Donnerstag, 29. November 2012

[Themen-Challenge] August bis November

Meine erste Challenge nähert sich mit Riesenschritten ihrem Ende. Der nächste Überblick wird dann bereits der Endstand sein.
Da ich dieses Mal länger nicht zum Rückblick gekommen bin, gab es nach nun vier Monaten eine ganze Menge an neuen Rezensionen zu verlinken. Und drei weitere Teilnehmerinnen haben die Challenge geschafft: Winterkatze, Lisa von Schmetterlings Literaturreise und stephie von nobody knows.
Gratulation euch dreien!
Ich war in der Zeit auch nicht ganz untätig und habe nun Freundschaft, Kindheit, Schuld, Suche und Tod abgehakt.

Leider sind Sweesomatic und Lena aus der Challenge ausgestiegen und bei backmausi funktioniert der Link zum Challenge-Beitrag nicht mehr. Ich habe bei ihr mal angefragt, ob sie noch dabei ist - mal sehen, was sie antwortet.
Dazu sind mit Solitary, Literella und Bücherbummel drei Blogs komplett von der Bildfläche verschwunden. Mag sein, dass daher der eine oder andere Link in der Liste nicht mehr funktioniert - ich habe, ehrlich gesagt, keine Zeit gefunden, um alle toten Links rauszulöschen.

Apropos Liste: Die findet ihr wie immer hier.

Dann geht es also nun in den Endspurt!

Montag, 26. November 2012

Adventlesen

Als ich noch ein Kind war, wurden bei uns die Adventsonntage immer ganz wunderbar zelebriert: Die Kerze(n) am Kranz angezündet, "Wir sagen euch an den lieben Advent" gesungen und dann ein Weihnachtsgedicht oder eine Weihnachtsgeschichte gelesen. Diese stammte meist aus einem dicken Weihnachtsbuch, in dem Rezepte, Bastelideen, Geschichten, Gedichte und vieles mehr zu finden waren.
In den letzten Jahren kann ich mich aber nicht erinnern, jemals etwas weihnachtliches gelesen oder einen Adventsonntag "gefeiert" zu haben. Zwar habe ich mir hier in Wien meistens auch einen kleinen Kranz gebastelt, aber das wars auch schon. Lediglich Jostein Gaarders "Das Weihnachtsgeheimnis" habe ich mal als Adventkalender gelesen.
Irgendwie finde ich es schade, dass der Advent in letzter Zeit immer so bei mir untergegangen ist. Ich mag diese Zeit nämlich sehr, aber all der Einkaufsstress, die Hektik rundherum und die Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik in Einkaufszentren sowie das ständige Lichtergefunkel in den Straßen gehen mir auf die Nerven und haben mir die Vorweihnachtszeit vor allem in Wien eher verleidet.
Ich habe aber beschlossen, dass das in diesem Jahr mal wieder etwas anders sein soll. Ich will wieder die Adventsonntage zelebrieren, auch wenn ich am ersten gleich arbeiten muss. Tja, und dafür kommt mir Mandys und Melanies Adventlesen sehr gelegen. Jede Woche soll ein weihnachtliches Buch bzw. eine weihnachtliche Geschichte gelesen und dann am Sonntag vorgestellt werden.

Ich werde ja in diesem Jahr auf alle Fälle "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer als Adventkalender lesen, da der Roman auch passend unterteilt ist. Da ich damit aber logischerweise erst am 24. fertig sein werde, kann ich den in den Sonntagsvorstellungen nicht wirklich unterbringen. Also habe ich heute mal in der Bücherei gestöbert und hatte gehofft, ich würde eine schöne Kurzgeschichtensammlung finden, aber die meisten Weihnachtsbücher waren ausgeliehen und das wenige, was da war, hat mich nicht angesprochen.
Nun ja, dachte ich mir, wofür hat man einen ebook-Reader? Also habe ich mich auf die Suche nach Klassikern und passender Lektüre in der Onleihe gemacht und bin mehr als fündig geworden. Somit habe ich mir nun folgende Auswahl zusammengestellt:

- eine ganze Reihe von Weihnachtsmärchen vor allem von Hans Christian Andersen (ich liebe Andersens Märchen!) und den Brüdern Grimm
- Bergkristall von Adalbert Stifter (von Stifters "Bunten Steinen" hab ich bislang nur "Kalkstein" gelesen)
- Weihnacht von Karl May
- Das Weihnachtsrätsel von Anne Perry; ein Kurzkrimi, den ich aus der Onleihe ausgeliehen habe
- Die Weihnachtsliste von Sophie Kinsella, das es als gratis-ebook gibt, wobei ich noch nicht weiß, was mich da genau erwartet

Ich denke, damit bin ich ziemlich gut eingedeckt. Mal sehen, wie das weihnachtliche Lesen wird - oder ob mir das dann letztendlich doch zuviel des Guten ist. ;-)

Auf jeden Fall freu ich mich jetzt schon drauf. Vielen Dank an Mandy und Melanie für die schöne Idee!

Sonntag, 25. November 2012

Sonntagsgeplauder #44

Lesegeplauder
Ich habe nun "Der Schachautomat" von Robert Löhr ausgelesen und fand den Roman letztendlich doch noch sehr spannend, auch wenn der Einstieg sich etwas zäh gestaltete.
Ausnahmsweise gibt es bei mir nun auch wieder einen Neuzugang. Noch immer lautet ja mein Ziel, meinen SuB auf 10 zu schrumpfen, aber seit Donnerstag gibt es mit "Eine Hand voller Sterne" von Rafik Schami das diesjährige Gratisbuch der Stadt Wien, und da mir die ersten Seiten beim Anlesen so gut gefallen haben, wanderte das Buch gar nicht erst ins Regal, sondern sofort neben mein Bett fürs abendliche Lesen. :-)

AcWriMo
Ich mache mir keine großen Sorgen mehr, dass ich das Stundenziel nicht schaffen könnte. Mit den heutigen Stunden bleiben dann nur noch etwa 10 und die sollte ich in der kommenden Woche ohne weiteres schaffen.
Problematisch sieht es hingegen beim Seitenziel aus. Allerdings habe ich hier gerade nochmal solche Kopien- und Bücherstapel, dass ich nicht so recht weiß, ob ich mich jetzt wirklich noch wie eine Wahnsinnige aufs Schreiben stürzen soll, obwohl ich mich doch durch diese Stapel wühlen sollte, ehe ich die Bücher wieder zurückgeben muss. Mal sehen, wie es sich noch ergibt.
In jedem Fall wird es verflixt schwierig werden, die erhofften 50 Seiten noch zu schaffen - und damit sehe ich auch schwarz, was meine geplante Belohnung (die Downton Abbey-DVD-Box) betrifft. :-(
Insgesamt bin ich aber dennoch zufrieden mit diesem ersten Versuch eines AcWriMo. Selbst, wenn ich das Seitenziel nicht mehr schaffe, habe ich in diesem Monat deutlich mehr an meiner Dissertation gearbeitet als in zig Wochen zuvor. Daher werde ich mir für Dezember vielleicht wieder ein fixes Ziel setzen, wenn auch ein recht moderates, da viele Dienste, Weihnachtsstress und im Zuge dessen auch so einige Feiern angesagt sind.

Adventgeplauder
Apropos Weihnachten ... Der Advent naht mit Riesenschritten, und nachdem diese von mir so geliebte Zeit letztes Jahr fast spurlos an mir vorüberzog, weil ich einfach zu viel Stress hatte, möchte ich in diesem Jahr die Vorweihnachtszeit mal wieder richtig schön zelebrieren.
Keksbacken ist natürlich sowieso fix geplant, aber daneben möchte ich auch noch die diesjährigen Geschenke großteils selbst machen. Letztes Jahr war ich komplett mit Knüpfereien eingespannt, die ich für meine wunderbare Schreibgruppe gemacht habe - dieses Jahr werden es wohl insgesamt eher mehrere Kleinigkeiten werden als so zeitaufwendige Einzelprojekte.
Und schließlich werde ich mich auch noch ein wenig auf weihnachtliche Lektüre stürzen. Im letzten Jahr gabs Dickens' "Weihnachtsgeschichte" als Hörbuch, in diesem Jahr werde ich "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer als Adventkalender lesen.
Und vielleicht mach ich auch beim Adventlesen von Books for all Eternity mit, allerdings wohl nicht mit Romanen, sondern mit Kurzgeschichten. Sonst bekomme ich eine weihnachtliche Überdosis. ;-) Nun muss ich nur noch eine geeignete Kurzgeschichtensammlung finden - da ich diese sonst kaum lese, bin ich da gerade etwas ratlos. Vermutlich werde ich die nächsten Tage mal in die Bücherei gehen und da ein wenig stöbern.

Challengegeplauder
Irgendwie war es klar, dass ich mit meinem novemberlichen Challengeüberblick angesichts des AcWriMo Stress bekommen würde, aber ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass ich mich in der kommenden Woche noch darum kümmern werde - schon alleine deshalb, damit sich bis Ende des Jahres mit dem letzten Überblick nicht so viel zusammenstaut.
Mir selbst fehlen jetzt noch 5 Themen, wobe ich die "Liebe" ja eigentlich schon längst abgedeckt hätte mit "Ewig dein" von Daniel Glattauer. Das Problem ist nur, dass ich damals keine Rezension geschrieben habe und die Lektüre nun schon mehrere Monate zurückliegt ... Mal sehen, ob ich vielleicht doch noch eine Rezension schreibe, denn eigentlich ist mir der Roman eh noch sehr gut im Gedächtnis geblieben.
Sträflich vernachlässigt habe ich die Vokabelchallenge und ich bin mir noch nicht sicher, ob es damit noch etwas wird. Bei den letzten englischen Büchern habe ich kaum Vokabeln notiert (zumal es auch viele Hörbücher waren) und dazu kommt noch, dass ich nicht recht weiß, wann ich momentan auch noch Zeit zum Vokabellernen unterbringen soll. Allerdings würde es mich natürlich wurmen, wenn ich die Challenge einfach aufgebe (ich bin in solchen Dingen ja recht stur), also vielleicht bekomm ich es noch irgendwie auf die Reihe.

Fürs nächste Jahr habe ich auch schon eine weitere Challengeidee, wobei sie wohl eher weniger massentauglich wird - das wäre aber okay, da mich eine weitere so große Challenge wie die Diesjährige vermutlich zeitmäßig überfordern würde.
Ein wenig muss die Idee allerdings noch reifen. Nur schon mal soviel: Es geht ein wenig in Richtung Klassiker, aber doch auch wieder nicht so ganz. ;-) Vielleicht mach ich sie aber auch einfach nur persönlich für mich, mal sehen.


Ich wünsch euch einen schönen Sonntagabend! Ich für meinen Teil muss jetzt noch ein wenig fleißig sein, und danach werde ich mich wohl noch gemütlich mit einem Hörbuch hinsetzen und ein wenig handarbeiten.
Ach, apropos handarbeiten ... Anfang der Woche habe ich ja meine gestrickten Mützchen weggeschickt (25 Stück sind es geworden), aber natürlich nicht, ohne vorher nochmal alle auf einem Haufen zu fotografieren:


Samstag, 24. November 2012

Ally Condie - Crossed

Genre: Dystopie, Jugendbuch
Verlag: Penguin Audio
Dauer: 9 Stunden 50 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Kate Simses, Jack Riccobono
ISBN: 978-1611760101
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

English-Challenge (November)


Nach Cassias Sortierungen im ersten Teil wurde Ky in die äußeren Provinzen abgeschoben, wo er zusammen mit anderen aberrations dem Feind der Society als Kanonenfutter dient. Durch einen Trick schafft es auch Cassia, in die äußeren Provinzen zu gelangen, doch sie kommt zu spät: Ky ist die Flucht in die Canyons gelungen. Gemeinsam mit Indie macht auch Cassia sich dorthin auf, um Ky zu finden - und die Rebellion The Rising, die Cassia nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Mit Ky hat "Crossed" nun einen weiteren Perspektiventräger dazubekommen, wodurch es zunächst zwei voneinander getrennt laufende Handlungsstränge gibt. Sowohl Cassia als auch Ky leiden unter der Trennung, aber glücklicherweise walzt Ally Condie diese Gefühle nicht zu sehr aus. Schließlich haben die beiden auch noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, die zeitweise all ihre Konzentration in Anspruch nehmen.

Wie schon im ersten Band Matched läuft auch hier die Handlung eher ruhig dahin - meistens leider zu ruhig. Nach einem recht interessanten Anfang, der neue Einblicke in die Society und das Leben in den äußeren Provinzen bietet, beginnt die Handlung auf der Stelle zu treten. Cassia und Ky sind in den Canyons unterwegs und finden manches über die Rebellion heraus, aber gemessen an der Länge des Buches sind die Erkenntnisse doch eher gering.
Im Gegensatz dazu überschlägt sich die Handlung zum Ende hin nahezu und gerade jetzt, da die Sache interessant werden könnte und ich gehofft hatte, einiges neues über die Rebellion zu erfahren, raste Condie nur so dahin bis zu einem etwas überstürzten und fast lieblos wirkenden Ende.
Offensichtlich sollen alle Details über die Rebellion erst im Abschlussband bekannt werden; anders kann ich es mir nicht erklären, dass über drei Viertel des Buches praktisch jeder kleine Schritt in aller Ausführlichkeit behandelt wird, während die Autorin im letzten Viertel gehetzt von Szene zu Szene springt.
Ich fand es sehr schade, dass hier das Tempo nicht so recht stimmen will. Ich hätte mir wirklich eine Straffung in der ersten Hälfte gewünscht und im Gegenzug dann eine etwas ausführlichere Darstellung am Ende.

Langweilig ist der Roman aber trotz des zähen Mittelteils nicht. Ich mochte Cassia ja schon im ersten Band sehr und habe mich erneut gefreut, dass sie auf ihre ruhige Art eine große Stärke ausstrahlt und es sehr gut versteht, auf eigenen Beinen zu stehen.
Leider war Kys Perspektive meiner Meinung nach kein großer Gewinn. Es mag am Sprecher liegen, der die meiste Zeit so klang als würde er gleich in Tränen ausbrechen, aber ich fand Ky etwas jammerig und nervig. Und auch die Nebenfiguren Indie und Eli fand ich nicht allzu spannend, zumal Eli wie ein reines Abziehbild von Bram wirkt.
Apropos Bram: Dafür, dass Cassia im ersten Band so fest in ihrer Familie verwurzelt war, hat sie nun im zweiten Band erstaunlich wenige Gedanken an sie verschwendet. Das fand ich schade und auch ein wenig unglaubwürdig.

Dafür hat mir die Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky gut gefallen, da sie nicht so sehr diesen "Du bist jetzt mein ganzes Leben"-Beiklang hat, den man derzeit sonst recht oft in Jugendbüchern findet. Dass das Dreiecksverhältnis Xander-Cassia-Ky noch nicht ganz aufgelöst wurde und man da wohl im dritten Band noch mit deutlich mehr rechnen kann, nervt mich allerdings ein wenig.

Insgesamt ist "Crossed" ein solider zweiter Band, der aber stellenweise arg in die Länge gezogen wirkt und auch eher wenig neue Erkenntnisse bringt. Ich hoffe doch, dass Ally Condie sich da mit dem dritten Band wieder steigert.

Mittwoch, 21. November 2012

Stephen King - Der Anschlag



Genre: Zeitreiseroman, Thriller
Seiten: 1.056
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453267541
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen



Der Lehrer Jake Epping wird von seinem todkranken Freund Al mit einer ganz besonderen Aufgabe betraut: Jake soll das Attentat an Kennedy verhindern. Denn in Als Restaurant führt eine Tür ins Jahr 1958 und jeder Aufenthalt in der Vergangenheit (sei er auch noch so lange) dauert in der Gegenwart lediglich 2 Minuten.
So macht sich Jake also auf, um unter dem Namen George Amberson fünf Jahre lang in der Vergangenheit zu leben. Neben dem Attentat gibt es auch noch ein anderes Ereignis, das er verhindern möchte. Doch die Zeit wehrt sich gegen Veränderungen ...

Ich bin kein allzu großer Stephen King-Fan, was nicht nur daran liegt, dass ich Horror eher meide, sondern auch, dass ich seinen Schreibstil nicht so sehr mag. Oft ist er mir vor allem eins: zu geschwätzig, und das kann man leider auch von "Der Anschlag" über große Strecken behaupten.
Dabei ist die Thematik und die ganze Idee durchaus faszinierend. Mit so vielen Jahren Abstand und aus österreichischer Sicht betrachtet, konnte ich zwar nicht ganz nachvollziehen, was für ein, nun ja, Trauma der Tod Kennedys in den USA verursacht hat, aber dass nach Als und Jakes Ansicht quasi der halbe Weltfrieden daran hängt, muss man so als Prämisse auch einfach mal hinnehmen.

Bevor Jake sich aber der Rettung Kennedys widmen kann, gilt es einen Mord in dem Städtchen Derry zu verhindern. Derry ist ja, wie ich beim Lesen erschrocken feststellen musste, der Schauplatz von "Es". So werden auch die Ereignisse von "Es" thematisiert und Jake begegnet auch zwei der dortigen Protagonisten.
Nun nimmt diese ganze Derry-Episode schon mal relativ viel Raum ein im Roman - und ich habe mich ein paarmal gefragt "warum?". Gut, es wird dadurch die ganze Zeitreise-Problematik ganz gut gezeigt und vor allem die Zeit als etwas, das sich aktiv gegen Veränderungen wehrt, dargestellt, aber dennoch kam es mir ein wenig so vor, als wollte Stephen King einfach unbedingt wieder zurück nach Derry und auch zu wenigstens zwei seiner Hauptfiguren aus "Es". All die Ereignisse in dem Städtchen erscheinen also wie ein reiner Vorwand - notwendig für die Handlung ist nämlich die gesamte Derry-Episode eigentlich nicht (und schon gar nicht in der Ausführlichkeit).

Als es schließlich weiter geht in den Süden, geht es zunächst vor allem darum, dass Jake sich ein Leben in der Vergangenheit aufbaut. Er arbeitet (sehr erfolgreich) als Lehrer und findet seine große Liebe, muss sich aber schließlich doch seiner eigentlichen Aufgabe zuwenden.
Und da kommt allmählich der Punkt, an dem der Roman etwas zäh wurde. Derry war so gesehen ein wenig überflüssig, allerdings an keiner Stelle langweilig, und Jakes Versuch, in der Vergangenheit Fuß zu fassen, las sich ebenfalls flott weg. Aber umso mehr sein Leben schließlich davon bestimmt wird, sich an die Fersen von Lee Oswald zu heften, umso mühsamer wurde das Lesen. Viele, viele Seiten lang beschattet Jake Oswald, grübelt über seine Schuld nach, belauscht Gespräche, usw. usf. Ich war stellenweise wirklich nahe daran, den Roman abzubrechen, war dann aber doch zu neugierig darauf, wie er enden würde.
Leider hat mich das Ende schließlich ebenfalls sehr enttäuscht. King hätte soviel Potenzial für ein interessantes Ende gehabt, das seine Hauptfigur auch in einen starken inneren Konflikt stürzt, aber nein, stattddessen macht er es Jake leicht und lässt ihm ohnehin keine wirkliche Wahl. Darüber habe ich mich wirklich geärgert, da der Schritt zu einem viel interessanteren Ende und einem echten moralischen Zwiespalt des Ich-Erzählers nicht allzu groß gewesen wäre.

Noch dazu wird mit dem Ende die ganze Thematik mit der Zeit, die sich wehrt und dem berühmten Schmetterlingseffekt noch einmal auf die Spitze getrieben. Da aber gerade in diesen Punkten die innere Logik auf dem Krückstock daherhumpelt, hatte ich mit dem Ende erst Recht Probleme.
Ja, die Zeit, die sich wehrt ... Den ganzen Roman hindurch wirkt diese Sache sehr konstruiert und nicht wirklich gut durchdacht. Gerade im Hinblick auf den oft zitierten Schmetterlingseffekt wird ja klar, dass Jake alleine durch seine Anwesenheit ständig die Vergangenheit ändert. Warum also wehrt sich die Zeit nur gegen die Dinge, die er ganz bewusst ändern möchte? Warum kann er sich sonst ständig in die Vergangenheit einmischen und das Leben mehrerer Menschen ganz deutlich verändern, ohne dass sich die Zeit wehrt? Und weshalb wehrt sich die Zeit nur so halbherzig - gerade nur soweit, dass Jake immer wieder Hindernisse überwinden muss, dabei aber stets eine faire Chance bleibt? Das hat für mich alles nicht so recht funktioniert.

Und schließlich hatte ich auch meine Probleme mit der Hauptfigur. Jake ist ein nahezu klassischer Held, der auch dann, wenn er schwer verletzt ist und eigentlich nur noch armselig wimmern dürfte, noch ein paar markige Sprüche loslässt, trotz all seiner Handlungen immer auf der Seite der "Guten" bleibt, sich stets aufopfernd verhält, von (fast) allen gemocht wird und seine Sadie stets von ganzem Herzen liebt, ganz egal, was geschieht. Kurz gesagt: Ich fand Jake die meiste Zeit recht fad und definitiv zu "gut".
Außerdem hatte ich gerade am Anfang Probleme damit, ihn als einen Mann Anfang 30 zu betrachten, der aus dem Jahr 2012 kommt. Vieles in der Vergangenheit wirkt wie pure Nostalgie, wie von jemandem erlebt, der in dieser Zeit seine Jugend verbracht hat. Es ist auch schwer vorstellbar, dass jemand, der die meiste Zeit seines Lebens an Computer, Internet und Handys gewöhnt war, diese Dinge gar nicht vermisst und auch gleich auf einer alten Schreibmaschine lostippt, als hätte er nie etwas anderes getan. Oft wirkt Jake also nicht wie jemand Anfang 30, sondern wie in deutlich älterer Mann, oder um es etwas kühner zu formulieren: wie sein Autor, der mit Nostalgie an die Zeit seiner Jugend zurückdenkt.
Und zuletzt ist es auch etwas seltam, dass Jake, der ja nun nicht wie ein Misanthrop wirkt, anscheinend keinen einzigen Menschen aus seiner Gegenwart vermisst. Das ist ein wenig traurig und angesichts seines Charakters recht unverständlich.

So, diese Rezension ist nun in der Länge etwas ausgeufert, aber "Der Anschlag" ist ja auch ein sehr dicker Roman.
Als Fazit kann ich nur sagen: Es gab etliche Dinge, die mich an dem Roman gestört haben, trotzdem hat er sich alles in allem recht gut gelesen. Bedenkenlos weiterempfehlen kann ich ihn aber beim besten Willen nicht. Vielleicht für eingefleischte King-Fans, die dann auch mit der ganzen Derry-Episode ihre Freude haben dürften.



Und nun noch eine kleine Sache, die ich ganz am Rande noch erwähnen möchte, nämlich zum Thema: Wenn Sexszenen unfreiwillig komisch werden. So lässt sich Sadie in ihrer Ekstase zu folgender Litanei hinreißen: "O Schatz, o mein Schatz, o mein lieber lieber Gott, o Liebster!"
 Wer hier hat auch früher auf dem Blog der FrauKatz mitgelesen und sich dort über ihre Besprechung der "Hebamme" amüsiert? Und kann sich vielleicht noch an die Szene zwischen der holden Marthe und Christian erinnern, wo der gute Chris im Rhythmus der Bewegungen (sic!) von sich gibt "Meine Geliebte, meine Frau, meine Gefährtin!"?
Ja ... Soviel also zum Thema, dass auch große Autoren mitunter bei Sexszenen mal so richtig danebengreifen. Immerhin würden aber Sadie und Christian zusammen einen netten Sprechchor abgeben ...

Sonntag, 18. November 2012

Sonntagsgeplauder #43

Lesegeplauder
Es ist geschafft: Ich bin mit Stephen Kings "Der Anschlag" durch! Nun muss ich mal versuchen, eine brauchbare und nicht elendslange Rezension zu verfassen, da ich gefühlte tausend (Kritik)punkte in meinem Kopf habe, die ich darin unterbringen will. %-)
Neu begonnen habe ich mit "Der Schachautomat" von Robert Löhr, aber anders als mit den anderen Romanen dieses Autors bin ich damit noch nicht so ganz warm geworden. Ich hoffe, das kommt noch.

AcWriMo
Ich weiß, die Seitenzahlen sehen noch nicht wirklich beeindruckend aus. Ich hoffe wirklich, dass ich mein Ziel da noch schaffe - ich versinke einfach schon wieder zu sehr in Recherchen und dem bösen "Nur noch die paar Bücher"-Gedanken.
Außerdem bin ich letzte Woche ein bisschen in das geschlittert, was ich sonst immer den "MidNaNo-Blues" nenne. Die 2. Woche war da bei mir nämlich meistens mühsam, die Motivation ganz am Boden und ich musste mich oft zum Schreiben zwingen. Ähnlich ging es mir nun auch in der letzten Woche. Beim Stundenzählen verging die Zeit quälend langsam - und flog nur so dahin, wenn ich eben nicht mit der Dissertation beschäftigt war.
Ich hoffe also, dass jetzt auch analog zum NaNo wieder der Aufschwung der 3. Woche kommt.

Buchverfilmung: The Help
Gestern Abend habe ich mir "The Help", die Verfilmung von Kathryn Stocketts wunderbarem Roman angesehen - und passend dazu gab es kreolisches Huhn mit Okraschoten und Maisbrot (alles selbst gekocht/gebacken natürlich). 
Den Film fand ich durchaus gelungen, wenn auch im Vergleich zum Buch stark gekürzt und stellenweise arg vereinfacht. Er war auch weniger erschütternd, mehr ein "Gute Laune"-Film mit ziemlich lustigen Szenen. Auch das Buch ist ja teils recht humorvoll, aber der Film kam mir tatsächlich insgesamt eher wie eine Komödie vor. Und Skeeter war natürlich bildhübsch - wie könnte es auch anders sein. Eine junge Frau als Hauptperson, die nicht wunderschön ist? Wo kämen wir denn da hin!
Aber das ändert nichts daran, dass ich die Verfilmung insgesamt genossen habe und gerade zum Ende hin auch emotional recht bewegt war. Einige vergossene Tränchen inklusive ... ;-)

Tja, und jetzt werd ich mich erst mal mit einem Hörbuch hinsetzen und noch ein paar Mützchen stricken, damit ich sie morgen wegschicken kann. Ich hoffe, dass ich noch ein paar schaffe.

Samstag, 17. November 2012

Aufgeben ist keine Lösung: Riava

Riava Ledan-Astis ist meine älteste noch bestehende Figur (im Sinne von: ich schreibe noch weiter über sie). Und anders als Vendalar, der ähnlich alt ist, aber zahlreiche Veränderungen hinter sich hat, ist Riavas Charakter sehr konstant geblieben.

Um mal mit ein paar allgemeinen Informationen anzufangen: Riava hat einige Jahre ihrer Kindheit und Jugend in der Priesterschule von Crayasuma verbracht. Ihre Eltern haben das als eine ganz vernünftige Erziehung für ein junges Mädchen betrachtet, aber als sie 15 Jahre alt und somit nach lidanischen Begriffen im heiratsfähigen Alter ist, holen ihre Eltern sie wieder zurück in die Hauptstadt, um sie hoffentlich bald gut zu verheiraten.
An diesem Punkt - als Riava die Priesterschule verlassen muss - setzt auch die Handlung des Romans ein. Riava selbst würde viel lieber in Crayasuma bleiben und tatsächlich Priesterin werden, da in ihrem Leben die Götter und der Glauben daran eine große Rolle spielen.
Davon abgesehen zweifelt sie ohnehin daran, dass sie eine gute Partie abgibt, da sie nicht wirklich den lidanischen Schönheitsvorstellungen entspricht. Sie ist ziemlich schmal und schlaksig, hat kaum weibliche Rundungen und auch ein eher kantig-herbes Gesicht. Wie die meisten Angehörigen ihres Volkes hat Riava dunkle Haare und Augen und eine hellbraune Haut. 
Das Bild ist übrigens uralt und aus meiner jetzigen Sicht furchtbar (ich konnte damals noch nicht wirklich mit Ölfarben umgehen), aber solange ich kein neues habe, dient es mal als Platzhalter.

Riava hat noch so einige Züge an sich, die darauf hindeuten, dass die "Göttersteine" ursprünglich eine sehr klassische Struktur hatten. So bekommt sie von Tiron, dem Gott der Träume, prophetische Träume geschickt, die sie erst auf die Spur der titelgebenden Göttersteine bringen. Sie sieht es daher als ihre Bestimmung, diesen Weg auch tatsächlich einzuschlagen - dabei ist Tiron eigentlich ein durchaus egoistisches Geistwesen, das Riava schlichtweg als Werkzeug missbraucht.

Charakterlich ist Riava wohl eine meiner positivsten Figuren. Sie ist zwar recht schüchtern und manchmal ängstlich, hat aber eine sehr unvoreingenommene Art, die es ihr ermöglicht, auf die meisten Menschen freundlich und ohne Vorurteile zuzugehen. Sie ist außerdem sehr warmherzig und anders als viele meiner recht kopflastigen Frauenfiguren (ich kann mir ja gar nicht erklären, woher das kommt *hust*) ein sehr emotionaler Mensch, der seinen Gefühlen vertraut. 
Würde ich Riava jetzt neu als Figur entwerfen, würde ich ihren Charakter wohl "grauer" machen, aber sie ist natürlich nicht ohne jegliche Ecken und Kanten. Wenn sie ihre Ziele erreichen will, kann sie nämlich mitunter recht rücksichtslos werden. Zudem wird sie immer wieder von Selbstzweifeln geplagt und steht sich mit ihrer Unsicherheit oft selbst im Weg.
Das klingt alles vielleicht eher "schwach", aber Riava ist aus meiner Sicht eigentlich eine sehr starke Figur. Gerade, weil sie sich immer wieder überwinden und sich ihren Ängsten stellen muss, finde ich es bemerkenswert, dass sie niemals aufgibt, stets unermüdlich weitermacht und sich immer wieder von neuem aufrappelt.

Gerade weil Riava in vieler Hinsicht so ganz anders ist als meine sonstigen Lieblinge unter meinen Figuren, ist es erstaunlich, dass sie sich stets problemlos schreiben lässt. Ich hatte noch nie auch nur die geringsten Probleme, mich in sie hineinzuversetzen und denke, es liegt daran, dass sie eben schon so lange durch meinen Kopf geistert und ich sie entsprechend gut kenne.
Tatsächlich würde ich Riava noch immer als meine Lieblingsfigur bezeichnen. Sie liegt mir wahnsinnig am Herzen und sollte ich im Laufe des 2. Teils der Göttersteine feststellen, dass für den Plot ihr Tod notwendig wäre, dann weiß ich nicht, ob ich das übers Herz bringen könnte.

Die folgende (auch schon uralte) Szene ist ziemlich vom Anfang des Romans, als Riava Vendalar noch nicht lange kennt. Die beiden hatte einen denkbar schlechten Start, aber dennoch erzählt Riava ihm schließlich von ihren Träumen und dass in einem davon auch er vorkam:

Vendalar starrte sie an und jetzt meinte Riava ganz deutlich Angst in seinem Blick zu erkennen. „Warum hast du mich in einem Traum gesehen?“
„Ich denke, dass es wichtig ist, dass ich mit dir diese Reise mache. Und ohne den Traum hätte ich mich vielleicht geweigert.“
„Wichtig?“, fragte Vendalar mit tonloser Stimme.
Mit einemmal hatte Riava das Gefühl, als wäre es ein schrecklicher Fehler, dass sie ihm davon erzählt hatte. Vendalar kam ihr plötzlich wie erstarrt vor, als hätte ihn das Grauen gepackt. „Macht dir das Angst, das mit meinen Träumen?“
„Nein!“, entgegnete Vendalar heftig, zu heftig. Dann runzelte er die Stirn und Riava hatte das Gefühl, als würde er zum ersten Mal wirklich offen mit ihr sprechen, als er sagte: „Doch. Es macht mir Angst.“
„Mir auch.“
Eine Weile sagte niemand ein Wort und Riava fragte sich, was Vendalar nun von ihr halten mochte. Vielleicht hätte sie nicht so offen über ihre Träume sprechen sollen, aber irgendwie war es ihr richtig vorgekommen. Selbst jetzt wollte sie ihre Worte nicht zurücknehmen, nicht so wie bei Galada damals.
Vendalar fragte nicht weiter nach, er schwieg einfach und zum ersten Mal war sie froh über seine Schweigsamkeit. Sein Blick ruhte noch immer auf ihr, aber jetzt beunruhigte dieser Blick sie nicht mehr. Sie wusste nicht weshalb, aber sie fühlte sich verstanden. Sie hatte von ihren Träumen erzählt und er hatte ihr zugehört. Er hatte nicht gesagt, dass sie verrückt wäre und sich das einbildete und auch nicht, dass sie sofort aufhören sollte, solchen Unsinn zu reden, ehe sie noch die Götter beleidigte. Und ihr wurde auf einmal bewusst, dass sie nicht länger Angst vor ihm hatte.

Mittwoch, 14. November 2012

Rezension im Dreierpack: Reise in die Vergangenheit von Russland, Schweden und Wales

Es gibt mal wieder Kurzrezensionen im Dreierpack. Gemeinsam haben die Romane, dass ich sie alle nicht überragend fand.

Kai Meyer - Frostfeuer
(Hörbuch)

Ich bin sonst ein Fan von Meyers Büchern, aber dieser Roman, der manche Elemente der "Schneekönigin" enthält und die Geschichte des Mädchens Maus erzählt, das als Schuhputzerin in einem Hotel in St. Petersburg arbeitetet, konnte mich ganz und gar nicht überzeugen. Hintergrund und Atmosphäre des Zarenreichs wurden zwar schön aufgebaut, aber die Figuren fand ich großteils recht blass und auch nicht allzu glaubwürdig. Obwohl Maus panische Angst vor dem "Draußen" hat, riskiert sie, aus dem Hotel geworfen zu werden für ein paar Diebstähle, die sie nicht aus einer Not heraus, sondern eher um des Nervenkitzels willen verübt? Das wollte mir nicht so recht einleuchten. Außerdem kam sie - vor allem in Dialogen - extrem kindlich rüber (mehr wie eine Acht- als eine Zwölfjährige), wobei das auch an der Sprecherin liegen mag, die ihr eine sehr piepsige Kinderstimme verliehen hat.
Ich liebe ja das Märchen "Die Schneekönigin" und hatte mir daher auch viel von dem Roman erwartet, aber mehr als 2 von 5 Sternchen ist mir dieses Leseerlebnis leider nicht wert.


 Ransom Riggs - Miss Peregrine's Home for Peculiar Children

Das Besondere an diesem Buch sind die teils skurrilen, teils sogar recht schaurigen alten Fotografien, um die der Autor eine Geschichte um ein Waisenhaus in Wales während des 2. Weltkriegs gestrickt hat.
Leider kam mir die Geschichte stellenweise recht konstruiert vor und ich hatte das Gefühl, dass sie für sich alleine (ohne Fotos) ganz und gar nichts besonderes wäre. Die Figuren bleiben recht blass, die Erklärungen wirken teilweise an den Haaren herbeigezogen und mit der Zeitreise-Thematik darin konnte ich auch nicht so recht etwas anfangen. Dabei war der Anfang ganz grandios - geheimnisvoll und auch recht gruselig, wenn Jacob durch das Moor streift und das alte Waisenhaus erkundet. Doch vom Zeitpunkt der "Auflösung" an konnte der Roman mich nicht mehr recht überzeugen.
Optisch also ein echtes Erlebnis und bis etwa zur Hälfte sehr spannend, danach leider eher schwach.
3 von 5 Sternchen


Henning Mankell - Daisy Sisters

Ein Fahrradausflug mit ihrer Freundin während des 2. Weltkriegs wird Elna zum Verhängnis: Nach der Vergewaltigung durch einen Grenzsoldaten wird sie schwanger und ihr Leben nimmt einen ganz anderen Verlauf als geplant. Und auch ihre Tochter Eivor wird durch Schwangerschaften stets daran gehindert, den gewünschten Weg einzuschlagen.
Der Titel dieses Romans ist recht irreführend, lässt er doch vermuten, dass die "Daisy Sisters" Elna und Vivi im Mittelpunkt stehen. Nach dem anfänglichen Fahrradausflug spielt Vivi aber kaum noch eine Rolle, was ich sehr schade fand. 
Mankells Roman berichtet von verlorenen Träumen und zerstörten Hoffnungen und bietet daher eine recht ernüchternde Lektüre. Nach einem sehr starken Anfang folgt ein Intermezzo, das ein bisschen wie ein Fremdkörper wirkt, ehe der Roman dann mit Eivors Versuch, sich ein eigenes Leben aufzubauen, wieder Fahrt aufnimmt. Die wiederholten Rückschläge vor allem von Eivor, die sich immer wieder mit den falschen Männern einlässt (wobei die positiv gezeichneten Männerfiguren hier ohnehin rar gesät sind) fand ich recht deprimierend.
Glücklicherweise gibt es auch optimistischere Szenen, besonders wenn Mankell von den Daisy Sisters und später von Eivors Jugendzeit schreibt. Auch sonst weiß der Roman über weite Strecken zu fesseln, aber ich hätte mir doch ein paar mehr Lichtblicke erhofft.
3,5 von 5 Sternchen

Montag, 12. November 2012

Sonntagsgeplauder #42

Lesegeplauder
Allzu viel tut sich bei mir derzeit nicht - ich lese immer noch dieselben Bücher wie schon vor einer Woche, also "Daisy Sisters" von Henning Mankell, "Der Anschlag" von Stephen King und schließlich noch "Crossed" von Ally Condie als Hörbuch.
Da ich gerade nicht so viel Zeit zum Lesen finde und "Der Anschlag" halt auch ein echter Wälzer ist, geht es eben auch nur schleppend voran. Allerdings fesselt mich derzeit auch keins der Bücher so sehr, dass ich mich um jeden Preis darum bemühe, Lesezeit freizuschaufeln.
Leider habe ich auch immer noch ausstehende Rezensionen und bin auch wieder nicht zum geplanten Challengerückblick gekommen. Das staut sich bei mir alles gerade ein wenig.

Schreibgeplauder
Da ich wohl noch eine Weile nicht zum Hintergrund kommen werde, habe ich nun das Porträt von Maldwin nun vorerst hintergrundlos bei der Charakterbeschreibung hochgeladen.
Nun, da ich gerade noch ein paar Szenen bei "Bühnenzauber" ergänze, merke ich, wie sehr mir einige der Figuren dort am Herzen liegen. Linns Geschichte war für mich mit den "Frostpfaden" abgeschlossen. Ich habe sie gern geschrieben, aber nach dem Ende des Romans ist sie auch großteils aus meinem Kopf verschwunden. Bei meinem Bühnenzauber-"Personal" wird das wohl eher nicht der Fall sein. Ich ertappe mich sogar dabei, wie ich über eine (ebenfalls in sich abgeschlossene) Fortsetzung nachdenke ...

AcWriMo
Bei meinem novemberlichen Dissertations-Marathon läuft es gerade ganz gut. Wenn man sich den Stand der Dinge ansieht, sehen die Zahlen zwar noch ein wenig mager aus, aber ich bin ja gerade in der ersten Novemberwoche an vielen Tagen zu gar nichts gekommen, von daher liege ich für mich eigentlich ganz gut im Plan.
Erstaunlich ist, dass mir der NaNoWriMo nicht wirklich fehlt. Klar, manchmal denk ich mir schon, dass es jetzt nett wäre, sich dem gemeinschaftlichen Schreibrausch hinzugeben, aber angesichts der Tatsache, dass für mich der NaNo nun 5 Jahre lang ein Fixpunkt im November war, überrascht es mich doch, dass ich ihn nur wenig vermisse.
Wie im letzten Jahr beim NaNo mit meinem erhöhten Ziel von 60.000 Wörter habe ich mir jetzt überlegt, dass ich mich auch beim AcWriMo belohnen möchte, wenn ich beide Ziele (also Zeit- und Seitenvorgabe) erreiche. Wenn ich also beides schaffe und meine finanzielle Lage es am Ende des Monats zulässt, werde ich mir endlich die Downton Abbey-Box leisten, mit der ich ja schon seit langem liebäugle. Ich bin ja schon sowas von gespannt auf diese Serie!

Und sonst so
In diesem Herbst/Winter wird eine neue Generation der ebook-Reader eingeläutet: Kobo, Kindle und Bookeen bieten nun eInk-Reader mit Beleuchtung. Dabei handelt es sich nicht um eine Hintergrundbeleuchtung wie etwa bei Tablets, sondern um im Rahmen versteckte LEDs, die den Reader sozusagen von oben beleuchten. Man kann die Helligkeit verstellen und natürlich auch die Beleuchtung ganz wegschalten, wenn man sie nicht benötigt.
Da ich bei einigen Gelegenheiten meine kleine Klemmleuchte brauche und diese nicht besonders mag (eine gleichmäßige Ausleuchtung erreicht man damit eigentlich nie), machen mir diese neuen Reader schon ziemlich den Mund wässrig. Allerdings kann bisher keiner der Reader meine Vorgaben (Touchscreen+Blättertasten, sehr gute Notizfunktion, sehr gute Wörterbuchfunktion) erfüllen. Der Bookeen kommt meinen Vorstellungen noch am nächsten, aber das, was ich da bisher von der Notizfunktion gesehen habe, macht keinen sehr vielversprechenden Eindruck - und mir ist das fürs Korrekturlesen sehr wichtig.
Also mal abwarten, wie es mit dem vage für Beginn 2013 angekündigten beleuchteten Pocketbook aussieht oder ob im nächsten Jahr auch Sony mit einem beleuchteten Reader nachzieht.

Einen schönen Sonntag brauch ich euch jetzt nicht mehr zu wünschen, der ist ja schon vorbei. Ich wünsche euch daher eine gute neue Woche!

Samstag, 10. November 2012

[31 Tage - 31 Filme] Tag 8

Nenne einen Film von deinem Lieblingsregisseur (wahlweise: Lieblingsschauspieler(in)).

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich oft nicht so sehr darauf achte, wer in einem Film Regie geführt hat. Insofern weiß ich nicht, ob ich direkt von einem Lieblingsregisseur sprechen kann. Es gibt natürlich schon einige Namen, die mir immer wieder auch positiv auffallen. Da wären etwa:
- Martin Scorsese, der für mich viel Licht, aber auch viel Schatten zu bieten hat. Einige Filme finde ich toll, einige völlig überbewertet.
- Michael Haneke, mit dessen Filmen ich aber oft so meine Probleme habe; grandios finde ich nur "Das weisse Band".
- Sam Mendes, von dem ich aber nur "American Beauty" kenne.
- Sofia Coppola, deren Filme ich ziemlich interessant, oft aber auch recht sperrig finde.
- Lasse Hallström, von dem mir zumindest auf Anhieb drei Filme einfallen, die ich sehr mag: "Chocolat", "Gilbert Grape", "Schiffsmeldungen". Den Rest finde ich aber dann wieder eher mau.

Letztendlich ist mir ein Name geblieben, bei dem ich alle Filme grandios oder zumindest sehr gut fand - bis auf eine Ausnahme. Und zwar spreche ich von Christopher Nolan, dessen Filme mich eigentlich abgesehen von "Prestige" alle sehr beeindruckt haben. Um "Prestige" wird es dann in der nächsten Frage gehen, bei dieser hier möchte ich "Memento" nennen.

"Memento" ist ein Film, der mich beim ersten Mal sehr verwirrt hat. Gemeinsam mit der Hauptperson hatte ich das Gefühl, völlig im Dunkeln zu tappen und niemandem trauen zu können, insofern hatte der Film wohl durchaus die richtige Wirkung auf mich. 
Die Idee, die Handlung in chronologisch umgekehrter Reihenfolge zu erzählen, ist toll und auch toll umgesetzt, aber stellenweise fühlte ich mich wirklich überfordert. Erst zum Ende hin hatte ich das Gefühl, mich einigermaßen zurechtzufinden, aber trotz meiner Schwierigkeiten (oder gerade deshalb) wusste ich sofort, dass ich den Film noch einmal sehen wollte.
Vielleicht kann man diesen Film sogar erst beim zweiten Mal Sehen richtig würdigen, wenn zwar dieses Gefühl des ganz Neuen und Unbekannten wegfällt, man aber all die Feinheiten, die "Memento" ausmachen, erst so richtig sieht. Und interessanterweise haben für mich die ungeahnten Wendungen zweimal sehr gut funktioniert. Mittlerweile habe ich einiges davon schon wieder völlig vergessen - es wäre also vielleicht an der Zeit, dass ich mir den Film wieder einmal ansehe.


Dienstag, 6. November 2012

Michael Raleigh - Im Haus der Flynns


Genre: Belletristik, Familienroman
Seiten: 400
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN: 978-3455060126
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Themen-Challenge (Kindheit) 


Als ein Autounfall den 7jährigen Danny zum Waisen macht, kommt er in das Haus seiner Großeltern. Da seine Eltern beide aus großen Familien kamen, nehmen sich nun also Tanten, Onkel, Großonkel und Großeltern seiner an. Gemeinsam mit Danny erlebt man also den Alltag in der Familie der Flynns mit und begleitet ihn ein Stück weit in seiner Kindheit.

Michael Raleigh zeichnet in diesem Roman das lebhafte Bild einer irischen Großfamilie, die aus allerlei liebenswerten und auch skurrilen Mitgliedern besteht. Inmitten all dieser Menschen erlebt Danny, für den sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt wurde, ein Gefühlschaos, das man sehr gut nachvollziehen kann. Er hat mit der Angst zu kämpfen, ihm könnten auf einmal alle, die er liebt, so plötzlich genommen werden wie seine Eltern, und in dieser Angst fühlt er sich trotz all der Menschen, die ihn umgeben, oft einsam. Seine Großeltern, Onkel und Tanten wiederum haben neben ihrer Trauer damit zu kämpfen, dass sie es nicht immer schaffen, Danny ein Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln.
Der Roman schlägt also durchaus ernste und auch traurige Töne an, hat aber auch sehr witzige Szenen zu bieten und wirkt trotz allem nie trostlos oder düster. Vielmehr zieht sich ein eher heiterer Grundton durch das Buch, der auch in den traurigen Szenen nie ganz verloren geht.

Es sind vor allem die Figuren, die "Im Haus der Flynns" so lesenswert machen. Danny ist ein gewitzter, manchmal aber auch so begriffstutziger Junge, dass man oft über ihn schmunzeln muss. Und auch all die anderen Figuren sind so lebhaft gezeichnet, dass ich manchmal das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen.
Mein besonderer Liebling war Tom, der von Danny vergötterte Onkel, dessen Charme auch ich mich nicht entziehen konnte. Gleichzeitig habe ich um ihn gebangt, weil ich oft das Gefühl hatte "das nimmt kein gutes Ende mit ihm" - eine Befürchtung, die ich auch bei Dannys Cousin hegte.
Obwohl es in dem Roman eher um die kleinen Alltagssituationen geht, musste ich also doch oft mit den Figuren mitfiebern. Das hat mich auch an den Roman gefesselt, dessen Handlung sonst eher gemächlich dahinplätschert.
Das ist durchaus nicht negativ gemeint, da ich die stillen Töne und all die alltäglichen Kleinigkeiten sehr mochte. Ab und zu gab es dann aber doch Szenen, die gewisse Längen aufwiesen.

"Im Haus der Flynns" ist ein ganz wunderbarer, warmherziger Roman, der ein schönes Bild von der Kindheit in einer irischen Großfamilie im Chicago der 50er Jahre zeichnet. Große Ereignisse hat er nicht zu bieten, aber dennoch kommt nur ganz selten Langeweile auf.
Ich habe auf alle Fälle meine Zeit inmitten der Flynns genossen und hätte gern noch mehr Zeit mit ihnen verbracht.

Sonntag, 4. November 2012

Sonntagsgeplauder #41

Die letzten Tage waren vollgestopft mit Verwandtschaftsbesuch, endlosen Stunden in der Küche, Trubel, Lärm, Spaß, Stress. Es war schön, aber auch unglaublich anstrengend und jetzt muss ich zu allem Überfluss gleich in die Arbeit, wo ich bis um 20 Uhr Dienst habe.
Nun ja, immerhin wird es dort vergleichsweise ruhig sein. ;-)

Schreibgeplauder
Angesichts der Tatsache, dass ich die letzten Tage keine Zeit zum Schreiben gefunden hätte und wohl auch heute Abend nicht mehr viel schaffen würde, bin ich nun doppelt froh, dass ich mich in diesem Jahr gegen den NaNo entschieden habe. Es wäre wohl schwer gewesen, mehrere Nullrunden gleich in der ersten Woche wieder aufzuholen (während ich diese beim AcWriMo bereits mit eingeplant habe, da ich mir ja hier das Ziel selbst setzen konnte).
Dennoch habe ich am Freitag spätabends im Bett mit schon halb zufallenden Augen noch rasch eine Szene, die mir im Kopf herumgespukt ist, auf einen Notizzettel gekritzelt. Endlich habe ich nämlich einen passenden Abschluss für ein Problemkapitel in "Bühnenzauber" gefunden. 
Was die "Göttersteine" betrifft, da habe ich gerade damit zu kämpfen, dass Vendalar derzeit jede Zusammenarbeit mit mir verweigert (ich habe ihn in einer Szene quasi in seinem männlichen Stolz gekränkt). Dabei sollte er mir auf Knien danken, dass er überhaupt noch am Leben ist - wenn ich nicht so ein weiches Herz hätte, wäre er schon längst tot. Und es ist ja nicht so, dass das Ende schon komplett feststehen würde, also an seiner Stelle wär ich mal etwas kooperativer ... (ja, mein Lieber, betrachte das als Drohung)
Maldwin hingegen ist gerade äußerst erfreut und dementsprechend kooperativ, weil ich ihn endlich gezeichnet habe - sobald ich auch den Hintergrund hinbekommen habe, werde ich das Bild natürlich hochladen. Daher gibt es momentan eben Szenenergänzungen bei "Bühnenzauber" anstatt der letzten Kapitel der "Göttersteine". Wie lange kämpfe ich mit denen nun schon? Ich will lieber gar nicht zu genau drüber nachdenken ...

Und ja, das ist normal, dass meine Figuren so viel Eigenleben entwickeln. ;-) Zumindest die, die mir am Herzen liegen.

Lesegeplauder
Durch den Stress der letzten Tage hinke ich mal wieder ziemlich mit meinen Rezensionen hinterher, zumal ich am 1. November auch "Im Haus der Flynns" von Michael Raleigh ausgelesen habe.
Neu begonnen habe ich mit "Daisy Sisters" von Henning Mankell, das ich meiner Mutter entführt habe. Seit ich es ihr im letzten Jahr zum Geburtstag geschenkt habe, legt sie es mir schon ans Herz, aber bisher bin ich nie so recht dazu gekommen. Der Anfang gefällt mir schonmal ganz gut, auch wenn es eine recht deprimierende Lektüre werden könnte.
In "Der Anschlag" plätschert die Handlung gerade eher gemächlich vor sich hin. Gut, dass der Protagonist und ich Derry hinter uns gelassen haben und ich mich also nicht länger fürchten muss, aber nun macht sich statt der Angst eher gepflegte Langeweile in mir breit - auch nicht das Wahre.
"Crossed" von Ally Condie hat ebenfalls seine Längen und zeigt schon wieder verdächtige Anflüge einer Dreiecksbeziehung. Natürlich ist diese schon durch die Ausgangssituation vorgegeben, aber während ich am Ende von Matched noch dachte, Cassia hätte sich eindeutig entschieden, scheint sich jetzt ein neuerliches Hin- und Herschwanken abzuzeichnen. 


So, und nun muss ich mich auf den Weg in die Arbeit machen. Ich hoffe, ich komme in den nächsten Tagen endlich wieder zu einem schon längst fälligen Challengeüberblick sowie zu den ausstehenden Rezensionen.

Donnerstag, 1. November 2012

[AcWriMo] Ein Schreibmarathon der anderen Art

Es ist seltsam, wenn ich nicht am 31. nach Mitternacht zu schreiben beginne und am 1. November in jeder freien Minute damit beschäftigt bin, für einen ordentlichen NaNo-Wordcount zu sorgen. 
Eigentlich ist es auch durchaus entspannt, da ich eh bis jetzt mit Kochen beschäftigt war und nachher die ganze Verwandtschaft kommt, ehe wir gemeinsam zum Friedhof gehen. Schreibzeit rauszuschlagen, war also eh meistens nicht ganz einfach. 

So entspannt wird es aber im November nicht weitergehen, da ich (wie schon mal überlegt) einen Dissertations-Marathon im November hinlegen werde, also einen AcWriMo. Ich habe lange überlegt, was ich mir für ein Ziel setzen soll. Ein reines Stundenziel wie damals beim Überarbeitungs-Marathon wäre gut, weil ich ja nicht nur mit Schreiben, sondern auch noch viel mit Recherche und Lesen beschäftigt bin. Andererseits drück ich mich gern vorm Schreiben an sich und dem würde ich mit einem reinen Stundenziel nicht entgegenwirken. 
Daher habe ich mich nun für zwei Ziele entschieden: Ich möchte im November 60 Stunden an der Dissertation arbeiten und 50 Seiten schreiben. Beides klingt nach nicht so wahnsinnig viel, aber ich habe einige Tage, an denen ich zu gar nichts kommen werde, einige, an denen die Arbeit zumindest nicht viel Zeit lässt und dann kann ich ja auch an meiner Diss nicht zwischendurch unterwegs mal schreiben, so wie ich es mit meinen NaNo-Romanen immer gemacht habe. Schließlich habe ich ja meine zig Ordner nicht überall dabei. ;-) 

Was mir auch fehlen wird, das ist der Ansporn durch die Community, den ich beim NaNo im Tintenzirkel immer hatte. Beim AcWriMo gibt es nur einen Austausch über Twitter, was nicht so mein Ding ist. Außerdem kenn ich die Leute dort alle nicht, daher ist es einfach nicht dasselbe wie das Gemeinschaftsgefühl im Tintenzirkel. Damit ich trotzdem nicht mittendrunter einfach aufgebe, habe ich eine kleine Tabelle erstellt, in der ich meinen täglichen Output eintragen möchte. Da es mir peinlich wäre, dort immer nur mickrige Zahlen stehen zu haben (falls jemals wer dort reinschaut), ist also hoffentlich genug Druck für mich da, dass ich das auch durchziehe. Rot eingefärbte Zeilen sind Tage, an denen ich (entweder wegen sehr langen Diensten oder aus sonstigen Gründen) zu nichts kommen werde und an denen ich also ohne schlechtes Gewissen 0 stehen haben darf. ;-) 

Nun, dann hoffe ich mal, dass ich beide Ziele bis Ende des Monats erreiche und mir das ganze ein bisschen was bringt.