Montag, 31. März 2014

Buchstabengeplauder #5

Was macht man, wenn man zuhause schon einen Stapel Büchereibücher liegen hat und derzeit kaum zum Lesen kommt? Genau, man holt sich noch einen Stapel aus der Bücherei. ;-) Eigentlich wollte ich heute nur rasch eine überfällige DVD in meine nächstgelegene Zweigstelle zurückbringen, aber als ich schon mal da war ...
In erster Linie habe ich mich mit Hörbüchern eingedeckt, da ich "Fahrenheit 451" bei der Hälfte erst einmal unterbrechen werde. Ich kann leider mit diesem Klassiker der Dystopien wenig anfangen und höre immer nur in kleinen Portionen daran weiter. Das hat leider auch zur Folge, dass ich weder bei meinen Ostergeschenken noch meinem Häkelpulli weiterkomme. Ich brauche also zwischendurch einmal ein anderes Hörbuch. Danach wende ich mich vielleicht dem Rest von "Fahrenheit 451" zu (die Handlung ist ja auch so simpel, dass selbst eine längere Unterbrechung kein Problem sein sollte).

Aus der Bücherei kamen also "Lautlos" von Frank Schätzing, "Verblendung" von Stieg Larsson und "Schande" von J.M. Coetzee mit. Angesichts der Tatsache, dass ich "Verblendung" vor einer Weile schon mal begonnen (und abgebrochen) habe und Frank Schätzing in seinem Roman Schwätzerei und Infodump vorgeworfen wird, stellt sich die Frage, ob ich damit so viel besser beraten bin, aber mal sehen.
Tja, und als ich dann auf dem Weg zur Verbuchung war, bin ich noch an Ransmayrs neuestem Roman "Atlas eines ängstlichen Mannes" vorbeigekommen und den konnte ich doch nicht stehen lassen!

Angesichts der Tatsache, dass ich eh in letzter Zeit kein Buch beendet habe (nun ja, fast keins, denn immerhin mit dem ersten Band der Fionavar-Trilogie bin ich durch), ist es eine Schande, dass ich meine eine ausstehende Rezension zu "Das Spiel der Nachtigall" noch immer nicht geschrieben habe. Es ist ja nun nicht so, dass sie unter zig anderen zu rezensierenden Büchern untergehen würde.
Immerhin habe ich aber etwas anderes für meinen Blog erledigt und zwar habe ich zur Grafik der Reading Bingo-Challenge eine Imagemap erstellt. Wenn man nun also auf die bereits gelesenen Felder (erkennbar durch ein rotes Kreuz) klickt, kommt man zur jeweiligen Rezension. Schön, dass ich zumindest so kleine Spielereien noch hinbekomme, obwohl ich mich schon ewig nicht mehr mit html beschäftigt habe. :-)

Tja, und über das Thema Schreiben breiten wir lieber mal den Mantel des Schweigens. Abgesehen von ein paar kleinen Szenen habe ich nämlich da auch nichts geschafft. 
Was macht sie denn den lieben langen Tag, fragt ihr euch jetzt vielleicht - und ich frage mich das auch! Denn bei der Doktorarbeit ist auch nicht viel weitergegangen und Dienste hatte ich auch nicht mehr als sonst. Noch nicht mal die selbstgemachte Hafermilch hab ich ausprobiert (wie eigentlich geplant). Irgendwie habe ich derzeit wohl ein katastrophales Zeitmanagement, anders kann ich mir das wirklich nicht erklären.

Also auf in eine hoffentlich deutlich produktivere Woche!

Samstag, 29. März 2014

[Wiener Streifzüge] Neuwaldegg und Hameau

BeschreibungStadtwanderweg Nr. 3
StartpunktNeuwaldegg (Linie 43)
Endpunktderselbe wie der Startpunkt
Gehzeitetwa 3 Stunden

Diesen Stadtwanderweg bin ich schon vor einer ganzen Weile gegangen, aber da das damals ebenfalls im Frühling war (wenn auch etwas später im Frühling), passt der momentan ganz gut. Sonst war ich nämlich in der letzten Zeit immer nur an Orten unterwegs, die ich hier in den Streifzügen schon vorgestellt habe (Kongreßpark, Pötzleinsdorfer Schlosspark, Gloriette/Marillenalm, Augarten).

Es geht zunächst durch den schönen Schwarzenberpark, der manchmal recht stark bevölkert ist, aber dennoch seine stillen Plätzchen zu bieten hat.

Einer der Teiche im Park

Paradies für Bärlauch-Pflücker
 Durch den Wald geht es hinauf zum Hameau.

Blick vom Hameau. Der schwarze Punkt ist eine Fliege, die mir durchs Bild geflogen ist. ;-)
Durch den Michaeler Wald, wo man leider immer wieder den Verkehr der nahe Höhenstraße hört.

Ein kleiner Feuersalamander kreuzt meinen Weg.
Am Ende geht es dann wieder in die Schwarzenbergallee auf dem gleichen Weg wie zu Beginn zurück zur Endstation der Straßenbahnlinie 43.

Der Stadtwanderweg 3 ist ein sehr waldiger, gut zu erreichender Streifzug mit ein wenig Auf und Ab, aber keinen großartigen Steigungen. Es gibt viel Natur und einige stille kleine Plätzchen, aber leider ist man einen Teil des Weges parallel zur stark befahrenen Höhenstraße unterwegs. Man schafft es hier also nicht, die Stadt gänzlich hinter sich zu lassen.
Dafür ist der Weg aber mit der Straßenbahnlinie 43 sehr gut zu erreichen - besonders für mich, da ich nur einige Stationen entfernt wohne, aber auch sonst gehört er zu den etwas zentraler gelegenen Wegen.

Ein lohnenswerter Ausflug also, um ein wenig die Seele baumeln zu lassen und sich im Frühling mit reichlich Bärlauch einzudecken.

Sonntag, 23. März 2014

Buchstabengeplauder #4

Ach, da nimmt man extra nicht an den Mini-7D7B teil, um viel zu schreiben und ausstehende Rezensionen zu tippen, und dann schaff ich da mal wieder nicht halb so viel wie geplant ... Immerhin habe ich gestern wieder ein bisschen was geschrieben, aber von der geplanten Aufholjagd war ich weit entfernt.
Irgendwie waren einfach so viele andere Dinge zu erledigen (ich wäre also auch nicht viel zum Lesen gekommen) und heute habe ich ja den ganzen Tag Dienst. Weitere recht spontane Dienste in den letzten Tagen haben ebenfalls Zeit geraubt.

Immerhin habe ich aber das schöne Wetter am Freitagnachmittag für eine ausgedehnte Geocaching-Runde genutzt. Dabei musste ich auch ganz akrobatisch auf einen Baum klettern (hach, ich muss wieder mehr auf Bäume klettern - das macht so viel Spaß und ich bin außerdem ganz fürchterlich aus der Übung) und habe einen Mystery-Cache zum Thema "Game of Thrones" gelöst. Sonst stell ich mich bei den Rätseln der Mysteries meist sehr dämlich an, aber der war natürlich kein Problem. ;-)

Lesemäßig tut sich derzeit mal wieder nicht sehr viel. Immerhin habe ich (nach über 2 Monaten!) endlich "Das Spiel der Nachtigall" beendet und ich habe außerdem fleißig etwas gelesen, wovon ihr hier auf dem Blog nichts mitbekommt: Ich habe nämlich einen wirklich tollen Roman von einer Schreibfreundin betagelesen. Das war mehr Vergnügen als Arbeit, aber zeitaufwändig ist das eben doch (zumal ich jetzt auch erst mal alle Kommentare abtippen muss).

Neyasha goes vegan: Statusbericht #2

Letzte Woche habe ich am Dienstag aber sowas von gesündigt! Topfengolatschen gab es und die waren so lecker! Naja, eigentlich wars gar keine Sünde, weil ich bei einer Freundin eingeladen war, die sie selbst gemacht hat und ich sowas ja von Vornherein als erlaubte Ausnahme deklariert habe. Trotzdem hatte ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen.
Außerdem habe ich erfolgreich Mandelmus mit meinem billigen Pürierstab hergestellt. Ha! Von wegen dafür bräuchte man einen tollen Mixer oder eine Küchenmaschine oder gar so einen teuren Vitamix. Ja, es war ein bisschen zeitaufwendig, aber ansonsten hat es super funktioniert, mein Pürierstab lebt noch und es sollte jetzt auch ein Weilchen ausreichen.
Vielleicht sollte ich als nächstes mal ausprobieren, Hafermilch selbst zu machen. Das ist nämlich mein bevorzugter Milchersatz, der aber leider auch ziemlich teuer ist. Sojamilch würde ja grad mal die Hälfte kosten, aber die ist einfach nicht mein Fall. Das wird dann also wohl mein nächster Selbermach-Versuch: Hafermilch. Ich werde wieder berichten, wie es geklappt hat.


Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und allen, die bei den 7D7B mitgemacht haben einen schönen Abschluss der Aktion!

Freitag, 21. März 2014

Axel N. Halbhuber - Ich geh dann mal heim


Genre: Sachbuch, Erfahrungsbericht
Seiten: 206
Verlag: Amalthea
ISBN: 9783850027083
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternchen

Sachbuch-Challenge


Ohne großartiges Training möchte der Journalist Axel Halbhuber zu Fuß von Bregenz nach Wien gehen, also einmal quer durch Österreich auf dem Weitwanderweg 01. 59 Tage lang ist er unterwegs und legt dabei etwa 1000 Kilometer zurück, wandert durch Regen und Hitze, überquert Berge, begegnet großartigen Menschen und gewinnt neue Erkenntnisse.

Via Blog berichtete Axel Halbhuber über seine täglichen Erlebnisse - und aus den Blogberichten ist nun dieses Buch entstanden. Nach einer kurzen Einleitung über das Wie und Warum, seine Vorbereitung und seine Ausrüstung und einer sehr amüsanten Zusammenstellung von Reaktionen auf sein Vorhaben geht es auch schon direkt los mit den täglichen Berichten. In Tagebuchform erzählt der Autor von seiner jeweiligen Tagesetappe und den Erlebnissen dabei, ergänzt durch eine kleine geografische Beschreibung mit Ortsangaben.
Es handelt sich um ein kurzweiliges, amüsant geschriebenes Buch, das man quasi wie Nichts weglesen kann. Der Titel suggeriert eine gewisse Ähnlichkeit zu Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" und diese ist durchaus gegeben, wobei ich persönlich Kerkelings Buch besser fand. Fragt mich nicht, warum genau, da es Jahre her ist, seit ich es gelesen habe, aber ich weiß noch, dass ich es unglaublich gern gelesen habe.

Auch mit Halbhubers Buch hatte ich meinen Spaß, aber mehr als ein bisschen kurzweiliges Vergnügen ist es dann eben doch nicht. Es gibt einige witzige Anekdoten, einige pseudo-philosophische Gedanken und eine stellenweise etwas große Portion Sentimentalität, aber gerade die Beschreibung der Wanderung an sich fällt recht mager aus.
Das ändert nichts daran, dass ich nach der Lektüre am liebsten selbst meine Wanderschuhe schnüren und einmal quer durch Österreich wandern würde. Gerade, dass Halbhuber selbst eher untrainiert ist, manchmal die leichteren Wege wählt und die eine oder andere kleine Strecke auch mal mit dem Bus fährt, macht einem so viel Lust, das auch einmal zu machen. Man hat einfach das Gefühl, dass man das selbst auch schaffen könnte und dass es keinen Grund gibt, vor so einer Unternehmung zurückzuschrecken.
Natürlich ist bei der Wanderung nicht immer alles eitel Sonnenschein - oft hat Axel Halbhuber mit dem Wetter oder anderen Widrigkeiten zu kämpfen oder muss auch einmal den inneren Schweinehund niederknüppeln. Trotzdem schimmert aber bis zum Ende eine Begeisterung für das Wandern und das Unterwegssein durch, die einem direkt den Mund wässrig macht.

Alles in allem ist "Ich geh dann mal heim" ein amüsant geschriebenes Buch, das nahezu eine Ermunterung an alle Leser ist, sich sofort auf eine Wanderung zu begeben. Leider sind aber die täglichen Berichte fast ein wenig zu kurz ausgefallen. Eine etwas ausführlichere Beschreibung der Wege an sich und Gedanken, die über banale Stammtisch-Philosophie hinausgehen, hätte ich mir ab und zu schon gewünscht.

Donnerstag, 20. März 2014

[7 Days 7 Books] Miniversion doch ohne mich

Ich hatte hier angekündigt, dass Melanie und Mandy wieder ihre "7 Days 7 Books"-Aktion starten - und diesmal sogar mit einer viertägigen Miniversion. Ich hatte noch überlegt, ob ich beide Aktionen schaffe, aber leider passt es für mich derzeit nicht wirklich. Ich habe noch spontane Dienste dazubekommen, möchte außerdem morgen Nachmittag das schöne Wetter zum Geocachen nutzen und vor allem habe ich mir fest vorgenommen, die nächsten Tage ordentlich zu schreiben und auf diese Weise hoffentlich meine bisherige Märzpleite etwas aufzuholen. Ach ja, und last but not least stehen auch einige Rezensionen auf dem Programm und wie immer meine Doktorarbeit.
Ich kann mir also gerade nicht vorstellen, dass ich Lesen und Kommentieren noch großartig unterbringen kann in den nächsten Tagen und habe auch das Gefühl, dass ich gerade nicht die Ruhe dafür habe.

Dafür werde ich aber bei den "7 Days 7 Books" in der Osterwoche (die dank Verlängerung eigentlich 8 Days sind) auf jeden Fall mitmachen. Das ist bei mir fest eingeplant, darauf möchte ich mich dann auch vorbereiten und vielleicht (hoffentlich!) auch im Zuge dessen einen gemeinsamen Lesetag mit Lyne einlegen.

Ich wünsche euch allen viel Spaß bei den nächsten 4 Lesetagen und freue mich dann auf ein gemeinsames Lesen zu Ostern!

Mittwoch, 19. März 2014

Ein Ausflug in meine schreiberische Vergangenheit

Vor ein paar Tagen habe ich in eine noch existierende Urversion meiner "Göttersteine" hineingelesen. Die Gründe, weshalb ich überhaupt in die uralte Datei hineingeguckt habe, kann ich zwar jetzt nicht mehr nachvollziehen, aber ich bin froh, dass ich es getan habe.
Einerseits hat es mir das beruhigende Gefühl gegeben, mich schreiberisch doch weiterentwickelt zu haben, da ich vieles darin einfach nur haarsträubend (oder unfreiwillig komisch) fand. Andererseits war es aber auch interessant zu sehen, wie sehr die Handlung und die Figuren sich seither verändert haben. Es ist faszinierend, dass Riava seither und über all die Versionen und Veränderungen hinweg beinahe gleich geblieben ist, während der aktuelle Vendalar mit seiner Urversion kaum noch vergleichbar ist. Zugegeben - früher war er deutlich liebenswerter, dafür aber auch deutlich uninteressanter und alles in allem viel zu perfekt. Meinen heutigen verstockten Misanthrop mag ich als Schreiberin da doch viel lieber. ;-)

Interessant ist auch, wie sich mein Schreibstil seither verändert hat. Früher habe ich deutlich blumiger und verschnörkelter geschrieben - vieles davon kommt mir inzwischen extrem kitschig vor; einiges liest sich aber auch recht schön.
Vergleichsweise kommt mir mein derzeitiger Schreibstil beinahe zu nüchtern vor, wobei das auch eher daran liegen mag, dass ich in letzter Zeit ja in erster Linie bei Bühnenrätsel aus Heruns Sicht geschrieben habe, zu der ein blumiger Stil überhaupt nicht passen würde.

Alles in allem hat mir dieser kleine Ausflug in meiner schreiberische Vergangenheit auch wieder Lust gemacht, endlich die letzten fehlenden Kapitel der "Göttersteine" (zumindest des ersten Teils) zu schreiben. Sobald ich mich mit dem Roman beschäftige, wird mir aber auch immer bewusst, was für eine unglaubliche Baustelle das ist und wieviele Löcher es darin noch zu stopfen gibt. Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich dieses Monsterding jemals in den Griff bekommen werde.
Aber ich muss es zumindest versuchen. Denn zumindest eines hat mir das Lesen der Urversion wieder gezeigt: Es ist und bleibt nun einmal mein Herzensprojekt.

Samstag, 15. März 2014

Buchstabengeplauder #3

Hach, was war das für eine schöne Frühlingswoche! Da ich vorwiegend Abenddienste hatte, konnte ich auch richtig viel Sonne genießen. Einen neuen Streifzug gibt es aber trotzdem noch nicht, da mein Fuß noch immer nicht so ganz wiederhergestellt ist. Ich bin also meistens nur gemütlich in Parks herumgelungert.

Lesegeplauder

Ideales Wetter also, um in der Sonne zu lesen, aber wirklich viel gelesen habe ich die vergangene Woche eigentlich nicht. 
Ich habe das Gefühl, schon seit einer Ewigkeit "Das Spiel der Nachtigall" zu hören - und im Grunde stimmt das ja auch, da ich mit dem Hörbuch schon im Jänner begonnen habe und noch immer nicht damit fertig bin. Immerhin befinde ich mich mittlerweile im Endspurt und ich muss ehrlich sagen, dass ich froh bin, wenn ich den Roman endlich zu Ende gehört habe.
Auch sonst läuft es gerade ein wenig zäh. Bislang überzeugen mich "Die Falschmünzer" nicht wirklich und selbst "The Fionavar Tapestry", das ja von einem meiner Lieblingsautoren stammt, kann mich gerade nicht wirklich packen.

SuB-Zuwachs

Was macht man also in so einer kleinen Lesekrise? Ja, genau, man sucht die Lieblingszweigstelle der Städtischen Büchereien auf und deckt sich dort mit einem Stapel Bücher ein.


"Raven Boys" will ich ja ohnehin schon seit einer ganzen Weile lesen und so war ich äußerst erfreut, als ich es gestern ergattern konnte. Weniger Glück hatte ich mit Wolf Haas' "Verteidigung der Missionarsstellung". Der Roman ist einfach ständig ausgeliehen (ich muss ihn wohl doch mal vorbestellen), aber dafür hatte ich Lust,  "Das Wetter vor 15 Jahren" noch einmal zu lesen, da mir dieses Buch sehr gut gefallen hat.
Dann wollte ich mal etwas von Leo Perutz lesen, konnte mich aber nicht zwischen "Nachts unter der steinernen Brücke" und "Zwischen neun und neun" (das ist das dunkle Buch ganz links) entscheiden, also habe ich einfach beide ausgeliehen.
Und schließlich kam noch "Ich geh dann mal heim" für die Sachbuch-Challenge mit - klingt nach einem sehr kurzweiligen, unterhaltsamen Buch.

Damit wäre ich also gut mit neuem Lesestoff eingedeckt; es war ohnehin schon ewig her, seit ich zuletzt ausgiebig in der Bücherei gestöbert habe.

Schreibgeplauder

Da ich in der letzten Woche so wenig gelesen habe, könnte man meinen, ich hätte meine ganze Energie ins Schreiben gesteckt, aber nein, das war leider nicht der Fall. Nicht ein einziges Wort habe ich geschrieben ...
Nachdem es im Februar ganz gut lief, konnte ich mich nun überhaupt nicht aufraffen, an meinem "Bühnenrätsel" weiterzuschreiben. Ich habe das Gefühl, dass ich bei dem Roman von einem toten Punkt zum nächsten stolpere. Das passiert, wenn man in erster Linie über Figuren schreiben möchte, der Plot an sich aber äußerst dünn ist. Ich hoffe, dass ich mich nun doch endlich wieder zum Schreiben aufraffen kann und den Roman endlich mal zu einem Ende bringe.

Neyasha goes vegan: Statusbericht #1

Nach den ersten eineinhalb Wochen muss ich beichten, dass ich meinen Fastenvorsatz bereits einmal gebrochen habe und zwar am Montag, als meine Schreibgruppe zum Treffen Met und Fruchtgummi mitgebracht hatte und ich beidem nicht widerstehen konnte. Aber schließlich bekommt man ja nicht jeden Tag Met vom Hl. Ambrosius und dazu Einhörner und Prinzessinnen zum Naschen.
Ansonsten war ich aber brav und habe mir keine weiteren Ausrutscher erlaubt. Es fällt mir auch gar nicht so schwer, wobei ich es am schlimmsten finde, dass ich mir unterwegs keinen Milchkaffee kaufen kann. Einmal hab ich mir zwar einen Cafe Latte von Starbucks mit Sojamilch gegönnt, aber mir ist dann der Sojageschmack doch immer zu intensiv.
Nächste Woche möchte ich mich übrigens daran wagen, selbst Mandelmus zu machen (gekauft hab ich noch nie eins, da mir das zu teuer ist). Angeblich klappt das mit einem Pürierstab nicht, aber sowas glaube ich ja immer erst, wenn ich es selbst ausprobiert habe. Drückt mir also die Daumen, dass ich nicht kläglich scheitere.

Und nun werde ich mich wohl als Abschluss dieses kalt-windig-verregneten Tages (da macht es wenigstens nichts, wenn man arbeiten muss) mit einer Decke aufs Sofa kuscheln und ein wenig häkeln. 
Ich wünsche euch noch einen gemütlichen Abend!

Nachtrag: Ja, soviel zu meinem Häkelabend - wir hatten gerade eine Stunde lang einen Stromausfall nicht nur im gesamten Haus, sondern sogar in der halben Straße ... Jetzt geht aber alles wieder. :-)

Dienstag, 11. März 2014

[Ankündigung] Die 7 verrückten Büchertage kommen wieder!

Melanie und Mandy rufen wieder zu ihren "7 Days 7 Books" auf - dieses Mal gibt es sogar zwei Termine. Von 20.-23. März wird es nämlich eine Mini-Version geben und von 14.-21. April dann die "richtige" Aktion.


Da ich beim letzten Mal nicht mitgelesen habe und somit also voriges Jahr zu Ostern das letzte Mal bei den "7 Books" dabei war, möchte ich diesmal natürlich auf jeden Fall wieder dabei sein. Ob bei der Mini- und der Osteraktion oder bei beiden, weiß ich noch nicht genau. Von den Diensten her sollte bei mir beides ganz gut möglich sein, aber ich weiß noch nicht, ob ich mir wirklich beide Aktionen erlauben kann. Ostern ist außerdem eh immer recht stressig mit Familienfeiern und all dem Kram.
Letztes Jahr hat aber die Aktion zu Ostern sehr viel Spaß gemacht und war für mich fast so etwas wie ein kleiner "Urlaub". Außerdem wird man sich auch dieses Jahr wieder individuelle Ziele stecken können, sodass es auch mit etwas weniger Zeit möglich sein sollte.

Ich freue mich schon auf dieses gemeinsame Lesen, das bei den letzten Malen immer zu einem sehr schönen Austausch geführt hat.

Samstag, 8. März 2014

Doris Lessing - Afrikanische Tragödie


Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten: 256
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3596257478
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Ein Jahr mit Nobelpreisträgern


Ein paar unbedachte Worte ihrer Freundinnen reißen die dreißigjährige Mary aus ihrem angenehmen Leben als alleinstehende Sekretärin in der Stadt und bewegen sie dazu, den mittellosen Farmer Dick Turner zu heiraten. Doch die Ehe bringt ihnen beiden kein Glück. Mary kommt mit dem ärmlichen, einsamen Leben auf der Farm nicht zurecht, während Dick sich auf einmal dank seiner Frau mit einer ganzen Reihe neuer Probleme konfrontiert sieht. Als der schwarze Farmarbeiter Moses als Diener ins Haus geholt wird, eskaliert die Situation.

Doris Lessings erster Roman beginnt mit dem Endpunkt der Tragödie: mit dem Mord an Mary Turner, dessen Hintergründe nach und nach erzählt werden. Was auf den ersten Seiten noch nach Krimi aussieht, entpuppt sich rasch als detailliert gezeichnetes Psychogramm mit einem interessanten Beziehungsgeflecht. Eindrücklich schildert die Autorin, wie die Turners in einer Abwärtsspirale gefangen sind, aus der sie nicht entkommen können.

Dabei scheint Marys Leben nach einer schwierigen Kindheit zunächst einen glücklichen Verlauf zu nehmen. Im Rhodesien der dreißiger Jahre führt sie als alleinstehende Frau mit einem festen Beruf ein recht sorgloses Leben, das ein jähes Ende nimmt, als sie den Eindruck bekommt, dass ihre Freundinnen sie als verschrobene alte Jungfer betrachten. Das wirft Mary derartig aus der Bahn, dass sie sich überhastet auf eine Ehe einlässt, die schon von Anfang an unter keinem guten Stern steht.
Mary und Dick sind derartig unterschiedlich, dass es ihnen unmöglich ist, die Sichtweise des jeweils anderen zu verstehen. Als Leserin hingegen hatte ich für beide Verständnis und empfand für beide sowohl Mitleid als auch Ärger. Denn Mary ist oft alles andere als liebenswert und das Zusammenleben mit Dick scheint ihre schlechtesten Eigenschaften zutage zu bringen. Vor allem ihr menschenverachtender Umgang mit den schwarzen Arbeitern ist oft nur schwer zu ertragen. Sie selbst weiß meist nicht, wie sie sich den Arbeitern gegenüber verhalten soll und pendelt zwischen Abscheu, Furcht und einem seltsamen Machtbestreben, das im Grunde nur ihrer eigenen Unsicherheit entspringt.

Es wäre allerdings zu simpel, würde man die kommenden Ereignisse alleine Marys Rassismus zuschieben. In Lessings Roman sind alle an der unglücklichen Situation Schuld - und zugleich niemand. Das macht die Lektüre so faszinierend und zugleich schmerzhaft. Denn schmerzhaft ist das Lesen dieses Romans: Die Turners sind in einer derartigen Hoffnungslosigkeit und Frustration gefangen, dass kaum noch ein Lichtblick bleibt.
Nein, "Spaß" macht das beim Lesen nicht, aber der Roman ist dennoch so fesselnd und flüssig geschrieben, dass ich ihn gerne gelesen habe. Doris Lessing schildert die inneren und äußeren Konflikte der Figuren so eindrücklich, dass man mühelos in sie eintauchen kann und die tragische Entwicklung nahezu atemlos verfolgt. Es sind mehrere Konflikte, die in ihrem Buch thematisiert werden: zwischen weiß und schwarz, Mann und Frau, Stadt und Land, Armut und Reichtum, Kolonialherren und Einheimischen.

Sprachlich ist die "Afrikanische Tragödie" nüchtern und klar geschrieben und einfach zu lesen - bis auf das Ende, das Marys zunehmend verwirrten Geisteszustand widerspiegelt. Daher ist auch der tatsächliche Grund für den Mord ebenso schwer zu durchschauen wie die eigenartige Beziehung zwischen Mary und Moses.
Ich hätte mir das Ende ein wenig klarer gewünscht und den Roman allgemein etwas weniger deprimierend, aber er hat mir dennoch sehr gut gefallen und ich bin froh, dass ich dank meiner Challenge nun endlich einmal etwas von Doris Lessing gelesen habe.

Mittwoch, 5. März 2014

Buchstabengeplauder #2

Gelesene und geschriebene Buchstaben

Diese Woche hat es mal wieder in sich. Großartig zum Lesen bin ich mal wieder nicht gekommen (und werde ich die nächsten Tage vermutlich auch nicht), aber immerhin habe ich am Montag bei meiner Familie ein halbes Lesestündchen im sonnigen Garten untergebracht.
Ich habe diesen kleinen Moment sehr genossen, auch wenn die Lektüre eher deprimierend ist - bei Lessings Afrikanischer Tragödie ist der Name wirklich Programm.
Ansonsten ist nun Kays Fionavar Tapestry meine abendliche Bettlektüre. Da ich immer nur ein paar klägliche Seiten vor dem Einschlafen schaffe, könnte ich damit aber noch eine ganze Weile beschäftigt sein.

Zum Schreiben bin ich in den letzten Tagen gar nicht gekommen; ich hoffe, dass ich bald mal wieder ein wenig Zeit dafür abknapsen kann. Immerhin habe ich aber im Februar mein bescheidenes Monatsziel von 10.000 Wörtern erreicht.


Vorsätze für die Fastenzeit

Das passt jetzt nicht großartig auf meinen Blog, aber ich verkünde Vorsätze am besten immer möglichst häufig und vor möglichst vielen Leuten, damit ich sie auch einhalte. ;-)
Früher hatte ich immer irgendwelche Fastenvorsätze - da ich aus einer sehr katholischen Familie komme, war das für mich selbstverständlich. Da ich selbst aber schon länger nicht mehr gläubig bin, habe ich damit in Wien schließlich aufgehört, bis auf einmal das Fasten "in" wurde - und zwar welcher Art auch immer.

Nun, da man rundherum von diversen Vorsätzen liest, wollte ich mir auch gern wieder etwas für die Zeit bis Ostern vornehmen. Allerdings wusste ich länger nicht, was eigentlich. Das derzeitig allgegenwärtige Kosumfasten ist eine schöne Idee, die mir auch gefallen würde, aber ehrlich gesagt wäre das ziemlich sinnlos: Ich kaufe Kleidung, Schuhe und Kosmetikartikel eh immer nur dann, wenn ich sie unbedingt brauche; CDs kaufe ich praktisch nie, Bücher und DVDs nur sehr selten und auch sonst kann ich nicht behaupten, dass ich großartig viel einkaufe.

Daher bin ich doch eher wieder beim Essen gelandet - auch, da ich in letzter Zeit ziemlich über die Stränge geschlagen habe. Früher habe ich in der Fastenzeit meist kein Fleisch gegessen, aber da ich mittlerweile so selten überhaupt eins esse, wäre das kein wirkliches Opfer.
Also möchte ich das durchziehen, was ich in der Adventszeit schon mal ein wenig probiert habe: mich vegan ernähren. Das hätte auch den netten Nebeneffekt, dass ich nicht mehr so viel Naschkram essen würde (so viel vegane Süßigkeiten gibts ja nicht) und wieder gezwungen bin mehr selbst zu kochen.
Während ich im Advent nicht ganz streng war, möchte ich es nun durchaus genau nehmen, allerdings mit folgenden Ausnahmen:
1. Ich richte mich auch tatsächlich nach der katholischen Fastenzeit, also den 40 Tagen, bei denen die Sonntage nicht mitzählen. Sonntage bleiben demnach fastenfrei.
2. Ich werde nun keine Lebensmittel wegwerfen wegen meiner Fasterei. Da ich noch Butter und ein wenig Frischkäse im Kühlschrank habe, werde ich beides noch essen.
3. Wenn ich irgendwo eingeladen bin, nehme ich es nicht ganz so streng. Ich möchte anderen keine Umstände machen und ich weiß, dass ich es nicht durchhalten würde, einfach gar nichts zu essen.

Für diese Ausnahmen gilt allerdings, dass ich mich dennoch vegetarisch ernähren werde.

So, ich hoffe mal, dass ich das durchhalte. Motiviert bin ich, aber wie das in ein paar Wochen aussieht, ist die andere Frage ...

Montag, 3. März 2014

Schnitzeljagd durchs Bücherregal

Seit einer Weile geht ein Tag durch die Bücherblogs, den ich unter anderem bei Caroline gesehen habe. Es geht dabei darum, zu jedem der folgenden Fragen/Themen ein passendes Buch zu finden. Das hat mich ein Weilchen (und einen Besuch bei meiner Familie, wo sich noch etwa die Hälfte meiner Bücher befindet) gekostet, aber nun habe ich alle beisammen.


1. Finde einen Autor mit einem Z im Namen, oder einen Buchtitel, der ein Z enthält. 


Zumindest die Einstiegsfrage war einfach, denn direkt daneben hätte ich auch gleich noch Carlos Ruiz Zafón gehabt. ;-)


2. Finde einen Klassiker.



3. Finde ein Buch mit einem Schlüssel auf dem Cover. 



4. Finde etwas in deinem Regal, das kein Buch ist. 

Hier konnte ich mich einfach nicht entscheiden zwischen dem Bären, den mein Bruder mir zur Matura geschenkt hat, und der entzückenden Eule, die mir der Lebensgefährte meiner Mutter einmal zum Geburtstag geschnitzt hat.




5. Finde das älteste Buch in deinem Regal. 

Ich weiß nicht genau, ob es Burckhardts "Kulturgeschichte Griechenlands" von 1940 ist oder doch "Der Graf von Montechristo", das definitiv sehr alt ist, aber keinerlei Jahresangabe enthält.



6. Finde ein Buch mit einem Mädchen auf dem Cover.



7. Finde ein Buchcover, auf dem ein Tier zu sehen ist. 



8. Finde ein Buch mit einem männlichen Protagonisten. 



9. Finde ein Buch, das nur Worte auf dem Cover hat.



10. Finde ein Buch, das Illustrationen enthält.




11. Finde ein Buch mit goldener Schrift.



12. Finde ein Tagebuch (fiktiv oder real). 



13. Finde ein Buch, dessen Autor einen sehr verbreiteten Namen hat. 


Ich würde mal meinen, dass sowohl Robert als auch Harris verbreitete Namen sind.


14. Finde ein Buch, das eine Nahaufnahme auf dem Cover hat.


Dieser Roman ist übrigens der Grund dafür, dass mich das deutsche Cover der "Hunger Games" unglaublich irriteriert - es sieht sehr ähnlich aus, obwohl es noch nicht einmal Genre-Berührungen gibt.


15. Finde ein Buch, das in der frühesten Zeit spielt. 

Hier habe ich mich zuerst durch all meine in der Antike spielenden historischen Romane gewühlt und bin bereits bei "Hamilkars Garten" gelandet, das um 300 v. Chr. in Karthago angesiedelt ist, als mir dann dieses Kinderbuch eingefallen ist. Ich denke mal, mit der Jungsteinzeit behandelt es wirklich die früheste Zeit unter all meinen Romanen. ;-)



16. Finde ein Hardcover ohne Schutzumschlag. 



17. Finde ein türkisfarbenes Buch. 



18. Finde ein Buch mit Sternen auf dem Cover.



19. Finde ein Buch, das kein Jugendbuch ist 

Äh, ja, das trifft auf die meisten meiner Bücher zu. Daher habe ich ein Buch gewählt, das sich definitiv nicht an Jugendliche richtet und wohl auch eher nicht in Schulen gelesen wird.



Diese kleine, fotografische Schnitzeljagd durch mein Bücherregal hat sehr viel Spaß gemacht und mir auch mal wieder gezeigt, wie gut ich doch die meisten Cover meiner Bücher im Kopf habe.
Wie Caroline werde ich das Stöckchen ebenfalls nicht weiterwerfen, aber vielleicht hat ja dennoch die eine oder andere von euch Lust, sich auch auf eine kleine Schnitzeljagd durchs Bücherregal zu begeben.

Samstag, 1. März 2014

Diana Wynne Jones - Fire and Hemlock


Genre: Phantastik, Jugendbuch
Seiten: 432
Verlag: Firebird
ISBN: 9781101566992
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen




Bei der Lektüre eines Buches hat die 19jährige Polly das seltsame Gefühl, dieses schon einmal gelesen zu haben. Aber waren damals nicht andere Geschichten darin enthalten? Vor ihr eröffnet sich auf einmal eine zweite Ebene von Erinnerungen, eine Art paralleles Leben, das stark mit dem des Cellisten Thomas Lynn verknüpft war. Und so geht Polly in Gedanken zurück an den Anfang dieser zweiten Erinnerungen: Als sie vor neun Jahren bei einem Begräbnis Thomas Lynn kennenlernte und er ihr das Bild "Fire and Hemlock" schenkte.

Meine Zusammenfassung entspricht im Wesentlichen der Einleitung des Romans und es ist schwierig, mehr über den Inhalt zu schreiben, ohne dabei zu spoilern. Umso ahnungsloser man an "Fire and Hemlock" herangeht, umso besser ist es. Es handelt sich dabei um einen oft sehr rätselhaften Roman, der zwischen einem lustigen Kinderbuch und einem recht düsteren Jugendroman zu pendeln scheint.
Tatsächlich ist etwa das erste Drittel des Buches sehr charmant, wenn Polly und Thomas sich gemeinsam Geschichten von einem geheimen Leben als Helden ausdenken. Aber aus diesem harmlos erscheinenden Spiel scheint mit der Zeit immer mehr ein gefährlicher Ernst zu werden. Und so wird auch der Roman mit Pollys Älterwerden immer ernsthafter, bedrohlicher und rätselhafter.
Das macht die Lektüre sehr faszinierend, aber es bedeutet auch, dass man sehr aufmerksam lesen muss. So gemächlich und unspektakulär der Beginn auch scheinen mag - es steckt deutlich mehr darin, als man zunächst denkt.

"Fire and Hemlock" ist daher ein Buch, das bei einem erneuten Lesen sicher zu einigen Aha-Momenten führt. Und ich könnte mir auch gut vorstellen, den Roman noch ein zweites Mal zu lesen, da er mich wirklich sehr gut unterhalten hat.
Noch dazu wimmelt er nur so vor liebens- (und hassens-)werten Figuren, die alle sehr gut ausgestaltet sind. Im Mittelpunkt stehen natürlich der wunderbare Thomas Lynn und Polly, die von einem Kind zu einer jungen Frau heranwächst. Aber auch die Nebenfiguren sind rundum gelungen, angefangen von Pollys oft recht anstrengender Freundin Nina bis hin zu dem undurchsichtigen Mr. Leroy.
Besonders gut umgesetzt fand ich Pollys Familienverhältnisse, die mehr als nur kompliziert sind. Ihre Mutter scheint nicht nur an Depressionen, sondern auch an einer Art Verfolgungswahn zu leiden und steigert sich in diesen oft derartig hinein, dass sie sogar ihre Tochter nur noch als Feindin betrachtet. Es ist schmerzhaft zu lesen, wie Polly in dieser Situation gefangen ist und auch von dem geschiedenen Vater nicht unbedingt Rückendeckung erhält. Oft will man sie einfach nur tröstend in den Arm nehmen und es ist gut, dass da noch ihre resolute und warmherzige Großmutter ist - eine meiner absoluten Lieblingsfiguren.

Schade, dass das Ende sehr überhastet und kryptisch ist. Das Problem ist nicht etwa, dass es zuviel offen lässt, sondern dass manches daran beinahe unverständlich erscheint. Ich habe es mehrmals gelesen und mir selbst im Kopf so einiges zusammengereimt und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich es ganz durchschaut habe. Es ist seltsam, dass Jones beinahe durch das Ende hetzt, während doch vorher das Tempo stets eher gemächlich ist.
Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob sich alle Szenen vorher überhaupt logisch ineinanderfügen, allerdings denke ich, dass ich das Buch noch ein zweites Mal lesen müsste, um das wirklich klar sagen zu können.

Mein zweiter Kritikpunkt ist etwas schwierig zu formulieren, ohne dabei bereits wieder zuviel über die Handlung zu verraten. Ich sage nur soviel: Die Beziehung zwischen Polly und Thomas finde ich anfangs ganz wunderbar geschildert und auch sonst sehr interessant dargestellt, aber es schwingt doch einige Male ein Unterton darin mit, den ich fast schon ein wenig bedenklich finde.

Dennoch kann ich den Roman aber wärmstens empfehlen. Er thematisiert die Macht der Phantasie ebenso wie die Liebe zu Büchern und erzählt nebenbei auch noch eine sehr gelungene Coming-of-Age-Geschichte eines jungen Mädchens. Und obwohl ich einen wichtigen Hinweis schon recht früh erkannt habe, war die Handlung doch für mich an keiner Stelle vorhersehbar.