Donnerstag, 31. Oktober 2013

Mein Schreibnovember 2013 - NaNo light

Ich habe beschlossen, dieses Jahr wieder nicht am NaNoWriMo teilzunehmen, aber in den letzten Tagen wurde ich irgendwie vom wilden Affen gebissen und hätte mich fast in einem Anfall akuten Wahnsinns doch noch angemeldet.
Es ist schon so lange her, seit ich zuletzt wirklich geschrieben habe und ich würde so gern einfach frisch von der Leber weg loslegen.

Da ich aber in solchen Dingen sehr ehrgeizig bin und weiß, dass nur 50.000 Wörter tastächlich einer erfolgreicher NaNo für mich sind, hat dann doch die Vernunft gesiegt. Denn mir werden im November vermutlich 6 ganze Schreibtage fehlen und da ich auch sonst einiges zu tun habe, könnte ich die niemals aufholen.
Deshalb habe ich mich nun für einen Kompromiss entschieden. Ich erkläre den November trotzdem zu meinem Schreibmonat, allerdings mit dem etwas bescheideneren Ziel von 35.000 Wörtern. Das sollte noch genug Herausforderung für ein NaNo-Feeling sein, aber eher machbar.
Ob es allerdings dasselbe ist wie ein "richtiger" NaNo? Das bezweifle ich ein wenig, aber es ist eben ein Versuch.

Geschrieben wird "Bühnenrätsel", meine Fortsetzung von "Bühnenzauber". Und es ist gut, dass ich zumindest die Figuren schon kenne, denn vom Plot habe ich allenfalls nur vage Vorstellungen. Zwar habe ich in meinem Kopf schon eine ganze Anzahl ausformulierter Szenen, aber in denen sehe ich noch nicht wirklich einen großen Zusammenhang. Natürlich habe ich eine ungefähre Ahnung, worum es in dem Roman gehen soll, aber viel mehr auch nicht.
Ob das gutgehen kann? Das wird sich in den nächsten 30 Tagen zeigen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Charles Dickens - Große Erwartungen


Genre: Klassiker, Entwicklungsroman
Seiten: 612
Verlag: insel taschenbuch
ISBN: 9783458352389
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

"Bücher, die man gelesen haben muss"-Challenge


"Große Erwartungen" hat mich durch meine Jugend begleitet - nicht der Roman allerdings, sondern die moderne Filmadaption von Alfonso Cuarón aus dem Jahr 1998, die ich damals einige Male gesehen habe und deren beeindruckende Bilder etwa von dem verfallenen Haus Miss Havishams sich mir stark eingeprägt haben. Somit waren mir die Grundzüge der Handlung bereits bekannt:
Der Waisenjunge Pip wächst bei seiner Schwester und deren Mann auf und ist trotz der ärmlichen Verhältnisse im Großen und Ganzen mit seinem Leben zufrieden. Dann aber bestellt ihn die wunderliche Miss Havisham zu sich, offensichtlich als Spielgefährten für ihre Ziehtochter Estella. Pip ist von dem arroganten und schönen Mädchen fasziniert und wünscht sich fortan nur noch eins: ein reicher, vornehmer Mann zu werden, um gut genug für sie zu sein. Als ein unbekannter Wohltäter ihm in London ein Leben als Gentleman ermöglicht, scheinen sich Pips große Erwartungen zu erfüllen.

Mit Pip hat Charles Dickens einen Helden geschaffen, der voller Fehler und Eitelkeiten ist und gerade deshalb sehr viel Entwicklungspotenzial bietet. Obwohl er sich oft überheblich und rücksichtslos verhält, war er mir doch über weite Strecken des Romans sympathisch. Das liegt vor allem an den reflektierenden Kommentaren von Pip über sein falsches Verhalten. Es ist schwer, ihm sein Verhalten übelzunehmen, wenn er sich ohnehin selbst bereits Vorwürfe deshalb macht.
Pip ist also mit seinen Schwächen, aber auch mit seiner charakterlichen Entwicklung eine rundum gelungene Hauptfigur.
Die Nebenfiguren hingegen schwanken zwischen realistisch dargestellten Charakteren und den Dickens-typischen Extremen, die oft recht lächerlich wirken. Das ist zum Lesen ganz amüsant, stellenweise aber doch nervig. Großartig fand ich dagegen den exzentrischen Mr. Wemmick und Pips Freund Herbert, zumal auch die Freundschaft zwischen ihnen wunderbar geschildert wird. Ungemein sympathisch ist auch Joe, Pips Schwager, der zwar ein herzensguter Mensch ist, sich aber in feiner Gesellschaft so ungeschickt verhält, dass Pip sich für sein einst geliebtes Vorbild schämt.
Sowohl die Figuren als auch die Schauplätze (angefangen von den unwirtlichen Marschen bis hin zu Wemmicks kleiner "Burg") werden so anschaulich geschildert, dass sie alle vor meinem inneren Auge Gestalt angenommen haben.
Einzig Pips Liebe zu Estella fand ich im Roman vor allem zu Beginn nicht sehr nachvollziehbar, da Estella zunächst wirklich keinen Anlass dafür liefert, sie zu mögen. Sie ist stolz, arrogant, unhöflich und vermittelt noch nicht einmal den Eindruck, dass eine besondere Faszination von ihr ausgeht. Das ist etwas, das ich in der Verfilmung tatsächlich bei weitem besser umgesetzt fand.

Der Plot in "Große Erwartungen" besteht aus einer Vielzahl von Fäden, die alle meisterhaft ineinander verknüpft werden. Da ich die Handlung an sich ja bereits kannte, haben mich die Plotwendungen leider nicht mehr überrascht, die einem wohl sonst schon auch mal den Mund offenstehen lassen.
Ein paar kleine Längen gibt es allerdings - vor allem am Anfang und in der Mitte des Romans. Die Handlung plätschert einfach stellenweise zu sehr vor sich hin und scheint auch manchmal nicht sehr zielgerichtet (auch wenn die meisten vermeintlich überflüssigen Szenen letztendlich doch eine wichtige Rolle spielen).

Insgesamt fand ich den Roman aber gut zu lesen und auch auf der emotionalen Ebene fesselnd. Pip und die anderen sind mir zum Ende hin doch so sehr ans Herz gewachsen, dass es mir schwerfiel, mich von ihnen zu verabschieden.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Sonntagsgeplauder #64

Das war die Lesenacht
Vielen Dank an Nanni für eine sehr nette Lesenacht gestern! So wirklich viel habe ich zwar nicht gelesen (ich hab doch immer eine Weile gebraucht für die stündlichen Fragen und kleine Blogrunden), aber ich denke, bei "Der Gott der kleinen Dinge" waren es etwa 50 Seiten und bei "Who Fears Death" 20-30 (genau hab ich nicht darauf geachtet).
Es ist dann bei mir (weniger mit dem Lesen als mit anderem Kram) doch noch relativ spät geworden, aber: Ha! Zeitumstellung! Daher war ich heute trotzdem um halb acht (nach neuer Zeit) aus den Federn.

Ein geplanter Streifzug
Einer der Gründe, weshalb ich relativ früh aufgestanden bin, ist, dass ich heute nochmal einen schönen langen Streifzug machen möchte. Angeblich soll es ja recht sonnig und warm werden und ich schätze, dass das mein letzter freier Sonntag bei warmen Temperaturen für längere Zeit sein wird.
Allerdings war ich noch unsicher, welche Wanderung ich unternehmen sollte. Ich habe mir unlängst aus der Bücherei "Wien -Wienerwald. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen" mitgenommen, darin aber nicht so recht was nettes für heute gefunden. 5 Stunden mit Steigungen sind mir ehrlich gesagt zuviel. Das ist dann eher etwas für Frühling, wenn ich (hoffentlich) wieder für den Frauenlauf trainiere und bei besserer Kondition bin als jetzt. Andere Wege wiederum sind gar so weit außerhalb, das ist nicht nur eine ziemliche Fahrerei, sondern auch relativ teuer, wenn ich mehrere Zonen über die Stadtgrenze hinaus muss.
Und so habe ich mich letztendlich für die Etappen 15+16 des rundumadum-Weges entschieden, die früher für mich sehr schlecht zu erreichen waren, nun aber dank Busverbindungen zur verlängerten U-Bahnlinie 2 gar nicht mehr so ungünstig gelegen sind.
Jetzt ist nur die Frage, wann ich mich auf die Socken machen soll. Noch ist es draußen total trüb-nass-nebelig und wenig einladend. Nun schwanke ich zwischen gleich aufbrechen und hoffen, dass es aufreißt, während ich zum Ausgangspunkt fahre oder hier warten, bis es auch tatsächlich sonnig ist. Jaja, typisch ich - selbst bei solchen Kleinigkeiten kann ich keine Entscheidung treffen. ;-)

Und sonst so?
Was heute auch noch geplant wäre, das ist die Rezension zu "Große Erwartungen" zu schreiben. Oder sonst spätestens morgen. Ich weiß auch nicht, weshalb ich das schon wieder vor mir herschiebe.
Außerdem muss ich noch was für die Dissertation machen, endlich wieder "Bühnenzauber" weiter überarbeiten und an Weihnachtsgeschenken basteln. Ja, ernsthaft. Da ich dieses Jahr den Großteil der Geschenke wieder selbst machen möchte, ist das jetzt durchaus schon ein Thema, sonst ertrinke ich im Dezember wieder im Stress.
Langweilig wird mir heute also sicher nicht - gut, dass der Tag heute eine Stunde länger ist.

Ich wünsch euch einen wunderschönen Sonntag!

Samstag, 26. Oktober 2013

Nannis Traumhaft Fantastische Lesenacht

Relativ spontan habe ich beschlossen, mich Nannis heutiger Lesenacht anzuschließen. Bei dieser wird nicht nur gelesen, sondern es gibt auch jede volle Stunde "Wahrheit oder Pflicht" - also entweder die Beantwortung einer Frage oder das Erfüllen einer Aufgabe (oder beides, wenn man Lust hat).
Ich werde diesen Beitrag ungefähr jede Stunde aktualisieren und die neuen Fragen jeweils unten anhängen.

1. VORSTELLUNGSRUNDE:

WAHRHEIT:
Wie heißt du? Seit wann liest / bloggst du? Welches Buch / Bücher liest du heute Abend? Wo liest du? Wie machst du es dir gemütlich?
Was möchtest du sonst noch zum Einstieg sagen?

PFLICHT:
Beantworte die Fragen (s.o.) mit einem oder mehreren Fotos!

Im Internet heiße ich Neyasha und seit ich lesen kann, lese ich. ;-) Mit dem Bloggen habe ich im August 2010 begonnen - also vor etwa 3 Jahren (unfassbar!)

Ich lese heute bei meinen derzeitigen Büchern weiter, also:
Arundhati Roy, Der Gott der kleinen Dinge wird wohl mein "Hauptbuch" heute Abend, da es mir sehr gut gefällt und es sich auch flüssig lesen lässt.
Nnedi Okorafor, Who Fears Death: Ein faszinierendes Buch zwar, aber eines, das ich ein wenig anstrengend zu lesen finde (ich finde es auch sprachlich eher schwierig). Daher werde ich wohl immer nur mal wieder einzelne Kapitel zwischendurch lesen.
Und falls ich vom "normalen" Lesen genug bekomme (oder Lust auf Handarbeiten habe), hab ich mit Diane Zahler, The Thirteenth Princess noch ein sehr süßes Hörbuch.

Ich mache es mir auf meiner kleinen Couch gemütlich, die ihr auf dem Foto seht.
Apropos Foto: Ich muss mich entschuldigen, dass es von mir nur mittelprächtige Handyfotos geben wird. Meine Kamera ist ja leider kaputt und die (ziemlich fürchterliche) Leihkamera meiner Schwester hat kein usb-Kabel mehr dabei und mein Computer wiederum kann SD-Karten nicht direkt lesen, also bekomme ich Fotos gerade nur auf ziemlichen Umwegen auf meinen Computer. Das ist mir heute Abend zu mühsam, daher nur Handyfotos - auch wenn die ohne Tageslicht eher zu wünschen übrig lassen.

2. BUCHEMPFEHLUNGEN:

WAHRHEIT:
Welches ist das von dir am meisten empfohlene / verschenkte Buch?

PFLICHT:
Fotografier ein Buch aus deinem Bücherregal, das die sehr peinlich ist!

Da mir jetzt nicht wirklich ein peinliches Buch in meinem Bücherregal einfällt, wende ich mich mal der Frage zu, und die ist auch nicht so ganz einfach. Ich glaube, das einzige Buch, das ich schon öfter als einmal verschenkt habe, ist "Gute Geister" von Kathryn Stockett, das ich auch mit gutem Gewissen vielen verschiedenen Lesefans empfehlen kann. Ansonsten ist es definitiv auch einfach eine Genre-Frage. Was ich aber auch schon öfter mal empfohlen habe, das ist "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee und "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak.

Jetzt werde ich mal ein kleines Ründchen durch die Blogs drehen. Bei allen kann ich wohl nicht vorbeischauen, sonst komm ich bis zur nächsten vollen Stunde nicht mehr zum Lesen, aber ich bemüh mich. ;-)


3. CHARAKTERE:

WAHRHEIT:
Mit welchem Protagonisten würdest du gern in einem Erotikroman landen? Warum?

PFLICHT:
Es gibt ja immer mal wieder Protagonisten/Innen, die dem Leser total auf die Nüsse gehen (weil sie einfach total langweilig, nervig, böse oder zu aalglatt sind). Du hast jetzt die Möglichkeit diesem / dieser Protagonisten/In richtig die Meinung zu geigen. Los geht´s !!

Aber hallo, Nanni, bei der Frage weiß ich jetzt, weshalb das "Warheit oder Pflicht" heißt! *lach* Gar nicht so einfach zu beantworten - ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt einen Protagonisten gibt, mit dem ich in einem Erotikroman landen möchte. Wenn, dann wohl am ehesten mit Leo Leike aus "Gut gegen Nordwind". Der ist intelligent, schlagfertig, zärtlich (diese eine Email, als er ein wenig betrunken ist und auf einmal sehr emotional wird? *dahinschmelz*) und manchmal auf eine interessante, aber nicht nervige Weise unnahbar.
Hm, wenn ichs mir recht überlege, dann möchte ich mit Leo eigentlich nicht in einem Erotikroman landen, sondern lieber mit ihm Emails schreiben. ;-)

Die Pflicht ist zwar toll, aber die lass ich lieber mal. Da wüsste ich ein paar Protagonistinnen so einiges zu sagen - ich glaube, da würde ich bis zur nächsten Frage nicht mehr zum Lesen kommen. Vielleicht mach ich daraus irgendwann mal einen extra Beitrag. ;-)


4. BIBLIOPHILIE

WAHRHEIT:
Als bibliophiler Zeitgenosse wird man ja häufig belächelt. Über welche deiner "Buchnerd" Eigenschaften musst du jedoch selbst manchmal lachen?

PFLICHT:
Schreibe einen 6-Zeiler rund ums Thema "Bibliopholie"!

Hm, also jetzt komm ich echt in Bedrängnis. Da ich nicht gut dichten kann, aber trotzdem eine Perfektionistin bin, würde ich an dem 6-Zeiler wohl die restliche Nacht sitzen, sollte ich mich daran probieren.
Allerdings fällt mir jetzt auch keine allzu buchnerdige Eigenschaft ein (zumindest nichts, was nicht auf praktisch alle Buchblogger zutrifft wie etwa Leselisten führen, an Challenges teilnehmen, usw.). Am ehesten fällt mir da noch ein, dass ich schon das eine oder andere Mal - Achtung, jetzt wirds intim *gg* - mit kaltem Hintern und steifen Beinen vom Klo aufgestanden bin, weil da grad eine Lektüre rumlag, die mich so lange gefesselt hat ...

Es tut mir übrigens leid, dass ich heute keine allzu ausgedehnten Blogrunden gemacht habe. Leider ist meine Internetverbindung heute mal wieder so zickig, dass es Ewigkeiten dauert, einen Blog zu laden, weitere Ewigkeiten, einen Kommentar zu schreiben und auch Ewigkeiten, meinen Beitrag hier zu aktualisieren. Deshalb habe ich bis jetzt auch viel weniger Zeit zum Lesen gefunden als erhofft.
Aber ein bisschen was geht heute nicht. Immerhin ist es ja - dank Zeitumstellung - theoretisch noch eine Stunde früher. ;-)

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Jonathan Carroll - Das Land des Lachens



Genre: Phantastischer Roman
Verlag: Suhrkamp
Seiten: 220
ISBN: 978-3518384541
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen



Thomas Abbey, Lehrer für englische Literatur, ist schon seit Jahren nahezu besessen von dem Schriftsteller Marshall France und dessen phantastischen Werken. Fasziniert von den Rätseln in Frances Leben beschließt Thomas, eine Biographie über den bereits verstorbenen Schriftsteller zu schreiben. Gemeinsam mit einer jungen Frau, die seine Leidenschaft teilt, macht er sich auf den Weg nach Galen, wo France zuletzt lebte. Schon bald beschleicht Thomas aber das Gefühl, das hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.

"Das Land des Lachens" ist ein schon etwas älterer phantastischer Roman, der sich in keine Schubladen einordnen lässt. Er ist in vielerlei Hinsicht anders, kreativ, originell, stellenweise bizarr und voll faszinierender Symbolik.
Die Rahmenhandlung an sich - ein begeisterter Leser möchte alles über seinen Lieblingsschriftsteller herausfinden - ist bereits äußerst charmant, aber mit der Ankunft in Galen geht es dann erst so richtig los. Carroll erzeugt eine nicht nur seltsame, sondern teilweise nahezu gruselige Stimmung; ein sehr subtiles Grauen, das sich durch das Buch schleicht und sich nur schwer fassen lässt. Ich konnte den Roman meistens kaum aus der Hand legen, da ich herausfinden wollte, was es mit den seltsamen Begebenheiten auf sich hat und wie sie mit Frances Werken zusammenhängen.
Das Gefühl, dass hier nicht nur einiges aus dem Ruder läuft, sondern dass das alles auch kein gutes Ende nehmen kann, wird im Laufe des Romans immer stärker und sorgt stellenweise für Beklemmung und fast schon Furcht. Gleichzeitig zieht sich ein subtiler Humor durch den Roman, der auch dem Ende ein gewisses Augenzwinkern verleiht.

Mit Thomas hat Carroll einen sehr menschlichen Protagonisten geschaffen, der deutliche Schwächen hat, einige Fehlentscheidungen trifft und nicht immer sympathisch ist. Manchmal möchte man ihn ordentlich durchschütteln, um ihn zur Vernunft zu bringen und ihm die Augen zu öffnen.
Aber auch die Nebenfiguren wissen zu überzeugen und sind großteils ebenso skurril und undurchschaubar wie auch sonst alles in Galen. Saxony, Thomas' Begleiterin, sticht etwas aus der Reihe und scheint fast ein wenig außerhalb zu stehen - ein Gefühl, das sich im Laufe des Romans bestätigt.

Es ist schwierig, "Das Land des Lachens" zu beschreiben, ohne dabei zuviel zu verraten. Ich kann nur sagen, dass es sich dabei um einen ganz besonderen Roman handelt, der nicht nur sprachlich meisterhaft geschrieben ist, sondern auch einen intelligenten und überraschenden Plot zu bieten hat. Stellenweise wurde es mir ein bisschen zu abgehoben, aber das ist auch schon mein einziger Kritikpunkt.

Die düstere und zugleich witzige Grundstimmung sorgt für eine sowohl fesselnde als auch amüsante Achterbahnfahrt der Gefühle und macht den Roman zu einem wahren Lesevergnügen. Unbedingt empfehlenswert, wenn man mal ein Buch lesen möchte, das nicht nur in altbekannten Bahnen verläuft!
Leider ist der Roman inzwischen nur noch gebraucht zu bekommen, aber auf Englisch bekommt man ihn noch ganz regulär und sonst hat man vielleicht (so wie ich) auch in Bibliotheken Glück.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Zwischendrin-Geplauder

Derzeit veranstalten Melanie und Mandy wieder ihre schöne Aktion "7 Days 7 Books". Dieses Mal kann man sich sogar ganz individuelle Ziele setzen, aber ich setze jetzt trotzdem mal aus. Das finde ich zwar selbst schade, aber bei mir waren die letzten Tage ein wenig chaotisch, da es wegen eines Rohrbruchs bei uns im gesamten Haus mehr als einen Tag lang kein Wasser gab und ich daher zu meiner Familie geflüchtet bin.
Dort war ich nur ganz selten im Internet und habe dadurch ganz den Einstieg in die Aktion verpasst. Außerdem versuche ich gerade allgemein, meinen Internetkonsum wieder etwas zurückzufahren und möchte daher nicht riskieren, dass ich wieder ganz auf den teilnehmenden Blogs versumpfe. Beim nächsten Mal passt es bei mir aber hoffentlich wieder besser.

Bei meiner Familie habe ich nicht nur "Große Erwartungen" ausgelesen und mich mit "Der Gott der kleinen Dinge" eingedeckt, sondern auch mal die Bücher meiner Mutter im Hinblick auf Nobelpreisträger durchforstet. Abzüglich der Bücher, die ich schon kenne (z.B. "Die Buddenbrooks" von Mann und "Der Fremde" von Camus), ist immer noch eine ordentliche Liste zusammengekommen:

- Knut Hamsun, "Segen der Erde"
- John Galsworthy, "Die Forsyte-Saga"
- Ernest Hemingway, "Fiesta" und "Inseln im Strom"
- Pearl S. Buck, "Peony", "Das Mädchen Orchidee", "Die gute Erde" und "Des Lebens ganze Fülle"
- Sigrid Undset, "Kristin Lavranstochter"
- Heinrich Böll, "Gruppenbild mit Dame", "Fürsorgliche Belagerung"
- John Steinbeck, "Jenseits von Eden"
- Doris Lessing, "Afrikanische Tragödie"
- Orhan Pamuk, "Das stille Haus"
- Selma Lagerlöf, "Gösta Berling"

Alleine mit den Büchern meiner Mutter könnte ich also schon die Challenge bestreiten. Nun möchte ich aber auf alle Fälle auch etwas von Alice Munro, J. M. Coetzee, Gabriel García Márquez und Toni Morrison lesen und mich auch an einen der Autoren wagen, deren Name mir nicht einmal etwas sagt. Ich sehe also schon: Das wird mal wieder eine schwere Auswahl.

Vorerst bin ich aber noch gut mit "Der Gott der kleinen Dinge" sowie dem äußerst interessanten Roman "Who Fears Death" eingedeckt.
Mal schauen, ob ich mir danach schon mal den ersten Nobelpreisträger schnappe.

Freitag, 18. Oktober 2013

[Wiener Streifzüge] Prater

BeschreibungStadtwanderweg Nr. 9
StartpunktPraterstern (U1, U2, 5, O,
diverse Schnellbahnen)
Endpunktderselbe wie der Startpunkt
Gehzeitetwa 3,5 Stunden

Dieser Streifzug wollte mich ein wenig ärgern: Ich bin bei strahlendem Sonnenschein zuhause losgefahren, aber kaum war ich eine Viertelstunde unterwegs, wurde es ganz diesig und für die restliche Zeit ließ sich die Sonne nur noch ab und zu blicken. Im Schatten und bei Wind war es noch dazu ordentlich kalt und da ja derzeit meine Kamera kaputt ist, konnte ich nur mit dem Handy fotografieren, was mich auch ein wenig genervt hat.

Das alles zusammen hat dazugeführt, dass ich diesen Stadtwanderweg nicht ganz so toll fand wie die anderen. Dabei ist er eigentlich recht nett zu gehen: Er beginnt sozusagen ganz touristisch beim Riesenrad, führt dann aber rasch in den ruhigen Teil des Praters. Den durchquert man vollständig bis zur Freudenau, um dann in einer Schleife wieder zurückzugehen zum Ausgangspunkt.







Insgesamt lohnt sich ein Streifzug durch den Prater auf alle Fälle. Im Vergleich zu den anderen Stadtwanderwegen hat er den großen Vorteil, dass er sehr gut mit der U-Bahn zu erreichen ist. Dafür ist er aber natürlich auch etwas "städtischer" und tatsächlich mehr ein Spaziergang als eine Wanderung. Er ist (anders als einige andere Wege) bestens ausgeschildert - was ich amüsant fand, da man sich im Wienerwald definitiv leichter verirrt als im Prater.
Der richtige Streifzug, wenn man eine Weile Natur tanken möchte, ohne erst ganz an den Stadtrand fahren zu müssen. Und abseits der Hauptallee ist es im Prater ruhiger und einsamer als man vielleicht glauben würde.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Ein Jahr mit Nobelpreisträgern - Überblick


Ich habe nun noch einen Banner für die Challenge gebastelt (sorry, für grafische Meisterleistungen hatte ich keine Zeit) und lege außerdem hier eine Liste mit den Teilnehmern an, bei denen ich jeweils die Rezensionen zu den gelesenen Büchern verlinke. Ihr könnt mir neue Rezensionen entweder hier in den Kommentaren verlinken oder einfach in einem Überblicksthread - ich werde von Zeit zu Zeit eine kleine Blogrunde drehen.

Zur Erinnerung hier nochmal die Regeln:
- Die Challenge geht von der Vergabe des Literaturnobelpreises 2013 (also 10.10.2013) bis zur Vergabes des Literaturnobelpreises 2014 (das wird Anfang/Mitte Oktober 2014 sein).
Regeländerung: Die Challenge geht bis zur Preisverleihung am 10. Dezember 2014
- In diesem Zeitraum sollen 10 Autoren oder Autorinnen von der Liste (z.B. hier zu finden) gelesen und rezensiert werden.
- Da die Liste auch Lyriker und Kurzgeschichten-Autoren umfasst, zählt in so einem Fall ein Gedicht- oder Kurzgeschichtenband als ein Werk (also nur ein einzelnes Gedicht etwa reicht nicht).
- Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
- Am Ende wird unter den erfolgreichen Teilnehmern ein kleiner, aber feiner Gewinn verlost. ;-)
Änderung: Alle erfolgreichen Teilnehmer bekommen außerdem von mir ein geknüpftes Lesezeichen und unter allen, die die halbe Challenge (also 5 Bücher) geschafft haben, wird ebenfalls ein kleiner Gewinn verlost.

Ich habe vorerst nur die in die Liste eingetragen, die sich bei meiner Ankündigung bereits fix gemeldet haben. Falls sich von den Unentschlossenen noch jemand durchgerungen hat oder sonst noch jemand einstiegen möchte: Einfach Bescheid sagen!

 TEILNEHMER 

Neyasha
1. Alice Munro - Tanz der seligen Geister
2. Gabriel García Márquez - Die Liebe in den Zeiten der Cholera
3. Doris Lessing - Afrikanische Tragödie
4. J. M. Coetzee - Schande 
5. Rudyard Kipling - Dunkles Indien
6. John Steinbeck - Jenseits von Eden
7. Orhan Pamuk - Schnee 
8. Tomas Tranströmer - Die Erinnerungen sehen mich 
9. Patrick Modiano - Die Gasse der dunklen Läden

Ariana
1. Gabriel García Márquez - Chronik eines angekündigten Todes
2. Gerhart Hauptmann - Bahnwärter Thiel und andere frühe Meistererzählungen  
3. John Steinbeck - Of Mice and Men
4. J. M. Coetzee - Disgrace 
5. Toni Morrison - Beloved 
6. Dario Fo - Mama hat den besten Shit 
7. Knut Hamsun - Hunger
8. Kenzaburō Ōe - Reißt die Knospen ab
9. Samuel Beckett - Endgame + Happy Days
10. Patrick Modiano - Ein so junger Hund

Birthe
1. John Steinbeck - Früchte des Zorns
2. George Bernard Shaw - Pygmalion
3. Halldór Laxness - Seelsorge am Gletscher 
4. Rudyard Kipling - Kim 
5. Ernest Hemingway - Der alte Mann und das Meer

gbwolf

Wörterkatze 

Nanni 

Bücherphilosophin  (Blog von der Bildfläche verschwunden)

Nina 
1. Nagib Mahfuz - Zwischen den Palästen (Kairoer Trilogie 1)
2. Toni Morrison - Liebe
3. José Saramago - Die Reise des Elefanten
4. Orhan Pamuk - Cevdet und seine Söhne
5. Alice Munro - Liebes Leben

cat 
1. Gerhart Hauptmann - Der Biberpelz
2. Pearl S. Buck - Das Mädchen Orchidee
3. Toni Morrison - Menschenkind 
4. W. B. Yeats - Ein Morgen grünes Gras 
5. Thomas Mann - Buddenbrooks
6. George Bernard Shaw - Cashel Byrons Beruf
7. Heinrich Böll - Im Tal der donnernden Hufe
8. Hermann Hesse - Narziß und Goldmund
9. Alice Munro - Liebes Leben
10. Patrick Modiano - Der Horizont

Ann-Bettina 
1. William Golding - Close Quarters

Evie (Blog von der Bildfläche verschwunden)
1. Henryk Sienkiewicz - Quo vadis?

Sonntag, 13. Oktober 2013

Schlachtfeld Bücherflohmarkt?

Gestern war wieder der alljährliche Bücherflohmarkt der Städtischen Büchereien Wien - für mich wie immer ein Pflichttermin, obwohl ich im Vergleich zu anderen eh stets nur recht mager bestückt rausgehe.

Fotos von dem Gewusel gibt es leider nicht, da ich stets meine Tasche mit allem in den Spind sperre und mich dann nur mit ein paar Euros bewaffnet in das Getümmel schmeiße. Also muss ich euch wohl einfach beschreiben, wie man sich das vorstellen kann:
Beim großen Flohmarkt der Hauptbücherei gibt es stets kisten- und tischweise Bücher auf der Internetgalerie - und vieeeele Leseratten, die sich darauf in etwa so freuen wie jugendliche Fans auf ihre Lieblingsband. So stehen auch schon eine ganze Weile vor Beginn zahlreiche Besucher in den Startlöchern und stürmen dann wie wild die Treppen hinauf, sobald der Flohmarkt eröffnet wird. Das weiß ich vom Vorjahr, als ich bereits etwas früher dort war, weil ich direkt von der Arbeit kam und meinen Augen nicht trauen wollte, als ich die Warteschlange vor der Treppe sah. ;-)

Bei den heißersehnten Büchern angekommen, geht es dann so richtig los. Alle versuchen ein Plätzchen zum Stöbern zu ergattern, viele sind mit Rollwägen oder großen Ikea-Säcken ausgestattet, es herrscht ein Drängen und Schieben und Schnell-In-Die-Lücken-Schlüpfen, schon nach kürzester Zeit balancieren viele einen Riesenstapel Bücher und überall, wo es freie Fleckchen gibt, sitzen Menschen umgeben von Büchertürmen und sichten ihre Funde genauer.
Klingt sehr anstrengend? Ja, irgendwie schon, aber nicht so anstrengend, wie man denken könnte. So voll es auf den ersten Blick auch aussieht, man findet immer einen Platz bei den Büchertischen, um zu stöbern. Und egal, wie viele Zehen gequetscht und Ellbögen unabsichtlich in den Stöbernachbarn gestoßen werden - man hört stets nur höfliche Entschuldigungen und gutmütige "nichts passiert" und sieht als Reaktionen freundliches Lächeln.
Irgendwie sind Büchermenschen wohl doch bessere Menschen, anders kann ich mir diese nette Stimmung trotz all des Gedrängels wirklich nicht erklären. *gg*

Und hier seht ihr nun meine Ausbeute (leider nur mit dem Handy abfotografiert, da mir meine Digitalkamera gestern runtergefallen ist und das Display den Sturz nicht überlebt hat *heul*):


Fünf Euro habe ich mit zum Flohmarkt genommen, um gar nicht erst kopflos Bücher zu stapeln - und die hab ich nicht mal ganz ausgereizt für meine bunte Mischung (allerdings bin ich auch eine halbe Stunde lang umringt von Büchern auf dem Boden gesessen, bis ich eine Auswahl getroffen habe).
Watership Down ist mir gleich in den ersten Minuten in die Hände gefallen - und da musste ich sofort zugreifen. Ich habe den Roman bereits zweimal gelesen (einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch), hatte ihn aber immer nur ausgeliehen und wollte ihn schon längst selbst besitzen.
Jenseits von Babylon von David Malouf hätte ich eigentlich für die Klassiker-Challenge lesen wollen, bin aber nicht mehr dazu gekommen. Jetzt gehört mir der Roman und ich kann ihn also jederzeit lesen.
50 Klassiker. Romane des 20. Jahrhunderts bietet einen netten Überblick über Werke wie "Ulysses", "1984", "Der Name der Rose" und "Die unendliche Geschichte": Informationen über Inhalt, Autor, Entstehungsgeschichte und Rezeption jeweils knapp auf ein paar Seiten. Ein Appetitanreger quasi, der super zu meinen derzeitigen Challenges passt.
Und zuletzt noch Winterfreuden, das Rezept-, Bastel- und Dekorationsideen für die Monate Oktober bis März enthält und einfach richtig schöne Inspirationen für die kalte Jahreszeit liefert.

Lange im Rennen waren übrigens Niagara von Joyce Carol Oates, Der Sammler von John Fowles, Wenn der Schnee schmilzt von Annica Wennström und Die Leidenschaften eines Bibliothekars von Allen Kurzweil. Die sind jetzt alle auf meiner Leseliste gelandet - bestimmt gibt es sie in einigen Zweigstellen der Büchereien immer noch.

Freitag, 11. Oktober 2013

Frances Hodgson Burnett - The Secret Garden


Genre: Kinderbuch, Klassiker
Verlag: In Audio
Dauer: 8 Stunden 26 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Vanessa Maroney
ISBN: 978-1584723202
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

"Bücher, die man gelesen haben muss"-Challenge

Nachdem die zehnjährige Mary durch eine Cholera-Epidemie zur Waise geworden ist, muss sie Indien verlassen, um bei ihrem Onkel Archibald Craven zu wohnen. Hier findet Mary zunächst alles schrecklich: die raue Moorlandschaft von Yorkshire, die Hausangestellten, die sie nicht so unterwürfig behandeln, wie sie es aus Indien gewohnt ist, das Essen.
Erst, als sie von einem geheimen Garten erfährt, den seit dem Tod von Cravens geliebter Frau niemand mehr betreten hat, wird ihr Interesse geweckt. Und dieser Garten verändert nicht nur Marys Leben von Grund auf.

"The Secret Garden" erzählt von einem Mädchen, das zunächst alles andere als liebenswert ist, dafür aber eigentlich nichts kann. Dementsprechend hatte ich auch sofort Mitleid mit Mary, die zwar in Indien stets ihren Willen bekommen hat, aber völlig ohne Liebe aufgewachsen ist. In England beginnt sie sich unter dem Einfluss der Menschen und der Umgebung allmählich zu verändern. Durch die Geschwister Martha und Dickon, den griesgrämigen Gärtner Ben und ein kleines Rotkehlchen erfährt sie erstmals so etwas wie Freundschaft. Sie sind nicht die untertänigen Diener, die Mary gern hätte, rücken ihr aber auf eine sehr bodenständig-ehrliche Art endlich einmal den Kopf zurecht.
Diese Szenen, in denen Mary nahezu fassungslos feststellt, dass sie jemanden mag und das umgekehrt auch jemand sie mag, sind wirklich herzerwärmend. Es ist schön zu lesen, wie sie auftaut und sich zu einem normalen kleinen Mädchen entwickelt. Dafür sorgt maßgeblich auch der geheime Garten, von dem Mary nahezu besessen ist.

Burnett beschreibt auf eine ganz wunderbare Weise, wie ganz alltägliche Kleinigkeiten wie etwa das Wachsen einer Blume Mary in die größte Begeisterung versetzen. Und das tolle daran ist, dass ich es beim Lesen ohne Probleme nachvollziehen konnte, wie Mary und später auch ihr Cousin Colin die größte Freude an dem Garten haben. Ich war sogar selbst ganz aufgeregt, als Mary den Garten findet und dort dann alles zu blühen beginnt und mir wurde ganz warm ums Herz, als Mary feststellt, dass das Rotkehlchen sie mag.
Diese kleinen Freuden und die kindliche Begeisterung bringt Burnett wirklich meisterhaft zum Ausdruck. Daneben ist der Roman stellenweise auch wirklich witzig, so etwa, wenn Mary dem kränkelnden Colin ordentlich den Kopf zurechtrückt. Dabei muss man auch mit diesem verzogenen, herrschsüchtigen Bengel einfach Mitleid haben, wenn man miterlebt, wie sein Alltag aussieht und welche Ängste ihn beschäftigen.

Ich fand den Roman daher wirklich schön und herzerwärmend zu lesen, hatte aber gerade mit dem letzten Viertel meine Probleme. Auch für ein Kinderbuch löst sich alles allzu simpel in Wohlgefallen auf. Dazu fand ich auch Dickon und seine Mutter über alle Maßen nett und toll und verständnisvoll. Beide Figuren werden wirklich liebevoll gezeichnet und es ist auch teilweise amüsant zu lesen, wenn Mary sie in den Himmel lobt, aber es war mir doch etwas zuviel des Guten.
Martha hingegen, die ich sehr erfrischend und sympathisch fand, spielt irgendwann gar keine Rolle mehr, was sehr schade ist, da es bei ihrer Einführung doch so wirkt, als würde sie zu einem wichtigen Menschen in Marys Leben werden, wenn nicht sogar zu einer Schlüsselfigur, da ich den Eindruck hatte, als wäre sie tatsächlich die erste, die für Mary eine Freundin wird. Umso unverständlicher war es für mich, dass sie später so sang- und klanglos verschwindet.

Insgesamt war "The Secret Garden" für mich also ein sehr nettes Leseerlebnis mit ein paar Schönheitsfehlern. Es ist auf jeden Fall ein Wohlfühl-Roman, der selbst dann nostalgische Gefühle in einem weckt, wenn man ihn als Kind nie gelesen hat, aber ein absolutes Highlight war er für mich dann doch nicht.

Ein paar Worte noch zum Hörbuch: Ich fand diese ungekürzte Lesung von Vanessa Maroney sehr schön und gut verständlich. Besonders gut hat mir der Yorkshire-Dialekt von Martha und Dickon gefallen, den die Sprecherin äußerst charmant rüberbringt. Ich hatte auch bei diesen Passagen keine Verständnisprobleme - vielleicht auch dank Downton Abbey, durch das ich mich schon ganz gut an den Dialekt gewöhnt habe. ;-)
Für diese Hörbuch-Version kann ich daher eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

[Challenge] Ein Jahr mit Nobelpreisträgern

Ich gebe zu, diese Challenge kommt jetzt recht plötzlich.
Ich habe heute gerade gekocht, als im Radio verkündet wurde, wer dieses Jahr den Literaturnobelpreis bekommen hat (die kanadische Kurzgeschichten-Autorin Alice Munro) und mir dabei gedacht, dass aus meinem Vorsatz, ein paar der neueren Nobelpreisträger zu lesen, mal wieder nicht viel geworden ist. Und mein nächster Gedanke war: Warum nicht mal eine Challenge daraus machen?

Über Mitstreiter würde ich mich natürlich freuen, aber ich kann mir vorstellen, dass der Zulauf zu so einer Challenge nicht sooo riesig ist. Im schlimmsten Fall muss ich sie halt alleine durchziehen. ;-)

Das sind die Regeln:
- Die Challenge geht von der Vergabe des Nobelpreises 2013 (also 10.10.2013) bis zur Vergabes des Nobelpreises 2014 (das wird Anfang/Mitte Oktober 2014 sein).
- In diesem Zeitraum sollen 10 Autoren oder Autorinnen von der Liste gelesen und rezensiert werden.
- Da die Liste auch Lyriker und Kurzgeschichten-Autoren umfasst, zählt in so einem Fall ein Gedicht- oder Kurzgeschichtenband als ein Werk (also nur ein einzelnes Gedicht etwa reicht nicht).
- Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Und das wars auch schon, mehr Regeln gibt es nicht. Die Liste der Preisträger findet man z.B. hier.
Wer mitmachen will, möge sich einfach bei mir in den Kommentaren melden und einen Beitrag zur Challenge schreiben, bei dem dann die rezensierten Bücher verlinkt werden. Ich werde dann einen Überblicksbeitrag mit den Teilnehmern und ihren gelesenen Büchern anlegen (außer es sind so unerwartet viele, dass der Aufwand zu groß wird) und falls ein paar mitmachen, wird es vermutlich auch etwas zu gewinnen geben.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Sonntagsgeplauder #63

Der relativ spontan angesetzte Lesemarathon am Donnerstag (der mir sehr viel Spaß gemacht hat), hat mir letzte Woche mal etwas mehr Lesezeit spendiert als sonst. Nun hinke ich wieder ein wenig mit dem Rezensionen hinterher - ich denke, dass "Die Landkarte des Himmels" (schon vor längerem gehört) und "Die Frau des Zeitreisenden" es jeweils nur zu einer Kurzrezension schaffen werden. 
Leider hinke ich trotz Lesetag noch immer der Challenge hinterher. Bei "Große Erwartungen" komme ich nicht recht voran und "The Secret Garden" ist zwar sehr nett, aber allzu viel Zeit zum Hörbuch-Horchen finde ich momentan nicht.

Apropos Hörbuch: Ich habe mich schweren Herzens dazu durchgerungen, mein Audible-Abo zu kündigen. Derzeit ist es finanziell bei mir recht knapp, deshalb habe ich überlegt, wo ich Ausgaben einsparen könnte. Und ehrlich gesagt, brauche ich das Abo momentan auch nicht unbedingt. Ich hatte schon wieder einige Guthaben angehäuft, die ich jetzt vor der Kündigung noch rasch eingelöst habe.
Somit sind ganze fünf Hörbücher auf meinem SuB gelandet:


Mit dieser bunten Mischung sollte ich eine ganze Weile gut beschäftigt sein, und davon abgesehen gibt es ja auch noch Bibliotheken und Lit2Go. Dass mir bald die Hörbücher ausgehen, ist also mehr als unwahrscheinlich. ;-)

Ebenfalls schweren Herzens durchgerungen habe ich mich zu der Entscheidung, in diesem Jahr wieder nicht am NaNoWriMo teilzunehmen und also im November wie verrückt 50.000 Wörter zu schreiben. Ich würde schon gerne, aber abgesehen davon, dass es ein zeitliches Problem ist, fehlt mir ohnehin ein Plot. 
Mir schwebt eine (eigenständige) Fortsetzung zu "Bühnenzauber" im Kopf herum und ich habe auch schon einzelne Szenen ganz klar im Kopf, ebenso wie einige Entwicklungen und Nebenplots. Was ich aber nicht habe, das ist eine tatsächliche Handlung. Und es wäre vielleicht auch weise, vorher endlich einmal "Bühnenzauber" fertig zu überarbeiten, ehe ich mich auf eine Fortsetzung stürze.

Ich glaube, damit habe ich mein Soll an Vernunftsentscheidungen für diesen Monat erfüllt. *g*

So, und jetzt werde ich gleich mal weiter an dem ersten begonnen Weihnachtsgeschenk arbeiten - dieses Jahr will ich nämlich ganz früh dran sein, damit ich dann nicht wieder in der Adventszeit im Stress versinke. Mal sehen, ob mir das gelingt (ich habe meine Zweifel).

Habt noch einen schönen Sonntagabend!

Samstag, 5. Oktober 2013

Maja Ilisch - Geigenzauber



Genre: Phantastik, Jugendbuch
Seiten: 283
Verlag: impress (ebook-Label von Carlsen)
ISBN: 978-3-646-60022-3
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Der Klang einer Geige lockt die 13jährige Mia eines Tages zu einem Straßenmusiker, der sein Lied nur für sie zu spielen scheint. Branwell mit seinem Rucksack voller Träume ist nicht nur ganz anders als alle Menschen, die Mia kennt, sondern vermittelt ihr auch erstmals das Gefühl, sie selbst sein zu können. Ihr Leben kommt ihr sonst wie eine Lüge vor: Weder dass ihre Mutter manisch-depressiv ist, noch dass ihre ältere Schwester in die Psychiatrie eingeliefert wurde, sollen ihre Klassenkameraden jemals erfahren. Bei Branwell hingegen muss sie sich nicht verstellen. Aber ist er selbst überhaupt ehrlich zu ihr? Anscheinend verbirgt er einige Geheimnisse vor ihr und Mia ist sich nicht mehr sicher, ob sie ihm überhaupt trauen kann.

Es gibt manchmal Bücher, die wie eine Liebe auf den ersten Blick sind. "Geigenzauber" bin ich zum ersten Mal bereits vor ein paar Jahren begegnet, als Maja es im NaNoWriMo geschrieben hat und ich kapitelweise mtilesen durfte. Anstatt selbst zu schreiben, habe ich oft ungeduldig auf neue Kapitel gewartet und dann bis spät in die Nacht hinein gelesen.
Ich habe mich damals auf Anhieb in den Roman verliebt und jetzt beim Lesen ein weiteres Mal. Maja webt mit Worten das, was Branwell mit seiner Geige macht: Magie, die ganz tief in das Herz dringt und einen nicht mehr loslässt.

Dabei sollte man von "Geigenzauber" keine süße Liebesgeschichte erwarten, die in einem "happily ever after" endet. Romantik spielt zwar eine Rolle, aber es geht auch um enttäuschtes Vertrauen, familiäre Probleme, verstörende Erlebnisse und ein Mädchen, das noch seinen Platz im Leben sucht.
Die Themen Wahrheit, Lüge, Verstellung und Vertrauen ziehen sich auf mehreren Ebenen durch den Roman. Mias ganzes Leben ist von Verstellung geprägt: Sie möchte nach außen "normal" erscheinen und nicht ständig Angst haben müssen, dass ihre Klassenkameraden von der Krankheit ihrer Mutter erfahren könnten. Tief in ihr steckt auch die Furcht, sie könnte selbst verrückt werden und was sie schließlich von Branwell erfährt, lässt sie auch an seinem Verstand zweifeln.

Es ist ungewöhnlich, dass ein phantastischer Roman sich so ernsthaft mit dem Thema psychische Erkrankungen auseinandersetzt, aber gerade das macht "Geigenzauber" zu etwas ganz besonderem, zumal Maja diese Thematik sehr einfühlsam schildert und problemlos mit den phantastischen Anteilen der Handlung verwebt.
Ich empfand beim Lesen sofort Sympathie und Mitleid mit Mia, wünschte mir manches Mal aber auch, sie würde mehr zu sich selbst und ihrer Mutter stehen. Es ist schön, dass sie sich weiterentwickelt, erwachsener wird und allmählich zu sich selbst findet.
Die anderen Figuren sind ebenso gut gelungen - nicht nur der rätselhafte Branwell, dessen Handlungen und Motivation man nicht immer gutheißen kann, sondern auch Mias Mutter und ihre ältere Schwester Luisa.
Am Ende gab es vieles, das in mir nachhallte und vieles, das gerade so weit offen bleibt, dass es Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lässt.

"Geigenzauber" mag insofern ein Jugendbuch sein, da im Mittelpunkt eine jugendliche Heldin mit alterstypischen Problemen und Erfahrungen steht. Aber die Themen darin sprechen ebenso Erwachsene an und werden weder vereinfacht noch verkindlicht dargestellt. Dazu kommen noch ambivalente Figuren, ein sehr schöner Schreibstil und ein bemerkenswerter Blick für kleine Details.
Ich kann euch also nur wärmstens empfehlen, euch von Branwells Klängen und Majas Wortmagie verzaubern zu lassen. Für das Ende dieser Rezension leihe ich mir die weisen Worte von Mias Mutter aus:
Jeder Mensch hat das Recht, verrückt zu sein. Und das Verrückteste auf der Welt ist die Liebe.

Freitag, 4. Oktober 2013

[Wiener Streifzüge] Kongreßpark

Der Kongreßpark im 16. Bezirk ist eine große Parkanlage aus den 20er Jahren, die im Grunde recht unspektakulär ist. Es gibt Spielplätze, viele Bänke, Liegewiesen, schattenspendende Bäume und eine bunte Mischung aus Familien mit Kindern, Pensionisten, Spaziergängern mit Hunden und Slacklinern. 
Für mich ist der Kongreßpark der nächstgelegene, größere Park, daher halte ich mich dort bei schönem Wetter gern zum Lesen oder Knüpfen auf. Obwohl er bei Sonnenschein durchaus gut besucht ist, findet man immer ein einigermaßen ruhiges Plätzchen.
Für eine weitere Anreise durch Wien lohnt sich der Park allerdings nicht, da gibt es deutlich schönere Plätzchen in Wien.
Hier einfach mal ein paar Fotoeindrücke aus dem frühherbstlichen Kongreßpark:

Einer der Eingänge von der Sandleitengasse
Weiß jemand, um was für einen Baum es sich da handelt?
Die denkmalgeschützte "Milchhalle" - allerdings konnte ich nicht herausfinden, weshalb dieser Pavillon so heißt.
Eiben sind einfach so verflixt fotogen. ;-)

[Lesemarathon] 0:00 bis 8:00 und Fazit


0:30
So, ich glaube nicht, dass ich noch lange lesen werde, aber ich habe dennoch meinen Beitrag für das letzte Drittel noch angefangen - ich werde hier dann auch einfach mein Fazit mit reinpacken.

Hier kommt jetzt nochmal ein Zwischenstand von mir und eine Beantwortung einer weiteren Frage:

reine Lesezeit: 6 h 45 min
Seiten: 551

Liegt die Lesesucht bei dir in der Familie oder bist du da eine Ausnahme?
Das ist in meiner Familie recht unterschiedlich. Obwohl meine drei Geschwister und ich in der Hinsicht alle gleich aufgewachsen sind - mit vielen Büchern im Haushalt und regelmäßigem Vorlesen - nehmen zwei von uns freiwillig praktisch kein Buch zur Hand, während meine älteste Schwester sehr gern liest. Auch meine Mutter ist eine Leseratte, wenn sie auch nicht so viel liest wie ich.
Inzwischen ist auch eine meiner Nichten eine begeisterte Leserin und noch dazu ein Fantasyfan - da was das betrifft, war ich nämlich bislang recht einsam in meiner Familie.

FAZIT

Ich habe dann gestern doch noch bis 1:30 gelesen und war zu dem Zeitpunkt auch gar nicht mehr so müde, allerdings wusste ich dann nicht mehr recht, was ich lesen sollte. "Das Land des Lachens" gefällt mir zwar sehr gut, aber angeblich enthält es auch leichte Horrorelemente und ich wollte nicht riskieren, nachts darauf zu stoßen. ;-)
"Große Erwartungen" ist nett zu lesen, plätschert aber so dahin und schläfert einen in den späten Nachtstunden eher ein, wie ich finde. Und etwas ganz neues wollte ich zu der Zeit dann doch nicht mehr anfangen.

Hier ist also meine Abschlussbilanz:
reine Lesezeit: 7 h 30 min
gelesene Seiten: 600
-> Die Frau des Zeitreisenden: 452 Seiten gelesen 
-> Große Erwartungen: 95 Seiten gelesen
-> Das Land des Lachens: 53 Seiten gelesen

Ich konnte nicht mehr an dieses ganz aufgeregt-begeisterte Gefühl des ersten Lesemarathons anknüpfen - vermutlich hat man das nur einmal, zumal der ja auch so groß aufgezogen war und damals für mich auch das Bloggen selbst noch so neu und aufregend war.
Dafür fand ich den Lesetag gestern aber sehr schön und gemütlich. Die Teilnehmerrunde war gerade überschaubar genug, dass man wirklich bei allen "up to date" bleiben und kommentieren konnte. Das hat gestern wirklich viel Spaß gemacht mit euch und ich hoffe, dass es euch ebenso ging. Daher:

Danke euch allen fürs Mitlesen und den eifrigen Austausch in den Kommentaren! :-))

Donnerstag, 3. Oktober 2013

[Lesemarathon] 16:00 bis 0:00


17:30
Puh, ich habe keine Ahnung, weshalb, aber mein Internet schneckt heute so herum, dass es einfach nur mühsam ist. Für eine Blogrunde brauch ich deshalb jedesmal eine gefühlte Ewigkei und für das Aktualisieren meines Beitrages ebenfalls.
Nun ja, auf alle Fälle sind die ersten 8 Stunden des Lesemarathons schon seit einem Weilchen vorbei. Unglaublich, oder? Wie kann es denn sein, dass die Zeit immer so schnell vergeht? Wenn ich 8 Stunden in der Arbeit sitze, vergeht sie irgendwie nicht so schnell. *g*
Ehe ich mich wieder dem Zeitreisenden zuwende (so ein tolles Buch!), beantworte ich mal die 4. Frage, die wie prädestiniert für mich ist (was jetzt dämlich klingt, da ich sie ja selbst gestellt habe ... äh ... ;-)).

Zählst du bei einem Lesemarathon Seiten und Lesezeit oder liest du einfach gemütlich vor dich hin?
Ich zähle. Bei meinem ersten Lesemarathon hatte sich das so ergeben, weil das damals alle gemacht haben und auch ein bisschen sowas wie ein Wettbewerb damit verbunden war. Das ist dieses Mal natürlich nicht der Fall, aber ich muss zugeben, dass ich ein unglaubliches Faible für Zahlen und Statistiken habe (manchmal frag ich mich wirklich, weshalb ich nicht Statistik anstatt von Germanistik studiert habe). Und in dem Sinne gibt es einen weiteren Zwischenstand:

reine Lesezeit: 4 h 15 min
gelesene Seiten: 281

19:45
Ich habe mich ganz in meinem Roman verloren und werde darin auch gleich wieder abtauchen. Ich lese übrigens für meine Verhältnisse heute ziemlich langsam und nehme an, dass das an den vielen Zeitsprüngen im Roman liegt, die mich immer mal wieder innehalten und überlegen und teilweise auch zurückblättern lassen.
Bevor ich wieder abtauche, schnapp ich mir noch die nächste Frage:

Hast du ein Problem damit, deine Bücher Freunden oder Verwandten zu leihen? 
Nö, überhaupt nicht. Ich hab auch kein Problem damit, ein Buch für Wochen oder Monate zu verleihen. Das vermerke ich dann immer in der Bookpedia (meiner geliebten Buchverwaltungssoftware), damit ich das Buch nicht ganz aus den Augen verliere. Es ist mir aber noch nie passiert, dass mir ein Buch gar nicht mehr zurückgegeben wurde.
Die Frage kam mir übrigens, weil ich den Eindruck hatte, dass viele Lesefans ihre Bücher nicht gern verleihen. Ich bin mal gespannt, ob eure Antworten diesen Eindruck von mir bestätigen.

21:00
Ich habe "Die Frau des Zeitreisenden" ausgelesen und puh ... Ich stehe noch ein bisschen neben mir. Die, die das Buch gelesen haben, können ja vermutlich nachvollziehen, wie es mir mit dem Ende geht. Hätte mich da doch mal jemand gewarnt, wieviele Taschentücher mich das kosten würde ...
Jetzt brauche ich auf alle Fälle mal eine Lesepause. Ich weiß noch nicht, was ich mir dann schnappe - Große Erwartungen oder was ganz neues oder ich nehm meinen Handarbeitskram und hör ein wenig Hörbuch. Mal sehen. Jetzt mach ich erst einmal eine kleine Blogrunde.

23:15
Ich habe mittlerweile ein wenig in "Das Land des Lachens" hineingelesen und mich auch nochmal "Große Erwartungen" zugewandt. Aber momentan hab ich grad einen totalen Müdigkeitseinbruch. Das ist natürlich absolut typisch - um die Zeit bin ich sonst selten müde. Ob das wohl Dickens anzukreiden ist? ;-)
Ich werde nochmal eine Lesepause einlegen und schauen, ob ich wieder ein wenig munterer werde. Ich war zwar eh skeptisch, ob das heute tatsächlich ein Lesen bis in die Nacht hinein wird, aber jetzt wollte ich eigentlich wirklich noch nicht ins Bett gehen. Zwischendrin gleich noch zwei meiner Fragen:

Gibt es irgendeine Anekdote aus deinem Leben, die mit Büchern zu tun hat?
Ich bin mir sicher, dass es welche gibt, aber momentan fällt mir keine direkte Anekdote ein, aber ein Erlebnis, das ich immer mal wieder habe, wenn ich entfernte Verwandte oder Bekannte treffe, die ich ewig nicht mehr gesehen habe: Zuerst kommt immer ein Auspruch von wegen, nicht zu fassen, dass ich inzwischen auch schon erwachsen wäre, dicht gefolgt von dem Satz: "Ich kann mich noch daran erinnern, wie du als Kind immer und überall gelesen hast." *gg*

Stammt dein Lieblingsbuch auch von deinem Lieblingsautor/deiner Lieblingsautorin?
Nein, interessanterweise nicht. Ich tu mir ja immer schwer, mich auf ein Lieblingsbuch festzulegen, aber am ehesten wäre es "Der Herr der Ringe" oder aber "Die Brüder Löwenherz". Als Lieblingsautor würde ich hingegen Guy Gavriel Kay oder Christoph Ransmayr nennen.

[Lesemarathon] Von 8:00 bis 16:00


8:15
Uuuuund es kann losgehen! Ich habe beschlossen, den Marathon in drei Beiträge zu je 8 Stunden zu unterteilen, damit das kein Endlosposting wird (falls ich auf das nächtliche Lesen doch verzichte, wird dann der 3. Beitrag wohl entfallen).
Ich habe in der Ankündigung ein paar Fragen gepostet, die ihr im Laufe des Lesens beantworten könnt, wenn ihr Lust habt, und außerdem die teilnehmenden Blogs verlinkt. Falls ich jemanden übersehen habe, meldet euch!
Bevor ich jetzt richtig loslegen kann und euch mal die Bücher zeige, die für heute geplant sind, muss ich erst mal raus in die klirrende Kälte (immerhin ist es schön sonnig) und Frühstück kaufen. Irgendwie habe ich übersehen, dass ich doch kein Brot mehr eingefroren hatte (ich war mir so sicher!) und da ich ohne Frühstück nur ein halber Mensch bin, muss ich mich jetzt also wohl oder übel auf den Weg zum Supermarkt machen. %-)

10:00
So, nach einem ausgiebigen Frühstück mit gemütlichem Lesen nebenbei und einer kleinen Runde durch die Blogs (Seitenträume ist übrigens jetzt auch richtig in meinem Ankündigungspost verlinkt), werde ich nun so richtig starten.
Ich zeig euch mal, welche Bücher ich mir zurechtgelegt habe:
Die Frau des Zeitreisenden und Große Erwartungen habe ich beide schon begonnen, während Das Land des Lachens von mir noch ganz unberührt ist. Angeblich ist es aber sehr fesselnd, daher würde es sich vielleicht gut für heute eignen (auch aufgrund seiner überschaubaren Länge).
Dann habe ich auf dem Computer bzw. meinem iPod noch The Secret Garden, falls mir zwischendurch mal nach Hörbuch ist.
Und schließlich ist mein Reader noch mein heutiger "Joker" - je nach Lust und Laune stürze ich mich vielleicht noch auf eines der ebooks, die sich noch ungelesen darauf tummeln oder guck mal, was in der Onleihe gerade verfügbar ist.
Es ist also genug Auswahl vorhanden.

Ach ja, mit dem Frühstückseinkauf habe ich ja meine erste Frage  
1. Auch, wenn der Marathon eher kurzfristig anberaumt wurde - hast du dich irgendwie darauf vorbereitet? Vorgekocht, den Partner aus dem Haus vertrieben, etwas in der Art?
zum Teil schon beantwortet. Offensichtlich habe ich mich nicht gut vorbereitet. ;-) Bei meinem ersten Lesemarathon war ich ja vorher ganz aufgeregt, habe mich auch wochenlang darauf gefreut, aber dieses Mal lief das ja alles etwas spontaner. Ich muss zumindest heute nicht kochen, weil ich von gestern Kürbissuppe übrig habe und habe auch versucht, noch möglichst alles zu erledigen, was zu erledigen ist. Ansonsten läuft das heute alles eher gemütlich und planlos. *g*

12:00
Ich habe eine Weile recht intensiv "Die Frau des Zeitreisenden" gelesen - mittlerweile gefällt mir der Roman sehr gut. Allerdings bin ich recht langsam, da die Sache mit den verschiedenen Zeitebenen manchmal doch recht verwirrend ist und ich immer mal wieder zu früheren Stellen zurückblättere, um sie in die richtige Relation setzen zu können. Ich denke, dass es durchaus hilfreich ist, wenn ich mich heute mal richtig auf dieses Buch konzentriere, anstatt immer nur abends ein paar Seiten zu lesen, weil es dann leichter ist, die Zeiten und Henrys verschiedene Alter im Kopf zu jonglieren.

Passend dazu mal die nächste Frage:
Wie muss für dich ein Buch sein, dass du es für Stunden nicht mehr aus der Hand legen kannst? 
Diese Frage habe ich gestellt, weil sie für mich gut zu einem Lesemarathon passt - gerade da wünscht man sich ja ein solches Buch. Allerdings kann ich selbst nicht so genau sagen, weshalb mich manche Bücher stundenlang fesseln und andere nicht. Ich konnte schon oft eher ruhige Bücher nicht aus der Hand legen, während mich rasante Thriller gelangweilt haben. Es muss also weniger an einer spannenden Handlung an sich liegen, als an einem bestimmten Gefühl, dass das Buch vermittelt. Vermutlich ist der Knackpunkt - wie immer bei mir - die Figuren. Wenn ich mit ihnen mitfiebere, wenn mir ihr Schicksal nahegeht, dann möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und das unabhängig davon, ob ihnen nun tatsächlich große Gefahren drohen oder nicht.
Deshalb kann ein solches Buch für mich auch aus jedem Genre stammen, aus jeder beliebigen Zeitepoche und ich kann meist vorher nicht einschätzen, ob es mich fesseln wird oder nicht. Aber ich denke mal, so geht es den meisten Leseratten.

13:30
Ich habe gerade meine restliche Kürbissuppe von gestern gegessen und werde mich jetzt mal auf den Weg in den Park machen, um noch ein wenig Herbstsonne zu genießen. Lesestoff nehme ich auch mit, aber ich befürchte fast, dass es zu kalt sein wird um zu lesen. Ich bin jetzt nur noch ein wenig unschlüssig, in welchen Park ich fahren soll, da ich Kastanien zwecks herbstlicher Zimmerdeko sammeln möchte. Und ich habe absolut keine Ahnung, ob es im nahegelegenen Kongresspark Kastanienbäume gibt. Oder im Schlosspark Schönbrunn? 
Na, ich glaube, ich versuch es mal im Kongresspark. Dorthin kann ich zu Fuß gehen und dann habe ich vielleicht für morgen gleich noch einen neuen Streifzug. ;-)
Bis später also!

Hier mal meine bisherige Bilanz:
reine Lesezeit: 2 h 45 min
gelesene Seiten: 178 

15:45
Tja, also ... ich weiß jetzt, dass es im Kongresspark Kastanienbäume gibt, aber dennoch bin ich mit leeren Händen heimgekehrt, da es für Kastanien noch zu früh ist. Dabei hätte ich schwören können, dass ich schon mal welche Ende September/Anfang Oktober gesammelt habe. %-)
Nun ja, ich hab dann wenigstens ein bisschen auf der Parkbank gelesen. Im Grunde wärs ja in der Sonne ganz angenehm, wenn nicht mal wieder der verflixte Wind wäre. Aber ich hab mich zuhause mit einer heißen Schokolade wieder aufgewärmt.
Ach, und ganz leer waren meine Hände bei der Rückkehr doch nicht. Ich hab nämlich noch ein paar Bucheckern mitgenommen und rote Dinger, die ein wenig wie Hagebutten aussehen (es sind aber definitiv keine). Die kann man sicher auch nett für herbstliche Deko verwenden oder für irgendwelche Basteleien.

Elena liest übrigens auch ein wenig mit - ich habe gestern vergessen, sie noch in der Liste zu verlinken.  

Und als Abschluss für diesen Beitrag (schon ist das erste Drittel rum), beantworte ich gleich noch die 3. Frage:
War dir schon mal ein Buch, das du gelesen hast, peinlich? Also eines, bei dem du nicht gern zugibst, dass du es gelesen hast?
In letzter Zeit nicht, auch wenn mich so manche Leute ob der Tatsache, dass ich Fantasy lese und Kinderbücher trotz meines fortgeschrittenen Alters *gg* ansehen, als ob ich mich dafür schämen sollte. Tu ich aber nicht.
Was mir aber mittlerweile fast ein bisschen peinlich ist, das sind "Die Nebel von Avalon". Ich hab die mit 13 oder 14 gelesen und fand die so toll, dass ich all den anderen Avalon-Kram, den es dann noch von Marion Zimmer Bradley gab, auch gelesen habe. Als ich es dann Jahre später nochmal mit Roman versucht hätte, konnte ich es kaum fassen, wie unsagbar schlecht ich ihn in einigen Punkten fand. Hat mir das wirklich mal gefallen? Ernsthaft?