Sonntag, 30. Dezember 2012

Sonntagsgeplauder #46

Lesegeplauder

Nicht zu fassen, dass ich mein Hörbuch "Das Kind der Stürme" nun noch ins nächste Jahr mitnehmen werde. Derzeit geht damit kaum etwas weiter, da ich auch gerade einfach keine Zeit zum Knüpfen finde, das ja immer meine klassische Tätigkeit beim Hörbuch-horchen ist.
Dafür bin ich mit meinem Weihnachtsgeschenk "Nullzeit" schon durch, auch wenn mich der Roman etwas ratlos zurückgelassen hat. Lesenswert war er aber allemal - auf Juli Zeh ist eben Verlass.
Bei meinem ebook "Die Kuppel" bin ich mir dagegen noch nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Das Setting und die darin dargestellte Gesellschaft sind ohne Frage faszinierend, aber der Plot lebt mir bislang noch zu sehr von Kampfszenen, die ich mir im Kopf nicht recht vorstellen kann (mein übliches Problem mit Kampfszenen, weshalb ich sie nicht gern lese).


Schreibgeplauder

Noch immer kann ich nicht behaupten, dass ich wieder eifrig schreibe, aber im Zuge meiner ganzen Szenenergänzungen bei "Bühnenzauber" habe ich mir nun auch ein neues Ende überlegt.
Eigentlich habe ich das Ende bislang gern gemocht, aber es will mir nicht so ganz passen, dass der Roman mit Herun und Maldwin endet. Das letzte Kapitel (vor dem Epilog) war nicht direkt romantisch, hat aber doch noch einmal die Beziehung zwischen den beiden in den Mittelpunkt gestellt. Ich denke aber, dass der Roman eigentlich mit meinen Geschwistern enden sollte, also mit Herun und Gabran. In meinem Kopf habe ich schon ganze Dialoge ausformuliert, die ich "nur" noch zu Papier bringen muss. Hoffentlich finde ich in den nächsten Tagen mal genug Ruhe, um das auch zu tun.


Spam mal anders

Seit einiger Zeit werde ich von englischen Kommentaren zu alten Beiträgen überflutet, die glücklicherweise großteils eh vom Spamfilter abgefangen werden. Zur Sicherheit überfliege ich alle noch rasch, ehe ich sie lösche, damit sich kein wirklicher Kommentar darin verliert. Und dabei bin ich auf einen Spam-Kommentar gestoßen, der mich sehr amüsiert hat. Vor dem obligatorischen Werbelink gab es nämlich nicht die üblichen allgemeingültigen Lobeshymnen, sondern folgende Worte:
Next time I read a blog, I hope that it doesn't fail me just as much as this particular one. After all, I know it was my choice to read, nonetheless I actually believed you would have something interesting to say. All I hear is a bunch of whining about something you could possibly fix if you weren't too busy searching for attention. 
Als ich das gelesen habe, musste ich erst einmal losprusten. Ist so eine tolle Schimpftirade eine passende Einladung, um dann dem platzierten Link zu folgen? Nicht wirklich, oder? Und gerade deshalb fand ich das echt lustig. ;-)


Eine kleine Dankesrede

Abgesehen davon, dass ich mich nun am Ende des Jahres noch einmal bei allen meinen Lesern dafür bedanken möchte, dass ihr immer noch treu meine Beiträge lest und auch fleißig Kommentare hinterlasst, möchte ich an dieser Stelle mal einige Worte über ein paar ganz besondere Freundinnen verlieren. Ich weiß, dass ihr immer wieder mal hier mitlest, daher:
Meine lieben McViers und meine tolle Schreibgruppe aka Schweinegruppe, ihr seid die wunderbarsten Freundinnen, die man sich nur vorstellen kann und kein Gold der Welt könnte euch aufwiegen. Manchmal frage ich mich, wie ich es überhaupt verdient habe, solche Menschen wie euch in meinem Leben zu haben, die immer für alle Probleme ein offenes Ohr haben, für jeglichen Unsinn zu haben sind und mit Kreativität, Hilfsbereitschaft und Warmherzigkeit mein Leben in jeder Hinsicht bereichern. Dafür einfach mal ein fettes Dankeschön!
Und ein ganz spezieller Dank an Eva, die nicht nur die beste Freundin, sondern auch die beste Kollegin ist, die man sich nur wünschen kann. 2013 wird unser Jahr, daran glaube ich ganz fest. Irgendwann müssen wir schließlich auch einmal zum Zug kommen!

Samstag, 29. Dezember 2012

[Rezension im Dreierpack] Ferne Zeiten und ferne Orte

Da ich mit Rezensionen mal wieder etwas hinterherhinke (und ich zu manchen Büchern auch gar nicht so viel zu sagen weiß), gibt es für zwischendurch erneut drei Kurzrezensionen, wovon eine Lektüre nun schon etwas länger her ist:

Tereza Vanek - Die Träume der Libussa

Selten fällt es mir so schwer, meine Meinung in Worte zu fassen, wie es bei diesem Roman der Fall ist.
"Die Träume der Libussa" ist ein historischer Roman mit phantastischen Einsprengseln, der sich auf die Spuren des Mythos um die Seherin Libussa und Premysl, den Stammvater des böhmischen Herrschergeschlechts, begibt. Böhmen im 8. Jahrhundert ist mal ein etwas anderer Hintergrund für einen historischen Roman, den ich auch sehr spannend beschrieben fand. Schade, dass die Autorin eher auf Klischees zurückgreift, wenn es um Kelten und Waräger geht, denn sonst wirkt der historische Hintergrund sehr gut recherchiert.
Warum ich den Roman aber letztendlich nur mittelmäßig fand, kann ich nicht klar sagen. Ich hatte mit manchen der Figuren Probleme, bin über die eine oder andere logische Lücke gestolpert und fand vor allem den Mittelteil sehr zäh. Warum ich ihn aber zäh fand und was genau meine Probleme mit den Figuren waren - ich weiß es nicht genau.
Es hat wohl auch mein Lesevergnügen getrübt, dass Vanek oft zu Wiederholungen neigt (man könnte ein Trinkspiel daraus machen, wie oft Premysls kratzige Hände erwähnt werden) und das ebook entweder gar nicht oder extrem schlampig lektoriert wurde. Auf fast jeder Seite fanden sich Fehler - sowohl kleinere Tippfehler als auch komplett fehlende Wörter. Noch nie bin ich in einem publizierten Buch über so viele Fehler gestolpert. Ich weiß nicht, ob das hier nur ein Problem des ebooks ist, aber auch da darf so etwas nicht vorkommen.
Alles zusammen hat bei mir eher einen "naja"-Eindruck hinterlassen. Nicht schlecht, aber auch nicht grandios und daher mittelmäßige 3 von 5 Sternchen.


Rafik Schami - Eine Hand voller Sterne

Das diesjährige Gratisbuch der Stadt Wien erzählt von der Kindheit und Jugend eines Bäckersohns in Damaskus. In Tagebuchform geschrieben wirkt der Roman vor allem am Anfang manchmal etwas ziellos und zerfasert, was ihn aber gleichzeitig als Tagebuch authentisch klingen lässt. Ab der Mitte wurde aber die Geschichte des Ich-Erzählers, der Journalist werden möchte und seinen ganz eigenen Weg findet, um politisch problematische Artikel unter die Leute zu bringen, mehr als spannend und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
"Eine Hand voller Sterne" erzählt von einer schwierigen Kindheit unter schwierigen Umständen mit politischen Umstürzen, Armut, Angst vor Spitzeln und Ungerechtigkeit, behält aber dennoch einen eher heiteren Grundton. In der Hinsicht erinnerte mich der Roman ein wenig an Balzac und die kleine chinesische Schneiderin, das Gratisbuch von 2010. Immer wieder gibt es auch komische und herzerwärmende Situationen, die den Roman trotz der ernsten Untertöne tatsächlich zu einem Lesevergnügen machen.
Ein lesenswertes Buch, das es aber doch nicht geschafft hat, mich nachhaltig zu beeindrucken.
4 von 5 Sternchen


Thomas Burnett Swann - Die Bienenkönigin

Nach Queens Walk in the Dust und Green Phoenix bildet "Lady of the Bees" (das ich leider nur noch auf Deutsch gebraucht auftreiben konnte) das Ende der locker verknüpften Latium-Trilogie.
In diesem Roman, der sich der Sage um Romulus und Remus annimmt, ist von den altbekannten Figuren ist nun nur noch Mellonia übrig. Obwohl Swann mit den beiden Zwillingsbrüdern und dem Faun Sylvan interessante neue Figuren einführt, haben mir Aeneas und auch Ascanius sehr gefehlt.
Vielleicht lag es daran, dass der Roman mich nicht ganz so sehr einfangen konnte wie seine Vorgänger, vielleicht lag es auch an der Übersetzung, die doch deutlich holpriger klingt als der poetisch-blumige Stil im Original. 
Trotzdem ein sehr schöner, melancholischer und stiller Roman, der einen ganz anderen, phantastischen Zugang zur römischen Gründungslegende bietet.
3,5 von 5 Sternchen

[Von Liebe, Tod und Ehre] Link zu den Rezensionen

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu und damit auch meine Themen-Challenge.
Wie bereits damals im Einstiegspost beschrieben, bitte ich euch, mir entweder in einem Kommentar hier oder bei der Challenge-Beschreibung oder per Mail eure gesammelten Rezensionen zu den Themen zu verlinken bzw. mir einfach einen Link zu einem entsprechenden Überblick auf eurem Block zu schicken - und zwar bis zum 5. Januar 2013. Somit habt ihr noch ein bisschen Zeit, etwaige ausstehende Rezensionen zu verfassen.
Ich habe zwar ohnehin eure Challenge-Fortschritte über das Jahr hinweg mitverfolgt, aber mit dem entsprechenden Link erleichtert ihr mir die endgültige Auswertung bei so vielen Teilnehmern. Diese wird es dann - ebenso wie die Verlosung der Gewinner - nach dem 5. Jänner geben.

Wer mir bereits während des Jahres nach Vollenden der Challenge einen Link geschickt hat, braucht das jetzt natürlich nicht noch einmal zu machen!


Freitag, 28. Dezember 2012

Weihnachtlicher Bücherzuwachs

Es tut mir leid, dass sich hier derzeit so wenig tut, aber ich bin heftig im Dienststress, bin gesundheitlich immer noch etwas angeschlagen und komme dementsprechend nicht zum Bloggen (geschweige denn zu sonst etwas). Nur zum Lesen finde ich ab und an mal während mancher Dienste Zeit, was bedeutet, dass wohl der Stapel der noch zu schreibenden Rezensionen weiter steigen wird ....

Nun ja, für zwischendurch gibt es mal einen meiner seltenen Bücherzugänge-Posts, da Weihnachten natürlich an meinem SuB nicht spurlos vorübergegangen ist:


Nachdem ich bisher alle Romane von Juli Zeh gelesen habe, ist Nullzeit nun der erste, der nicht nur ausgeliehen ist, sondern ganz allein mir gehört. Ich habe auch gleich begonnen ihn zu lesen und finde ihn bisher sehr lesenswert, wenn auch nicht so großartig wie "Spieltrieb".
Sturmherz von Sabine Klaus wollte ich schon seit einiger Zeit lesen, da der Roman intertextuelle Bezüge zu "Sturmhöhe" hat und ich darauf sehr neugierig bin.
Und schließlich habe ich einen Gutschein für zwei ebooks genutzt: Die Kuppel von Peadar O'Guilin habe ich auch schon zu lesen begonnen und bin von der Gesellschaft darin mehr als fasziniert. Swallows und Amazons von Arthur Ransome ist das zweite ebook - ein Buch der BBC 100 Books-Liste, das mich bei der Beschreibung und der Leseprobe gleich so sehr angesprochen hat, dass ich ihm gegenüber Büchern, die sich schon ewig auf meiner Wunschliste tummeln, den Vorzug gegeben habe. Das dürfte ein richtig schönes, abenteuerliches Kinderbuch sein, das möglicherweise dann auch gleich meine erste Challenge-Lektüre 2013 wird.

Außerdem warte ich noch auf ein Wichtelbuch, das hoffentlich bald bei mir eintreffen wird. Und dazu kommt der Boxingday-Code von Kobobooks, der noch bis Ende Dezember eingelöst werden kann und 50% Ermäßigung bringt. Möglicherweise wird sich also mein SuB in den nächsten Tagen noch um zwei weitere Bücher vermehren.

Ich freue mich übrigens auch wie eine Schneekönigin über meine nicht-bücherlichen Weihnachtsgeschenke. Und zwar habe ich eine Karte für "Schwanensee" bekommen und kann es kaum noch erwarten. Seit ich als Kind selbst einige Jahre Ballettunterricht hatte, möchte ich dieses wohl bekannteste Ballett sehen (das noch dazu mein absolutes Lieblingslied beinhaltet) und Mitte Januar wird es dann endlich soweit sein.
Außerdem habe ich ein Geldgeschenk dafür genutzt, endlich "Downton Abbey" zu bestellen. Irgendwann in der nächsten Woche wird also vermutlich bereits eine Box mit allen drei Staffeln bei mir eintreffen. Könnte ich doch nur gleich Zeit zum Anschauen mitbestellen! ;-)

Sonntag, 23. Dezember 2012

[Adventlesen] Der 4. Adventsonntag

Nun brennen alle Kerzlein auf dem Adventkranz und der letzte Adventsonntag ist gekommen. Ich wollte eigentlich einen längeren Eintrag dazu schreiben, mit ein paar schönen Fotos, aber die letzten Tage waren echt stressig, dann gabs heute mal wieder Zugprobleme (auf dem Weg zu meiner Familie) und nun bin ich auch - wie schon im vorigen Jahr - wieder unglaublich erkältet. Ich werde mich also eher kurz fassen und dann ins Bett verschwinden.

 

Adalbert Stifter - Bergkristall

Nun habe ich in der letzten Adventwoche doch noch eine richtig weihnachtliche Geschichte erwischt - ich hab mir schon gedacht, dass auf Stifter Verlass sein wird. ;-)
Dabei hatte ich bisher mit dem Autor ja so meine Schwierigkeiten, muss ich zugeben. Dank seiner äußerst ausführlichen Beschreibungen fand ich die langen Romane, die ich bisher von ihm gelesen habe (Hochwald, Nachsommer) eher zäh. "Kalkstein" hat mich dann aber positiv überrascht und so war ich dann auch hoffnungsvoll, was die wohl bekannteste Erzählung aus seinen "Bunten Steinen" betraf.
"Bergkristall" erzählt die Geschichte von zwei Kindern, die sich zu Weihnachten auf dem Rückweg von den Großeltern in den Bergen wegen des dichten Schneefalls verirren. Die Erzählung beginnt mit vielen Beschreibungen der Täler und Berge, die für die Handlung wichtig werden, also modern ausgedrückt mit Infodump. Obwohl Stifter sehr anschaulich und schön beschreibt, muss man sich da ein wenig durchkämpfen, wird dann aber mit einer spannenden und wunderbar atmosphärischen Geschichte belohnt.
Die winterlichen Berge, die Verwirrung, weil alles auf einmal im Schneefall gleich aussieht, die Eisfelder, die umherirrenden Kinder, ... obwohl die Geschwister nicht in Panik ausbrechen, machte sich bei mir beim Lesen schnell Beklemmung breit. Stifter mag Beschreibungen in epischer Breite liefern, die einiges an Geduld verlangen - dafür kann man aber auch gut in seine beschriebenen Landschaften und Situationen eintauchen und ich meinte selbst schon all den Schnee auf meiner Haut zu spüren.
Ich rechnete mit einem sehr moralisierenden Ende, aber das war keineswegs der Fall. Das Ende war einfach nur schön und stimmig und auf eine solche Weise, dass man das Buch mit einem positiven Gefühl zuklappt (bzw. in meinem Fall die Datei auf dem Reader schließt ;-)).

So habe ich also das Adventlesen mit einer Geschichte beendet, die für mich tatsächlich eine sehr weihnachtliche Stimmung verbreitet und damit also den idealen Abschluss dieser Aktion gebildet hat.
Vielen Dank nochmal für die schöne Aktion!

Und da ich morgen wohl eher nicht mehr ins Internet kommen werde, wünsche ich euch allen

FROHE WEIHNACHTEN und ein paar wunderschöne Tage im Kreis eurer Lieben!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Lloyd Alexander - Taran Wanderer

Genre: Fantasy, Jugendbuch
Seiten: 222
Verlag: Henry Holt
ISBN: 978-0805080513
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternchen

English-Challenge  (Dezember)
Themen Challenge (Identität/Identitätssuche) 


Taran bricht aus Caer Dallben auf, um herauszufinden, wer seine Eltern sind. Er begegnet alten Bekannten und neuen Freunden sowie Feinden, ohne Antworten zu finden. Und umso länger er unterwegs ist, umso mehr wird ihm klar, dass die Frage vielmehr ist, wer er selbst überhaupt ist.

Der 4. Band der "Chronicles of Prydain" konzentriert sich ganz auf Taran, seine Herkunft und seine Identität. Er beginnt mit eher heiteren Abenteuern, wird in seinem Grundton aber zum Ende hin immer ernster. Umso länger seine Suche andauert, umso mehr beginnt Taran mit sich selbst zu hadern. Er wirkt am Anfang sehr in sich gefestigt und meistert einige schwierige Situationen mit solcher Ruhe und Klugheit, dass er mich kaum noch an den unreifen Jungen vom 1. Band erinnerte, der im Kopf nur Ruhm und Heldentaten hatte. In diesen Szenen wurde mir bewusst, wie sehr dieser Charakter sich im Laufe der Serie weiterentwickelt hat.
Doch es kommen einige neue, unschöne Seiten an Taran zum Vorschein, die ihn selbst erschrecken. Er wird in eine tiefe Identitätskrise gestürzt und die Frage, wer er ist und was er mit seinem Leben machen soll, dominiert das letzte Drittel des Buches.

Es geht in diesem Roman also ums Erwachsenwerden und um die Schwierigkeit, den eigenen Weg zu finden. Dieses Thema ist von Alexander auch sehr schön umgesetzt, aber trotzdem wollte der Roman für mich kein harmonisches Ganzes ergeben. Er zerfällt in so viele kleine Einzelquesten, dass der rote Faden davon fast überdeckt wird. Taran reist von einem Ort zum nächsten, begegnet überall neuen Menschen, erlebt ein Abenteuer, meistert eine Prüfung oder stellt sich einer Gefahr und reist schließlich wieder weiter.
Das passt natürlich einerseits zum Motiv der Suche, aber andererseits hat diese Struktur sich bereits auch durch die vorigen 3 Bände gezogen, sodass sich bei mir nun eine gewisse Ermüdung einstellte. Viele der kleinen Abenteuer hat man so oder so ähnlich auch schon in den Vorgängerbänden gefunden.
Dadurch, dass Taran anderen Figuren immer nur für kurze Zeit unterwegs begegnet, bleibt auch kaum Zeit, diese genauer zu charakterisieren. Bei Fflewddur, der Taran ein Stück auf seinem Weg begleitet, stört das weniger, da man ihn ja bereits gut kennengelernt hat. Und der treue Gurgi bleibt ohnehin stets an Tarans Seite. Aber alle Figuren, die neu eingeführt werden, können meist gerade einmal mit ein oder zwei herausstechenden Eigenschaften bedacht werden, ehe sie wieder zurückgelassen werden. Das ist natürlich durch die Struktur der Suche bedingt, ist aber dennoch ein wenig schade.

Insgesamt war "Taran Wanderer" durchaus unterhaltsam zu lesen, aber allmählich würde ich mir einen anderen Aufbau als das ständige Aneinanderreihen von kleinen Einzelepisoden wünschen, die immer wieder den Hauptspannungsbogen unterbrechen.
Tarans charakterliche Entwicklung ist aber in diesem Roman sehr schön dargestellt und zeigt auch eindrucksvoll, wieviel der junge Hilfs-Schweinehirt mittlerweile dazugelernt hat.

Es mag übrigens sein, dass der Roman mir zäher vorkam, als er tatsächlich war, da ich (wie immer bei den Taran-Büchern) ziemlich mit dem Englisch zu kämpfen hatte. Da denkt man, mit einem Jugendbuch würde man wohl kaum Schwierigkeiten haben, aber ich finde sowohl "A Song of Ice and Fire" als auch Thomas Burnett Swanns Latium-Trilogie, die doch recht blumig geschrieben ist, um Längen einfacher zu lesen.
Mal sehen, wie es mir schließlich mit dem 5. und letzten Band ergehen wird.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

[Challenge] Bücher, die man gelesen haben muss

Ich möchte im Jahr 2013 nur an wenigen Challenges teilnehmen. Gerade in den letzten beiden Jahren hab ich sehr viel nach Listen gelesen und das möchte ich nun wieder etwas reduzieren (so sehr ich auch ein Listenfan bin).
Eine eigene Challengeidee werde ich euch vielleicht zu Beginn des Jahres vorstellen (ich werde sie dann wohl eher erst mit Februar starten) und abgesehen von dieser möchte ich an Milas 100 Bücher-Challenge teilnehmen. Zum einen würde ich ohnehin gern noch so einige Bücher der BBC-Liste lesen, zum anderen liebe ich Milas Blog und und würde sie auch lesend gern ein Stück weit bei ihrem Projekt begleiten. 
Es geht also darum, 12 Bücher von der Liste der 100 beliebtesten Bücher der Briten (bei einer Umfrage im Jahr 2003 ermittelt) zu lesen. Ob jeden Monat ein Buch gelesen werden muss oder man die 12 beliebig aufs Jahr verteilen kann, steht momentan noch nicht ganz fest. Fest steht dagegen, dass ReReads erlaubt sind, man die gelesenen Bücher auch für andere Challenges zählen kann und dass von jedem Autor auf der Liste nur ein Buch gelesen werden darf.


Die Liste bin ich bereits einmal durchgegangen, und zwar hier (inzwischen habe ich "Der Graf von Monte Christo" sowie "Schuld und Sühne" gelesen).

Ich hab mir nun mal überlegt, welche Bücher ich von der Liste gern lesen würde und bin bei einer ersten Auswahl gelandet - allerdings einer ganz spontanen Auswahl. Es gibt auf der Liste auch einige Bücher, die mir gar nichts sagen und über die ich mich erst informieren muss.
Ich werde dann ohnehin noch eine Liste starten, wo ich die gelesenen Bücher dieses Jahres verlinke, die folgende ist also nur eine erste Überlegung, welche Bücher also gedanklich auf meiner Leseliste des Jahres 2013 landen werden:

- 8. Nineteen Eighty-Four, George Orwell
- 17. Great Expectations, Charles Dickens
- 18. Little Women, Louisa May Alcott
- 28. A Prayer For Owen Meany, John Irving
- 32. One Hundred Years Of Solitude, Gabriel García Márquez
- 36. Treasure Island, Robert Louis Stevenson
- 54. Anna Karenina, Leo Tolstoy
- 59. Artemis Fowl, Eoin Colfer
- 77. The Woman In White, Wilkie Collins
- 100. Midnight's Children, Salman Rushdie

Und einen ReRead würde mich bei folgenden Büchern reizen:

- 3. His Dark Materials, Philip Pullman
- 6. To Kill a Mockingbird, Harper Lee
- 10. Jane Eyre, Charlotte Brontë
- 14. Rebecca, Daphne du Maurier
- 58. Black Beauty, Anna Sewell
- 84. Gormenghast, Mervyn Peake

Damit wäre ich also schon mal bei mehr als 12 Büchern, die ich gern lesen würden - und damit sind die ersten Voraussetzungen für die Challenge geschaffen. :-)

Sonntag, 16. Dezember 2012

[Adventlesen] 3. Adventsonntag

Die Zeit rast dahin, das ist mal wieder kaum zu fassen. Vielleicht kommt mir das aber nur deshalb so vor, weil ich in den letzten Tagen ziemlich gut beschäftigt war mit Weihnachtsfeiern und diversen Basteleien/Kocharbeiten. Damit war ich nämlich in meiner gesamten freien Zeit der letzten Woche beschäftigt, wovon ihr hier eine kleine Auswahl seht:

Trinkschokolade/Häkelsterne/Gewürzlikör/Oreotrüffel/Vanille-Karamell-Bonbons

Da ich die Geschenke bereits an diesem Wochenende verschenkt habe, kann ich sie also bedenkenlos hier herzeigen (und alle, die davon noch etwas bekommen, lesen hier meines Wissens nicht mit). Nun warte ich noch auf einige Bestellungen und muss noch eine Knüpfarbeit beenden, dann habe ich alle Weihnachtsgeschenke beisammen. Damit könnte ich also (von meinen Diensten abgesehen) richtig stresslos in die letzte Adventwoche starten. :-)

Nun aber wie immer zu meiner wöchentlichen Lektüre:

Anne Perry - Das Weihnachtsrätsel

In diesem kurzen Krimi ermittelt Runcorn - den Anne Perry-Leser wohl als Nebenfigur aus ihren Monk-Romanen kennen - kurz vor Weihnachten auf einer Insel vor Wales in einem Mordfall.
Leider hat mich der Krimi ganz und gar nicht überzeugt. Das Tempo stimmt für mich gar nicht: Anfangs werden alle neu auftretenden Personen sofort in allen Details beschrieben, dass ich mich ganz erschlagen fühlte, während dann die eigentliche Ermittlungsarbeit und die Aufklärung am Ende sehr hastig und teils nur zusammenfassend beschrieben werden. Die ganze Umstände um den Mord werden lediglich knapp angeschnitten und ließen für mich etliche Fragen offen. Dazwischen gibt es endlos lange und sich mehrmals wiederholende Passagen, in denen Runcorn darüber nachsinnt, dass er ungeschickt im Umgang mit Menschen und leider keine passende Partie für die liebreizende Melisande ist.
Vielleicht hat man Spaß an dem Krimi, wenn man wenigstens Runcorn kennt und ihn hier nun etwas genauere Einblicke in seine Gedanken bekommt. Allein für sich betrachtet funktionierte er für mich aber kaum.
Und schließlich kam auch nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Der Mord ereignet sich einige Tage vor Weihnachten und ganz am Ende wird noch der Heilige Abend erwähnt, aber das wars dann auch schon.

Als Lektüre für die letzte Woche gibts übrigens Stifters "Bergkristall", von dem ich mir nach einem ersten Anlesen ziemlich viel erwarte (obwohl ich sonst kein großer Stifter-Fan bin).

Tut mir leid, dass ich mich dieses Mal etwas kürzer fasse, aber ich bin schon auf halbem Weg ins Bett. ;-) Nun, da der große Back- und Bastelstress vorbei ist, werde ich aber hoffentlich wieder etwas häufiger hier posten.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

[31 Tage - 31 Filme] Tag 9

Puh, bald ist es ein Jahr her, seit ich mit den 31 Filmen begonnen habe, und ich habe noch nicht mal die Hälfte der Fragen beantwortet!
Allerdings habe ich in diesem Jahr auch wirklich wenig Filme bzw. Serien gesehen, daher habe ich auch nicht so sehr das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Nun aber zu der nächsten Frage:

Welcher ist der schlechteste Film deines Lieblingsregisseurs?

Bei der vorigen Frage wurde ja nach einem Film meines Lieblingsregisseurs gefragt und ich habe mich für "Memento" von Christopher Nolan entschieden. Mich haben eigentlich alle Filme von ihm, die ich gesehen habe, sehr beeindruckt, mit Ausnahme von "Prestige - Die Meister der Magie".
Ein Wettkampf zwischen zwei verfeindeten Magiern zur Jahrhundertwende klingt eigentlich nach einem tollen Thema, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen. Ich fand den Film etwas zerfasert und oft wie eine reine Aneinanderreihung von Szenen, ohne einen wirklichen Spannungsbogen. Dennoch fand ich den Film durchaus sehenswert, bis ... ja, bis das Ende kam. Achtung, es folgt ein Spoiler!

Natürlich lag die Auflösung seit Angiers Besuch bei Tesla schon die ganze Zeit klar auf der Hand, aber ich hoffte und erwartete dennoch, es würde eine andere Erklärung für den transportierten Mann geben. In einem Film über Zaubertricks und Illusion letztendlich eine phantastische oder von mir aus Science-Fiction-artige Auflösung zu bieten, das ist doch witzlos! Die ganze Zeit hatte ich gerätselt, wie der transportierte Mann denn wirklich funktionieren könnte, und dann so etwas ... Ganz ehrlich, ich habe mich als Zuschauerin völlig veräppelt gefühlt.
Schade. Der Film ist gut besetzt und hat auch einige interessante Ideen und Wendungen, aber am Ende war ich einfach nur enttäuscht und dachte mir "Was soll das denn jetzt?"

Montag, 10. Dezember 2012

[Adventlesen] 2. Adventsonntag

Der heutige Sonntag war vieles - hektisch, lustig, gesellig, dekadent (essenstechnisch) - aber eines nicht: ruhig und besinnlich. Ich muss also noch weiter auf einen gemütlich-entspannten Adventsonntag warten (und bezweifle ein wenig, dass mir ein solcher dieses Jahr noch vergönnt sein wird).


In jedem Fall aber waren die letzten Tage schneereich, vor allem bei meiner Familie, die ich kurz besucht habe, und somit bin ich schon mal glücklich. Obwohl ich immer fürchterlich friere, mich im Wien über den Schneematsch und die dadurch bedingten Verspätungen der Straßenbahnen ärgere, bin ich nämlich ein großer Schneefan. Kaum schneit es zum ersten Mal so richtig, freu ich mich wie ein kleines Kind. :-)
Außerdem war in der letzten Woche intensives Keksbacken angesagt, wodurch meine Liste der noch zu erledigenden Dinge ein wenig geschrumpft ist.
 Nun aber zu meiner weihnachtlichen Lektüre der letzten Woche:


Daniel Glattauer - Der Weihnachtshund

Ich wollte diesen Roman eigentlich als Adventkalender lesen, da er passenderweise in 24 Kapitel eingeteilt ist. Leider hielt dieser Vorsatz nur bis zum 4. Dezember an, dann wollte ich einfach weiterlesen und habe den recht kurzen Roman innerhalb der nächsten zwei Tage beendet.
Es ist eine sehr putzige Geschichte über Max, der über Weihnachten verreisen möchte und daher einen Hundehüter braucht, und Kathrin, die nach einem Vorwand sucht, um Weihnachten nicht bei ihren Eltern verbringen und sich dort Gejammer über ihr Singledasein anhören zu müssen.
Nun, was passiert wohl, wenn sich zwei Singles vor Weihnachten treffen? Eh klar, aber vorher haben die beiden noch so einige Hindernisse überwinden, so etwa Max' Kussphobie, die von einem traumatischen Ereignis in seiner Kindheit herrührt.

Max und Kathrin sind nicht Leo und Emmi, aber nach ersten Anfangsschwierigkeiten, die mich daran zweifeln ließen, ob es zwischen den beiden jemals funken würde, lässt Max dann doch seinen Charme spielen und die Dinge kommen ins Laufen.
Und so entsteht eine amüsante, spritzige Liebesgeschichte mit liebenswerten Figuren. Der Roman ist witziger als spätere Werke von Glattauer, besitzt aber auch weniger Tiefe. Ein kurzweiliges Lesevergnügen und so einige Lacher hat mir "Der Weihnachtshund" dennoch beschert, auch wenn er mich nicht großartig in Weihnachtsstimmung versetzt hat.

Ach ja, ich kann derzeit nicht einmal eine Kussszene schreiben, ohne dabei an die fette Sissi zu denken und innerlich zu schaudern. Vielen Dank auch, Herr Glattauer ...

Sonntag, 9. Dezember 2012

Sonntagsgeplauder #45

Derzeit ist es hier leider mal wieder viel ruhiger als von mir gewollt. Ich hab gerade ein bisschen viel um die Ohren - nicht nur arbeitsmäßig, sondern jahreszeitlich bedingt auch mit Weihnachtsfeiern und Keksebacken und Geschenkebasteln. ;-)
Alles in allem bleibt daneben gerade wenig Zeit und meine Doktorarbeit gibt es ja auch noch ...

Lesegeplauder
Allzuviel geht lesetechnisch also gerade nicht voran, aber natürlich steck ich trotzdem meine Nase immer in ein Buch, wenn es nur geht. ;-)
Gerade recht frisch begonnen habe ich "Taran Wanderer", den 4. Band der "Chronicles of Prydain" von Lloyd Alexander sowie "Das Weihnachtsrätsel" von Anne Perry auf meinem Reader. Da es sich dabei nur um einen Kurzroman handelt, werde ich wohl nicht allzu lange dafür brauchen.
Etwas länger werde ich dagegen wohl noch mit meinem aktuellen Hörbuch, "Das Kind der Stürme" von Juliet Marillier, beschäftigt sein. Es gefällt mir aber ganz gut und ich freue mich, mit Fainne mal eine recht ambivalente Heldin zu bekommen. Bislang waren ja die Sevenwater-Frauen arg aufopfernd und gut.
Rezensionen sind mal wieder ein paar ausständig ... mal sehen, ob ich vollständige schaffe oder ob ich mal wieder ein paar Kurzrezensionen dazwischen schieben muss.

SuB-Geplauder
Ich habs geschafft und endlich mein anvisiertes Ziel von nicht mehr als 10 Büchern auf dem SuB erreicht! Gerade noch rechtzeitig, ehe dann die ersten Weihnachtsgeschenke in Buchform eintrudeln. *gg* In letzter Zeit war ich echt eisern und hab mir außer ebooks praktisch nichts aus der Bücherei ausgeliehen, was mir inzwischen schon sehr fehlt.
Prinzipiell soll der SuB nun auch nicht mehr sehr anwachsen, meine für mich definierte Grenze liegt bei 15, wobei es mir am liebsten wäre, mich bei nicht mehr als 10 einzupendeln. Weniger muss dann nicht sein, da ich doch auch gern ein wenig Auswahl habe. ;-)


Heute Abend werdet ihr nochmal von mir hören, wenn ich über meine 2. Woche Adventlesen schreibe. Da ich nun in die Arbeit muss und danach noch bei Freunden eingeladen bin sowie ein weihnachtliches Punschtrinken vor mir habe, wird das allerdings erst recht spät der Fall sein. Ich wünsch euch allen einen schönen 2. Adventsonntag!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Robert Löhr - Der Schachautomat



Genre: Historischer Roman
Seiten: 416
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492047968
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen



Im Jahr 1769 präsentiert Hofrat Wolfgang von Kempelen eine Sensation: Einen schachspielenden Automaten, den sogenannten "Schachtürken", dessen vermeintlich künstliche Intelligenz Aufsehen erregt. Niemand ahnt, dass sich in dem Automaten in Wirklichkeit der zwergenwüchsige Tibor verbirgt. Doch der Schwindel setzt Ereignisse in Gang, mit denen Kempelen und Tibor nicht gerechnet hätten und die den Zwerg schließlich in Gefahr bringen.

Ich habe von Robert Löhr bereits drei Romane gelesen - mit "Der Schachautomat" lese ich seinen Erstling nun als letztes. Leider hat er mir nicht ganz so gut gefallen wie Löhrs andere Romane, obwohl er sich mit dem legendären Schachtürken ein sehr spannendes Thema ausgesucht hat.
Es geht in dem Roman nicht darum, den Schwindel aufzudecken. Da das Geheimnis des Schautomaten längst gelüftet ist, spielt Löhr von Anfang an sozusagen mit offenen Karten und erzählt die Geschichte in erste Linie aus der Sicht von Tibor. Im Vergleich zu den illustren Dichtern in Löhrs anderen Romanen fand ich Tibor allerdings eher uninteressant. Der frömmelnde, vorurteilsbehaftete und recht steife junge Mann war kein Perspektiventräger, mit dem ich mich schnell anfreundete.
Kempelen fand ich interessanter, aber meine wahren Sympathien lagen bei dessen Gehilfen Jakob, der leider nur eine Nebenrolle einnimmt.

Auch sonst hatte ich am Anfang einige Probleme mit dem Roman: Zwar zeichnet Löhr ein sehr farbenfrohes, atmosphärisches Bild des 18. Jahrhunderts, aber die Handlung wollte für mich nicht recht in Gang kommen. Zudem wurde ich aus den Beschreibungen, wie der Schachautomat genau aussah und funktionierte, nicht recht schlau. Erst, nachdem ich im Internet einige detaillierte Bilder gesucht und genauer unter die Lupe genommen hatte, konnte ich mir vorstellen, wo Tibor in dem Automaten seinen Platz hatte und wie also der Schwindel funktionieren konnte.

Mit der ersten Vorführung des Schachtürken kam für mich dann erst richtig ein Zug in die Handlung. Und auch Tibor wurde interessanter, als sich die Ereignisse allmählich überschlugen und ihn in arge innere Konflikte stürzten.
Ab da fiel es mir schwer, den Roman aus der Hand zu legen und ich hatte wieder das Gefühl, einen "wahren" Löhr zu lesen. Die Spannung hielt sich dann auch bis zum Ende und machte die zweite Hälfte des Romans zu einem großen Lesevergnügen.

Fazit: "Der Schachautomat" ist ein spannender Roman mit leichten Startschwierigkeiten, der insgesamt aber sehr lesenswert ist, alleine schon wegen seines faszinierenden Themas. An "Das Erlkönig-Manöver" kann er für mich aber dennoch nicht heranreichen.

Montag, 3. Dezember 2012

[AcWriMo] Knapp daneben ist auch vorbei ...

Tja, nennen wir das Kind beim Namen: Ich hab bei meinem wissenschaftlichen "Ersatz-NaNo" beide Ziele nicht erreicht. Dass es mit dem Seitenziel nichts wird, war schnell abzusehen und nicht so schlimm. Ich war eben doch noch mehr mit Recherche beschäftigt, sowas lässt sich vorher schwer abschätzen.
Dass ich allerdings das Stundenziel knapp nicht geschafft habe, ärgert mich wirklich, zumal ich die Woche vorher noch meinte, dass es kein Problem mehr werden würde. Woran lag dann das Scheitern? Letzten Montag hatte ich eigentlich ziemlich viele Stunden eingeplant, aber dann beschloss ich spontan, mit meinen Weihnachtseinkäufen zu beginnen. Das war dann mal wieder maximaler Aufwand mit minimalem Ergebnis, sprich: Stundenlanges Rumgerenne und am Ende hatte ich doch das meiste nicht bekommen.
Was ich am Montag nicht geschafft hatte, wollte ich am Donnerstag aufholen, da ich an dem Tag frei und somit viel Zeit hatte. Was ich natürlich nicht eingeplant hatte, war eine schlaflose Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wegen starker Halsschmerzen und in weiterer Folge eine starke Erkältung. So war ich am Donnerstag zu nichts zu gebrauchen und habe gerade mal zwei Stunden geschafft.
Tja, und am Freitag blieb mir zeitlich nicht viel Spielraum: zwei Stunden zwischen meinen zwei Diensten war alles, was an dem Tag möglich war, zumal ich durch die Erkältung auch nicht wirklich fit für eine Nachtschicht war.

Und so haben mir letztendlich gut drei Stunden gefehlt. Ich hab im November trotzdem viel weitergebracht, aber da ich ziemlich ehrgeizig bin, wenn es darum geht, bestimmte Ziele zu erreichen, wurmt mich das dennoch.

So war das also mit meinem AcWriMo, der trotz allem ein gewisser Erfolg war. Ich danke euch allen fürs Anfeuern!

Sonntag, 2. Dezember 2012

[Adventlesen] Der 1. Adventsonntag


 Eine starke Erkältung, viele Dienste, ... dieses Wochenende hat es mir nicht leicht gemacht, um in besinnliche Adventstimmung zu kommen. Aber als ich vorhin aus der Arbeit gekommen bin, hab ich mir mal gemütlich Tee gemacht, die erste Kerze meines Adventkranzes angezündet, schöne Musik eingelegt und "Die Schneekönigin" gelesen.
Aber das war nicht die einzige winterliche Lektüre der letzten Tage:

Sophie Kinsella - Die Weihnachtsliste

Wie schön, wenn man schon im sommerlichen Urlaub alle Weihnachtsgeschenke beisammen hat! Aber natürlich ist die Sache dann doch nicht so einfach und die Ich-Erzählerin bekommt noch alle Hände voll zu tun.
Diese kleine Kurzgeschichte in Tagebuchform gab es als kostenloses ebook, also habe ich einfach mal zugeschlagen, obwohl mich die Romane von Sophie Kinsella sonst eher nicht ansprechen (Chick-Lit ist nicht so wirklich mein Genre).
Die Idee an sich klingt ja fast wie eine Satire von Kishon: Zuerst die Freude, schon im Sommer alle Weihnachtsgeschenke zu haben und dann schrumpfen diese immer mehr zusammen, sei es, weil sie für andere Anlässe gebraucht werden, weil sie den Transport nicht überstanden haben oder weil sonst alles mögliche schiefgeht.
Nun ja, leider ist die Geschichte nicht von Kishon (dessen Humor ich großartig finde), denn obwohl die Idee ganz nett ist, fand ich den Humor allzu gezwungen und die Kurzgeschichte letztendlich nur mäßig witzig. Dazu gibt es noch eine kleine Liebesgeschichte und eine einigermaßen nervige Ich-Erzählerin. Man muss aber dazu sagen, dass mich die Hauptfiguren in Chick-Lit fast immer nerven (ein Grund, weshalb mir das Genre nicht liegt), das ist also kein spezifisches Problem dieser Geschichte.
Eine nette kleine Kurzgeschichte also, die aufgrund der geringen Seitenzahl natürlich nicht wirklich in die Tiefe gehen kann und die auch nicht wirklich mein Fall war. Allzu viel weihnachtliche Stimmung hat sie nicht verbreitet, aber als kurze Frühstückslektüre hat sie sich ganz gut geeignet.


Wintermärchen von Hans Christian Andersen

Ich liebe die Märchen von Andersen! Schon als Kind mochte ich die meistens mehr als Grimms Märchen (von ein paar Ausnahmen abgesehen).
Als Einstimmung in den Advent habe ich also drei seiner winterlichen Märchen gelesen. Zunächst Der Schneemann, in dem ein Schneemann eine seltsame Sehnsucht nach einem Ofen in sich entdeckt. Ich mag dieses Märchen mit seiner originellen Perspektive und den netten kleinen Details. Weihnachtlich ist es eigentlich nicht, aber winterlich.
Dann habe ich Das Mädchen mit den Schwefelhölzern gelesen, das vermutlich eh jeder kennt und das eins meiner Lieblingsmärchen als Kind war. Ich kann nicht genau sagen, weshalb eigentlich, da es im Grund fürchterlich traurig ist. So traurig, dass Andersen es schafft, einem auf wenigen Seiten die Tränen in die Augen zu treiben. Trotzdem ein Märchen, das ich immer wieder gern lese (schon allein aus nostalgischen Gründen).
Ja, und heute kam dann noch Die Schneekönigin dazu. In dem Märchen stecken alle möglichen faszinierenden Bilder und Motive, die für mich einzeln betrachtet fast stärker sind als die Geschichte als ganzes. Weihnachtlich ist auch dieses Märchen nicht, aber dafür so winterlich-kalt, dass man beim Lesen selbst im warmen Zimmer den klirrenden Frost und das Eis zu spüren meint.


Abgesehen davon habe ich gestern damit begonnen, "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer als Adventkalender zu lesen - aber ob ich das wirklich durchhalte, ist fraglich. Schon jetzt juckt es mich sehr in den Fingern, gleich weiterzulesen, da Glattauer mich mit seinem charmanten Stil und seinen liebenswerten Figuren mal wieder sofort gepackt hat.

Samstag, 1. Dezember 2012

Das war die 2. Chance Challenge

Heute geht - nach zweimonatiger Verlängerung, die mir wie gerufen kam - Jessis 2. Chance Challenge zu Ende.
Etwas mehr als ein Jahr lang habe ich immer mal wieder zu Büchern gegriffen, die ich bereits einmal gelesen habe und denen ich entweder tatsächlich eine 2. Chance geben wollte oder die ich so mochte, dass ich sie unbedingt noch einmal lesen mochte. Und im Fall vom Lied von Eis und Feuer war es ein schöner Ansporn, um vor der Lektüre von "A Dance with Dragons" tatsächlich nochmal alle Bände vollständig zu lesen (Band 1 hatte ich schon vor Beginn der Challenge nochmal gelesen).

Es war wirklich eine schöne Challenge, die mich teilweise (mit liebgewonnen Kinderbüchern) in Nostalgie schwelgen ließ. Und es war auch schön, sich wieder einmal Zeit für Rereads zu nehmen, was ich vorher nur noch selten gemacht habe.

Also vielen Dank nochmal, Jessi, für die schöne Challenge-Idee!

Und hier sind nochmal alle meine gelesenen Bücher (in der Reihenfolge, in der ich sie gelesen habe):
4. George R. R. Martin, A Clash of Kings (A Song of Ice and Fire Bd. 2)
8. George R. R. Martin, A Storm of Swords (A Song of Ice and Fire Bd. 3)
9. George R. R. Martin, A Feast for Crows  (A Song of Ice and Fire Bd. 4)