Donnerstag, 30. Januar 2014

Alberto Angela - Vom Gladiator zur Hure. Die Reise einer Münze durch das Römische Reich


Genre: Sachbuch
Seiten: 608
Verlag: Riemann
ISBN: 9783641104610
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

Sachbuch-Challenge


Angela verfolgt in seinem Buch die mögliche Reise eines römischen Sesterzen durch das gesamte Römische Reich zur Zeit Trajans und über seine Grenzen hinaus. Auf dieser Reise behandelt er verschiedene Themen, die für die jeweilige Gegend typisch sind oder sich im Verlauf der Reise gut einfügen: von den Legionen Roms und ihren Militärlagern über Straßenbau, Wagenrennen, Chirurgie, Garumproduktion bis hin zu Sklavenhandel und Roms Fremdenpolitik.

Die Struktur an sich finde ich ziemlich clever und sie verschafft auch einen guten Eindruck von der Größe des Römischen Reiches. Bei der Vielzahl an Themen kann der Autor aber trotz der stolzen Seitenzahl meist nur an der Oberfläche verharren und Grundlagen vermitteln, auch wenn er ab und zu durchaus interessante Details unterbringt. Insgesamt würde ich also sagen, dass das Buch in erster Linie für Einsteiger in die Materie gedacht ist. Sobald man sich bereits näher mit der römischen Antike beschäftigt hat, erfährt man zumindest zu manchen Themenbereichen nichts neues mehr. 
Manches wiederum war auch mir mit einem halben Archäologiestudium gänzlich neu. Das Problem ist aber, dass man durch den Aufbau des Buches (der durchaus seinen Reiz hat) nur schwer einzelne Themen herauspicken kann. Zwar gibt es meist übergeordnete Themen für ein Großkapitel, aber Angela macht immer wieder auch zahlreiche Abstecher zu anderen Themen.

Tatsächlich ist es bei diesem Buch empfehlenswert, es wie einen Roman von hinten nach vorne zu lesen. So habe ich es auch gemacht, obwohl ich mich zwischendurch häufig gelangweilt habe. Immerhin ist das Buch aber sehr unterhaltsam und einfach geschrieben, so dass man es also wirklich zügig dahinlesen kann.
Manchmal neigt Angela zu Ausschmückungen und Anekdoten, die schon eher einen romanhaften Charakter haben (diverse Liebesgeschichten und Einzelschicksale etwa). Das ist stellenweise nett zu lesen, stellenweise aber auch ziemlich nervig, zumal Angela mit solchen Einschüben oft unbeholfen umgeht. Als er etwa einen fiesen Sklavenhändler mit kleinen, verschlagenen Augen beschreibt, kam ich mir ein wenig vor wie in einem Groschenroman.

Alles in allem bietet das Buch einen ganz guten ersten Einblick in verschiedene Themen der römischen Antike. Es scheint recht vernünftig recherchiert zu sein, auch wenn manchmal reine Spekulationen als eine Tatsache dargestellt werden. Wünschenswert hätte ich einen etwas saubereren Umgang mit den Quellen gefunden. Zwar erwarte ich mir in einem populärwissenschaftlichen Werk keine Vielzahl an Fußnoten, aber dass etwa Lionel Casson mehrmals erwähnt (und sogar ohne Quellenangabe wörtlich zitiert) wird, dennoch aber keinen Eingang in das sehr knappe Literaturverzeichnis gefunden hat, halte ich für äußerst fragwürdig.
Ansonsten trotz eines manchmal unbeholfenen und gezwungen witzigen Schreibstils durchaus unterhaltsam zu lesen.

Sonntag, 26. Januar 2014

Sonntagsgeplauder #69

Nachdem ich letzte Woche überlegt habe, wie ich diese Kategorie umbenennen könnte, damit sie nicht so sehr auf einen bestimmten Tag beschränkt ist, habe ich in den Kommentaren einige sehr schöne Vorschläge bekommen. Vielen Dank dafür!
Eine von euren Ideen werde ich vermutlich auch übernehmen, aber da ich mich noch nicht entscheiden konnte und mein Geplauder heute praktischerweise auch wieder auf den Sonntag fällt, hab ich es für dieses Mal noch beim Alten belassen.

Wegen einer Geburtstagsfeier war ich für eineinhalb Tage bei meiner Familie und konnte es kaum fassen, als ich am Freitagabend aus dem Zug ausgestiegen bin und mich mitten in einer weißen Winterlandschaft fand. Als ich in Wien aufgebrochen bin, war dort nämlich noch alles grün.
Gestern habe ich daher die Zeit bis zu meiner Rückreise auch noch dazu genutzt, mit meiner älteren Nichte durch den Schnee zu stapfen und ein paar Geocaches zu suchen und dann mit beiden Mädels und meinem Bruder ein Iglu sowie einen Schneemann zu bauen. Leider war gestern schon wieder Tauwetter angesagt, daher ist rundherum alles grün, aber heute hat es angeblich noch einmal kräftig drüber geschneit.

Unser kleines, windschiefes Iglu

Die beiden stolzen Erbauerinnen mit ihrem Schneemann

Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Schnee liebe und am liebsten auch jeden Winter einen schönen Schneemann bauen würde?
Erfreulicherweise war es heute auch in Wien weiß, als ich aus der Arbeit gekommen bin. In der Stadt wird das zwar meist in Windeseile eine graue Pampe, aber ich habe mich trotzdem gefreut.

Gelesen habe ich übrigens auch an diesem Wochenende, da ich ja während der Zugfahrten reichlich Zeit dafür hatte. Ich habe in erster Linie Vom Gladiator zur Hure. Die Reise einer Münze durch das Römische Reich gelesen und außerdem mit Mirror, Mirror begonnen, das ich bisher reichlich eigenartig finde. Ich bin gespannt, wie es noch wird ...
Der letzte Schattenschnitzer habe ich hingegen abgebrochen. Es scheint ja ein faszinierender Roman zu sein, aber mich konnte er leider gar nicht packen. Als ich mich dann schon fast zum Weiterlesen überwinden musste, habe ich schließlich nach etwa einem Drittel aufgegeben.

Trotz eines sehr langen Dienstes heute war es ein sehr schönes Wochenende. Bei der Geburtstagsfeier am Freitag haben sich alle ins Zeug gelegt, um den runden Geburtstag meiner Schwester gebührend zu würdigen (mit Spielen und einem Gedicht und einer ganz genialen Fotowand) und gestern hatte ich richtig viel Spaß mit meinen Nichten im Schnee. Umso kürzer ich bei meiner Familie bin, umso erholsamer ist es oft, da ich dann gar nicht erst was zum Arbeiten mitnehme.

Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 23. Januar 2014

[Nobelpreis-Challenge] Das waren die ersten drei Monate

Das erste Vierteljahr der Nobelpreis-Challenge ist vorbei und somit wäre das einmal ein guter Zeitpunkt für einen ersten Überblicksbeitrag.
Von 11 Teilnehmerinnen (mich eingeschlossen) hat etwa die Hälfte schon brav das erste Buch/die ersten Bücher gelesen. Evie hat mit Quo vadis? von Henryk Sienkiewicz begonnen und ist gleich von ihrem ersten Buch enttäuscht worden. Kann ich gut verstehen, ich habe den Roman auch nicht in der besten Erinnerung und kann mich wie sie an sehr einseitige Figurenzeichnungen erinnern. 
Auch Ann-Bettina war von ihrem ersten Challenge-Beitrag Close Quarters von William Golding nicht überzeugt, während Nina mit Zwischen den Palästen von Nagib Nahfuz offensichtlich einen Volltreffer gelandet hat.

Ariana ist mit Volldampf in die Challenge gestartet und hat bereits drei Nobelpreisträger gelesen - ich bin beeindruckt! Ihre Meinung zu Gerhart Hauptmanns frühen Erzählungen war eher durchwachsen, dafür ist sie mit John Steinbecks Of Mice and Men und Márquez' Chronik eines angekündigten Todes auf ihre Kosten gekommen.
Gabriel García Márquez ist damit der einzige Autor, der bereits zweimal auftaucht, da ich von ihm Die Liebe in den Zeiten der Cholera gelesen habe, das ich eher mittelprächtig fand. Viel besser hat mir da Alice Munros erste Kurzgeschichtensammlung Tanz der seligen Geister gefallen, die ich wärmstens weiterempfehlen kann!

Einige sind also schon sehr gut in die Challenge gestartet, während andere noch beim Aufwärmen sind. ;-)

Ich selbst bin etwas unschlüssig, was ich nun als nächstes lesen soll. Auf meinem SuB tummeln sich ja sowohl Orhan Pamuk als auch André Gide schon viel zu lange, aber eigentlich würde mich Doris Lessing ja mehr in den Fingern jucken. Aber was soll ich von ihr lesen? "Eine afrikanische Tragödie", bei der mir der erste Blick ins Buch (das bei meiner Mutter im Regal steht) schon mal gut gefallen hat, ihren bekanntesten Roman "Das goldene Notizbuch" oder doch "Mara und Dann", das mir einmal wärmstens empfohlen wurde? Immer diese Entscheidungen ... 

Ich wünsche euch einen guten Start in die Challenge bzw. ein gutes Weiterlesen und hoffe, dass ihr dabei Werke für euch entdeckt, die euch begeistern können!

Sonntag, 19. Januar 2014

Sonntagsgeplauder #68

Hm, eigentlich wollte ich mit dem neuen Jahr auch diese Kategorie umbenennen - einerseits, um nicht irgendwann in den dreistelligen Zahlen zu landen und andererseits, um diese Zwischendurch-Plauderbeiträge nicht auf den Sonntag beschränken zu "müssen".
Bisher ist mir aber noch nichts schlaues eingefallen, also bleibt es vorerst mal beim Alten. Man muss ja Kategorien nicht prinzipiell zu Jahresbeginn ändern, sondern kann das auch irgendwann mittendrin machen. ;-)

Lesegeplauder

Nachdem ich The Assassin's Curse und The Pirate's Wish im Rekordtempo gelesen hatte, ist bei mir eine kleine Leseflaute eingebrochen. Genaugenommen war es eher eine Zeitflaute, denn auch die kommende Woche bin ich noch ziemlich mit Diensten eingespannt, aber mich kann auch meine derzeitige Lektüre nicht so sehr fesseln. Der letzte Schattenschnitzer ist ein interessanter Roman, ob ich ihn allerdings auch mag, da bin ich mir noch nicht so sicher. Dasselbe gilt für Das Spiel der Nachtigall, an dem mich irgendetwas stört, ohne dass ich den Finger darauf legen könnte.

Auf meinem Reader habe ich außerdem noch das Sachbuch Vom Gladiator zur Hure, das den Weg einer Münze durch das gesamte Imperium Romanum verfolgt und dabei allerlei Themen der römischen Antike streift. Ich weiß allerdings noch nicht, ob ich das Buch zu Ende lesen werde, da es sich wirklich um reines Grundlagenwissen handelt und ich noch unschlüssig bin, ob sich die Lektüre in irgendeiner Weise für mich lohnt. Die wenigen mir unbekannten Details finden sich so vermutlich auch in den Büchern von Karl-Wilhelm Weeber, die meines Wissens mehr in die Tiefe gehen und auch etwas wissenschaftlicher sind.
Nun ja, mal sehen. Da man das Buch so gemütlich dahinlesen kann, lese ich vermutlich trotzdem noch weiter. Gerade für die Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln sind die kurzen Kapitel sehr gut geeignet.

Schreibgeplauder

Die ganze Woche bin ich überhaupt nicht zum Schreiben gekommen, aber wenigstens heute habe ich mal wieder ein bisschen etwas geschafft. Damit bin ich zum Glück über den Plotdurchhänger hinweg und hoffe also, dass es nun wieder etwas flüssiger läuft.
Allerdings gibt es nun einen Toten und ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie genau eigentlich der Kriminalfall aussieht (es handelt sich bei dem Roman auch nicht wirklich um einen Krimi). Es wird also Zeit, dass ich mir da endlich etwas konkretes überlege.
Ja, die Plotlöcher in "Bühnenrätsel" sind wirklich erschreckend - das passiert eben, wenn man ziemlich spontan ein Spaßprojekt beginnt und gar nicht weiß, wie wo was warum und wieso. Aber da sich meine Plots oft erst beim Schreiben so richtig entwickeln, beunruhigt mich das nicht allzu sehr. Das wird schon. ;-)


Ich frage mich übrigens, weshalb ich so gar keine lustigen Suchbegriffe mehr habe. Ständig nur noch die Suche nach bestimmten Büchern oder Autoren oder der Übersetzung von "A Song of Ice and Fire". Wo sind denn nur Eragons Ruten, die männlichen Ich-Erzählerinnen und die Dresdner Buchmessen hinverschwunden?

Mittwoch, 15. Januar 2014

Cassandra Rose Clarke - The Pirate's Wish


Genre: Fantasy
Seiten: 336
Verlag: Strange Chemistry
ISBN: 9781908844293
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen

2. Band zu The Assasssin's Curse


Ananna und Naji wissen zwar nun, wie der Fluch gelöst werden kann, der ihnen beiden mehr und mehr zur schaffen macht, doch drei unmögliche Aufgaben zu erfüllen, ist alles andere als einfach. Dass ihnen weiterhin die Hariri auf den Fersen sind und Ananna außerdem eine Abmachung mit einem Manticor treffen musste, ist da nicht besonders hilfreich. Und so geht für die beiden also ihre abenteuerliche Reise weiter.

"The Pirate's Wish" knüpft nahtlos an den Vorgänger "The Assassin's Curse" an und so sitzen Ananna und Naji also noch immer auf der Insel fest. Trotz des unmittelbaren Einstiegs ist der Anfang daher ein klein wenig zäh, aber es dauert nicht lange, ehe die beiden wieder unterwegs sind und versuchen, die Aufgaben zu erfüllen, die Najis Fluch lösen sollen.
Action, Gefahren, Piraten und wunderbar exotische Schauplätze sowie Geschöpfe gibt es dabei zuhauf und so kommt keinerlei Langeweile auf. Dazu kommen noch einige neue und altvertraute liebenswerte Nebenfiguren, über die ich gern noch mehr gelesen hätte.

Anders als im ersten Band geht es nun auch um die Liebe zwischen Ananna und Naji - und die beiden haben es wirklich geschafft, dass ich mehrmals in die Tischkante beißen wollte. Alle beide sind mir in diesem zweiten Band einige Male wirklich unglaublich auf die Nerven gegangen, da sie einfach nicht fähig sind, vernünftig miteinander zu reden. Das wirkt keineswegs konstruiert, da es zu ihnen passt, aber es macht den Roman stellenweise doch ein wenig anstrengend (ich musste mir manchmal ein lautes und inbrünstiges "Gah!" verkneifen).
Wie es nun einmal ihrem Charakter entspricht, beginnt Ananna um sich zu schlagen, sobald sie verunsichert oder verletzt ist, und das geht so weit, dass sie Naji einiges um die Ohren wirft, das es in sich hat. Ich hatte stellenweise wirklich schon Mitleid mit Naji, auch wenn er an der verfahrenen Situation alles andere als unschuldig ist.

Obwohl das ab und zu ermüdend zu lesen war, mochte ich die Dynamik zwischen den beiden weiterhin. Ich fand es außerdem sehr erfrischend, wie unverkrampft der Roman mit Sexualität umgeht und noch viel erfrischender fand ich es, wie selbstverständlich hier die Tatsache, dass eine Nebenfigur lesbisch ist, eingebracht wurde. Das hat sowohl in der Fantasyliteratur als auch in Jugendbüchern einen großen Seltenheitswert und hat mich wirklich positiv überrascht.
Außerdem kann ich kaum in Worte fassen, wie sehr ich das Ende liebe. Es ist ein bittersüßes Ende, wunderbar stimmig und passend und endlich mal eines, das zeigt, dass Liebe nicht immer gleich bedeutet, alle eigenen Träume über den Haufen zu werfen. 

Ich fand diesen zweiten Band insgesamt schwächer als den ersten und hätte ihm ganz vernünftig betrachtet eher 4 Sternchen (statt 4,5) gegeben. Aber ich möchte ein Buch, das mich bis tief in die Nacht an den Seiten kleben ließ und es mir danach schwer machte, überhaupt wieder ein neues Buch zu beginnen, nicht vernünftig betrachten.

Freitag, 10. Januar 2014

[Wiener Streifzüge] Friedhof der Namenlosen

Beschreibung Wien geht track 18
Startpunkt +
Endpunkt
Zinnergasse (76A)
Gehzeitknapp 2 Stunden

Am Montag habe ich endlich mal wieder einen sonnigen (und freien) Tag erwischt, den ich dazu genutzt habe, einen kleinen Streifzug zu unternehmen. Zum Friedhof der Namenlosen wollte ich schon immer mal und ein dort versteckter Geocache war noch ein zusätzliches Lockmittel (ja, ich hab in gefunden).

Auf dem Friedhof der Namenlosen (eigentlich sind es zwei, von denen es aber nur noch den späteren gibt) wurden von 1840 bis 1940 die - oft nicht identifizierten - Wasserleichen der Donau bestattet. Vor dem Bau des Alberner Hafens und des Freudenauer Kraftwerkes trieb nämlich an der Stelle des Friedhofs ein Wasserstrudel oft Ertrunkene an Land. Genaueres könnt ihr auf Wikipedia nachlesen. 
Ja, sich sowas anzusehen, darauf kommen auch wieder nur die morbiden Wiener, werdet ihr euch denken. ;-) Aber der gesamte Rundweg ist sehr interessant - der Friedhof ist da nur das Tüpfelchen auf dem i.

Man beginnt den Streifzug bei der Bushaltestelle Zinnergasse (die sich am gefühlten A... der Welt befindet) und kommt auf dem Weg zum Donaukanal gleich einmal bei diesem interessanten Schild vorbei:


Ich habe später herausgefunden, dass es sich da um eine Art Bücherflohmarkt in einem Lokal handelt, das inzwischen aber wohl geschlossen ist.
Bei diesem Schild biegt man also links ein und kommt zum Donaukanal, an dem man nun eine Weile entlanggeht.

Weg vom Donaukanal und über das "Blaue Wasser"

Nach dieser Ladung Natur geht es über das Gelände des Alberner Hafens mit seinen teils alten Getreidespeichern, die seit den 1940er Jahren nicht mehr renoviert wurden. Kein schönes, aber ein faszinierendes Fleckchen.

Nicht das schönste Fotomotiv, aber ich mag die leuchtenden Farben.
Unmittelbar neben dem Alberner Hafen befindet sich schließlich der (sehr kleine) Friedhof der Namenlosen.


Irgendwie kamen mir Fotos in Sepia für die Stimmung auf dem Friedhof passend vor.

seltsame Grabplatte

Danach geht es auf fast demselben Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Dieser Streifzug ist zwar nicht ganz leicht zu erreichen (vor allem an Sonn- und Feiertagen fährt der Bus nur selten), aber die Anreise lohnt sich auf jeden Fall. Es ist ein sehr faszinierender Weg mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Ich weiß nicht, wie es im Sommer ist, aber an einem Winternachmittag begegnet man dort nur wenigen Leuten und ist teilweise ganz einsam unterwegs. Das passt perfekt zur teils ein wenig unheimlichen Stimmung des Streifzuges.
Ich kann mir vorstellen, dass sowohl der Hafen als auch der Friedhof einen Besuch in der Dämmerung wert wären - das würde ich aber in diesem Fall nicht alleine machen. Dieses Mal bin ich mit den letzten Sonnenstrahlen wieder in den Bus gestiegen.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Cassandra Rose Clarke - The Assassin's Curse



Genre: Fantasy
Seiten:416
Verlag: Strange Chemistry
ISBN: 978-1908844026
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Als Ananna von den Tanarau, Tochter einer angesehenen Piratenfamilie, in eine arrangierte Ehe mit dem Sprössling eines anderen Piratenclans gezwungen werden soll, nimmt sie kurzerhand Reißaus. Eine solche Kränkung wollen die Hariri nicht hinnehmen, und so schicken sie Ananna einen Assassinen auf den Hals. Dummerweise aktiviert Ananna aber mit einer unbedachten Handlung einen Fluch, woraufhin der Assassine fortan gezwungen ist, sie zu beschützen. Daraufhin beginnt für das ungleiche Paar eine abenteuerliche Reise mit dem Ziel, Naji von dem Fluch zu befreien.

Rein von der Beschreibung her hätte "The Assassin's Curse" mich nie interessiert - und der größte Fan von Piraten und Assassinen bin ich auch nicht. Ich bin aber über einige begeisterte Rezensionen von Bloggerinnen, deren Buchgeschmack ich häufig teile, gestolpert, und als der Roman dann auch noch bei der sehr kritischen Bibliotheka Phantastika eine äußerst positive Kritik bekam, habe ich kurzerhand bei einer ebook-Aktion zugegriffen.
Und ich kann nur sagen: zum Glück! Denn der Roman hat mir nicht nur einige äußerst vergnügliche Lesestunden beschert, sondern ich habe ihn auch im Schnelltempo gelesen und nach Beenden sofort den 2. Band gekauft.

"The Assassin's Curse" ist wirklich ein großartiges Abenteuer mit wunderbaren Figuren. Ananna gibt eine sehr glaubwürdige Piratentochter ab - sie ist mutig, zielstrebig, stur und keineswegs auf den Mund gefallen. Mit ihren Fehlern und Schwächen ist sie aber viel mehr als einfach nur eine toughe Heldin. Schön ist auch, dass sie sich selbst zu helfen weiß und nicht ständig aus Gefahrensituationen gerettet werden muss. Ganz im Gegenteil: Sehr zum Leidwesen von Naji, dem es aufgrund des Fluches nicht besonders gut geht, wenn sie sich in Gefahr begibt, hält sie gar nichts davon, sich aus brenzligen Situationen herauszuhalten.
So ist es eher Naji, der einige Male ohne Ananna ziemlich aufgeschmissen wäre. Und das ist auch einer meiner einzigen Kritikpunkte an dem Roman: Naji ist ein bisschen sehr häufig fast am Rande des Todes oder zumindest kampfunfähig - sei es nun, weil er sich mit Blutmagie verausgabt hat oder weil der Fluch ihm Probleme bereitet. 
Davon abgesehen ist Naji einerseits der typische düstere, verschlossene Held, andererseits aber gut genug ausgearbeitet, dass das nicht stört. Zwischen ihm und Ananna herrscht eine wunderbare Dynamik, die den Roman stetig vorantreibt. Die beiden pendeln zwischen Hass, Respekt, Freundschaft und vielleicht auch ein wenig mehr, wobei es in diesem 1. Teil (noch) nicht zu einer Romanze kommt.

Abgesehen von diesem Duo und einigen interessanten Nebenfiguren hat mir auch das Setting sehr gut gefallen. Piraten, Assassinen, Magie, orientalisch angehauchte Städte und geheimnisumwitterte Inseln geben einen farbenfrohen Hintergrund ab, der sich wohltuend vom gängigen Pseudo-Mittelalter unterscheidet. Und auch wenn die Mischung ein wenig gewagt klingen mag, fügt sich doch alles stimmig ineinander.
Die Handlung ist dagegen zwar nicht sonderlich originell, nichtsdestotrotz aber stets spannend und fesselnd zu lesen. Wenn ich die Zeit gehabt hätte, hätte ich den Roman am liebsten in einem Rutsch durchgelesen, da ich ihn zwischendurch kaum aus der Hand legen mochte.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich schon lange kein so kurzweiliges Lesevergnügen mehr hatte wie mit diesem Roman. Es ist für mich zwar kein perfektes Buch, aber die tolle Ich-Erzählerin, das Zusammenspiel zwischen den Figuren und die rasante Handlung bekommen von mir dennoch 5 Sternchen. Ich erwische nicht oft Bücher, die mich beim Lesen so gut unterhalten.

Sonntag, 5. Januar 2014

[Kurzrezensionen] Von Gestaltwandlern, Einwanderern und Alternativer Historie

Sharon Shinn - The Shape-Changer's Wife

Dieser Roman ist ein kleines Juwel phantastischer Literatur. In dem recht dünnen Buch soll der talentierte Magier Aubrey von dem Gestaltwandler Glyrenden unterrichtet werden. Doch schon bei seiner Ankunft merkt Aubrey, dass rund um den erfahrenen Magier einiges seltsam ist. Als er schließlich hinter die dunklen Geheimnisse kommt, ist er bereits tief in das Leben von Glyrenden und dessen Frau verstrickt.
Mich hat Sharon Shinns Roman ein wenig an Patricia McKillip erinnert: Es gibt Rätsel und Geheimnisse und hinter der vordergründig ruhigen Handlung einen äußerst faszinierenden Plot. Und auch Shinns Schreibstil besticht durch wunderschöne Beschreibungen und eine interessante, ganz und gar unkitschige Liebesgeschichte. Anders als McKillips Romane ist "The Shape-Changer's Wife" aber recht leicht zugänglich und die Rätsel hat man als Leser schneller gelöst als Aubrey selbst. Das macht aber gar nichts, zumal das leichte Gänsehaut-Gefühl, das in dem Roman aufkommt, dadurch keineswegs zerstört wird.
Wer etwas andere, ruhige Fantasyliteratur mag und eine Freude an stimmungsvollen Beschreibungen und interessanten Figuren hat, sollte unbedingt mal einen Blick in diesen Roman werfen. Bei mir war das mit Sicherheit nicht das einzige Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe.
5 von 5 Sternchen


Hannes Stein - Der Komet

Hannes Stein entwirft in seinem Roman eine schrullige Alternativwelt, in der Franz Ferdinand nach dem ersten gescheiterten Attentat Sarajevo den Rücken kehrt. In der Folge finden weder der Erste noch der Zweite Weltkrieg statt, das Kaiserreich Österreich-Ungarn besteht weiter, in Wien blüht eine reiche jüdische Kultur und Amerika ist ein Kontinent der Hinterwäldler. Die Deutschen haben inzwischen begonnen den Mond zu besiedeln und machen in der dortigen Forschungsstelle die beunruhigende Entdeckung, dass ein Komet Kurs auf die Erde genommen hat.
Klingt schräg? Ist es auch. Anfangs habe ich mich auch prächtig amüsiert - vor allem mit Steins charmant-biederer alternativen Historie, die ein verschlafenes Wien präsentiert, das irgendwo zwischen Jahrhunderwende und Zukunft zu stecken scheint. Leider fand ich den Roman insgesamt dann doch nicht so überzeugend. Vieles an seiner Version der Gegenwart ist für mich nicht wirklich durchdacht - manches hätte sich mit Sicherheit auch ohne die Weltkriege geändert. Oft wirkt auch der Humor mit all seinen Anspielungen auf die tatsächliche Gegenwart ein wenig erzwungen.
Die Handlung schließlich ist dermaßen dünn, dass sie den Roman kaum über seine knapp 300 Seiten hinwegtragen kann. Es geht sowohl um einen schüchternen Studenten, der sich in eine gefeierte Schönheit verliebt, als auch um Psychoanalyse und den drohenden Weltuntergang. Nicht einmal letzterer lässt allerdings den Puls beim Lesen höherschlagen.
Der Roman hat mich amüsiert und ein melancholisches "Was wäre wenn"-Gefühl in mir hinterlassen, aber letztendlich hat er mich weder auf der Handlungsebene noch mit seinem alternativen Geschichtsentwurf überzeugt.
3 von 5 Sternchen


T. C. Boyle - América

Das Gratisbuch der Stadt Wien von 2013 stammt bereits aus dem Jahr 1995, hat aber nichts von seiner Brisanz und Aktualität verloren. Es beschäftigt sich mit dem Thema der illegalen Einwanderung und betrachtet dieses aus dem Blick sowohl einer vermeintlich liberalen Mittelstandsfamilie als auch zweier illegaler Einwanderer aus Mexiko.
Direkt mit den Einwanderern konfrontiert, stößt die Toleranz des etwas verplanten Journalisten Delaney schnell an seine Grenzen und er sieht sich bald "gezwungen", seine amerikanischen Werte und sein schönes Haus zu verteidigen. Cándido und seine junge Frau América hingegen stellen schnell fest, dass der amerikanische Traum für Menschen wie sie unerreichbar ist, und sie können sich kaum mit schlechten Jobs über Wasser halten. Da sie sich keine Wohnung leisten können, schlagen sie ein improvisiertes Lager in einem Canyon auf, aber nicht einmal diese kleine Heimat scheint ihnen vergönnt zu sein.
"América" ist ein interessantes, sehr fesselnd geschriebenes Buch, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse gänzlich verschwimmen. Ich halte es auch für ein wertvolles Buch, das man durchaus einmal gelesen haben sollte. Gleichzeitig fand ich es aber dermaßen deprimierend, dass es mir stellenweise einfach zuviel wurde. Ja, ich bin mir sicher, dass es realistisch ist und es Schicksale wie die von Cándido und América zuhauf gibt. Dennoch hätte ich mir ab und zu einen Lichtblick gewünscht und, um ehrlich zu sein, auch den einen oder anderen wirklichen Sympathieträger. Ein lesenswerter, zugleich aber auch sehr trister Roman, der mich beim Lesen stellenweise sehr frustriert hat.
4 von 5 Sternchen

Samstag, 4. Januar 2014

[Sachbuch-Challenge] Buch-Überlegungen

Nachdem ich ja inzwischen beschlossen habe, bei Winterkatzes Challenge teilzunehmen, habe ich mir natürlich auch überlegt, welche Bücher ich lesen könnte.
Bücher für meine Doktorarbeit werden vermutlich nicht darunter sein - über die Grundlagen-Recherche bin ich ja schon weit hinaus, und meistens sind es jetzt nur einzelne Artikel/Kapitel, die für mich relevant sind. Sollte aber doch noch mal ein ganzes Buch dabei sein, werde ich das vielleicht dazu zählen.

Ansonsten werden es wohl vor allem Bücher sein, die mich fürs Schreiben/Weltenbasteln interessieren und ein bisschen weiterer Kram.

Bereits bei mir im Regal:

Hans Peter Roentgen - Drei Seiten für ein Expose
Jared Diamond - Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften
Jared Diamond - Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen
Alberto Angela - Vom Gladiator zur Hure. Die Reise einer Münze durch das Römische Reich

Das erste Buch habe ich schon seit einer Weile, aber da ich in letzter Zeit kaum geschrieben habe, habe ich natürlich auch keine Notwendigkeit gesehen, ein Expose zu schreiben. Vielleicht lese ich es aber in diesem Jahr endlich.
Die beiden Bücher von Diamond habe ich auch schon seit langem, da ich annehme, dass sie für das Erfinden fiktiver Gesellschaften äußerst hilfreich sind. Ich habe in beide schon vor längerem hineingelesen und das klingt auch alles sehr spannend - aber es sind zwei solche Wälzer, dass es mich wirklich einschüchtert. Zumindest eins davon möchte ich aber nun endlich mal lesen.
Das letzte ist nicht direkt in meinem Regal, sondern ein ebook, das ich aus der Onleihe ausgeliehen habe. Ich dachte, das Buch wäre vielleicht ganz unterhaltsam und informativ, aber bisher reißt es mich nicht so vom Hocker. Die Art, wie es geschrieben ist, sagt mir nicht so zu, und bisher habe ich auch nicht viel neues darin erfahren (es ist vermutlich doch eher für Einsteiger in das Thema Römische Antike).

Rechercheliteratur fürs Schreiben

Hans-Joachim Drexhage - Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1.-3. Jahrhundert). Eine Einführung
Robert Bohn - Fernhandel in Antike und Mittelalter
Ullrich Fellmeth - Pecunia non olet. Die Wirtschaft der antiken Welt
Christian Brockmann - Antike Medizin im Schnittpunkt von Geistes- und Naturwissenschaften 
Karl-Wilhelm Weeber - Alltag im Alten Rom: Das Leben in der Stadt

Okay, ich werde vermutlich nicht drei Bücher zu Handel/Wirtschaft in der Antike lesen, aber ich hab alle drei schon mal in der Unibibliothek bestellt und werde mal schauen, welches davon für mich am brauchbarsten ist. Im "Bühnenrätsel" spielt nämlich Handel (bzw. ein Händler) eine wichtige Rolle und ich habe nicht sehr viel Ahnung von dem Thema. Fantasywelt hin oder her - ich brauche dringend Informationen dazu. Ebenso auch zur antiken Medizin. Meine Figuren bekommen mal wieder einiges ab und ich habe mich bislang eher mit den allgemeinen medizinischen Aspekten beschäftigt, aber nicht damit, was stimmige Heilmethoden in einer antiken Welt wären.
Und zum letzten: Von Weeber gibt es eine ganze Reihe von hervorragenden Büchern, die sich mit dem Alltagsleben in der Antike beschäftigen. Im Grunde interessieren mich alle - das eine steht also mal stellvertretend dafür.

Weitere Sachbücher, die mich interessieren

Alfred Lansing - 635 Tage im Eis. Die Shackleton-Expedition
Roald Amundsen - Nordwestpassage. Meine Polarfahrt auf der Gjøa
Thor Heyerdahl - Kon-Tiki. Ein Floß treibt über den Pazifik
Reinhold Messner - Die weiße Einsamkeit. Mein langer Weg zum Nanga Parbat
Manfred Büttner - Von Arsen bis Zielfahndung. Das aktuelle Handbuch für KrimiautorInnen und Neugierige
Ingrid Neukert - Einfach mal vegan

Jaaaa, ich hab ein gewisses Faible für Expeditionen (und besonders für Polar-Expeditionen). Hier gilt dasselbe wie für die Wirtschaft in der Antike: Ich habe nicht vor, alle davon in diesem Jahr zu lesen.
Das Krimi-Handbuch klingt unterhaltsam und auch informativ für den Fall, dass ich mich doch irgendwann an einen Krimi wage. Steht schon seit ewiger Zeit auf meiner Leseliste.
Und das letzte Buch ist ein Kochbuch. Ich habe diesen Dezember knapp 3 Wochen lang versucht, vegan zu leben und fand die Erfahrung interessant und nicht einmal so schwierig. Ganz konsequent könnte ich das wohl niemals durchziehen (und das möchte ich auch gar nicht), aber ich möchte zumindest für mich selbst in diesem Jahr zu etwa 75% vegan kochen und brauche einige weitere Rezeptanregungen.

Das sind ja schon mal einige Bücher. Ich bin gespannt, welche davon ich tatsächlich lesen werde - oder ob ich die gesamte Liste über den Haufen werfe und mich auf ganz andere Bücher stürze.
Momentan würde ich ja am liebsten mit allen gleichzeitig beginnen. ;-)

Sachbuch-Challenge

Ich wollte mir für 2014 keine weitere Challenges mehr als meine eigene Nobelpreis-Challenge und Elenas Zurück in die Vergangenheit-Challenge vornehmen, aber um Winterkatzes Sachbuch-Challenge schleiche ich nun schon wochenlang rum und habe jetzt beschlossen, dass ich teilnehmen möchte.
Ich lese manchmal gern Erfahrungsberichte oder Biographien (eben nicht-fiktionale Werke) und habe außerdem so einiges an Rechercheliteratur für meine Romane von mir. Und in eine Challenge verpackt, macht so etwas ja gleich mehr Spaß, wobei ich bezweifle, dass ich wirklich 10 Bücher schaffen werde.


Die genauen Regeln findet ihr auf Winterkatzes Challenge-Seite. Ganz kurz gefasst geht es darum, 10 Sachbücher (wozu jedes Buch mit nicht-fiktivem Inhalt zählt) im Jahr 2014 zu lesen, davon mindestens 5 bis zum 30. Juni 2014. Zu jedem gelesenen Buch müssen eine Rezension oder wenigstens ein allgemeiner Leseeindruck geschrieben werden.
Eine Überlegung, welche Bücher ich da so auf meiner Liste hätte, werde ich in einem separaten Beitrag anstellen.

Liste gelesener Sachbücher

Donnerstag, 2. Januar 2014

Was ich mir fürs Jahr 2014 wünsche und ein paar Lesevorsätze

Lesevorsätze

Anders als Lebensvorsätze klappen Lesevorsätze bei mir meistens ganz gut. Abgesehen von diversen Challenges hatte ich mir für 2013 vorgenommen, mindestens 15 englische Bücher zu lesen/hören. 18 sind es geworden, das hat also schon mal geklappt.
Auch die Challenges, an denen ich teilgenommen habe, habe ich erfolgreich abgeschlossen.
Was ich dagegen nicht geschafft habe, das war, die Altlasten von meinem SuB zu lesen. Ständig kamen mir andere Bücher dazwischen ...

2014 würde ich gern wieder die 15 englischen Bücher schaffen. Challenges habe ich bisher nur zwei und viel mehr sollen es auch nicht werden. Lediglich die Sachbuch-Challenge von Winterkatze reizt mich noch.
Ansonsten möchte ich vor allem einfach lesen, worauf ich Lust habe und mich nicht großartig unter Druck setzen.


Allgemeine Wünsche für 2014

Ich bin ins Jahr 2013 mit einer Reihe von sehr großen Vorsätzen gestartet - und habe keinen einzigen davon geschafft. Dementsprechend frustrierend war es, am Ende des Jahres zurückzublicken. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich 2013 wirklich gar nichts auf die Reihe gebracht (was so vielleicht auch nicht stimmt, aber es kam mir so vor) und das war nicht schön.
Ich möchte daher ins neue Jahr ein bisschen anders starten. Keine groß angelegten Vorsätze, die ich dann vielleicht doch wieder nicht schaffe, sondern Wünsche. Keine Wünsche, die mir jemand anderer erfüllen muss, sondern für die ich durchaus selbst zuständig bin. Was ich mir also von mir selbst für das Jahr 2014 wünsche:

- Eine Veränderung in meinem Leben
Sei es nun beruflich, die leidige Doktorarbeit, eine neue Wohnung oder etwas ganz anderes. Ich möchte es einfach schaffen, irgendetwas an meinem Leben zu verändern, mit dem ich so, wie es derzeit ist, nicht wirklich zufrieden bin.

- Eine Sportart finden, die mir Spaß macht
Jedes Jahr treffe ich den großartigen Vorsatz, von nun an brav Sport zu machen. Das Problem ist nur, dass ich nie so recht was für mich finde. Immer führt es entweder dazu, dass ich mich einige Wochen lang mit etwas quäle, bis ich es wieder aufgebe, oder dass ich feststelle, dass ich mir die Sportart, die ich gern machen würde, nicht leisten kann oder in meiner Nähe keine Gelegenheit dazu habe.
Ich würde in diesem Jahr gern etwas finden, das finanziell und räumlich möglich ist und wozu ich mich nicht ständig prügeln muss (so wie zum Joggen). Das heißt, dass ich wohl auch ein bisschen ausprobieren muss.

- Bis zum Ende dieses Jahres diesen Pullover anziehen können
Okay, eigentlich ist es ein Kleid, aber ich betrachte das als Pullover. ;-) Die Anleitung habe ich schon seit Monaten, aber mir fehlt noch die Wolle und der Mut zu beginnen.
Ich habe noch nie etwas so großes gehäkelt und ich habe Angst, dass ich viel Geld für Wolle ausgebe und viel Zeit investiere und es mir dann misslingt. Aber es nervt mich, dass ich schon wieder so zögerlich bin, obwohl ich mich doch so gern auf dieses Häkelprojekt stürzen würde.
Also: Ich möchte diesen Pullover 2014 noch tragen können.

- Ein Art Journal führen
Früher habe ich jahrelang Tagebuch geführt und ich würde das gern wieder beginnen, aber ich möchte damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, und zugleich auch meine Kreativität wieder ein wenig auf Touren bringen. Früher habe ich nämlich auch sehr viel gemalt und gezeichnet und auch das habe ich ganz aufgehört.
Die ersten zwei Seiten habe ich an den letzten beiden Tagen schon gestaltet und gestern auch meinen ersten Eintrag geschrieben und es hat Spaß gemacht. Daran möchte ich möglichst bis Ende des Jahres dranbleiben, damit ich dann (falls ich sonst nichts schaffe), zumindest ein kreatives Büchlein über 2014 habe, in dem ich dann blättern und mich hoffentlich daran freuen kann.
(Wer sich unter dem Begriff Art Journal nichts vorstellen kann: einfach mal nach Bildern googlen, da werdet ihr haufenweise finden ;-))

- Schreiben
Okay, ich habe durchaus konkrete Schreibvorsätze für dieses Jahr, aber im Grunde wünsche ich mir einfach nur, dass ich wieder regelmäßig schreibe und am Ende des Jahres vielleicht auf den einen oder anderen beendeten Roman zurückblicken kann.

- Mir erlauben, glücklich zu sein
Wer hier länger mitliest, hat vermutlich schon mitbekommen, dass ich massive Probleme mit meiner Doktorarbeit habe (die ich ohne entsprechende Anstellung und sozusagen ganz im Alleingang schreibe). Eins meiner größten Probleme damit ist aber, dass ich immer das Gefühl habe, ich müsste mich dafür bestrafen, dass ich sie nicht auf die Reihe bekomme. Ich habe sogar das Gefühl, ich dürfte niemals und auf gar keinen Fall glücklich sein, solange ich sie nicht zu Ende geschrieben habe. Und das ist ein ziemlich scheußliches Gefühl.
Ganz unabhängig davon, ob ich sie nun endlich zu Ende schreibe oder nicht oder sie gar hinschmeiße - ich möchte es schaffen, dieses Gefühl der Selbstbestrafung abzustellen.


Ja, das wären also die Dinge, die ich mir vom Jahr 2014 und von mir wünsche. Ich hoffe, dass ich mir zumindest ein paar davon erfüllen kann.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Mein Lesejahr 2013

Wie jedes Jahr gibt es nun am 1. Januar meine Leseliste und ein wenig Statistik:

gelesene Bücher: 72
davon Hörbücher: 17
gelesene Seiten (natürlich ohne Hörbücher): 20.823
Highlights (mit 5 Sternen bewertet): 5 Bücher
Flops (1 oder 1,5 Sterne): 1 Buch
durchschnittliche Wertung: 3,54 Sternchen
abgebrochene Bücher: 7
Im Vergleich zu den letzten beiden Jahren habe ich 2013 wieder etwas weniger gelesen, wenn auch immer noch mehr als vor meiner Blogzeit. Wie schon im vorigen Jahr hatte ich recht wenig absolute Highlights, aber auch recht wenige richtige Flops - die meisten Bücher bewegten sich für mich also im (oberen) Durchschnitt.
Die Höhepunkte des Jahres waren für mich Swallows and Amazons von Arthur Ransome und Die Stadt am Ende der Welt von Thomas Mullen. Auf das eine Buch wäre ich ohne die 100 books-Challenge nie gekommen, das andere war überhaupt ein reiner Zufallsfund. Ganz allgemein waren die meisten hoch bewerteten Bücher in diesem Jahr keine aktuellen Bestseller, sondern schon etwas in die Jahre gekommenen Werke. Das bestätigt mich mal wieder darin, dass ich mich nicht zu sehr auf Neuerscheinungen konzentrieren möchte.
Abgesehen von den abgebrochenen Büchern haben mir Das neue Buch Genesis von Bernard Beckett sowie Asche und Phönix von Kai Meyer am wenigsten gefallen. Vor allem zweiteres war eine große Enttäuschung, da ich die Romane von Kai Meyer sonst immer gern lese.

Und hier nun meine vollständige Leseliste (Hörbücher sind wie immer lila):
Januar (9 Bücher)
Juliet Marillier - Das Kind der Stürme (Rezension)
Peadar O'Guilín - Die Kuppel (Rezension)
Anna Koschka - Naschmarkt
Ann Brashares - The Sisterhood of the Traveling Pants
Ursula Poznanski - Saeculum
Sabine Klaus - Sturmherz
Dorothy L. Sayers - Ärger im Bellona-Club
Agatha Christie - Das Geheimnis von Sittaford
Arthur Ransome - Swallows and Amazons (Rezension)

Februar (5 Bücher)
Patricia A. McKillip - Das Lied des Basilisken (Rezension)
Lloyd Alexander - The High King (Rezension)
Isabel Abedi - Lucian (Rezension)
Sir Gawain und der grüne Ritter (Rezension)
Bram Stoker - Dracula (Rezension)

März (7 Bücher)
Catherine Hall - Days of Grace (Rezension)
Julie Peters - Am Fuß des träumenden Berges (Rezension)
Robert Louis Stevenson - Die Schatzinsel (Rezension)
Jane Austen - Überredung (Rezension)
Jon Krakauer - In eisige Höhen
Dodie Smith - I Capture the Castle (Rezension)
Holly-Jane Rahlens - Everlasting
Michael Köhlmeier - Madalyn

April (8 Bücher)
Cassandra Clare - City of Bones (Rezension)
Maggie Stiefvater - The Scorpio Races (Rezension)
Rick Riordan - Percy Jackson: Diebe im Olymp (Rezension zur gesamten Reihe)
Guy Gavriel Kay - Die Löwen von Al-Rassan
Rick Riordan - Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen (Rezension zur gesamten Reihe)
Ursual Poznanski - Fünf (Rezension)
Cassandra Clare - City of Ashes
Rick Riordan - Percy Jackson: Der Fluch des Titanen (Rezension zur gesamten Reihe)

Mai (7 Bücher)
Rick Riordan - Percy Jackson: Die Schlacht um das Labyrinth (Rezension zur gesamten Reihe)
Zsuzsa Bánk - Heißester Sommer (Rezension)
Rick Riordan - Percy Jackson: Die letzte Göttin (Rezension zur gesamten Reihe)
Leonie Swann - Glennkill
Michelle Magorian - Goodnight Mister Tom (Rezension)
Jacqueline Wilson - Vicky Angel (Rezension)
Kai Meyer - Asche und Phönix (Kurzrezension)

Juni (5 Bücher)
Arthur Ransome - Swallowdale (Kurzrezension)
Kaja Evert - Flügel aus Asche
Mikkel Birkegaard - Die Bibliothek der Schatten
Steve Erickson - Das Meer kam um Mitternacht (Kurzrezension)
Marc Elsberg - Blackout (Rezension)

Juli (6 Bücher)
Amanda Grange - Darcy's Diary (Rezension)
Anika Beer - Wenn die Nacht in Scherben fällt
Carlos Ruiz Zafón - Der Gefangene des Himmels (Rezension)
Marcus Sedgwick - Das Buch der toten Tage
Koushun Takami - Battle Royale (Rezension)
Kristy Spencer, Tabitha Lee Spencer - Dark Angel's Summer

August (4 Bücher)
Anne Bronte - Agnes Grey
Karen Maitland - Der Fluch der Gaukler (Rezension)
Naomi Novik - Drachenbrut
Ebba Schwimann-Pichler - Ahornstraße 5 (Rezension)

September (5 Bücher)
Paul Buddee - Aufregung im Ponyclub (Rezension)
David Anthony Durham - Macht und Verrat (Rezension)
Thomas Mullen - Die Stadt am Ende der Welt (Rezension)
Félix J. Palma - Die Landkarte des Himmels
Maja Ilisch - Geigenzauber (Rezension)

Oktober (6 Bücher)
Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden
Jonathan Carroll - Das Land des Lachens (Rezension)
Frances Hodgson Burnett - The Secret Garden (Rezension)
Charles Dickens - Große Erwartungen (Rezension)
Krystyna Kuhn - Die Jagd (Das Tal 2.3) 
Diane Zahler - The Thirteenth Princess

November (4 Bücher)
Nnedi Okorafor - Who Fear's Death (Rezension)
Arundhati Roy - Der Gott der kleinen Dinge (Rezension)
Alice Munro - Tanz der seligen Geister (Rezension)
Bernard Beckett - Das neue Buch Genesis (Rezension)

Dezember (7 Bücher)
Gabriel García Márquez - Die Liebe in den Zeiten der Cholera (Rezension)
Evelyn Waugh - Wiedersehen mit Brideshead (Rezension)
Sharon Shinn - The Shape-Changer's Wife (Kurzrezension)
Hannes Stein - Der Komet (Kurzrezension)
Janne Teller - Nichts. Was im Leben wichtig ist
T. C. Boyle - América (Kurzrezension)
J.R.R. Tolkien - The Hobbit (Rezension)

Abgebrochen
Apuleius - Der goldene Esel
Agatha Christie - Die großen Vier
Julia Quinn - Wie erobert man einen Duke? (Begründung)
Cassandra Clare - City of Glass (Begründung)
Alexandre Dumas - Die drei Musketiere (Begründung)
Jürgen Kaizik - Die Schatten Hölderlins
Joseph Heller - Catch-22