Freitag, 28. Juni 2013

[Wiener Streifzüge] Geplante neue Kategorie

Es hat zwar nicht wirklich etwas mit lesen und schreiben zu tun, aber ich plane, eine neue wöchentliche Kategorie am Freitag einzuführen und zwar kurze Beiträge mit Fotos über diverse Wiener Stadtwanderwege und andere Stadtspaziergänge.
Hintergrund des ganzen ist ein Geburtstagsgeschenk, nämlich das Buch Wien für kluge Leute von Anna Ehrlich, das 52 Spaziergänge durch Wien vorstellt. Ich hatte zunächst vor, jede Woche einen dieser Spaziergänge zu machen, aber ehrlich gesagt sind darin so viele, die ich entweder schon kenne oder die so kurz sind, dass sich dafür keine Anfahrt quer durch Wien lohnt, dass ich wohl kaum alle machen werde.

Ich mache aber schon seit Jahren bei schönem Wetter hin und wieder mal einen der Wiener Stadtwanderwege oder einzelne Strecken des rundumadum. Ersteres sind kleine Wanderungen (2-5 Stunden Länge) am Rand von Wien, die alle öffentlich zu erreichen sind, dennoch aber ins Grüne führen und durchaus auch einige Steigungen aufweisen. Das zweite ist ein Weg rund um Wien herum, der in 24 kleine Etappen aufgeteilt ist.
Zwar bin ich nicht der allergrößte Geh- und Wanderfan, aber gerade im Frühling oder Sommer habe ich manchmal das Bedürfnis, ein wenig ins Grüne zu kommen und dort ein paar Stunden die Gegend zu erkunden, meistens auch mit mehreren Lesepausen zwischendurch. Deshalb habe ich mir vor einer Weile auch das kleine Büchlein Wien geht gegönnt, das auf sehr übersichtliche und charmante Weise äußerst nette Wege im Grünen, teilweise aber auch direkt in der Stadt vorstellt.

Jeden Freitag werde ich also einen der Wege entweder aus einem der beiden genannten Bücher oder von einer der beiden verlinkten Seiten vorstellen, ab und zu vermutlich auch einen, den ich schon gemacht habe, da ich befürchte, dass ich nicht jede Woche tatsächlich einen der Wege schaffen werde.
Ich hoffe, ihr werdet meine kleinen Fototouren ein wenig unterhaltsam finden und gebe euch schon mal von früheren Unternehmnungen einen ersten Eindruck, was euch da so erwarten wird:

Dehnepark
Habsburgwarte
Wasserschloss Laudon
Nationalpark Donauauen

Donnerstag, 27. Juni 2013

[Tag] 11 Fragen und Antworten

Mirjam hat mir 11 interessante Fragen zugeworfen, die ich gern beantworten werde. Eigentlich sollte ich mir dann auch 11 Fragen ausdenken und diese an 5 Blogger weitergeben, aber ich muss gestehen, dass ich dieser "Verpflichtung" nicht nachkommen werde.
Nun aber zu den Fragen:

1. Wie lange bloggst du schon und was war deine Motivation, einen zu eröffnen?
Seit August 2010, also seit bald 3 Jahren. Meine ursprüngliche Motivation war, bei Mellis 24h-Lese-Marathon teilzunehmen, bei dem für die Teilnahme ein Blog erforderlich war. Aber natürlich juckte es mich auch sonst in den Fingern, über Bücher, das Lesen und auch das Schreiben zu bloggen.

2. Was gibt dir das Schreiben? Und wie lange schreibst du schon?
Das ist mal eine schwierige Frage ... Oft gibt mir das Schreiben ja nur Stress und Frust und das Gefühl einer lästigen Pflicht, aber wenn es darüber hinaus nichts gäbe, dann würde ich nicht schreiben. Das Schreiben gibt mir die Möglichkeit, ein Ventil für die Geschichten und Figuren zu finden, die durch meinen Kopf schwirren und mir solange keine Ruhe lassen, bis ich über sie schreibe. Es gibt mir ein Eintauchen in eine andere Wirklichkeit. Es gibt mir auch die Möglichkeit, über bestimmte Themen zu schreiben, die mir ein Bedürfnis sind.
Und das alles ist mir wohl doch Antrieb genug, um mich über die manchmal sehr schwierigen Phasen des Schreibens hinwegzutragen. Denn immerhin schreibe ich schon Geschichten seit ich 8 Jahre alt bin und somit gehört das Schreiben so fix zu meinem Leben, dass ich - trotz längerer Pausen - wohl niemals völlig damit aufhören könnte.

3. Was inspiriert dich für deine Geschichten? Wo oder wann bist du am kreativsten?
Inspiration finde ich eigentlich überall in meinem Alltag: in Büchern, in Filmen und Serien, in Liedern, in Bildern, früher sogar auch sehr stark im Studium. Meist sind es viele Kleinigkeiten, die mich inspirieren und die dann allmählich zu einem Ganzen zusammenwachsen.
Wo und wann ich am kreativsten bin, kann ich gar nicht so genau sagen. Es gibt weder eine bestimmte Tageszeit noch einen bestimmten Ort, wobei mich eine Wanderung oder ein Spaziergang im Grünen oft sehr in Schreibstimmung versetzen. Vielleicht, weil ich da in Ruhe meine Gedanken wandern lassen kann, was bei mir zwangsläufig dazu führt, dass ich über meine Geschichten nachdenke.

4. Was sind die ersten drei Dinge, die du morgens nach dem Aufstehen machst?
Brille aufsetzen (meine Kontaktlinsen geb ich immer erst später rein), Kaffee kochen, ins Badezimmer verschwinden

5. Chips oder Schoggi? Kaffee oder Tee?
Schoggi! Kaffee und Tee mag ich beides. Kaffee trink ich immer in der Früh, Tee am Nachmittag oder Abend.

6.  Welches Buch ist dein absolutes Highlight der letzten Monate? Oder hast du ein Buch, das du schon seit Jahren immer wieder gerne liest?
Mein absolutes Highlight der letzten Monate war Swallows and Amazons von Arthur Ransome. Natürlich war das nicht das einzige Lese-Highlight dieses Jahres, aber doch das, das mir spontan als erstes einfällt.

7.  Schreibst du zuerst den Plot und dann das Manuskript dazu, oder leiten dich viel eher deine Figuren durch deine Geschichte?
Ich habe es schon mit beiden Varianten probiert, aber das bessere Ergebnis erziele ich, wenn mich die Figuren leiten. Wenn ich vorher zu intensiv plotte, neige ich leider dazu, die Handlung und vor allem die Figuren totzuplanen. Bei mir können sich Figuren aber meist erst beim Schreiben so richtig entfalten - und wenn ich sie vorher bereits zu sehr in bestimmte Bahnen lenke, werden sie leblos und starr.

8.  Warst du schon mal in eine Romanfigur verliebt oder wolltest du unbedingt eine Figur in einem Buch sein, welches du gerade am Lesen warst? Wenn ja, welche?
Als Kind wollte ich unbedingt Bastian aus der "Unendlichen Geschichte" sein. Ich wollte wie er direkt durch das Buch nach Phantasien hineinspringen können - oder auch in ein anderes Buch. So sehnlichst wie damals habe ich mir wohl nie wieder gewünscht, den Platz einer Romanfigur einnehmen zu können.
Und in eine Romanfigur verliebt war ich wohl auch schon, wobei ich es eher als ein Schwärmen bezeichnen würde. Spontan fallen mir ein: Jonathan aus "Die Brüder Löwenherz" (mein Kindheitsschwarm!), Leo aus "Gut gegen Nordwind", Ammar ibn Khairan aus "Die Löwen von Al-Rassan", Aeneas aus "Kassandra"

9. An welchen Orten liest du gerne Bücher? Waren auch ungewöhnliche dabei?
Überall. *gg* Am liebsten lese ich aber entweder im Winter am Kachelofen bei meiner Familie oder im Sommer draußen in einem Park/im Garten.
Ungewöhnliche Orte waren sicher auch schon darunter. Als Kind etwa habe ich immer auf den Hochzeiten meiner zahlreichen älteren Cousinen und Cousins gelesen, weil ich mich dort gelangweilt habe. Und in Oslo habe ich öfter auf den Klippen der Insel Hovedøya gelesen.

10. Welches Land möchtest du gerne bereisen? Und was fasziniert dich an diesem Land?
Oje, wo soll ich da beginnen? Es gibt so viele Länder, die ich gern bereisen würde! Besonders unerreichbar, gleichzeitig aber auch besonders faszinierend ist für mich Grönland. Die karge Landschaft, der Hauch von Nordpol-Expeditionen (für die ich ein unerklärliches Faible habe) und die vielerortens unberührte Natur faszinieren mich daran wohl besonders.

11. Was sind deine nächsten Ziele, die du gerne erreichen möchtest?
Meine Doktorarbeit beenden und einen ordentlichen Job finden, um es mal ganz knapp und pragmatisch zu formulieren. Und etwas abseits von diesen notwendigen Zielen: "Bühnenzauber" endlich fertig überarbeiten!

Mittwoch, 26. Juni 2013

Kleiner Lesetag

Wie gestern schon angekündigt, gönne ich mir heute einen gemütlichen Lesetag. Ich habe frei und muss nur nachmittags kurz mal los, um mir von meinem einen Job noch das Trinkgeld abzuholen (nicht die schlechteste Verpflichtung ;-)).

Natürlich habe ich heute Morgen schon einiges gelesen und zwar etwas ganz spezielles, über das ich vermutlich noch genauer berichten werde. Ganz kurz gefasst: Meine Schreibgruppe hat mir zum Geburtstag eine Geschichte geschrieben, in der es um eine Zeitreise, das Ungeheuer von Loch Ness und einen nicht ganz so heldenhaften Psychologie-Studenten geht. Damit habe ich mich heute schon prächtig amüsiert und nun geht es mit "Blackout" weiter.
Also bis später, ich werde heute noch öfter updaten!


13:30
Ich habe inzwischen einiges an "Blackout" weitergelesen - aber ausgerechnet jetzt, da ich Zeit dafür habe, lässt die Spannung deutlich nach. Und da ich die Figuren nicht sonderlich interessant finde, ist die Spannung halt das einzige, das mich wirklich bei der Stange hält.
Deshalb habe ich auch schon einige Seiten "Wenn die Nacht in Scherben fällt" dazwischen geschoben. Bisher gefällt mir der Roman sehr gut; ich hoffe, das bleibt so.
Jetzt habe ich mir erstmal den Matcha Chai aus dem Lese-"Carepaket" gemacht (schmeckt süß und ein wenig würzig und sonst nach nicht viel) und widme mich wieder "Blackout".


20:30
Ich habe "Blackout" ausgelesen und fand es zum Ende hin eher schwach. Mag aber auch daran liegen, dass der Roman doch recht lang ist und sich die Thematik darin im Laufe der Handlung ein wenig "abnutzt". Mehr dazu dann in einer Rezension.
Inzwischen bin ich auch bei "Wenn die Nacht in Scherben fällt" recht weit gekommen und bin noch immer begeistert. Anders als bei "Blackout" sind es da die Figuren, die mich fesseln und nicht nur die Handlung - und da ich sozusagen eine Figurenleserin bin, kommt das natürlich mehr meinem Geschmack entgegen. 

Dienstag, 25. Juni 2013

Geburtstägliche Neuzugänge

Ich wurde zum Geburtstag mit ein bisschen Lesestoff eingedeckt, daher gibt es einen seltenen Neuzugänge-Post:

Ich habe noch nie etwas von Márquez gelesen, daher ist es höchste Zeit. Vermutlich wird das mein nächster Roman für die "100 Books"-Challenge. Ich bin schon gespannt, wie mir der Roman gefallen wird, da ich bisher fast nur gutes darüber gehört (und gelesen) habe.

Da ich sowohl "Der Schatten des Windes" als auch "Das Spiel des Engels" sehr mochte, musste natürlich auch der neuerste Roman rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher von Carlos Ruiz Zafón in mein Bücherregal einziehen. Ich hoffe, dass er ebenso gut ist wie die beiden Vorgänger.

52 Spaziergänge durch Wien bzw. die nähere Umgebung (Baden, Laxenburg, Stammersdorf). Manche davon scheinen wirklich nur kleine Streifzüge zu sein und manche sind mir nicht neu. Daher weiß ich nicht, ob ich meinen ersten Plan - ein Jahr lang jede Woche einen der Spaziergänge machen - tatsächlich durchführen werde. Falls doch, mache ich aber vielleicht einen wöchentlichen Foto-Beitrag daraus. Mal sehen.

Und das beste zum Schluss: Lyne hat mir ein Paket für einen Lesetag geschenkt mit einem Buch meiner Wahl. Ich habe mich für "Wenn die Nacht in Scherben fällt" entschieden. Von dem Roman kenne ich bisher nur kleine Ausschnitte vom NaNo 2011, bei dem Anika uns im Tintenzirkel mit ein paar kleinen "Appetithäppchen" versorgt hat. Seither bin ich natürlich neugierig auf den vollständigen Roman. Der Rest ist fürs leibliche Wohl, wobei die (riesige) Tafel Cadbury eine kleine Anspielung auf den gemeinsamen London-Urlaub von Lyne und mir vor einigen Jahren ist - dort hatten wir uns äußerst eifrig mit den unterschiedlichsten Sorten Cadbury eingedeckt.

Sofern mir nichts mehr dazwischen kommt, werde ich den Lesetag morgen starten. Jetzt, da ich dieses geniale Paket von Lyne bekommen habe, kann ich es nämlich kaum noch erwarten. Und ich würde auch gern das letzte Viertel von "Blackout" möglichst in einem durch lesen können, da ich den Roman sehr spannend finde und er mich in den letzten Tagen schon etliche Stunden Schlaf gekostet hat.
Hoffentlich wird es morgen etwas!

Mittwoch, 19. Juni 2013

[Kurzrezensionen] Von Ruhm, Katastrophen und Eingeborenen

Ich wollte eigentlich vor allem "Swallowdale" eine eigene Rezension widmen, aber derzeit komme ich einfach nicht zum Rezensionen schreiben - und da es nun schon eine ganze Weile her ist, seit ich den Roman gelesen habe, gibt es ihn lieber gemeinsam im Pack mit zwei anderen Büchern, ehe ich dazu gar nichts mehr zu schreiben weiß.

Arthur Ransome - Swallowdale

Ich habe mich auf ein weiteres Abenteuer mit den Swallows und Amazons begeben und wurde nicht enttäuscht. Hatte ich vorher noch Zweifel, ob dieser zweite Band an den ersten heranreichen könnte, so wurden sie bald zerstreut.
Die Swallows und die Amazons freuen sich auf einen weiteren Sommer auf Wildcat Island, als ihnen ein Schiffbruch und haufenweise Ärger mit den Eingeborenen ein Strich durch ihre Rechnung machen. Glücklicherweise lassen sie sich von all diesen Hindernissen nicht den Sommer verderben und so konnte ich wieder eine wundervolle Zeit mit ihnen verbringen. Es gibt wieder Abenteuer, Entdeckungen und spielerische Fantasie zuhauf, und dazu entwickeln die Figuren auch mehr Tiefe als noch im ersten Band. Es gibt auch wieder allerlei zu lachen, trotz all der stellenweise durchaus ernsten Probleme, mit denen die Kinder zu kämpfen haben.
Obwohl Titty wohl immer mein "Liebling" bleiben wird, bin ich ja ein großer Fan von Nancy Blackett und schließe daher diese Rezension mit einem Zitat von ihr:
"That’s the way, Mister Mate," said Nancy Blackett. "Keep your crew on the jump and there’ll be no time for mutiny."
5 von 5 Sternchen


Kai Meyer - Asche und Phönix

Dieser Roman und ich wollten nicht recht zueinander finden. Ich war sogar schon kurz davor, etwa bei der Hälfte abzubrechen, habe dann aber doch weitergelesen und fand das letzte Drittel zumindest ein wenig besser.
Der Titel bezieht sich auf Parker, einen Jungschauspieler, der in der Rolle des Magiers Phoenix weltberühmt wurde, und auf die exzentrische Ash, die sein Hotelzimmer ausrauben möchte und auf diese Weise tief in Parkers Probleme mit hineingezogen wird. Denn Ruhm hat seinen Preis - ein Spruch, der auf Parker mehr als zutrifft, und so finden sich die beiden schnell auf der Flucht quer durch Frankreich wieder.
Es fällt mir schwer zu sagen, was genau mir an dem Roman nicht gefallen hat. Im Grunde hatte ich auf allen Ebenen mit Problemen zu kämpfen: Den Plot und den Bösewicht fand ich zwar originell, aber seltsam und von der Logik her oftmals etwas löchrig. Zu den Figuren konnte ich keinen Zugang finden. Ash kam mir vor wie ein äußerst schwacher Abklatsch von Rosa; Parker hat mich überhaupt die ganze Zeit kalt gelassen. Und schließlich war es mir oft auch zuviel Action und zuviel Brutalität im Vergleich zur inneren Entwicklung der Figuren oder einer tieferen Aussage. Gleichzeitig fand ich die Actionszenen aber nur selten spannend.
Kurz und gut: Es war einfach nicht mein Buch, so gern ich Kai Meyer sonst auch lese.
2 von 5 Sternchen


Steve Erickson - Das Meer kam um Mitternacht

Das ist wohl einer der seltsamsten Romane, der mir jemals untergekommen ist. Wenn ich beschreiben soll, worum es geht, gerate ich bereits ins Strudeln. Es geht um völlig kaputte Figuren und ihre Abgründe, um Katastrophen, um Zufälle und unerwartete Zusammenhänge, um Erinnerung und Vergangenheit.
Oder ein erneuter Versuch: Es geht um die 17jährige Kristin, die als 2000. Person mit einer Sekte in den Tod springen sollte, aber rechtzeitig fliehen kann und sich schließlich im Haus eines Mannes wiederfindet, der Katastrophen wie diese in einen größeren Zusammenhang zu bringen versucht.
Ausgehend davon entspinnt sich die Geschichte von mehreren Figuren, die einander sozusagen ablösen: Eine ist jeweils ein Sprungbrett für die nächste Geschichte, bis man merkt, dass es zwischen ihnen noch mehr Verknüpfungen und Zusammenhänge gibt als auf den ersten Blick zu sehen.
"Das Meer kam um Mitternacht" könnte ein genialer Roman sein, gäbe es nicht meiner Meinung nach zwei große Kritikpunkte: Es ist alles gar zu deprimierend und hoffnungslos; jede Figur scheint wirklich nur auf der Schattenseite des Lebens zu hausen. Und am Ende blieb mir alles ein wenig zu rätselhaft, ich hätte mir zumindest ein bisschen mehr Erklärungen gewünscht.
Trotzdem eins der faszinierendsten Leseerlebnisse seit Jahren und daher 4 von 5 Sternchen.

Freitag, 14. Juni 2013

Schullektüre - von Freud und Leid, Begeisterung und Qual

In Schreiberlings Schatztruhe habe ich eine ganz tolle Idee entdeckt: eine Auflistung der Schullektüre nebst einem kleinen Leseeindruck zu jedem Buch.
Ich habe daraufhin sofort begonnen, auch eine solche Liste zu erstellen. Da die Schulzeit bei mir nun schon etwas *hust* länger her ist, war das nicht mehr ganz so einfach. An die meisten Bücher kann ich mich zwar noch erinnern, aber ich bin mir nicht sicher, ob mir nicht gerade aus der Unterstufe noch welche fehlen.


LEKTÜRE IM DEUTSCHUNTERRICHT


Maikäfer flieg! v. Christine Nöstlinger
Dieses und das nächste Buch waren Teil des Schwerpunkt-Themas "2. Weltkrieg" und die erste Schullektüre, an die ich mich erinnern kann. Nöstlingers Roman ist eine ganz wundervolle autobiografische Erzählung über das Ende des 2. Weltkriegs und die Nachkriegszeit, die spannend, lustig, traurig und nachdenklich machend ist. Ich habe das Buch unzählige Male gelesen!

Zehn Tage im Winter v. Rosmarie Thüminger
Gegend Ende des Krieges versteckt Marias Familie einen russischen Kriegsgefangenen auf dem Dachboden. Und Maria, die in der Schule gelernt hat, dass Russen feige und hinterhältig sind, weiß auf einmal nicht mehr, was sie noch glauben soll. Dieser Roman ist mir weniger im Gedächtnis geblieben als jener von Nöstlinger, aber ich weiß noch, dass er sehr interessante Fragen über Toleranz, Zivilcourage und Freundschaft behandelt. Vielleicht sollte ich den mal wieder hervorkramen.

Krabat v. Otfried Preußler
Später wurde das eins meiner Lieblingsbücher, aber in der 1. Klasse Gymnasium hat die Teufelsmühle mir Albträume beschert! Ich habe den Roman dennoch verschlungen, aber er war mir in dem Alter definitiv noch zu früh - nicht vom Stil her, sondern einfach, weil ich immer schon ein Angsthase war und mich die ganze Thematik damals wirklich in Angst und Schrecken versetzt hat.

Meine schöne Schwester v. Brigitte Blobel
Hier muss eine Lücke sein. Ich weiß, dass Krabat in der 1. Klasse dran war, "Meine schöne Schwester" aber erst in der 3. Keine Ahnung, was es dazwischen noch gab. Dieser Roman war für mich auf alle Fälle ein Jugendbuch der abschreckenden Sorte. Blobel behandelt darin Magersucht so dermaßen klischeehaft, oberflächlich, verharmlosend und unrealistisch, dass ich mich noch jetzt drüber aufregen könnte. Von den absolut platten Figuren und dem kitschigen Ende ganz zu schweigen ...

Dürre Jahre v. Helene Flöss
Dasselbe Thema, aber ganz anders umgesetzt. Ich kann mich noch erinnern, dass mir der Roman stilistisch damals ein wenig zu schwer zugänglich war. Der Schreibstil ist sperrig und karg, die Protagonistin ganz in ihrer Sicht und ihrer Krankheit gefangen. Ein ziemlich interessantes Buch, rückblickend betrachtet - schade nur, dass es mich damals ein wenig überfordert hat.

Hexenfeuer v. Isolde Heyne
Hexenverbrennungen waren damals ein fachübergreifendes Thema (Religion, Deutsch, Geschichte) und im Zuge dessen haben wir diesen Roman gelesen. Ich habe ihn in Erinnerung als sehr spannenden historischen Jugendroman über eine kräuterkundige junge Frau, die der Hexerei angeklagt wird, weil sie ihrer herrischen Ziehschwester mit einem Liebeszauber behilflich ist. Ich vermute fast, dass ich den Roman inzwischen sehr klischeehaft und die Figuren allzu schwarz-weiß finden würde, aber damals hat er mir gut gefallen.

Das Tagebuch der Anne Frank
Nocheinmal Thema 2. Weltkrieg mit einem der wohl bekanntesten literarischen Zeugnisse dieser Zeit. Als wir es in der Schule lesen mussten, kannte ich es bereits, da wir das Buch von meinen älteren Geschwistern schon zuhause hatten, daher habe ich es nie wirklich als "Schullektüre" betrachtet. Für mich eins dieser Bücher, das man wirklich gelesen haben sollte. Unabhängig von der ganzen Diskussion, wieviel denn nun später verändert wurde, ist und bleibt es ein sehr bewegendes Zeugnis dieser Zeit aus der Sicht eines jungen Mädchens, das mit einemmal aus seinem vertrauten Leben gerissen wird.

Jugend ohne Gott v. Ödön von Horváth
Ist mir leider kaum noch in Erinnerung, daher kann er mich nicht sehr beeindruckt haben. Vielleicht würde sich auch da ein neuer (erwachsener) Blick lohnen.

Unterm Rad v. Hermann Hesse
Damit konnte ich gar nichts anfangen. Ich weiß nicht einmal mehr, weshalb nicht, aber die Lektüre hat zu einer bis jetzt anhaltenden Hesse-Skepsis bei mir geführt.

Andorra v. Max Frisch
Beeindruckendes Theaterstück über Rassismus, Antisemitismus und Wegschau-Mentalität. Wenn ich daran zurückdenke, überkommt mich ein äußerst beklommenes Gefühl, die Lektüre muss also sehr intensiv gewesen sein. Und sie hatte den umgekehrten Effekt wie bei Hesse: Es war der Beginn einer bis jetzt anhaltenden Frisch-Begeisterung.

Brigitta v. Adalbert Stifter
Ogott. Ogottogott. Das Buch fand ich so unglaublich langweilig und seltsam, dass es wohl eine meiner "Hasslektüren" der Schule gewesen sein muss. Ich habe übrigens keine Ahnung mehr, worum es ging, außer um eine Frau namens Brigitta.

Meier Helmbrecht v. Wernher der Gärtner
Unser kurzer Ausflug in die mittelhochdeutsche Literatur (neben Auszügen des Nibelungenliedes und Minnedichtung). Ich mochte die Versnovelle so wenig, dass es eigentlich überraschend ist, dass ich Ältere deutsche Literatur später im Studium zu meinem Schwerpunkt gemacht habe. Hing vielleicht mit meiner Nibelungen-Faszination zusammen. ;-)

Nathan der Weise v. Gotthold Ephraim Lessing 
Ein Stück, das mich sehr fasziniert hat. Ich denke, dass mich in erster Linie der Gedanke der religiösen Toleranz darin sehr angesprochen hat.

Kabale und Liebe v. Friedrich Schiller
Oje. Ich habe im selben Schuljahr ein Referat über Schiller gehalten und fand ihn als Persönlichkeit enorm faszinierend (auch heute noch), aber ganz ehrlich: Mit seinen Stücken konnte und kann ich nichts anfangen.

Faust I v. Johann Wolfgang von Goethe
Sehr beeindruckend, wie die meisten Theaterstücke von Goethe. Ich kann mich erinnern, dass Faust allgemein sehr gut angekommen ist in meiner Klasse, was vielleicht auch daran lag, dass wir uns sehr intensiv damit auseinandergesetzt haben. Im Studium war das Drama dann Anschauungsojekt für rhetorische Stilmittel - denn darin findet man von Antitheton über Klimax bis Zeugma so ziemlich alles, was es so gibt. Faszinierend.

Ein Kind v. Thomas Bernhard
Der Atem v. Thomas Bernhard
Zwei seiner autobiografischen Romane, die wir im Zuge eines Bernhard-Schwerpunktes gelesen haben. Ich erinnere mich an endlos lange Sätze, eine total deprimierende Stimmung (trotz Ironie) und Hasstiraden. Sonst ist Bernhard in meiner Klasse sehr gut angekommen, aber ich konnte mich erst im Studium dank "Heldenplatz" mit ihm aussöhnen.

Der Sandmann v. Hugo von Hofmannsthal
Eine schaurige Erzählung, die ich nicht nur gruselig sondern auch äußerst skurril fand. Ich würde nicht behaupten, dass sie mir nicht gefallen hat, aber ich fand die Lektüre ziemlich irritierend.  

Woyzeck v. Georg Büchner
Ach du liebe Zeit. Wir haben in der Schule das Stück gelesen und eine Verfilmung mit Klaus Kinski gesehen, ich kenne eine Theateraufführung und die sehr interessante Inszenierung "Woyzeck and the Tiger Lillies". Aber es hilft alles nichts: Ich mag das Stück einfach nicht.

Die Wand v. Marlen Haushofer
Wow! Das war ohne Zweifel meine Lieblingslektüre der gesamten Schulzeit. Ich habe das Buch an einem Nachmittag verschlungen und war so darin gefangen, dass ich mich zwischendurch mal vergewissern musste, ob draußen eh noch Autos unterwegs waren. Großartig war auch die filmische Umsetzung, die man voriges Jahr im Kino bewundern konnte. 

Homo faber v. Max Frisch
Und gleich noch ein Roman, den ich sehr gern gelesen habe. Ich mag einfach den Schreibstil von Max Frisch sehr gern und fand "Homo faber" auch sonst äußerst interessant.

Bahnwärter Thiel v. Gerhart Hauptmann
Uäh, Dingsymbol. Das ist eine der ersten Assoziationen, die mir mit der Novelle kommen - und die Erinnerung, dass ich mit dem Naturalismus in der Literatur schon damals nichts anfangen konnte (mit Ausnahme von Ibsen).

Mutter Courage und ihre Kinder v. Bertolt Brecht
Anders als zu Hauptmann habe ich zu Brecht eher positive Assoziationen. Das hier war das erste seiner Theaterstücke, das ich gelesen habe, und es hat mir durchaus Appetit auf mehr gemacht.

Die Traumnovelle v. Arthur Schnitzler
Ich liebe dieses Buch! Man wird in die surreale Welt voller Träume, unterdrückter Wünsche und erotischer Fantasien unweigerlich hineingezogen. Und wie immer bei Schnitzler gibt es ein sehr interessantes Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren. Eine Erzählung, die ich mittlerweile auch schon oft gelesen habe (während ich jede Erinnerung an den fürchterlichen Film zu verdrängen versuche). 

Die Verwandlung v. Franz Kafka
Diese Erzählung fand ich in erster Linie seltsam, aber mit dem Wort kann man wohl das gesamte Werk von Kafka beschreibend. Seltsam, verstörend und doch auch faszinierend.

Brief an den Vater v. Franz Kafka
Ich muss zugeben, dass ich mich an dieses Werk kaum noch erinnern kann, obwohl wir es erst sehr spät in der Oberstufe gelesen haben. Insgesamt fand ich aber den ganzen Vater-Sohn-Konflikt ziemlich ermüdend.

Die Züchtigung v. Anna Mitgutsch
Vera kennt von ihrer Mutter nur Schläge und bemüht sich, ihre eigene Tochter ohne Gewalt zu erziehen - versagt aber als Mutter ebenfalls kläglich, wenn auch auf andere Weise. Ein erschütternder Roman, der sehr nüchtern geschrieben ist. Ich habe ihn später noch ein- oder zweimal gelesen, auch wenn ich ihn als sehr deprimierend in Erinnerung habe.

Sara und Simon v. Erich Hackl
Zugegeben, dieser Roman und ich hatten keinen guten Start. Wir hatten damals die Möglichkeit, selbst Lektürevorschläge einzubringen und der von mir sowie einer Klassenkameradin vorgeschlagene "Opernball" von Josef Haslinger, ein enorm faszinierender und spannender Roman, wurde von den tonangebenden der Klasse nur wegen seiner Länge abgeschmettert. Nicht, weil sie der Inhalt nicht interessiert hätte, nein, nur wegen der Länge. Und "gewonnen" hat dann der Vorschlag unserer Lehrerin, weil es das kürzeste Buch war.
Ich weiß nicht, ob mich dieser Roman über eine Mutter, die in der Zeit der argentinischen Militärdiktatur ihr Kind zur Adoption freigibt und sich später auf die Suche nach ihm macht, mehr interessiert hätte, wenn mich die Diskussion im Vorfeld nicht so frustriert hätte. Aber mit der Einstellung "Egal, worum es in dem Buch geht, hauptsache es ist kurz, da Lesen sowieso eine Qual ist" konnte und kann ich einfach nichts anfangen.

Die Liebhaberinnen v. Elfriede Jelinek
Dieses Buch ist in unserer Klasse erstaunlich gut angekommen (klar, es ist ja auch recht kurz ...), aber ich selbst konnte nicht viel damit anfangen. "Die Klavierspielerin" hat mir um Längen besser gefallen.
Unsere Lehrerin hätte übrigens eigentlich "Gier" geplant, das ihr aber die Buchhändlerin bei der Bestellung der Bücher erfolgreich ausgeredet hat ("Meine Güte, dieses Buch können Sie doch nicht mit Schülerinnen lesen!") - zum Glück, wie ich rückblickend sagen muss. Denn der Roman ist sehr, sehr harter Tobak.


Ja, das wars soweit. Da ich mal wieder fürchterlich ins Schwafeln gekommen bin, ist dieser Beitrag "etwas" länger geworden als geplant. Daher hänge ich nun auch nicht, wie eigentlich gedacht, die englische Lektüre an. Die wäre zwar eh sehr kurz (wir haben leider im Englischunterricht wenig gelesen und Klassiker gar nicht), aber es würde jetzt doch den Rahmen sprengen. Vielleicht mache ich dazu mal einen eigenen (dann deutlich kürzeren) Beitrag.

Sonntag, 9. Juni 2013

Sonntagsgeplauder #58

Bei mir herrscht dienstmäßig gerade ein wenig "Land unter", von dem Referat, das ich am Freitag über meine Diss halten muss, mal ganz zu schweigen.
Insofern geht bei mir lesetechnisch nicht viel weiter - ich bin immer noch mit den Büchern beschäftigt, die ich am 1. Juni begonnen habe. Immerhin nähe ich mich bei "Flügel aus Asche" aber schon dem Ende und habe es bei "Die Bibliothek der Schatten" (ebook aus der Onleihe) bis zur Hälfte geschafft. ;-)
Ich hab dann übrigens doch noch "Asche und Phönix" von Kai Meyer zu Ende gelesen, das ich ja beinahe schon abbrechen wollte. Obwohl mir das letzte Drittel (und vor allem das Ende selbst) dann noch ganz gut gefallen hat, bekommt das Buch von mir insgesamt lediglich 2 Sternchen - und ich habe, ehrlich gesagt, auch keine große Lust mehr eine Rezension zu schreiben. Aber wie an der Bewertung zu erkennen, war es definitiv nicht mein Fall. Weder mit den Figuren noch der Idee konnte ich viel anfangen. Schade.

Ansonsten gibt es derzeit von meiner Seite nicht sehr viel zu erzählen. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, wird es auch wieder mehr Rezensionen und andere Beiträge geben. Und vielleicht gönn ich mir dann auch mal wieder einen richtigen Lesetag, das fände ich sehr verlockend.  :-)

Einen schönen Sonntag euch allen noch!

Samstag, 8. Juni 2013

Kleine vs große Buchhandlungen vs Onlinebestellung

Ein Thema, das bei Leseratten immer wieder mal aufkommt: Bevorzugt man die kleine Buchhandlung ums Eck, große Filialen einer Kette oder überhaupt die Bestellung übers Internet?
Buchliebhaber sind bestimmt auch Liebhaber kleiner Buchhandlungen, oder nicht? Das mag auf die meisten zutreffen, aber nicht auf meine Wenigkeit.
Wenn ich zugebe, dass ich kein Fan kleiner Buchhandlungen bin, komme ich mir immer vor wie ein totaler Exot und wie ein moralisch verdammenswerter Mensch. ;-) Aber es gibt mehrere Gründe, weshalb das so ist:

1. Ich mag beim Einkaufen Anonymität. Ich will in Ruhe stöbern können, ohne mich beobachtet zu fühlen. Ich will nicht ständig gefragt werden "Kann ich helfen?" Ich mag keinen Smalltalk beim Einkaufen und ich will auch mal eine halbe Stunde lang stöbern können und dann trotzdem ohne Buch rausgehen, ohne dass ich deshalb ein schlechtes Gewissen haben muss.
In großen Ketten geht das wunderbar, weil sie zu groß und unpersönlich sind für "Beobachtung" und die Mitarbeiter sich oft eh nicht gut genug mit Büchern auskennen, um sinnvollerweise ihre Hilfe anbieten zu können. ;-)

2. Den hilfsbereiten, kompetenten und freundlichen Buchhändler kenne ich leider eher vom Hörensagen. Bei den zwei kleinen Buchhandlungen, die ich in der Nähe habe, trifft man eher auf den Typen "grantiger Wiener". Fragt man nach bestimmten Büchern, wird man meist mit einem knappen "Naaa, hamma net da" abgespeist und das wars.

3. Überhaupt, Stichwort "bestimmte Bücher". In kleinen Buchhandlungen finde ich fast nie das, was ich gern hätte. Und dabei meine ich jetzt nicht mal die ganz unbekannten Nischenwerke. Schon mit nicht ganz aktueller Literatur wird es schwierig und von Mario Vargas Llosa gabs dort nicht mal nach dem Literaturnobelpreis auch nur einen einzigen seiner Romane.
Und wenn man dann erst noch nach Fantasy sucht ... neben haufenweise Krimis, Thrillern und Liebesromanen bleibt offensichtlich kein Platz für Fantasy und die Frage danach führt oft zu einem verächtlichen "Ach, sowas liest die"-Blick. 
Und wisst ihr was? Wenn erst mal so eine Reaktion auf ein Genre, das ich gern lese, kommt, möchte ich dort gar kein Geld mehr lassen und sicher auch nicht extra ein Buch bestellen. 

Tja, und das waren leider fast immer meine Erfahrungen mit kleinen Buchhandlungen. Schade eigentlich.
In den üblichen großen Ketten werde ich aber auch nicht mehr glücklich, seitdem dort der Verkauf von diversem Zeug, das eigentlich gar nichts mit Büchern zu tun hat, immer mehr Überhand nimmt.

Und wo lande ich dann? Natürlich bei einem bestimmten Onlinehändler, der zudem bei englischen Büchern unschlagbar günstig ist. Meine Stöberlust befriedige ich dann wieder eher in Büchereien, wo man sowieso am allerbesten stöbern kann.
Ein bisschen ein schlechtes Gewissen hab ich ja schon, dass ich dem örtlichen Buchhandel so ganz den Rücken kehre, aber ganz ehrlich? Ich verwende einigermaßen viel Zeit und Geld darauf, Lebensmittel und Kosmetikprodukte so einzukaufen, dass ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann (bio, Fairtrade, keine Tierversuche, regionale Produkte). Bücher will ich dann einfach mal dort kaufen, wo ich mich sozusagen am wohlsten fühle. Und das ist nunmal online (zumal ja sowieso mein ebook-Konsum immer mehr zunimmt).

Aber zu eurer Beruhigung: Es gibt eine (nicht ganz kleine) Buchhandlung in Wien, die ich wirklich gern mag. Sie befindet sich am Unicampus, hat vorwiegend Mängelexemplare durch alle Genres hindurch inklusive tonnenweise Klassiker, daneben aber auch aktuelle Bücher zum normalen Preis, das Personal ist freundlich, lässt einen ewig in Ruhe stöbern und guckt auch nicht böse, wenn man dann trotzdem ohne Buch rausgeht (was mir dort, ehrlich gesagt, eher selten passiert ...).

Und wie geht es euch so? Gehört ihr zu den Fans der kleinen Buchhandlungen? Habt ihr gar ein wahres Vorzeigeexemplar in eurer Nähe? Oder mögt ihr es auch lieber anonym?

Montag, 3. Juni 2013

[31 Tage - 31 Filme] Tag 12

Die 7. DVD/Blu-ray/Video in deinem Regal von rechts

Da steht bei mir Ich, Claudius, Kaiser und Gott, eine TV-Serie, die auf dem gleichnamigen Roman von Robert von Ranke Graves basiert.
Der historische Roman ist als eine fiktive Autobiografie von Kaiser Claudius geschrieben und wurde 1976 als BBC-Serie (13 Episoden) verfilmt mit Derek Jacobi in der Hauptrolle.

Es handelt sich um eine wirklich großartige Verfilmung mit großartigen Schauspielern, die allerdings so wohl heute nicht mehr produziert werden würde. Action gibt es praktisch nicht, die Serie ist eher wie ein Theaterstück aufgebaut mit vielen interessanten Dialogen, einer starken Konzentration auf die faszinierenden Charaktere und wenigen Schauplätzen.
Derek Jacobi spielt Claudius als Jugendlichen ebenso genial wie als alten Mann und stellt sein Stottern sehr überzeugend dar. Auch die übrigen Darsteller (darunter Brian Blessed als Augustus) machen ihre Sache ganz großartig, wobei man sagen muss, dass ihnen mit den differenzierten Charakteren auch äußerst dankbare Rollen geliefert werden.

Ich kann vor allem die DVD-Gesamtbox sehr empfehlen, da es darin auch ein umfangreiches Bonusmaterial gibt. An Ton und Bild merkt man teilweise natürlich, dass die Serie schon einige Jahre auf dem Buckel hat, und auch das Erzähltempo wirkt wohl nicht mehr sehr zeitgemäß. So etwas wie "Rome" darf man sich nicht erwarten - auch wenn Atia gegen Livias Intrigen alt aussehen würde. ;-)
Ich finde aber die Serie perfekt so, wie sie ist und betrachte die Gerüchte, dass HBO eine neue Adaption plant sowohl mit Neugierde als auch mit Skepsis.
Die Romanvorlage aus dem Jahr 1934 ist übrigens nicht weniger empfehlenswert - und gehört für mich noch immer zu einem der großen Highlights unter den historischen Romanen.

Samstag, 1. Juni 2013

Zwischenfazit von Milas Challenge

Mittlerweile habe ich bei der Bücher, die man gelesen haben muss-Challenge die Hälfte, also 6 Bücher, geschafft.
Und meine Zwischenbilanz ist mehr als positiv. Die BBC-Liste mit den 100 Büchern hatte ich ja auch vorher schon beäugt, aber ohne die Challenge hätte ich mich nie im Leben an so viele Bücher gewagt, von denen ich vorher im Leben noch nichts gehört hatte.
Swallows and Amazons, I Capture the Castle, Goodnight Mister Tom, Vicky Angel - bei diesen vier Romanen haben mir weder Titel noch Autor(in) irgendetwas gesagt. Aber keins dieser Bücher habe ich schlechter als mit 4,5 Sternen bewertet! Mehr noch: Es handelt sich bisher um die einzigen vier Bücher in diesem Jahr, die ich überhaupt mit mehr als 4 Sternen bewertet habe. Ohne die Challenge würden mir also bislang im Jahr 2013 noch jegliche Lese-Highlights fehlen.

Bisher war die Challenge für mich also ein voller Erfolg. Zwei Klassiker habe ich ja auch gelesen (Überredung und Die Schatzinsel), die mich aber beide nicht so sehr überzeugt haben. Und obwohl ich noch weitere Klassiker geplant habe, sind das wirklich interessante auf der Liste für mich die Bücher, die mir tatsächlich völlig unbekannt sind. Denn auf diese Romane wäre ich - anders als auf Klassiker wie etwa Romane von Charles Dickens - sonst niemals gestoßen. Und was würden einem da für Perlen entgehen!

Ich kann nur hoffen, dass die Challenge so gut weiterläuft wie bisher und ich noch auf mehrere solcher unbekannten Schätze stoße. Von "Catch-22" und "The Magus" erwarte ich ja noch so einiges - hoffentlich werde ich nicht enttäuscht.