Mittwoch, 29. Oktober 2014

Orhan Pamuk - Schnee


Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten: 816
Verlag: Fischer Taschenbuch
ISBN: 978-3596510771
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

Ein Jahr mit Nobelpreisträgern


Der Dichter Ka reist in die Stadt Kars, um über die Selbstmorde einiger "Kopftuchmädchen" zu berichten, die sich angeblich das Leben nahmen, weil man sie gezwungen hatte, das Kopftuch abzulegen. Vor allem aber hofft Ka, dass er hier auch seine frühe Liebe Ipek wiedersehen wird.
Dabei gerät er mitten hinein in die Auseinandersetzung zwischen Islamisten und Anhängern eines säkularisierten Staates im Geist Atatürks - eine Auseinandersetzung, die bald eskaliert, während der Schnee das Städtchen Kars von der Außenwelt abschneidet.

"Schnee" beginnt durchaus interessant mit Kas Ankunft in der Stadt, die sich bald als das reinste Wespennest entpuppt. In den Gesprächen, die der Dichter sowohl mit religiösen Fanatikern als auch mit überzeugten Atheisten führt (während beide Seiten um seine Gunst buhlen), werden spannende Fragen aufgeworfen und es zeigt sich bald, dass keine der Seiten einfach recht hat. So leicht macht Orhan Pamuk es weder seinem Protagonisten noch seinen Lesern. In seinem Kars spiegelt sich das ganze Dilemma der Türkei wider, zwischen dem Wunsch nach moderner "Verwestlichung" und der Rückbesinnung auf alte Traditionen und einer stärkeren Religiosität gefangen zu sein. Die Isolation der Stadt von der Außenwelt durch den Schnee führt schließlich dazu, dass all die Konflikte völlig aus dem Ruder laufen.

Das ist thematisch an sich sehr spannend, aber das Hauptproblem des Romans ist, dass er zu lang ist: Die Diskussionen drehen sich immer wieder im Kreis und scheinen nirgendwohin zu führen. So stellte sich bei mir irgendwann selbst bei den interessantesten Gesprächen nur noch Langeweile ein.
Noch dazu finde ich, dass Pamuk sich mit einem Protagonisten wie Ka keinen Gefallen getan hat. Mir ist zwar klar, dass Kas Wankelmütigkeit, sein "Springen" zwischen den Seiten und seine seltsame Gleichgültigkeit seine eigene innere Entwurzelung widerspiegeln sollen, aber ich hatte wirklich Probleme, einer solchen Figur so lange über die Schulter zu blicken.
Wenn er dann noch in den unmöglichsten Momenten einfach nur glücklich ist, weil seine Liebe offensichtlich erwidert wird oder er die verschneiten, leeren Straßen von Kars wunderschön findet, während andernorts Chaos herrscht und Menschen umgebracht werden, wusste ich mit ihm wirklich nichts mehr anzufangen.
Dieses Problem hatte ich aber mit den meisten Figuren, die mir fast alle in ihren Reaktionen und Gedaenken sehr fern waren. Eine gewisse Fremdartigkeit war sicher beabsichtigt bzw. ergibt sich wohl auch durch den anderen kulturellen Hintergrund, aber dadurch, dass die Figuren allesamt sehr blass bleiben, konnte ich keinen Ankerpunkt finden - wenn ihr versteht, was ich meine.

Seltsam ist auch die Rolle, die die Gedichte in dem Roman spielen: In Kars entsteht der Gedichtband "Schnee", dessen einzelne Gedichte Ka praktisch zufliegen. Er wirft sie alle schnell mal eben aufs Papier und das in den unterschiedlichsten Situationen, aber man erfährt nichts über ihren Inhalt, kein einziges wird zitiert. So wird zwar klar, dass Ka darin auf bestimmte Ereignisse und Orte Bezug nimmt, aber trotzdem kam es mir vor als würden diese zusätzliche Ebene im luftleeren Raum schweben. Man kann sich kein Bild von den Gedichten machen und auch kein Bild von Kas Gedanken und Empfindungen, die er offensichtlich ganz in seine Lyrik legt.

Ich hatte ganz ähnliche Probleme bereits mit Pamuks "Museum der Unschuld" und hatte gehofft, dass mir "Schnee" besser gefallen würde. Nun aber schätze ich, dass ich für mich nun mit diesem Autor abschließen werde.
Der Roman schneidet zwar sehr brisante Themen an, wirkt stellenweise hochaktuell und schildert auch sehr schonungslos die Brutalität des Militärs, ist dabei aber so langatmig, dass man irgendwann nicht mehr weiß, worauf der Autor eigentlich hinauswill. Umso länger ich an dem Roman gelesen habe, umso weniger hat er mich berührt und umso weniger hat er mich dazu angeregt, selbst über gewisse Fragen, die darin aufgeworfen werden, nachzudenken.
Schade, denn der Anfang hat mir sehr gut gefallen und auch die Handlung an sich wäre eigentlich spannend gewesen. Aber selbst das interessanteste Thema lässt sich leider zu Tode schreiben.

Samstag, 25. Oktober 2014

Herbstlesende 25 Stunden mit Brandon Sanderson

Elena und Crini veranstalten dieses Wochenden im Rahmen ihrer Challenge einen Lesemarathon (heute ab 20:00 bis morgen um 20:00) mit Büchern von Brandon Sanderson und da ich bisher noch gar nichts für die Challenge gelesen habe, werde ich mich da anschließen.
Das ganze lässt sich natürlich gut mit Winterkatzes Herbstlesen vereinen, daher werde ich wohl auf zwei Hochzeiten tanzen. ;-)

Da ich gerade erst von der Arbeit nach Hause gekommen bin, steige ich etwas verspätet in den Lesemarathon ein und beantworte einmal die erste Frage:

Welches Buch liest du und warum hast du es ausgewählt?
Ich lese Elantris, das ich mir vorgestern aus der Bücherei geholt habe. Ich war extra in der Zweigstelle Engerthstraße, wo es im "Fantasykeller" reichlich Bücher des phantastischen Genres gibt und hatte dort dementsprechend reichlich Auswahl zwischen diversen Sanderson-Romanen.
Da ich zunächst aber mit einem Einzelband beginnen wollte, fielen die Mistborn-Bände sowie der Beginn der Sturmlicht-Chroniken schon einmal aus. Mir blieb also die Wahl zwischen Elantris und Sturmklänge. Da ich nun gesehen habe, dass Elena zweiteres liest, tut es mir ein wenig leid, dass ich mich nicht anders entschieden habe, aber mich hat der Klappentext von Elantris einfach spontan neugierig gemacht. Außerdem finde ich es auch ganz schön, die Challenge mit Sandersons Erstling zu beginnen.

Update um 23:30
Nach etwa 60 Seiten gefällt mir der Roman bislang ganz gut. Er liest sich stellenweise ein wenig ungelenk, enthält aber frische, originelle Ideen und hat schon ein paar drängende Fragen aufgeworfen.
Allerdings bin ich dermaßen müde, dass ich jetzt mal ins Bett verschwinden werde. Ich weiß gar nicht, weshalb, da ich ja immer eher spät ins Bett gehe, aber heute fühle ich mich ohnehin schon den ganzen Tag wie einmal durchgekaut und wieder ausgespuckt.
Vielleicht lese ich im Bett noch ein wenig und ansonsten gehts dann morgen weiter. Gute Nacht! 

Update um 7:15
Praktisch, diese Zeitumstellung. Da kann man gemütlich ausschlafen und trotzdem um 7:00 aufstehen. ;-) Außerdem habe ich jetzt noch reichlich Zeit, ehe ich in die Arbeit muss - Zeit, um weitere Fragen zu beantworten:

Was ist dein Ziel für den Marathon? Hast du schon mal etwas von Sanderson gelesen? Wenn ja was?
Mein Ziel ist einfach, heute soviel von "Elantris" zu lesen, wie ich Zeit und Lust habe. Beenden werde ich es ziemlich sicher nicht. Vorher habe ich noch nichts von Sanderson gelesen.

Wo liest du? (mache ein Bild von deinem Leseplatz + Buch)
Da die Balkonzeit vorerst vorbei ist, lese ich auf meinem Sofa:

Allerdings muss ich jetzt dann meinen "Leseplatz" gleich mal in die Arbeit verlegen. Da ich heute an der ruhigeren der beiden Dienststellen arbeite, werde ich vielleicht trotzdem zum Lesen kommen - andererseits gibt es heute aber anlässlich des Nationalfeiertags eine spezielle Aktion und es kann also sein, dass deutlich mehr los ist als sonst. Bis später also!

Update um 15:00
"Es könnte sein, dass mehr los ist"?? Das war die Untertreibung des Jahres. Es war die Hölle los, ich habe keine einzige Zeile gelesen und habe noch dazu die ganze Zeit gefroren, da der "Tag der offenen Tür" wörtlich zu verstehen war und ich also die ganze Zeit direkt neben der offenen Tür saß. *bibber*
Nun werde ich mich mal bei einem verspäteten Mittagessen ans Lesen machen.

Update um 19:00
Uah, ich dachte vorhin, ich hätte noch den ganzen Abend zum Lesen, dabei geht zumindest der Sanderson-Marathon doch nur bis um 20:00! Sehr weit bin ich bisher leider nicht gekommen. Ich finde den Roman zwar nicht so schlecht, aber er fesselt mich noch nicht genug, dass ich unbedingt stundenlang daran lesen möchte. Stattdessen bin ich zwischendurch ein wenig im Internet versumpft, habe dann in meinem Roman "Bühnenzauber" nach misslungenen Szenen gesucht (nein, das muss man jetzt nicht verstehen *lol*) und war allgemein nicht so sehr aufs Lesen fokussiert. Alles mit dem Gedanken "der Abend ist ja noch lang". Ähem.
Jetzt versuche ich wenigstens mal, noch weitere Fragen zu beantworten und dann stürze ich mich nochmal aufs Buch.

Wer ist bisher dein Lieblingscharakter in diesem Buch?
Schwierig. Ich habe noch nicht direkt einen Liebling bis jetzt. Von den Handlungssträngen her finde ich den um Raoden am interessantesten, aber als Figur mag ich Sarene lieber. Sie ist recht sympathisch, macht bislang aber noch einen eher eindimensionalen Eindruck. Auch von den Nebenfiguren ist mir noch niemand so richtig ans Herz gewachsen.
Hrathen, der dritte Perspektiventräger, ist mir übrigens alles andere als sympathisch, aber ich könnte mir vorstellen, dass er noch ganz interessant wird.

Ein besonderes Zitat ist mir bisher aber noch nicht ins Auge gesprungen und um die Figuren für einen Film zu casten, ist meine Vorstellung von ihnen noch nicht deutlich genug.  

Update um 20:00
Wie hat dir das Buch (bisher) gefallen? Welches Buch von Brandon Sanderson willst du als nächstes lesen? 
Ich bin mir noch nicht so sicher, was ich von Elantris halten soll. Der Anfang hat mir eigentlich gleich gefallen, aber dann konnte mich der Roman nicht so ganz bei der Stange halten. Ich bin nun etwa auf Seite 150 und bin mit den Figuren noch nicht ganz warm geworden und finde auch den Stil etwas ungelenk (vor allem in den Dialogen). Auch einige Hintergründe finde ich sehr eigenartig, aber das wird sich vielleicht noch aufklären.
Da ich bei dem Roman noch etliche Seiten vor mir habe, denke ich noch nicht wirklich an das nächste. Das werde ich wohl eher spontan entscheiden.


Das war es also mit dem Sanderson-Marathon, der bei mir nicht ganz so erfolgreich war, aber mich haben natürlich auch meine Dienste ausgebremst. Danke, Elena und Crini, fürs Organisieren!

Nun werde ich mir mal was zum Abendessen kochen und dann gehts wohl noch ein wenig mit dem Herbstlesen weiter, wobei ich mich wohl eher wieder Daisy Dalrymple oder meinem Häkelzeug und einem Hörbuch zuwenden werde.
Auf jeden Fall freue ich mich darauf, noch ein paar Stunden gemütlich mit einer Decke und einem Buch oder Häkelzeug auf dem Sofa zu verbringen. Ich bin ein wenig verschnupft und ziemlich müde, also ist so ein entspannender Abend daheim genau das richtige. 

Freitag, 24. Oktober 2014

Heinrich Steinfest - Der Allesforscher


Genre: Belletristik, Gegenwartsliteratur
Seiten: 400
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492054089
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen




Sixten Braun ist erfolgreich als Geschäftsmann in Asien unterwegs, als zwei Ereignisse sein Leben aus der Bahn werfen. Zuerst landet er im Krankenhaus, nachdem er von einem explodierenden Wal getroffen wird und lernt dort die Liebe seines Lebens kennen. Als er dann auch noch als einziger einen Flugzeugabsturz überlebt, nimmt sowohl sein berufliches als auch sein Liebesleben einige Wendungen. Er findet sich schließlich als Bademeister wieder und scheint in dieser Rolle zufrieden zu sein, bis ein Kind auftaucht, das sein Leben erneut auf den Kopf stellt.

Ich bin auf diesen Roman durch eine Lesung im Radio aufmerksam geworden, die gleichermaßen skurril und interessant klang. Daraufhin habe ich mir das Buch recht spontan aus der Bücherei ausgeliehen und voller Enthusiasmus zu lesen begonnen.
Leider hat dieser Enthusiasmus schnell nachgelassen. "Der Allesforscher" ist tatsächlich ein äußerst skurriles Buch, aber was am Anfang noch einen Heidenspaß macht, wird schließlich so abstrus, dass ich mich irgendwann nur noch gefragt habe, was zum Geier das alles soll.

Noch dazu hatte ich das Gefühl, dass alles mehr und mehr zerfasert und ständig zufällig irgendwelche Dinge geschehen. Ich konnte weder einen roten Faden erkennen noch nachvollziehen, worauf der Autor eigentlich hinauswollte. 
Obwohl der Roman sprachlich sehr gut und in punkto Stil auch eher auf der anspruchsvolleren Seite einzuordnen ist, fand ich ihn inhaltlich dermaßen banal und nichtssagend, dass ich mich wirklich gefragt habe, wie er es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft hat. 
Ja, Heinrich Steinfest liefert hier ein wahres Feuerwerk an absurden Ideen und Szenen ab und für sich genommen sind auch einige dieser Episoden herrlich zu lesen. 
Aber als Gesamtwerk war mir der Roman eben nicht nur zu zerfasert, sondern irgendwann auch einfach zuviel des Guten. Wenn auf einmal die tote Schwester in Träumen auftaucht und dort kräftig den Plot mitbestimmt oder eine Ansammlung von skurrilen Menschen sich vom Schnee eingeschlossen in einer Berghütte wiederfindet, fragt man sich allmählich, was zum Geier der Autor beim Schreiben geraucht hat. ;-)

Fazit: Ein schön geschriebener Roman mit anfangs sehr witzig-abstrusen Ideen, die sich mit der Zeit einfach abnutzen und inhaltlich auch leider ins Nichts führen.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Bücherregale - Regaltour #3

Hier kommt nun der abschließende Teil der Tour durch meine Bücherregale (hier sind Teil 1 und Teil 2). Und von jetzt an wird es hier offentlich auch endlich mal wieder Rezensionen zu lesen geben ...


In meinem dritten Regal stehen neben phantastischen und historischen Romanen auch die meisten meiner Sachbücher sowie diverses anderes Zeug.


Das oberste Regalbrett ist mit drei Autoren gefüllt: J.R.R. Tolkien, Guy Gavriel Kay und George R.R. Martin. Ich habe den Herr der Ringe bislang nur in der deutschen Übersetzung, allerdings in der alten von Margaret Carroux. Ich glaube, mittlerweile bekommt man die wieder leichter, aber ich habe die Trilogie bekommen, als die neue Übersetzung von Wolfgang Krege gerade draußen war. Ich wollte unbedingt die alte Übersetzung, da ich vorher die Bücher schon aus der Bücherei ausgeliehen hatte und ich die sprachlich sehr schön fand und meine Mutter, die mir die Bücher zur bestandenen Führerscheinprüfung geschenkt hat, musste sich damals ganz schön ins Zeug legen, um diese aufzutreiben. 
Die Romane von Kay habe ich in einer wilden Mischung aus Deutsch und Englisch (Fionavar, Tigana und Sarantium auf Englisch) und von Martins Song of Ice and Fire habe ich alle Bücher auf Englisch. Leider besitze ich nur den 5. Band in der wunderschönen Hardcover-Ausgabe von Bantam.


Es geht darunter auf der linken Seite weiter mit High Fantasy-Romanen, darunter die sehr empfehlenswerte Trilogie Die Insel der Stürme, die leider viel zu wenig Beachtung fand.
Rechts sind alle meine Harry Potter, die streng genommen ja ins Schlafzimmer zu meinen Kinder- und Jugendbüchern müssten, aber dort war erstens kein Platz und zweitens muss ich die einfach im Wohnzimmer haben, wo ich sie mehr sehe. ;-) Man kann ja darüber diskutieren, wie unsinnig es ist, eine extra "Adult Edition" herauszubringen, aber ich liebe die Cover und vor allem die tollen Buchrücken der Hardcover mit den Bildern und der goldenen Schrift einfach.
Thematisch dazupassend steht hier die Eule, die mir der Lebensgefährte meiner Mutter geschnitzt hat.


Darunter tummeln sich allerlei populärwissenschaftliche Sachbücher vor allem über Antike und Alte Hochkulturen sowie ein paar andere Themen. Besonders genial finde ich Taylors Bauen mit gesundem Menschenverstand, das zwar schon etwas in die Jahre gekommen ist, aber eine wahre Fundgrube für Weltenbastler darstellt. Es enthält zig Zeichnungen und Beschreibungen, wie man in verschiedenen Epochen und Gegenden bautechnisch z.B. für Hitzeschutz, Windschutz oder schlichtweg Fenster gesorgt hat. Mir ist dieses Buch einmal beim jährlichen Bücherflohmarkt der Städtischen Bücherei für 50 Cent in die Hände gefallen
Die wunderschöne Sammlung alter Landkarten von Europa hat hier außerdem einen kleinen Ehrenplatz bekommen.


Nach dem Sachbuch-Intermezzo folgen noch phantastische Romane, die in unserer Welt angesiedelt sind, darunter Victorias wunderbare Romane Des Teufels Maskerade sowie Fortunas Flug, Martins beeindruckender Vampirroman Fiebertraum und Morgensterns Der Nachtzirkus, das zu den besten Büchern gehört, die ich jemals gelesen habe.
Außerdem stehen hier noch diverse historische Romane, vor allem die SPQR-Krimis von John Maddox Roberts. Die Artus-Trilogie von Gillian Bradshaw müsste eigentlich noch rüber zu den phantastischen Romanen, fällt mir gerade auf - die ist nur bedingt historisch ...

Die untersten beiden Regale sind nicht mit Büchern bestückt, sondern enthalten diversen Papierkram und anderes Zeug, unter anderem aber auch einen Teil meiner Notizbücher:


In den drei Paperblanks links befindet sich ein Teil meiner Göttersteine, da ich den Roman anfangs von Hand geschrieben habe (um meine ständige Überarbeitungswut noch während der Rohfassung einzudämmen). Und die beiden ganz kleinen Notizbücher rechts enthalten meine alte Lesetagebücher (jetzt habe ich dieses in mein allgemeines Notizbuch integriert).

Und last but not least habe ich heute mit einer Freundin das Wandboard für meine Reclam-Sammlung an der Wand montiert:


Ganz rechts (in dem Schuber) seht ihr hier die Gesamtausgabe von Grimms Kinder- und Hausmärchen, in denen auch sämtliche Originalanmerkungen der Brüder, alternative Versionen von verschiedenen Märchen und einige der nicht ganz so glücklichen Märchen wie etwa Die Hand mit dem Messer (nein, es gibt nicht immer ein Happy End) enthalten sind.
Ich habe bis jetzt noch nicht alle Märchen gelesen, aber irgendwann möchte ich das mal nachholen. Vielleicht als eine Art persönliche Jahreschallenge?

Das wars nun also mit meiner Bücherregaltour. Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß damit und macht vielleicht auch mal eine kleine Tour durch eure Bücherregale. :-)

Sonntag, 19. Oktober 2014

[Winterkatzes Herbstlesen] Sonntag, 19. 10.


Ich habe den heutigen Tag von Winterkatzes Herbstlesen mit einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück begonnen und währenddessen ein Kapitel bei The Winter Garden Mystery gelesen.


Ich hoffe, dass ich heute mehr zum Lesen komme als gestern, da ich keinerlei Verpflichtungen habe - das kann ich selbst kaum glauben, da ich nicht weiß, wann das zuletzt der Fall war (irgendwann vor dem Umzug, nehme ich an). Das ist einmal ein sehr angenehmes Gefühl, zumal ich seit Tagen das Gefühl habe, dass eine Erkältung im Anmarsch ist - und auch, wenn diese bis auf Geschneuze und leichtes Halskratzen nicht gekommen ist, fühle ich mich einfach die ganze Zeit nicht hunderprozentig auf der Höhe. Da kommt so ein fauler Nichtstu-Tag genau recht.
Falls später noch der versprochene Sonnenschein kommt, verlege ich vielleicht meinen Leseplatz ein wenig an die Donau, aber momentan ist es noch trüb und grau, also mache ich es mir jetzt mal auf dem Sofa gemütlich.

Update um 12:00

Ich bin fast den ganzen Vormittag komplett in meiner Häkelarbeit versunken. Nun liegt allerdings die mit Klebebändern fixierte Häkelnadel wirklich in ihren letzten Atemzügen und mir tut auch schon ein wenig die Hand weh. Dabei wäre ich gerade so schön in Fahrt!
Bei all der Handarbeit bin ich natürlich ganz gut mit meinem Hörbuch vorangekommen. Bei einem Wälzer wie Der Name des Windes bedeutet das allerdings noch lange nicht, dass ich mich inzwischen dem Ende nähere. Ich habe das Gefühl, schon enorm viel Zeit mit Kvothe verbracht zu haben (8,5 Stunden genaugenommen) und er ist trotzdem gerade erst einmal auf dem Weg zur Universität. In meiner Erinnerung hat seine Kindheit keinen so großen Raum eingenommen, aber in meiner Erinnerung ist Denna irgendwann in Imre erstmals aufgetaucht - ich habe also einiges vergessen, wie man merkt. ;-)
Nun werde ich mal eine Blogrunde drehen und schauen, was ihr bis jetzt so gelesen habt.

Update um 17:00

Nachdem heute den ganzen Vormittag eine dicke, grau Nebel- und Wolkenschicht über Wien hing, war ich einigermaßen verblüfft, als sich diese am frühen Nachmittag innerhalb kürzester Zeit komplett auflöste und auf einmal strahlender Sonnenschein herrschte. Also konnte ich dann doch noch die Sonne auf dem Balkon genießen und bin schließlich auch noch ein wenig an die Donau gegangen.

Ganz so lauschig und ruhig, wie das Plätzchen hier aussieht, war es allerdings nicht, da in der anderen Richtung gleich die Nordbahnbrücke ist und dort in Minutenabständen Regionalzüge, Schnellbahnen und U-Bahnen drübergerauscht sind. ;-)

Trotzdem war es nett, hier zu lesen, auch wenn es mir nach einer Weile in der Sonne tatsächlich zu heiß geworden ist. Unglaublich, das derzeitige Herbstwetter!
Auf jeden Fall habe ich weitere 100 Seiten bei Schnee geschafft und inzwischen ist auch wieder ein wenig Fahrt in die Geschichte gekommen. Nun werde ich mich aber erst mal wieder ein wenig nach England zu Daisy Dalrymple begeben.

Update um Mitternacht

Das war es nun also schon wieder mit diesem Lesewochenende. Schade, dass morgen schon wieder Montag ist. ;-)
Ich habe am Abend nicht mehr soviel gelesen wie eigentlich geplant. Zuerst hatte ich noch ein Küchendesaster: Ich wollte mir einen Heidelbeer-Mandelmich-Shake machen, habe es aber geschafft, mit dem Pürierstab den Becher umzuwerfen und den ganzen Shake über die halbe Küche zu verteilen ...  Das gab nicht nur eine Riesensauerei, sondern ist auch echt ärgerlich, wenn man bedenkt, dass weder Heidelbeeren noch Mandelmilch die billigsten Lebensmittel sind. Nachdem dann alle Spuren beseitigt waren, bin ich ein wenig in "House of Cards" versumpft. Ich probiere nämlich gerade Netflix aus und nutze die Gelegenheit, um endlich mal diese Serie zu schauen.
Nun werde ich mir meinen Reader schnappen und im Bett noch ein wenig lesen.

Es war wirklich schön, dieses Wochenende mit euch lesend zu verbringen. Zwar bin ich nicht ganz so viel zum Lesen gekommen wie gedacht, aber immerhin bin ich nun bei Schnee gut 200 Seiten weiter, hab mein Granny-Kissen fast fertig und habe ein paar schöne Lesestunden in der Sonne und auf dem Sofa verbracht.
Danke für die tolle Aktion, Winterkatze!

Samstag, 18. Oktober 2014

[Winterkatzes Herbstlesen] Samstag, 18.10.


Dieses Wochenende werde ich endlich einmal bei Winterkatzes Herbstlesen mit dabei sein. Ich habe auch noch so einige Dinge zu erledigen wie einkaufen (nicht nur Lebensmittel, sondern auch noch Bilderrahmen und anderen Kram), putzen, ein paar Bilder aufhängen, ...
Ich hoffe aber, dass ich trotzdem auch gemütlich Zeit zum Lesen finde (sonst spätestens morgen).

Für dieses Wochenende habe ich mir diverse Bücher bereitgelegt:
Schnee von Orhan Pamuk, bei dem ich endlich mal weiterkommen muss
The Winter Garden Mystery von Carola Dunn, der 2. Band der "Daisy Dalrymple"-Krimis, der mir momentan aber noch ein bisschen wie ein Aufguss des 1. Bandes vokommt
Der Name des Windes von Patrick Rothfuss: ein Reread, damit ich mich danach endlich mal auf den 2. Teil stürzen kann - bzw. ein Rehear, da ich es als Hörbuch horche. Damit werde ich auch noch etliche Stunden beschäftigt sein
Wolfsaga von Käthe Recheis: ebenfalls ein Reread, mit dem ich aber noch nicht begonnen habe
Arm und reich von Jared Diamond für die Sachbuch-Challenge

Mal sehen, wieviel davon ich tatsächlich schaffe. Das Wetter scheint (nach einem Regentag gestern) wieder ideal zum Lesen in der Sonne zu werden.

Update um 15:30

Ich habe inzwischen zwar brav meine Einkäufe erledigt und gekocht, das Putzen habe ich allerdings auf später verschoben. Ich wollte noch die Sonne auf meinem Balkon nutzen (dieser Herbst meint es wirklich gut mit mir!) - putzen kann man dann schließlich auch am Abend, wenn es zu kühl ist, um noch weiter draußen zu sitzen.


Ich habe mir mein Beistelltischchen aus dem Wohnzimmer raus auf den Balkon gestellt und mir so ein gemütliches Plätzchen geschaffen, bei dem man den Kaffee (oder sonstiges Getränke) auch gut parken kann.
Weitergelesen habe ich sowohl bei Schnee als auch bei The Winter Garden Mystery, wobei mich ehrlich gesagt gerade keins der Bücher so wirklich begeistert. Ich hoffe, das ändert sich wieder ("Schnee" mochte ich anfangs eigentlich sehr), sonst werde ich mir wohl zwischendurch schon mal Wolfsaga schnappen (oder überhaupt ganz was anderes).

Update um 19:30

Seit meinem letzten Update habe ich einiges gemacht, aber kaum gelesen. Ich habe geputzt, Salat fürs Abendessen zubereitet, mit meiner Mutter am Telefon über Bücher getratscht und Klavier gespielt. Immerhin hatte ich aber beim Putzen Der Name des Windes im Ohr - so gesehen habe ich also doch ein wenig gelesen.
Vorhin hab ich mir gerade wieder Schnee geschnappt. Ich weiß auch nicht, weshalb sich der Roman für mich derzeit so zieht. Am Anfang hat er mir sehr gut gefallen, aber nun bin ich gerade erst einmal auf Seite 450 von gut 800 und kann es nicht fassen, dass mir noch immer soviel fehlt. Allmählich denke ich über einen Abbruch nach, aber ich möchte ja doch noch wissen, wie es ausgeht und außerdem die Challenge ... Ich schätze aber, dass das nun mein letzter Pamuk war. Mit dem Museum der Unschuld ging es mir nämlich auch so und ich hatte mir erhofft, dass es mit Schnee anders sein würde. %-) 

Update um Mitternacht

Ich habe brav noch ein wenig an Schnee weitergelesen (in kleinen Häppchen muss ich ja irgendwann auch mal ans Ziel kommen) und ansonsten heute Abend in erster Linie Hörbuch gehorcht, da ich endlich mal mit meinem aktuellen Häkelprojekt fertig werden möchte:

 
Ein Kissenbezug aus Granny Squares (einen ähnlichen habe ich bereits auf dem Sofa), bei dem ich nun gerade mit dem Zusammennähen beschäftigt bin. Da die Rückseite auch schon fast fertig ist, könnte ich den Rest morgen noch schaffen - wenn meine Häkelnadel noch so lange hält. Da beginnt nämlich gerade der Plastikgriff zu splittern und ich habe natürlich keine zweite Nadel in der Stärke 3. %-)
 
Nun werde ich noch eine abschließende Blogrunde machen und mich dann mit den Büchern ins Bett verziehen, um dort noch ein wenig weiterzulesen.
Gute Nacht und bis morgen!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Bücherregale - Regaltour #2

Und weiter gehts mit Teil 2.
In meinem Wohnzimmer stehen zwei nagelneue Bücherregale einander gegenüber - eins davon kommt heute an die Reihe:


Dieses Regal, das neben meinem Schreibtisch steht, enthält Klassiker, Gegenwartsliteratur und allgemeine Belletristik, außerdem meinen Brockhaus und den Dissertationskram. Ich werde euch wieder die einzelnen Regalfächer genauer vorstellen (mit Klick aufs Bild gibts jeweils eine größere Ansicht).


Ganz oben tummelt sich Gegenwartsliteratur, angefangen von Thomas Bernhard bis Christa Wolf (ja, dieser Part ist streng alphabetisch geordnet). "Gegenwartsliteratur" ist natürlich ein absolut schwammiger Begriff und gerade Ulysses müsste fast eher noch bei den Klassikern stehen, ebenso wie Sult ("Hunger") von Knut Hamsun. Aber ich habe das Regal hier auch eher gefühlsmäßig geordnet.
Stichwort Ulysses - der müsste eigentlich sogar im SuB-Regal stehen, da ich über Seite 150 nie hinausgekommen bin. Allerdings habe ich derzeit keinen vierten Anlauf vor - und bringe es trotzdem nicht übers Herz, ihn auszusortieren. Das wird also wohl eine Regalleiche bleiben.
Im Gegenzug finden sich in diesem Fach aber auch einige Bücher, die mir sehr am Herzen liegen: Heldenplatz von Bernhard, Stiller von Frisch, Abbitte von McEwan, Tod in den Anden von Vargas Llosa und Kassandra von Wolf. Und nicht zu vergessen auch Haushofers Die Wand, die beste aller Schullektüren: Ich habe den Roman an einem Nachmittag wie gebannt durchgelesen.


Das Regalfach darunter ist noch recht locker bestückt: auf der einen Seite sind die großen Damen der englischen Literatur, also die Bronte-Schwestern und mein schöner Austen-Schuber. Auf der anderen Seite befinden sich die Bücher, die jedes Jahr im Zuge der Eine Stadt. Ein Buch-Aktion verschenkt werden. Leider habe ich erst recht spät angefangen, diese Bücher gezielt zu "sammeln". Am 24. November wird ein weiteres Buch dazukommen: Dieses Jahr gibt es Zusammen ist man weniger allein, das mich leider gar nicht reizt und das für diese Aktion auch eine eher seltsame Wahl ist, da bislang eigentlich keine Bücher gewählt wurden, die ohnehin erst vor kurzem die Bestseller-Listen angeführt haben. Aber ich lass mich mal überraschen.
Der Vogel in der Mitte ist übrigens eine der Schnitzereien des Lebensgefährten meiner Mutter. In meinem Bücherregal im Schlafzimmer tummelt sich auch noch eine Katze von ihm und im dritten Bücherregal steht eine weitere Schnitzerei. 


Eine Etage tiefer kommen diverse Klassiker - diese sind deshalb so übersichtlich wenige, weil ich viele als Reclam besitze und die haben ihren eigenen Platz. Auf der linken Seite im Regal tummelt sich eine bunte Mischung aus diversen Epochen und Nationen, von Dickens über Dostojewskij und Laclos bis hin zu Schnitzler.
Rechts ist der Bereich der Sagen/Märchen/Mythen/mittelalterlichen Literatur mit der Edda, Ovids Metamorphosen, der norwegischen Märchensammlung von Asbjørnsen&Moe sowie Eschenbachs Parzival und Neustadts Apollonius. Auch hier erklären sich eklatante Lücken durch diverse Reclam-Ausgaben.


Darunter befindet sich die bunte Mischung der "allgemeinen Belletristik" - ein Bereich, der sich für mich sehr stark mit der Gegenwartsliteratur überschneidet, denn gerade Ransmayr und Zeh könnte ich genausogut ins oberste Fach einordnen, während man darüber diskutieren kann, ob Watership Down von Adams sowie Zafóns Friedhof der vergessenen Bücher-Romane nicht eher in den phantastischen Bereich gehören. Macht ihr euch beim Sortieren eurer Bücherregale eigentlich auch so viele Gedanken über Genres und Einteilungen? Sowas könnte man natürlich umgehen, indem man einfach alle Bücher strikt nur alphabetisch ordnet, aber ich hatte sie eigentlich schon immer - wenigstens ungefähr - nach Genres geordnet.
Falls ihr euch übrigens über das hohe Hardcover-Aufkommen ausgerechnet in diesem Regal wundert: Hier befinden sich sehr viele Geburtstagsgeschenke meiner Familie, die mir gern mal so aktuelle Bestseller wie Die Einsamkeit der Primzahlen, Nachtzug nach Lissabon oder Die Bücherdiebin schenken, da sie mit solchen Büchern meist einigermaßen auf der "sicheren" Seite sind. Sie wissen, dass ich so etwas üblicherweise gern lese und dass ich solche aktuellen Romane meist wohl noch nicht in der Bücherei ergattert habe. ;-)


Und schließlich folgen ganz unten noch mein Dissertationskram und mein zehnbändiger Brockhaus. Den habe ich zum Studienabschluss bekommen (und den graduierten Teddybär daneben übrigens zur Matura) und obwohl ich mich damals wahnsinnig darüber gefreut habe, muss ich zugeben, dass er seither fast nur im Regal verstaubt. Internet und Wikipedia sind daran schuld, dass ich doch nur noch selten zu so einer Enzyklopädie greife. Das finde ich durchaus schade (ich kann mich noch erinnern, wie ich als Kind praktisch ständig irgendetwas in den Nachschlagewerken meiner Mutter gesucht habe), aber ich weiß auch nicht so recht, wie ich das ändern soll. Meistens geht es halt nur um einen kurzen Überblick, ein rasches Auffrischen des Wissens und dafür genügt auch das Internet. Und sobald es in die Tiefe geht, hilft auch so eine Enzyklopädie nichts mehr, dann braucht man ohnehin detaillierte Fachliteratur.
Ich war sogar nahe daran, den Brockhaus wegzugeben, aber das haben mir einige Personen energisch ausgeredet. %-) Natürlich wäre es schade drum gewesen, aber ich bin nun mal nicht diejenige, die sich so etwas nur deshalb ins Regal stellt, weil es "gut aussieht" oder es nun einmal der Brockhaus ist.
Auch so ein Problembereich also. Vielleicht müsste ich mal eine Challenge starten, in der ich ein Jahr lang jeden Tag einen zufälligen Artikel lese oder so ...

Das war nun also Teil 2; weiter geht es in den nächsten Tagen mit meinem 3. Regal, in dem sich die "Genreliteratur" (Fantasy, Phantastik, Historisches) tummelt.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Bücherregale - Regaltour #1

Ich habe schon einmal halb angekündigt, dass ich auch mal eine Tour durch meine Bücherregale machen werde, sobald in der neuen Wohnung alle Bücher einsortiert sind.
Nun, abgesehen von einem kleinen Wandboard für meine Reclam-Sammlung, das noch montiert werden muss, waren die Bücher so ziemlich die ersten Dinge, die fertig einsortiert wurden. ;-) Da sie sich inzwischen also heimisch fühlen und ich mit der Anordnung auch erst einmal (einigermaßen) zufrieden bin, starte ich nun die Regaltour, die voraussichtlich in 3 Teilen erfolgt (da ich 3 Bücherregale habe).

Ich beginne mit meinem "Problemregal" im Schlafzimmer:


Warum Problemregal? Nun ja, zum einen wusste ich nicht recht, welche Bücher ich ins Schlafzimmer "verbannen" sollte. Ich hätte am liebsten alle im Wohn-/Arbeitszimmer, wo ich sie ständig im Blick habe. Aber das geht natürlich aus Platzgründen nicht und schließlich sollten ja auch die Regale des Raumteilers (der jetzt eigentlich keiner mehr ist ;-)) schön befüllt werden.
Schließlich habe ich mich dazu entschieden, einerseits die Studienliteratur ins Schlafzimmer zu befördern (die muss ich nun wirklich nicht ständig von meinem Sofa aus sehen) und andererseits die Kinder- und Jugendliteratur, sowie ein paar weitere Bücher, aber dazu gleich mehr.
Unten im linken Eck befindet sich übrigens (wie auch schon in der alten Wohnung) mein SuB-Regal: Diese beiden halbversteckten Fächer sind einfach wie geschaffen für alle Bücher, die noch nicht ihren "richtigen" Platz im Regal gefunden haben.


Ganz oben finden sich hier diverse Sachbücher, die nicht zur Studienliteratur zählen. Der Großteil meiner populärwissenschaftlichen Sachbücher (hauptsächlich Geschichtliches) steht im Wohnzimmer; hier ist also nur der "andere Rest". Dieser umfasst unter anderem Reiseführer und Schreibratgeber (Kreativ schreiben von Gesing und Drei Seiten für ein Exposé von Roentgen).
Und darüber hat Simon's Cat noch einen Ehrenplatz bekommen. 


Darunter folgt dann meine Studienliteratur, wobei ich darüber nachdenke, ob ich nicht die beiden Duden (Nr. 4 - Die Grammatik und Nr. 7 - Herkunftswörterbuch) direkt auf meinen Schreibtisch stellen sollte.
Ihr merkt, dass meine Studienliteratur recht überschaubar ist - ich hatte die meisten Fachbücher immer nur aus der Bibliothek ausgeliehen bzw. die notwendigen Kapitel kopiert (auf meinem Kleiderschrank stapeln sich daher noch diverse Ordner mit Kopien). Vollständig habe ich aber (unten links) die achtteilige Vorlesungsreihe Geschichte der altdeutschen Literatur, verfasst von meinem Diplomarbeitsbetreuer Helmut Birkhan. Diese Bücher haben die Grundlage meines einen Prüfungsfaches bei der Abschlussprüfung gebildet - und ich kann euch versichern, es war alles andere als lustig, diese gut 2000 Seiten mit Jahreszahlen, Autoren, Werken und historischen Hintergründen zu lernen. ;-)
Ansonsten finden sich hier vor allem Wörter- und Sprachlehrbücher zu Altgriechisch, Mittelhochdeutsch, Gotisch, Altnordisch und Norwegisch.


Wir kommen zum angenehmeren Teil des Regals. Oben neben den "anderen Sachbüchern" stehen meine realistischen Kinder- und Jugendbücher, unter diesen befinden sich mit Sommerschwestern von Blume, Am Ende dieses Sommers von Haines und Die rote Zora von Held auch ein paar meiner absoluten Lieblingsbücher.


Darunter folgen zunächst die phantastischen Kinder- und Jugendbücher. Auch hier tummeln sich ein paar meiner Lieblingsbücher mit Die Brüder Löwenherz von Lindgren und Krabat von Preußler. Wolfsaga wartet übrigens auf einen ReRead, dieses Buch wird nämlich voraussichtlich mein Kandidat für das Feld "A book with non-human characters" beim Lese-Bingo.
Dann kommen meine englischen Kinder- und Jugendbücher, unter anderem mit dem wunderschönen Hardcover-Schuber der Hunger Games-Trilogie und den ebenfalls sehr hübsch anzusehenden Chronicles of Prydain (über deren schöne Aufmachung ich mich hier schon einmal gefreut habe).
Und daneben sind - etwas verloren - noch meine paar Krimis. Dafür, dass ich Krimis nicht so ungern lese, ist das Genre in meinen Wiener Bücherregalen sehr mager bestückt. Das liegt daran, dass ich fast alle Agatha Christies noch bei meiner Familie stehen habe und Krimis sonst meistens auch aus der Bücherei ausleihe. Die SPQR-Serie von Roberts werdet ihr außerdem noch bei den Historischen Romanen im Wohnzimmer sehen.
Die beiden kleinen Agatha Christie-Hardcover Kurz nach Mitternacht und Mord auf dem Golfplatz müssten eigentlich noch im SuB-Regal stehen, aber ich habe sie schon mal hier eingeordnet, damit das Fach nicht ganz so leer ist. ;-)


Ja, und zu guter Letzt noch mein derzeit sehr überschaubares SuB-Regal. Oben sind meine eigenen ungelesenen Bücher (wobei ich mit Gides Die Falschmünzer schon vor einer Ewigkeit begonnen habe, mich aber nicht zum Weiterlesen aufraffen kann). Im unteren Fach sind die Bibliotheksbücher - derzeit nur zwei Sachbücher (Mit Kompass und Korsett und 635 Tage im Eis), da ich seit dem Umzug keine Bücher ausgeliehen habe. Das wird sich aber vermutlich bald ändern, da ich die nächstgelegene Zweigstelle ja dringend einmal erkunden muss. :-)

Soviel also zu meinem ersten Bücherregal. Die anderen beiden werden für euch vermutlich interessanter sein, könnte ich mir vorstellen. ;-)

Sonntag, 12. Oktober 2014

Mini-Herbstlesen

Ich wollte schon längst einmal bei Winterkatzes Herbstlesen mitmachen, aber wegen des Umzugs hat das bisher nie geklappt. 
Auch heute habe ich mich nicht "offziell" angemeldet, da ich mir nicht sicher war, ob ich nach der Arbeit überhaupt zum Lesen kommen würde. Dann war das Wetter aber so schön, dass ich unbedingt mit einem Buch (bzw. meinem Reader) hinaus in die Sonne musste!
Leider habe ich als Lektüre schon wieder nicht mein Endlosbuch Schnee gewählt, sondern ein neues ebook begonnen und zwar Death at Wentwater Court, der erste Band der "Daisy Dalrymple"-Krimis. Bisher gefällt mir das Buch sehr gut - mit einem Setting in der englischen Upper Class in den 20er Jahren verbreitet es ein gewisses "Downton Abbey"-Feeling und die Heldin Daisy ist auch sehr sympathisch.

Nun muss ich euch aber mal meinen wunderschönen Leseplatz an der Donau zeigen, der gerade einmal gut 10 Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt ist:


Später habe ich noch auf dem Balkon weitergelesen, der zwar noch recht leer und kahl ist (das wird sich vor dem Frühling auch nicht mehr ändern), mit meinem alten Sofa aber immerhin schon ein sehr gemütliches Leseplätzchen hat:


Falls ich heute nochmal zu einem Buch greife, wird mein dritter Leseplatz nun drinnen auf dem Sofa sein:


Ja, ich bin gerade sehr glücklich mit meiner Wohnung, meinem Balkon und der Umgebung, weshalb ich derzeit mit Begeisterung Fotos herzeige. ;-)
Ob ich heute wirklich noch lese, weiß ich aber noch nicht. Ich muss noch ein paar Sachen erledigen und bin außerdem total im Klavierspiel-Fieber, nachdem ich nun endlich wieder mein ePiano bei mir habe. Seit 10 Jahren habe ich mittlerweile nicht mehr gespielt! Und ja, in der Zeit verlernt man leider fast alles, aber ich komme allmählich wieder rein. Da es so schön ist, dass ich nun endlich wieder spielen kann und das ePiano nicht länger im Keller meiner Familie verstaubt, kommen allerdings gerade alle anderen Hobbys (und somit auch das Lesen) etwas zu kurz.

Nächstes Wochenende bin ich dann aber vielleicht doch mal richtig beim Herbstlesen dabei - da habe ich nämlich frei. :-)

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Literaturnobelpreis 2014 für Patrick Modiano

Wir haben also einen neuen Literaturnobelpreisträger: den Franzosen Patrick Modiano. Ich muss ehrlich zugeben, dass mir dieser Schriftsteller gar nichts sagt. Während ich mir letztes Jahr, als der Name Alice Munro fiel, dachte "Ach, Munro, von der wollte ich ja schon ewig mal etwas lesen", war ich diesmal das personifizierte Fragezeichen.
Nach ein wenig Recherche weiß ich nun, dass es sich bei Modiano, der 1945 in der Nähe von Paris geboren wurde, um einen Romanautor handelt, dessen Werke großteils bereits ins Deutsche übersetzt wurden (einige davon übrigens von Peter Handke, der schon mehrmals selbst als Anwärter auf den Preis gehandelt wurde). Wer möchte, kann also auch ohne Französischkenntnisse sofort loslegen und ein Buch von ihm lesen. ;-)
2012 hat er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur erhalten; zwei seiner Romane wurden auch verfilmt (Une jeunesse und Villa triste).
 
Ein erstes Überfliegen diverser Inhaltsangaben erweckt in mir allerdings den Eindruck, dass Modianos Themen nicht sehr weit gestreut sind: meistens geht es ums Erinnern bzw. Vergessen, oft auch um eine verlorene Liebe in der Vergangenheit (meistens in den 60er Jahren) oder um die (vergangene) Zeit der Jugend.
Im Gesamten betrachtet klingt das ein wenig eintönig, aber im Einzelnen machen mich die Klappentexte durchaus neugierig. Was ich von ihm für die Challenge lesen werde (sobald ich mit Schnee durch bin), weiß ich aber noch nicht.
 
Ob Modiano nun als Preisträger nun gerechtfertigt ist oder nicht, dazu habe ich noch keine Meinung bzw. kann noch keine haben, da ich ja noch nichts von ihm gelesen habe. Ich kann aber schon mal sagen, dass ich es ein wenig schade finde, dass es mal wieder ein Europäer ist und dass die "ewigen Anwärter" Haruki Murakami, Philip Roth und Joyce Carol Oates wieder einmal leer ausgegangen sind.
Meine Wunschpreisträgerin wäre übrigens Margaret Atwood, auch wenn es nicht zu erwarten war, dass dieses Jahr erneut eine Kanadierin zum Zug kommen würde. ;-) Aber vielleicht einmal in der Zukunft - ich fand alle Romane, die ich bislang von ihr gelesen habe, großartig: sprachlich sehr schön, oft sehr kritisch (etwa Der Report der Magd), zugleich aber auch fesselnd und flüssig zu lesen.
 
 
Und was haltet ihr vom diesjährigen Preisträger? Sagt euch der Name Patrick Modiano etwas? Habt ihr vielleicht sogar schon etwas von ihm gelesen und wenn ja: Was und wie hat euch das gefallen?
Hättet ihr euch jemand anders gewünscht?

Sonntag, 5. Oktober 2014

Buchstabengeplauder #17

Ich stecke noch immer bis über beide Ohren im Stress (unglaublich, was rund um einen Umzug alles zu erledigen ist - beim letzten Mal kam mir das nicht so schlimm vor), aber es tut sich nun doch auch lesemäßig wieder etwas. Zuerst habe ich die Tatsache verflucht, dass ich ausgerechnet heute einen langen Sonntagsdienst habe, obwohl noch so viel zu tun wäre, aber letztendlich hat mich das nun zu einer Zwangspause von der Räumerei verdonnert und ich bin - dank einigen tote Hose-Phasen - sogar zum Lesen gekommen.
Meine aktuelle Lektüre ist das ebook Silo von Hugh Howey, das ich vor ein paar Tagen eher zufällig begonnen habe. Eigentlich lese ich derzeit ohnehin schon genug parallel, aber ich war am Donnerstag wegen eines Termins zur Warterei verdonnert und hatte nur meinen ebook-Reader dabei, also habe ich mit dem Roman begonnen, den ich vor einer Weile bei einer Gratis-Aktion erstanden habe.
Und ich kann nur sagen: ein Glück, dass ich mir den Roman damals heruntergeladen habe! Ich hatte vorher schon öfter davon gehört, weil Hugh Howey als erfolgreicher Selfpublisher einiges Aufsehen erregt hat, aber der Roman hat mich nie besonders gereizt. Als es ihn kostenlos gab, dachte ich, dass ich ja "mal reinlesen" könnte.
Aus dem "mal reinlesen" wurde schnell der Wunsch, den Roman in einem Rutsch durchzulesen. Jede der zahlreichen Öffi-Fahrten in den letzten Tagen habe ich zum Lesen genutzt, selbst jede kurze Wartezeit stehend an einer Haltestelle. Silo ist (trotz einiger Logiklücken) ungemein spannend und deutlich weniger vorhersehbar, als es am Anfang noch den Anschein hat.
Meine anderen Romane sind dadurch nun wieder völlig zu kurz gekommen, was ein bisschen ungünstig ist: Der Allesforscher muss bald zurück in die Bibliothek und Schnee ist mein aktuelles Buch für die Nobelpreis-Challenge, bei der ich einen Zahn zulegen muss.
Aber andererseits ist es natürlich schön, wenn einen mal wieder ein Buch so völlig fesselt. Ich überlege, ob ich heute Abend das Chaos nicht einfach für einen Abend lang Chaos sein lasse und stattdessen lieber das Buch zu Ende lese.

Gestern war übrigens wieder der alljährliche Bücherflohmarkt der Städtischen Bücherei, den ich dieses Jahr allerdings ausgelassen habe. Nicht nur, weil ich keine Zeit hatte, sondern auch, weil ich mir eines nach dem Umzug wieder fest vorgenommen habe: nur noch Bücher kaufen, die ich wirklich unbedingt möchte und das gilt genauso für günstige Flohmarktexemplare. Denn Bücher übersiedeln ist nicht gerade lustig - und meine neuen Regale sind ohnehin schon fast wieder voll ...

Mittwoch, 1. Oktober 2014

[Nobelpreis-Challenge] Auf in den Endspurt

Meine Challenge nähert sich allmählich ihrem Ende. Ursprünglich wäre sie sogar schon im Oktober mit der Bekanntgabe des Preisträgers/der Preisträgerin zu Ende gewesen, allerdings habe ich die Challenge ja noch bis zur Vergabe des Nobelpreises im Dezember verlängert. Und das ist auch gut so, denn so wirklich rosig sieht es bei den wenigsten Teilnehmern aus.

Manche haben die Challenge gar nie begonnen bzw. sie auch wieder von ihrem Blog genommen - ich fände es ja schön, wenn man mir in so einem Fall Bescheid sagen würde, weil ich dann nicht immer wieder bei den Überblicken nachsehen würde, ob nicht doch noch ein Buch für die Challenge gelesen wurde ... 
Nun ja, wie auch immer. Schade auf jeden Fall, dass einige erst gar nicht in die Challenge eingestiegen sind. Die Bücherphilosophin und Weltenlesen sind überhaupt ganz von der Bildfläche verschwunden - ihre Blogs existieren nicht mehr. :-(
Nina dagegen hat zwar sehr eifrig begonnen, inzwischen aber offensichtlich doch das Handtuch geworfen. Auch das ist natürlich schade, aber ich finde es schön, dass sie es wenigstens versucht hat.

Mit dabei geblieben ist ein tapferes Kleeblatt, also außer mir folgende Teilnehmerinnen: Birthe, die bisher immerhin die halbe Challenge geschafft hat, Ariana, die mit 6 gelesenen Büchern auch noch im Rennen ist, und natürlich das leuchtende Vorbild cat, der nur noch ein einziges Buch fehlt und die wir wohl somit schon zur Challengesiegerin krönen können. ;-)  
Ich freue mich, dass zumindest ihr mir erhalten geblieben seid und hoffe, dass ihr bis zum Challengeende noch das eine oder andere Buch schafft.
Ich muss zugeben, dass ich selbst wohl die Challenge nicht mehr schaffen werde. Ich lese gerade erst das 7. Buch - das ist ein rechter Wälzer, nämlich "Schnee" von Orhan Pamuk und aufgrund meines Umzugstresses bin ich in den letzten Wochen überhaupt nicht voran gekommen. Ich habe aber trotzdem die Hoffnung noch nicht gänzlich aufgegeben, dass ich die 10 Bücher noch schaffe, denn bei meiner eigenen Challenge zu versagen, fände ich natürlich schon sehr peinlich.

Hier mal der leider recht überschaubare aktuelle Stand der Dinge:

Neyasha
1. Alice Munro - Tanz der seligen Geister
2. Gabriel García Márquez - Die Liebe in den Zeiten der Cholera
3. Doris Lessing - Afrikanische Tragödie
4. J. M. Coetzee - Schande 
5. Rudyard Kipling - Dunkles Indien
6. John Steinbeck - Jenseits von Eden

Ariana
1. Gabriel García Márquez - Chronik eines angekündigten Todes
2. Gerhart Hauptmann - Bahnwärter Thiel und andere frühe Meistererzählungen  
3. John Steinbeck - Of Mice and Men
4. J. M. Coetzee - Disgrace 
5. Toni Morrison - Beloved 
6. Dario Fo - Mama hat den besten Shit

Birthe
1. John Steinbeck - Früchte des Zorns 2. George Bernard Shaw - Pygmalion
3. Halldór Laxness - Seelsorge am Gletscher 
4. Rudyard Kipling - Kim 
5. Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer

gbwolf

Wörterkatze 

Nanni 

Bücherphilosophin  (Blog von der Bildfläche verschwunden)

Nina 
1. Nagib Mahfuz - Zwischen den Palästen (Kairoer Trilogie 1)
2. Toni Morrison - Liebe
3. José Saramago - Die Reise des Elefanten

cat 
1. Gerhart Hauptmann - Der Biberpelz
2. Pearl S. Buck - Das Mädchen Orchidee
3. Toni Morrison - Menschenkind 
4. W. B. Yeats - Ein Morgen grünes Gras 
5. Thomas Mann - Buddenbrooks
6. George Bernard Shaw - Cashel Byrons Beruf
7. Heinrich Böll - Im Tal der donnernden Hufe
8. Hermann Hesse - Narziß und Goldmund
9. Alice Munro - Liebes Leben

Ann-Bettina 
1. William Golding - Close Quarters

Evie (Blog von der Bildfläche verschwunden)
1. Henryk Sienkiewicz - Quo vadis?