seelischen Stress antun soll, hier jeden Tag ängstlich auf Reaktionen/Kommentare zu warten. %-)
Aber irgendwann in der Zukunft bekommt ihr hier auf dem Blog mal was zu lesen. Zumindest soviel verspreche ich. ;-)

Sonntag, 23. November 2014

Buchstabengeplauder #19

Hier wird es nun vermutlich eine Woche lang still sein (sofern ich nicht morgen vor der Arbeit noch eine Rezension vorschreibe), da ich morgen Besuch von einer Freundin aus der Schweiz bekomme, die ich seit fünf Jahren nicht mehr gesehen habe. Zeit zum Bloggen wird da also in der nächsten Woche keine bleiben. ;-)

Ich schätze, dass ich in der nächsten Woche auch nicht zum Lesen kommen werde - da ist es ja gut, dass ich mit der Sachbuch-Challenge nun durch bin (mir fehlen nur noch die letzten beiden Rezensionen).
Bei der Nobelpreis-Challenge wird es hingegen etwas eng, aber ich lese jetzt meine letzten beiden Bücher beide parallel und bislang gefallen mir beide gut: In Die Gasse der dunklen Läden von Modiano musste ich mich erst einmal einfinden, aber inzwischen bin ich gut drinnen. Der Elefant des Wesirs von Andric ist dagegen eine Sammlung von Kurzgeschichten, die natürlich inhaltlich stark variieren, aber sprachlich lesen sie sich bislang alle sehr flüssig.

Es gibt übrigens dieses Jahr von Ariana wieder eine Art Adventlesen und zwar die Vorweihnachts-Lesewochen. Ich denke, dass ich aus Zeitgründen nicht mitmachen werde - obwohl es gerade bei Stress natürlich hilfreich wäre, sich auch einfach mal bewusst ein wenig ruhige Lesezeit zu gönnen. Vielleicht werde ich mich also noch umentscheiden - mal sehen.
Immerhin habe ich meinem Zimmer nun auch schon mal eine halb-winterliche Dekoration verpasst, nachdem die Kastanien ohnehin schon etwas schrumpelig wurden. ;-) Für die Tischdeko habe ich einfach drei Marmeladegläser unterschiedlicher Größe mit Zweigen und Zapfen gefüllt, was nur den Nachteil hat, dass mir allmählich die Marmeladengläser ausgehen (und dabei will ich doch noch meine jährliche Orangenmarmelade kochen).


Ich wünsche euch morgen einen schönen Sonntag! Bis in einer Woche dann!

Mittwoch, 19. November 2014

Daniel Glattauer - Geschenkt



Genre: Erzählung
Seiten: 336
Verlag: Deuticke
ISBN: 978-3552062719
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Gerold Plasser lebt und schreibt als Journalist bei einer Gratiszeitung so vor sich hin. Dass sein 14jähriger Sohn, von dem er bislang nichts wusste, nun jeden Nachmittag für ein paar Stunden bei ihm im Büro sitzt, irritiert ihn zwar, kann ihn aber nicht wirklich aus seiner Lethargie reißen. Dann geht bei einer Obdachlosenschlafstätte eine große Geldspende ein, zusammen mit einem kurzen Artikel von Gerold, in dem er von den finanziellen Schwierigkeiten der Einrichtung berichtete. Und das ist erst der Beginn einer Serie von anonymen Spenden, die Gerold nicht nur ins Blickfeld der Öffentlichkeit richten, sondern auch sein Leben ordentlich auf den Kopf stellen.

"Geschenkt" ist wie eine kuschelige Decke, in die man sich im Winter einhüllt, wie eine Tasse Tee, die einen von innen heraus wärmt. Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, der mich einfach nur glücklich gemacht hat, der so ganz und gar an das Gute im Menschen glaubt. Und das schöne daran ist, dass es nicht nur naives Wunschdenken ist, sondern tatsächlich geschehen ist: Das sogenannte Wunder von Braunschweig hat Glattauer zu seinem neuen Buch inspiriert.

Dass der Roman dennoch keine kitschige Zuckerwelt ist, ist zum Einen Glattauers wunderbar ironischem Schreibstil zu verdanken und zum Anderen seinem etwas untypischen Helden. Gerold ist wohl der Inbegriff einer "Is ma wurscht"-Einstellung und bewegt sich noch dazu scharf an der Grenze zum Alkoholismus (sofern er diese nicht schon überschritten hat). Nun gelingt dem Autor aber das Kunststück, dass Gerold dennoch sehr sympathisch rüberkommt. Auch wenn man ihn anfangs manchmal schütteln möchte, kann man ihm doch nicht böse sein, weil er nicht nur ein wahnsinnig gutmütiger Kerl ist, sondern auch gänzlich uneitel, wie auch seine spätere Flamme feststellt.
Und natürlich wächst Gerold im Laufe des Romans über sich selbst hinaus - ebenso wie sein Sohn Manuel, in dem deutlich mehr steckt als man anfangs vermutet. Wie Gerold es endlich schafft, seinen Hintern hochzubekommen und auch endlich so etwas wie Wertschätzung erfährt, ist neben der wunderbaren Spendenserie ein weiterer Grund, weshalb der Roman so ein unglaublich schönes Gefühl vermittelt. Auch die Beziehung zu Manuel ändert sich im Laufe der Handlung und wird wirklich herzerwärmend geschildert.
Dass Gerold nicht etwa eine 180°-Wendung bis zum Ende hinlegt, sondern weiterhin gegen sich selbst kämpfen muss, erdet dabei aber den Roman und verhindert auch, dass einem die Charakterentwicklung unrealistisch vorkommt.

Es gibt aber doch zwei Punkte, die mich an dem Roman gestört haben: Die Situation, dass Manuel, Gerolds Sohn, täglich bei ihm im Büro sitzt, weil seine Mutter für ein halbes Jahr als Ärztin in Afrika arbeitet und die Tante, bei der er wohnt, am Nachmittag keine Zeit hat, kommt mir extrem konstruiert vor. Welcher Vierzehnjährige kann denn bitte nicht für 2-3 Stunden am Nachmittag alleine bleiben? Das ist für mich extrem unglaubwürdig - umso mehr, weil Manuel zwar gegen die Situation an sich aufbegehrt, aber kein einziges Mal ins Feld führt, dass er zu alt ist für einen "Babysitter". Mal davon abgesehen, dass man in dem Alter üblicherweise ohnehin mindestens zwei Nachmittage in der Woche in der Schule verbringt.
Das zweite, was mir nicht so gefallen hat, ist die Liebesgeschichte, die für mich wie ein Fremdkörper wirkt, wie etwas, das eben noch rein musste. Ich halte sie für überflüssig und auch sehr beliebig, da man zwischen den beiden überhaupt keine echten Gefühle spürt.

Diese zwei Kritikpunkte haben mir die Bewertung sehr schwer gemacht, aber da für mich bei dem Roman sonst alles so stimmt, bekommt er von mir dennoch 5 Sterne. Es kommt nur selten vor, dass mich ein Buch so fesselt und so berührt und für mich ist "Geschenkt" einfach eins meiner Lesehighlights in diesem Jahr.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich die Auflösung sehr schön und stimmig fand. Man kann darüber diskutieren, ob es überhaupt zu einer solchen kommt oder das Ende eher offen bleibt, aber für mich war es schon sehr eindeutig - und das genialste ist, dass die Lösung einem eigentlich schon am Anfang vorweggenommen wird, man es aber zu dem Zeitpunkt nicht mitbekommt.

Daher: Unbedingt lesen!

Sonntag, 16. November 2014

Niccolò Ammaniti - Die Herren des Hügels



Genre: Erzählung
Seiten: 256
Verlag: Bertelsmann
ISBN: 978-3570006283
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Es ist ein trockener, heißer Sommer im Jahr 1978 im Süden von Italien. Die Kinder des armen Dorfes Acqua Traverse vertreiben sich die Zeit mit Spielen und Wettläufen mit harten Strafen für die Verlierer. Als der neunjährige Michele Amitrano als eine solche Strafe ein verfallenes Haus hinter einem Hügel betreten muss, stößt er darin auf einen fremden, halbverhungerten Jungen, der dort angekettet ist. Für Michele ist es zunächst ein spannendes Geheimnis, das seine Phantasie in Gang setzt, bis ihm allmählich klar wird, was es mit dem Jungen auf sich hat.

Ich bin auf diesen Roman durch Hermias Rezension aufmerksam geworden und bin glücklicherweise auch in der Bücherei fündig geworden. Die Taschenbuchausgabe ist unter dem Titel "Ich habe keine Angst" erschienen, was meines Wissens die genaue Übersetzung des italienischen Originals ist, aber es war neben dem Inhalt in erster Linie der ungewöhnliche Titel "Die Herren des Hügels", der mich auf den Roman neugierig gemacht hat.
Und das ist ein Glück, denn es handelt sich dabei um ein äußerst lesenswertes Buch. 

Aus der kindlichen Ich-Perspektive schildert Ammaniti diesen drückend-heißen Sommer, der Micheles gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Es beginnt zunächst harmlos mit der Gruppe von Kindern - oder auch nicht ganz so harmlos, da deren Spiele mitunter ganz schön grausam ausfallen. Diese gefährliche Gruppendynamik beschreibt Ammaniti ebenso eindrücklich und anschaulich wie auch die Landschaft: wogende Weizenfelder, trockene Hügel und Täler, ein paar verstreute Häuser.
Obwohl die Sprache (der Perspektive angemessen) eher schlicht ist, ist dennoch die Beschreibung der Umgebung und der Beziehungen innerhalb der Dorfgemeinschaft ungemein lebhaft und stellenweise sogar poetisch.
Viele alltägliche Situationen wirken in dem Roman sehr bedrohlich, was vor allem daran liegt, dass man sie so eindrücklich aus Micheles Sicht erlebt - so etwa die Angst davor, beim Wettlauf zu verlieren und sich in Folge dessen einer Strafe stellen zu müssen oder auch Streitigkeiten in der Familie. Und natürlich auch das Rätsel um den fremden Jungen, das man in diesem Fall als Leser bald durchschaut, während Michele dafür noch fantasievolle Erklärungen sucht.

Die Wahrheit führt schließlich nicht nur zu einem Verlust von Micheles kindlicher Welt, sondern auch zu einem Verlust des Vertrauens in die Erwachsenen. Mit einemmal wird ein kleiner Junge mit dem Bösen konfrontiert und zwar dort, wo er nicht damit gerechnet hat. Seine gesamte Vorstellung einer (annähernd) heilen Welt bricht in sich zusammen und er sieht sich mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert.

"Die Herren des Hügels" ist ein packender und sehr aufwühlender Roman über den Verlust der Kindheit, über einen moralischen Zwiespalt und über einen Jungen, der mehr Mut entwickelt als alle Erwachsenen zusammen.
Ich habe nur einen einzigen kleinen Kritikpunkt, den ich hier aufgrund massiver Spoiler nicht wirklich nennen kann, aber er betrifft das Ende (das mir dennoch gut gefällt). Das ändert aber nichts an begeisterten 5 Sternchen. Sehr empfehlenswert!

Freitag, 14. November 2014

Das war die "Lange Nacht der Bücher"

Wie bereits angekündigt, war ich am Mittwoch mit einer Freundin bei der "Langen Nacht der Bücher", die erstmals zur Eröffnung der Buch Wien stattgefunden hat.
So lang war die Nacht allerdings gar nicht - sie dauerte von 20 bis 23 Uhr. Die Messestände hatten alle normal geöffnet, ebenso wie die Messebuchhandlung; dazu gab es diverse Lesungen und andere Veranstaltungen. Ein Eintrittspreis von 3 Euro war dafür völlig angemessen.

Die Buchmesse selbst ... nun ja. Im Vergleich zu Leipzig ist das alles immer noch sehr klein und überschaubar. Dafür herrscht aber auch bei weitem nicht so ein Gedränge, auch wenn die lange Schlange am Eingang zunächst anderes vermuten ließ. Aber in der Halle hat sich das dann doch alles schnell aufgeteilt und wir konnten recht gemütlich durch die Gänge schlendern. 


Es waren sowohl kleine (und mir unbekannte) Verlage vertreten als auch große. Wir haben eine gemütliche Runde durch die Messehallen gedreht und uns einige Leseproben mitgenommen, die ich mir in den nächsten Tagen mal zu Gemüte führen werde. 

 
Allerdings - und das war auch schon in Leipzig so - bin ich nicht diejenige, die ewig bei den Ständen die Neuerscheinungen durchforstet und dementsprechend waren wir auch eher zügig durch. Wir haben uns dann noch ein wenig in der recht einladend gestalteten Messebuchhandlung umgesehen, die aber nicht so spektakulär war. Das brandneue Herbstprogramm wird ja doch in Frankfurt vorgestellt und so gabs hier vor allem die Bücher, die man derzeit ja sowieso auch in den gängigen Buchhandlungen sieht. Bei einer Reihe von äußerst hübschen, leinengebundenen Neuausgaben von Jane Austen und den Bronte-Schwestern wäre ich beinahe schwach geworden und hätte mir welche gekauft, aber da ich die Bücher ja bereits in anderen Ausgaben habe, konnte ich mich davon dann doch abhalten.
Auf dem Foto seht ihr drei dieser Bücher in der Mitte:

 
Wir haben dann rechtzeitig bei der Forums-Bühne Platz genommen, wo ein Quiz veranstaltet wurde, moderiert unter anderem von Wolf Haas. Das Quiz, von dem wir das erste Semi-Finale sahen, war recht anspruchsvoll, mit Fragen natürlich zu Literatur, aber auch zu Geschichte, Musik, Politik, ...
Wolf Haas selbst ist allerdings wenig zu Wort gekommen und schien sich in der Rolle des Quizmasters auch nicht ganz so wohlzufühlen. Bei Lesungen wirkt er auf jeden Fall immer deutlich lockerer und witziger.


Vor dem 2. Semi-Finale haben wir das Quizduell dann allerdings verlassen, um rechtzeitig für die Lesung von Glattauer zur ORF-Bühne zu kommen.
Dort war gerade die Lesung von Don Winslow zu Ende und es gab noch eine kleine Gesprächsrunde. Diese war zwar ganz interessant, aber da wir keine Ahnung von dem entsprechenden Roman hatten, fehlte uns natürlich ein wenig der Kontext. Die Übersetzung durch die Dolmetscherin war außerdem auch eher unbeholfen.


Nach dem Gespräch mit Don Winslow, verschwanden einige, um sich von ihm Bücher zu signieren lassen - und so konnten wir die Gunst der Stunde nutzen und noch zwei Sitzplätze für die nächste Lesung ergattern.
Daniel Glattauer hat den Anfang seines neuen Romans "Geschenkt" gelesen, den ich selbst ja eben erst gelesen hatte - aber das hat mich nicht weiter gestört. Ich habe ihn bisher noch nie live erlebt und fand seine Lesung sehr unterhaltsam, lebhaft und gut verständlich.


Auch beim folgenden Gespräch hat Glattauer einen sehr sympathischen und klugen Eindruck gemacht, auch wenn ich nicht allem, was er so über das Zeitungswesen und digitales Lesen gesagt hat, zustimmen würde. Bevor es dann aber konkret um sein Buch gehen konnte, musste das Gespräch bereits abgebrochen werden, weil das Programm etwas in Verzug geraten war. Das war natürlich schade.

Alles in allem war es ein schöner Abend mit Glattauers Lesung als Highlight. Um einen ganzen Tag dort zu verbringen, wäre mir die Buch Wien aber auf jeden Fall zu klein (und im Verhätnis dann auch zu teuer). Für 3 Stunden war es genau richtig und die Mischung aus Stöbern in den Ständen, Lesung und Quiz sehr angenehm.

Dienstag, 11. November 2014

Buchstabengeplauder #18

In der letzten Zeit hatte ich wieder einiges Glück mit der Buchauswahl. Elantris von Brandon Sanderson habe ich zwar leider nach etwa 250 Seiten abgebrochen, weil es mir nach einem interessanten Beginn dann so gar nicht zugesagt hat, aber ansonsten war ich in den letzten Wochen mit meiner Lektüre sehr glücklich.
Die ersten vier Bände der Daisy Dalrymple Mysteries haben sich praktisch weggelesen wie nichts und der nächste Band wartet bereits auf meinem Reader. Aus der Bücherei hatte ich außerdem Die Herren des Hügels von Niccolo Ammaniti ausgeliehen - ein sehr beeindruckender Roman, zu dem ich auf jeden Fall noch eine Rezension schreiben werde. Und schließlich hatte ich aus der Onleihe noch Geschenkt von Daniel Glattauer geladen und innerhalb kürzester Zeit gelesen. Da hat Glattauer mal wieder alle Register gezogen und einen äußerst lesenswerten Roman geschrieben.

Aktuell schaue ich gerade, dass ich noch alle Challenges zu einem erfolgreichen Abschluss bringe. So lese ich für die Sachbuch-Challenge gerade Mit Kompass und Korsett - ein Buch über reisende Frauen vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert.  
Für die Nobelpreis-Challenge habe ich mir ein neues Buch gegönnt und zwar Die Gasse der dunklen Läden von Patrick Modiano. Ich war mir lange unsicher, welchen Roman von ihm ich kaufen soll. Dieser hier wurde mir von einer Freundin empfohlen, aber mich haben bei einem Reinblättern auch "Villa Triste" und "Aus tiefstem Vergessen" angesprochen. Ich hoffe also, dass ich für mich die richtige Wahl getroffen habe.
Als weiteres Challengebuch habe ich meiner Mutter Sündenfall entführt, eins der unbekannteren Bücher von John Galsworthy. Ich habe mir außerdem für meinen nächsten Büchereibesuch Ivo Andric notiert, nehme aber an, dass das zumindest vor dem Challengeende nichts mehr wird.

Um noch einmal auf Daniel Glattauer zurückzukommen: Er liest morgen Abend bei der Langen Nacht der Bücher, die als Auftakt zur Buch Wien stattfindet. Da mir eine Kollegin die letzten zwei Stunden meines Dienstes abnimmt, werde ich mir diese auch anhören können. :-)
Ich muss ja gestehen, dass ich nur einmal bei der Wiener Buchmesse war - damals war sie noch im Rathaus (inzwischen ist sie in der Messehalle D) und steckte noch in den Kinderschuhen. Oder eher noch in gar keinen Schuhen, da das damals ein Trauerspiel war, man muss es ehrlich sagen. Daher hatte ich seither auch keine große Lust mehr darauf, obwohl sie inzwischen doch deutlich größer sein dürfte.
Die lange Nacht der Bücher klingt aber vielversprechend, da neben Daniel Glattauer auch Wolf Haas da sein wird und ein paar weitere Autoren, die ich allerdings nicht kenne. Und bei einem Eintrittspreis von 3 Euro kann man auch nicht sehr viel falsch machen.

Sonntag, 9. November 2014

Carola Dunn - Daisy Dalrymple Mysteries 1-4

 
Vor einer Weile gab es die Omnibus-Edition der ersten 4 Bände der Daisy Dalrymple-Krimis zu einem Spottpreis als ebooks und da sie ganz nett klangen, habe ich sie mir gegönnt. Daraufhin schlummerten sie monatelang fast vergessen auf meinem Reader vor sich hin, ehe ich nun innerhalb eines Monats alle 4 Bände gelesen habe - was schon mal für die Serie spricht.
Es handelt sich bei der Omnibus-Edition um folgende Bücher:
- Death at Wentwater Court
- The Winter Garden Mystery
- Requiem for a Mezzo
- Murder on the Flying Scotsman


Die Krimis sind in den 1920iger Jahren in England angesiedelt und haben als Hobbydetektivin Daisy Dalrymple, eine junge Frau aus der Oberschicht, die als Journalistin selbst für ihren Lebensunterhalt sorgt. Sie stolpert in Herrenhäusern, bei einem Konzert und in einem Zug über Leichen und unterstützt stets Scotland Yard eifrig bei den Ermittlungen. Dabei entspinnt sich allmählich eine zarte Romanze mit Chief Inspector Alec Fletcher, auch wenn dieser nicht gerade eine standesgemäße Partie darstellt.

Mir haben die Krimis sehr viel Spaß gemacht und ich bin mir sicher, dass ich die Serie weiterlesen werde. Daisy ist eine sympathische, junge Frau, die ihr Herz am rechten Fleck hat und eine leicht rebellische Ader mitbringt. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll ausgearbeitet und einige von ihnen, wie etwa Daisys Verehrer Philip Petrie, treten auch in mehreren Bänden auf. Jedesmal mit dabei ist natürlich Alec, der charmante Polizist, der Daisy gern aus den Ermittlungen raushalten würde, dabei aber nur wenig erfolgreich ist.

Das Setting finde ich wunderbar. Spätestens seit "Downton Abbey" habe ich eine Schwäche für England um und nach dem 1. Weltkrieg und Carola Dunn erweckt diese Zeit in ihren Krimis auch sehr gut zum Leben. Die Auswirkungen des Krieges sind noch deutlich zu spüren und geben dem sonst sehr heiteren Grundton ab und zu eine etwas dunklere Note.
Apropos heiter: Es handelt sich bei dieser Serie eindeutig um Cozy Krimis und ich muss leider sagen, dass sie mir manchmal doch etwas zu "cozy" sind. Natürlich ist es ganz nett, wenn man zwischendurch auch mal Bücher mit absolutem Wohlfühl-Faktor liest, in denen man trotz der Verbrechen keine großen Katastrophen befürchten muss. Allerdings fehlen mir dann doch ein wenig die Abgründe. So würde ich mir etwa wünschen, dass auch mal eine Auflösung etwas schmerzhafter ausfällt und vielleicht Daisy einmal in ein wirkliches Dilemma stürzt oder sie zumindest nachhaltig prägt.

Die Kriminalfälle selbst sind abwechslungsreich und spannend, wenn auch nicht sonderlich raffiniert. Bei allen 4 Krimis hatte ich den Mörder bereits eine ganze Weile vor dem Ende erraten, aber da auch all das Rundherum (die Beziehungen der Figuren zueinander, Daisys Arbeit, das Leben der Verdächtigen) stets eine große Rolle spielt, gibt es neben dem Krimiplot auch noch reichlich Nebenhandlungen.

Dass es etwas unrealistisch ist, wenn eine junge Frau ständig über Verbrechen stolpert, ist natürlich ein Problem, das sich zwangsweise ergibt, wenn man in einer Krimiserie nicht einen Polizisten als Protagonisten hat. Anders lässt sich eine solche Krimiserie nun einmal nicht umsetzen. Daher hat mich das auch nicht sonderlich gestört, obwohl es gerade wegen des kurzen Zeitraums (die ersten 4 Bände sind innerhalb eines halben Jahres angesiedelt) schon auffällt.
Ich hoffe aber, dass das im Laufe der Serie dadurch abgeschwächt wird, dass sich wohl die Beziehung zwischen Daisy und Alec vertieft und sie fortan durch ihn in die Fälle hineingezogen wird.

Alles in allem haben mich die Krimis gut unterhalten und ich würde alle 4 Bände mit etwa 3-4 Sternen bewerten. Zeug zur Lieblingsserie haben sie für mich nicht, weil sie mir dafür auf jeden Fall zu gemütlich und zu gefällig sind, aber für einen kuschligen Abend auf dem Sofa sind sie perfekt geeignet.

Freitag, 7. November 2014

Hugh Howey - Silo


Genre: Science-Fiction, Endzeit/Postapokalypse
Seiten: 534
Verlag: Piper
ISBN: 3869521597
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen
 
 
 
 
Seit Generationen ist die Luft an der Erdoberfläche vergiftet und der letzte Rest der Menschheit hat sich in ein unterirdisches "Silo" zurückgezogen. Sheriff Holston beginnt sich aber zu fragen, ob wirklich alles so ist, wie es den Anschein hat. Vor drei Jahren ist seine Frau gestorben, weil sie nach draußen wollte - aber was hat sie damals entdeckt, dass sie überhaupt diesen tödlichen Wunsch geäußert hat? Holston beschließt, dass er selbst mit eigenen Augen sehen möchte, was sich hinter der großen Luke, die sie alle beschützt, verbirgt.
 
"Silo" ist ein ebook, das ich durch eine Gratisaktion entdeckt habe. Ich nutze solche Aktionen sonst nur selten, da ich nicht zig ebook-Leichen auf meinem Reader ansammeln möchte, die ich dann doch nie lese. Auf "Silo" bin ich vor allem deshalb neugierig geworden, weil das Self-Publishing-ebook im englischsprachigen Raum quasi durch die Decke geschossen ist, weshalb sich dann Piper die Rechte für die deutsche Übersetzung gesichert hat.
Nun muss ja so ein Überraschungserfolg noch nicht viel heißen, aber in diesem Fall kann ich ihn wirklich nachvollziehen. Der Roman ist ungemein spannend und hat mich selbst in einer Zeit, in der ich stressbedingt kaum den Kopf frei zum Lesen hatte, mit glühenden Wangen an meinen Reader gefesselt.
 
Die Inhaltsbeschreibung klingt zunächst nach einem sehr vertrauten Handlungsschema solcher letzten Menschheitsrefugien, aber keine Bange: So vorhersehbar ist der Roman nicht. Hugh Howey hat einige Überraschungen in der Hinterhand und stellt gerade zu Beginn alle Vermutungen mehrmals mit einigen Wendungen auf den Kopf. Diese Wendungen bringen auch mit sich, dass die Protagonisten mehrfach wechseln, was vielleicht nicht jedermanns Fall ist. Mich hat das aber nicht gestört und ich konnte mich auch auf jede neue Perspektive schnell einstellen.
 
Es sind einerseits die offenen Fragen, die das Buch so fesselnd machen, andererseits auch die latente Bedrohung, die über den Figuren schwebt, denn wer zu viele Fragen stellt, gerät schnell in Gefahr, aus dem Silo verbannt zu werden. Und Fragen stellen vor allem Sheriff Holston und die Mechanikerin Juliette Nichols reichlich. Juliette ist eine äußerst sympathische Figur: ein wenig ruppig zwar, aber auch intelligent und mutig. Die anderen Figuren stehen etwas hinter ihr zurück - sie sind zwar gut ausgearbeitet, in manchen Punkten aber doch etwas klischeehaft. Trotzdem bringen sie noch genug Facetten mit, dass sie authentisch und lebensecht wirken.
 
Das Silo selbst ist beinahe ein Protagonist für sich: eine komplette Stadt auf zahlreichen Stockwerken, mit bildhaft beschriebenen unterschiedlichen Abteilungen und Bewohnern, deren Lebenszweck es in erster Linie ist, ihre Zuflucht am Laufen zu halten. Dennoch beginnt sowohl das mittlerweile veraltete Gebäude als auch die strenge Gesellschaftsordnung allmählich zu bröckeln. Immer mehr Menschen stellen in Frage, was sie bislang zu wissen glaubten, bis schließlich ihre gesamte Welt aus den Fugen gerät.
 
Dass "Silo" für mich dann doch kein perfekter Roman ist, liegt vor allem daran, dass es für mich einige Logiklücken gab. Ob es tatsächlich Lücken sind, kann ich zwar noch nicht beurteilen, da das der Auftakt zu einer Trilogie ist, aber ich bezweifle dennoch, dass alles noch zur Zufriedenheit erklärt wird. Zudem geschieht zum Ende hin manches ein wenig überstürzt, was dann auch dazu führt, dass gewisse Ereignisse und auch Entscheidungen der Figuren nicht ganz nachvollziehbar sind. Umgekehrt hätte man in den ersten zwei Dritteln vielleicht manches straffen können, wobei ich mich aber beim Lesen nie gelangweilt habe.
Sprachlich ist der Roman nicht überragend geschrieben, er liest sich aber trotzdem flüssig und schnell - hätte ich ihn im Original gelesen, hätte ich mich wohl auch an der recht einfachen Sprache nicht gestört.
 
Fazit: "Silo" ist ein äußerst spannender Roman über Lüge und Manipulation, bei dem die Seiten nur so an einem vorbeifliegen. Er enthält altbekannte Elemente, schlägt aber doch so eigene Wege ein, dass ich ihn durchaus originell fand. Da das Tempo teilweise nicht ganz stimmt und der Roman sprachlich vielleicht noch ein wenig Feinschliff vertragen hätte, gibt das von mir 4 Sternchen mit leichter Tendenz nach oben.

Mittwoch, 5. November 2014

[Tag] Harry Potter und ich

Derzeit wandert mal wieder ein Tag durch die Buchblogs. Ich weiß nicht genau, wo er den Anfang genommen hat, aber ich habe ihn schon vor einer Weile bei Caroline gefunden. Für alle, die schon nichts mehr über Harry Potter lesen wollen, tut es mir leid, aber ich mag die Bücher einfach und finde auch die Fragen sehr schön.

1. Deine Harry Potter Geschichte, deine erste Begegnung mit Harry Potter?
Kurz, nachdem die ersten drei Bände auf Deutsch erschienen sind (1998 oder 1999 müsste das gewesen sein), hat eine Schulfreundin sie gelesen. Damals waren die Bücher noch ziemlich unbekannt, aber ich hatte in einer Zeitschrift etwas über Rowling gelesen und war deshalb neugierig. Ich habe sie also von meiner Freundin ausgeliehen und sofort verschlungen.
Und danach ging die Warterei los ...

2. Hast du alle Bücher gelesen/ Filme gesehen?
Ja, zuerst auf Deutsch, dann ab Band 5 auf Englisch, weil ich nicht auf die Übersetzung warten wollte. Die ersten Bände habe ich ziemlich oft gelesen, da ich meistens vor dem Erscheinen eines neuen Bandes alle vorherigen nochmal gelesen habe. Dementsprechend habe ich Band 7 bislang nur ein einziges Mal gelesen. ;-)
Die Filme habe ich mir auch alle im Kino angesehen.

3. Wenn du sie gelesen hast - bevor du den Film geschaut hast oder danach?
Davor natürlich, da ich ja die Bücher immer gleich nach dem Erscheinen gelesen habe und die Filme zu dem Zeitpunkt noch nicht gedreht waren. ;-)

4. Dein liebster HP Band/ Film? Und der schlechteste?
Ich liebe Band 3, weil ich die Wendung mit Sirius überhaupt nicht vorhergesehen habe und ich es auch schön fand, wie sich dann alles mit dem Zeitumkehrer ineinander fügte. Ich mag außerdem die etwas unheimliche Stimmung in Band 2 und fand es wiederum beim letzten Band schön, dass die starre Struktur der Schuljahre aufgebrochen wurde.
Am wenigsten mochte ich von den Büchern Band 5, weil ich ihn anfangs unglaublich zäh fand und Umbridge (sowie die Stimmung, die sie verbreitet) einfach furchtbar ist.

Interessanterweise mag ich aber die Verfilmung des 5. Bandes ganz gern, weil einige Elemente enthalten sind, die ich schon im Buch sehr mochte und die durch die Kürzung deutlicher herauskamen, während das zäh langsame Fortschreiten der Handlung dadurch entfiel.
Mein Liebling ist aber auch bei den Filmen der 3., da dieser richtig schön umgesetzt ist: Er enthält ein klares Thema (Zeit), das sich in diversen Symbolen/Kameraeinstellungen durch den gesamten Film zieht. Auf diese Weise entsteht eine tiefere Ebene und es stimmt für mich auch einfach das Tempo.
Ich liebe außerdem alles rund um den Ball im 4. Film:
"Now, Mr. Weasley, place your right hand on my waist."
"WHERE?!"
Dagegen mochte ich den 6. Film nicht, den ich, glaube ich, wirklich kein zweites Mal sehen möchte. Zusammenhanglos, an den falschen Stellen gekürzt, ständig werden Themen angeschnitten, die dann in der Luft hängen bleiben, usw.

5. Dein Lieblingscharakter gut/ böse? 
Es gibt eine ganze Reihe von Nebenfiguren, die ich liebe. Da ich mich wirklich auf keine festlegen kann: McGonagall (ich hatte im letzten Band panische Angst, dass sie sterben könnte), Luna, Ginny, Fred und George, Sirius.
Gilderoy Lockhart ist natürlich ein herrlicher Spaß, auch wenn er recht nervig sein kann.

Snape ist sonst ja ein sehr beliebter "Böser", den ich aber großteils überbewertet finde: Dieses total kindisch-zickige Verhalten vor allem Harry gegenüber fand ich für einen Erwachsenen (und einen Lehrer noch dazu) absolut lächerlich. Später wurde er für mich dann interessanter, vor allem am Ende, aber in den ersten Bänden ist er für mich eine der anstrengendsten Figuren überhaupt.
Umbridge kann man natürlich richtig schön hassen, allerdings ist sie unerträglich. "Lieblingscharakter" kann ich sie daher wohl eher nicht nennen ...

6. Lieblingsschauspieler/in?

Maggie Smith! Auch Emma Thompson und Kenneth Branagh - es macht unglaublich Spaß, ihnen zuzusehen.
Die Kinderdarsteller fand ich anfangs alle nicht gut, da hat es eine ganze Weile gedauert, bis sie nicht mehr so hölzern gespielt haben. Von ihnen fand ich Emma Watson und Tom Felton noch am besten.

7. In welchem Haus würdest du am liebsten als Schüler/in in Hogwarts sein?
Ich finde das relativ schwierig. Slytherin fällt ja, so wie es dargestellt wird, eher aus, aber ich mag auch Gryffindor nicht besonders, weil das Haus auf mich extrem ... elitär wirkt. Nein, das ist nicht das richtige Wort, aber eben so "wir sind ja so toll, bei uns sind die mutigen und die loyalen und alle, die 'cool' sind". %-)
Am sympathischsten ist mir Hufflepuff und es hat mir immer sehr leid getan, dass das Haus in den Büchern so untergeht. Es hat eigentlich das schönste "Motto" - nämlich, dass dort jede(r) einen Platz findet, aber so, wie das dargestellt wird, erscheint es wie das Haus der Loser. Ich glaube, ich würde schon aus reinem Trotz dorthin wollen, könnte mir aber auch Ravenclaw gut vorstellen.

8. Welches Haustier hättest du gern?
Eine Katze, auch wenn eine Eule wohl praktischer wäre.

9. Gefällt dir das Ende oder hättest du es dir anders gewünscht/ vorgestellt?
Ich muss gestehen, dass ich den Epilog furchtbar finde und mir bis jetzt wünsche, ich hätte ihn einfach nie gelesen. Er hat mir das ganze Ende zerstört, das ich sonst eigentlich durchaus gelungen fand.

10. Wolltest du auch schon immer mal Butterbier trinken?
Für mich klingt es ziemlich eklig, aber sollte ich es irgendwann mal zu den Harry Potter Studios schaffen (was ich sehr hoffe!), werde ich es dort sicher mal ausprobieren.

11. Dein Lieblingsort?
Schwierig, es gibt so viele faszinierende Orte in den Büchern. Am gemütlichsten stelle ich mir den Fuchsbau vor, aber besonders spannend zu erkunden ist sicher Diagon Alley.

12. Lieblingslehrer - Schulfach? 
McGonagall (wer hätte das gedacht *g*). Ich mochte solche gerecht-strengen Lehrer schon in meiner eigenen Schulzeit. Sehr sympathisch sind aber auch Flitwick und Lupin.
Ich denke, dass mir die Pflege magischer Geschöpfe und die Arbeit in den Gewächshäusern am meisten Spaß machen würde. Natürlich sind auch die Zauberei-Fächer sehr interessant, wobei mir Verteidigung gegen die dunklen Künste zu unheimlich/gefährlich wäre. ;-)

13. Traurigster Moment?
Hm, schwierig. Ich mochte Dobby nie, fand aber seinen Tod sehr traurig geschrieben.
Trotzdem wohl eher der Tod von Sirius, auch wenn ich den in dem eigentlichen Moment gar nicht recht begriffen habe.

14. Welches Fabelwesen ist dein Liebling?
Buckbeak. Als Pferdefan würde ich einfach sehr gern einmal auf einem Hippogreif reiten.

15. Welches deutsche Buchcover gefällt dir am besten?
Ich musste jetzt erst mal die deutschen Buchcover googlen, weil ich manche nie gesehen hatte. Ich muss ja zugeben, dass ich allgemein kein Fan der deutschen Cover bin, mag am liebsten aber das des 1. Bandes, da hier der Zeichenstil noch zum kindlichen Charakter des Buches passt.

16. Was wäre bei dir im Raum der Wünsche?
Da dieser sich ja den aktuellen Wünschen/Bedürfnissen anpasst, kann ich das nicht allgemein beantworten.

17. Hast du mit 11 auch auf einen Brief von Hogwarts gewartet?
Dafür war ich bei Erscheinen des ersten Buches bereits zu alt. ;-)
Aber falls das auch zählt: Ich war mit etwa 9 Jahren todunglücklich darüber, dass mich "Die Unendliche Geschichte" nicht tatsächlich nach Phantasien bringt. Nein, darüber bin ich bis jetzt nicht hinweggekommen.

18. In was würde sich ein Irrwicht bei dir verwandeln?
Eine Spinne. *schauder*

19. Was ist dein Lieblingsartefakt?
Der Zeitumkehrer. Wie oft hätte ich einen solchen schon brauchen können!

Sonntag, 2. November 2014

Tomas Tranströmer - Die Erinnerungen sehen mich


Genre: Autobiografie
Seiten: 82
Verlag: Carl Hanser
 ISBN: 978-3446196704
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Ein Jahr mit Nobelpreisträgern


Der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer denkt in diesem schmalen Büchlein an seine Kindheit und Jugend zurück und versucht zu ergründen, welche Erlebnisse, Erfahrungen und Menschen ihn und sein Werk geprägt haben. Man bekommt hier kleine Einblicke in verschiedene Abschnitte seines Heranwachsens: sein Sammeln von Insekten, sein Durchstöbern der öffentlichen Bücherei, seine Begegnung mit den Texten von Horaz, ...

Es sind sehr schöne, atmosphärische Bilder, die Tranströmer hier heraufbeschwört. Er erweckt darin Stockholm in den 30er und 40er Jahren zum Leben und beschreibt seine Leidenschaften und Ängsten von damals auf eine sehr bildhafte Weise, auch wenn die Sprache eher schlicht ist. Es schwingt eine gewisse Nostalgie mit, aber ohne jegliches Verklären der damaligen Zeit - eher eine Art warmherzige Melancholie, die gerne einmal mit Erinnerungen einhergeht.

Ich bin über dieses Werk eher zufällig gestolpert, weil meine Mutter es im Bücherregal stehen hatte und ich einfach mal hineingelesen habe, aber ich habe das Lesen sehr genossen.
Leider ist das Büchlein wirklich allzu dünn: Es sind einzelne kleine Streifzüge, die man hier zu lesen bekommt, keine vollständige Biografie. Ich fühlte mich trotzdem in jeder der Situationen so "mit dabei" und mochte auch Tranströmers einfühlsame Erzählstimme so gern, dass ich wirklich gern länger in sein Leben eingetaucht wäre.
Daher ist auch mein einziger Kritikpunkt, dass dieses kleine Prosastück einfach zu kurz ist. Es kam mir am Ende (das auch eher abrupt ist) so vor, als müsste da doch noch mehr kommen, als könnte das doch nicht alles gewesen sein.

Auf der Suche nach diesem "mehr" habe ich schließlich auch einige Gedichte von Tranströmer gelesen, muss aber zugeben, dass diese nicht ganz mein Fall waren. Sie sind sprachlich sehr präzise, sehr klar in ihren Beschreibungen, in den Gedankengängen aber manchmal eher rätselhaft. Das hat mir zwar an sich gefallen, aber die sehr moderne, freie Lyrik entspricht einfach nicht ganz meinem Geschmack. Ich mag eher Gedichte mit einem Rhythmus, einem Versmaß, aber das war mir auch vorher schon bewusst. Dennoch hat es sich gelohnt, einmal in seine Gedichte hineinzulesen, zumal sie auch thematisch durchaus interessant (und vielfältig) sind.
Ansonsten würde ich mir aber von Tranströmer mehr Prosawerke wünschen - ganz gleich, ob biografisch oder nicht, denn seine Erinnerungen haben mir auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.