Sonntag, 28. Oktober 2012

Sonntagsgeplauder #40

Draußen liegt Schnee. Im Oktober in Wien. Ja, Wetter, sag mal, bist du jetzt völlig irre geworden? Und ich hab meine Winterjacken noch bei meiner Familie gelagert - zum Glück fahr ich dort zu Allerheiligen hin.
Und dann haben wir heute auch noch Zeitumstellung. Ich mag ja die Umstellung zur Winterzeit zumindest insofern, weil sie mir meinen Schlafrhythmus manchmal wieder ein wenig geraderückt. ;-) Was mich allerdings seit einiger Zeit irritiert, das ist die Tatsache, dass mein Handy und mein Computer sich von selbst umstellen. Das war früher immer so nett, wenn ich nach der Reihe überall eine Stunde zurückgedreht habe und ganz bewusst das Gefühl hatte, ich hätte eine Stunde geschenkt bekommen.
Naja, wie auch immer. Jetzt mal zu blogrelevanten Themen:

Lesegeplauder

Nachdem ich am Mittwoch noch überlegt hatte, ob ich "Der Anschlag" wegen dieser gruseligen Es-Anklänge abbrechen sollte, habe ich dann doch weitergelesen, weil ich am Donnerstag bei meinem Dienst unerwartet zum Lesen gekommen bin und nicht wirklich Alternativen dabei hatte. Das kommt davon, wenn man noch keinen ebook-SuB aufgebaut hat .... Immerhin war der Roman dann eh nicht mehr allzu gruselig, dafür bin ich inzwischen wieder ziemlich gelangweilt. Streckenweise liest er sich, als wolle King einfach nur hemmungslos in einer "früher war alles besser"-Nostalgie schwelgen. Und genau in dem Punkt wirkt der Protagonist manchmal nicht recht glaubwürdig, aber dazu dann mehr in einer Rezension.
Daneben habe ich mit Michael Raleighs "Im Haus der Flynns" begonnen, das sich bisher sehr witzig-charmant liest, und mit "Crossed" von Ally Condie als Hörbuch.

Die Diskussion um die Rechte
Derzeit wird auf Blogs und bei Lovelybooks viel darüber diskutiert, ob es denn nun in Ordnung ist, in  Rezensionen Coverbilder, Klappentexte und Zitate zu verwenden. Ein paar Blogger haben sich die Mühe gemacht, die Verlage einzeln anzuschreiben und nachzufragen, wie es prinzipiell damit aussieht (etwa hier und hier). Da ich eigentlich nie die Klappentexte verwende und auch äußerst selten nur Ein-Satz-Zitate, waren diese Punkte für mich nicht so interessant, aber zumindest bei der Verwendung des Coverbildes gibt es bislang ein klares "Ja" (solange das vollständige Cover und nicht etwa Ausschnitte genommen werden).
Allerdings bin ich bei Jai auf den Artikel Bildzitate und Textzitate auf BuchBlogs - der Versuch einer rechtlichen Aufarbeitung gestoßen und demnach dürfte die Verwendung von Covern z.B. in "ich lese gerade"-Feldern durchaus problematisch sein. Für mich ist vieles zwar noch etwas unklar, aber vorerst habe ich die Bilder doch einmal durch eine reine Titelauflistung ersetzt. Das gefällt mir nicht besonders, aber bislang ist mir noch keine Alternative eingefallen. Tut mir also Leid, wenn es derzeit links etwas "nackt" aussieht.

Mal wieder: Suchbegriffe
Nun zu etwas erfreulicherem: Es sind zwar dieses Mal nur zwei Suchbegriffe, die unter all den "Harris Cicero Trilogie Band 3" und "Song of Ice and Fire deutsche Übersetzung" herausgestochen sind, die dafür aber richtig:

sie weiss was in der hochzeitsnacht ihre pflicht ist
Ah ja. Klingt irgendwie nach Bergund, dennoch finde ich es etwas bedenklich, dass jemand nach so etwas sucht und damit auf meinem Blog landet.

wie küsst man ein mädchen
Das hier ist doch mal echt toll, oder? Ich musste so kichern, als ich darüber gestolpert bin. Also ich bin da echt keine Expertin (ich hab ja auch noch nie ein Mädchen geküsst ;-)) und denke auch nicht, dass man da hilfreiche Tipps auf meinem Blog findet. Und wieso landet man damit überhaupt hier? Tja, wieder mal sehr rätselhaft. Ich hoffe aber mal, der/die Suchende ist inzwischen fündig geworden oder hat es einfach in der Praxis ausprobiert. So schwer ist das dann ja doch nicht. ;-)

Ich wünsch euch noch einen schönen Sonntag! Ich muss zwar heute am Abend arbeiten, aber vorher bin ich noch gemütlich zum Teetrinken eingeladen - das ist auch genau das richtige an so einem frostigen Tag. :-)

Freitag, 26. Oktober 2012

John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Genre: Jugendbuch
Seiten: 256
Verlag: Carl Hanser
ISBN: 978-3446240094
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Themen-Challenge (Tod) 


Die 16jährige Hazel hat Krebs ohne eine wirklich Hoffnung auf Heilung. Auf eine Selbsthilfegruppe mit anderen krebskranken Jugendlichen hat sie überhaupt keinen Bock, aber dann lernt sie dort den schlagfertigen Gus kennen. Auf einmal kann Hazel sich beinahe wie ein "normaler" Teenager fühlen, mit flirten, verlieben und allem, was dazu gehört.
Neben Gus fühlt sich Hazel nur von einem Menschen verstanden, dem Schriftsteller Peter Van Houten. Hazels großer Wunsch ist es, zu erfahren, wie es mit den Figuren des Romans "Ein herrschaftliches Leiden" nach dem recht abrupten Ende weitergeht. Aber das, schreibt Van Houten in einer Email, könne er ihr nur persönlich mitteilen. Dumm nur, dass er in Amsterdam lebt ...

Wie schon "Paper Towns" hat mich auch dieser Roman von John Green praktisch von der ersten Seite weg gepackt. Es ist sehr eindrucksvoll und auch gnadenlos, wie der Autor hier von Krebs und vom Sterben erzählt. Obwohl Hazel und Gus beide mit der Krankheit zynisch und mit schwarzem Humor umgehen, schreckt John Green nicht davor zurück, sie auch in ihre dunkelsten Momente zu begleiten, in Momente der Wut, der Verzweiflung, der Beschämung. In dieser Hinsicht ist der Roman unerbittlich und gerade das ist auch seine große Stärke. Er beschönigt nichts, ist aber gerade dank Hazels eher ironischer Perspektive dennoch nicht deprimierend.
Leider konnte mich der Roman dennoch emotional überhaupt nicht packen. Ich kann nicht wirklich erklären, weshalb nicht, ich kann nur sagen, dass er mich trotz des traurigen Themas nicht berührt hat. Obwohl ich den Roman innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, hatte ich nie das Gefühl, wirklich tief hineinzutauchen. Und mit dem Zuklappen des Buches war es für mich auch erledigt - da klang nicht wirklich etwas in mir nach, was man doch bei so einem Thema durchaus erwarten würde.
Ich muss auch gestehen, dass ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte - eines im Stil von "Ein herrschaftliches Leiden". Vielleicht hätte das auch länger in mir nachgehallt, ich weiß es nicht.

Was mir dagegen sehr gut gefallen hat, das waren all die Gespräche über Bücher, die Hazel und Gus in dem Buch führen. Überhaupt spielt das Lesen eine große Rolle in dem Roman, wobei es besonders erfrischend ist, dass Hazel einerseits eine Vorliebe für anspruchsvolle Literatur hat, andererseits aber auch mit großer Begeisterung die Romane zu einem Computerspiel liest und darüber hinaus äußerst gerne sinnlose Castingshows im Fernsehen anschaut. Das macht sie irgendwie sehr sympathisch und auch glaubwürdig. Sie ist ein junges Mädchen mit einer schlimmen Krankheit, das viel durchgemacht hat und sich auch sehr kluge Gedanken macht, sich dennoch aber auch für ganz banales "Teenagerzeugs" begeistern kann. Das eine schließt eben das andere nicht aus.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein wirklich empfehlenswertes Buch mit liebenswerten Figuren, interessanten Wendungen und der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor. Warum es mich emotional dennoch nicht berührt hat, kann ich nicht wirklich erklären, aber dadurch ist es für mich eben doch kein "perfekter" Roman.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Der Anschlag oder: Ein unerwartete Reise nach Derry

Ich glaube, ich habe schon mehrmals erwähnt, dass ich äußerst ängstlich bin und mich von Horror tunlichst fernhalte, nicht wahr? Tja, nun muss ich euch etwas erzählen, das dem ganzen quasi die Krone aufsetzt. Es ist genau genommen sogar schon etwas peinlich, wenn man dermaßen ängstlich ist, aber was solls - entweder ich ernte überraschenderweise verständnisvolle Kommentare oder ihr habt wenigstens etwas zu lachen. ;-)

Okay, es geht um Stephen King. Ich habe von seinen Horrorromanen "Shining" und "Das Mädchen" gelesen und fand beide zwar schaurig, kam aber ganz gut damit klar. Dennoch habe ich mich ansonsten von seinen gruseligen Büchern tunlichst ferngehalten und ganz besonders von einem: "Es". "Es" ist quasi mein unbekanntes Schreckgespenst. Ich weiß ungefähr, worum es geht, habe einiges darüber erzählt bekommen und vor allem auch von Leuten, die sonst durchaus härter im Nehmen sind, Aussagen gehört wie "Ahhh, erwähne bloß nicht Es, mir kommt jetzt noch das nackte Grausen, wenn ich daran denke" oder "Wenn ich einen Clown sehe, renne ich schreiend davon".
Nun ja, diese Reaktionen gepaart mit dem, was ich über den Inhalt weiß, reicht für mich aus, um mir bei dem Gedanken an "Es" einen Schauder über den Rücken zu jagen. Ich werde den Roman niemals lesen, denn er weckt schon schaurige Assoziationen in mir, ohne ihn gelesen zu haben.

Soweit die "Vorgeschichte". Nun lese ich derzeit ja von King "Der Anschlag". Ich habe mir dabei nicht großartig was gedacht - der Roman ist nicht als Horror deklariert und klang auch vom Inhalt her nicht so als gäbe es da etwas zum Fürchten. Per Zeitreise soll das Attentat auf Kennedy verhindert werden - das klingt doch, so gesehen, "harmlos". 
Tja, und dann folge ich also dem Helden nichtsahnend nach Derry, das eine recht morbid-gruslige Atmosphäre an den Tag legte. Schon da klingelte etwas in mir - Derry? War das nicht ...? Ja, war es. Der Schauplatz von "Es". Spätestens, als dem Helden von kürzlich passierten Morden berichtet wird, war alles wieder da, was ich jemals über den Inhalt von "Es" gelesen habe.
Mein erster Gedanke also: "Ach du Scheiße." (sorry)
Mein zweiter: "Okay, jetzt stell dich mal nicht an, das ist nur temporärer Schauplatz und mehr Verbindungen zu Es wird es auch nicht geben."
Dennoch war ich nervös geworden und wollte mich vergewissern, dass wir Derry bald wieder den Rücken kehren würden. Und so las ich also im Internet (Achtung, Spoiler), dass der Roman nicht nur zu großen Teilen in Derry spielt, sondern dass der Held offensichtlich sogar einmal auf Es trifft. Was? WAS?
Da trete ich also panisch den Rückzug an, sobald es irgendwo um "Es" geht und stolpere in einem anderen Roman von King darüber? WAS SOLL DENN DAS?

Nun ja, und das ist der Punkt, an dem ich ernsthaft darüber nachdenke, "Der Anschlag" abzubrechen. Mir läuft es nämlich schon wieder kalt den Rücken hinunter, wenn ich nur an Derry denke, so wie es bisher in dem Roman geschildert wurde. Und selbst, wenn man vielleicht nur ein Fünftel des Buches dort verbringt, sind das bei einem 900-Seiten-Wälzer noch immer mehr als 100 Seiten.
Und es ist ja auch nicht so, dass mich der Roman ansonsten bisher komplett überzeugt hätte ...
Trotzdem: Ist es nicht völlig verrückt, ein Buch deshalb abzubrechen, weil es einen auf einen unangenehme Weise an ein anderes Buch erinnert, das man noch nicht mal gelesen hat? Ich gebe ja immer äußerst freizügig zu, dass ich eher mit schwachen Nerven ausgestattet und nicht der mutigste Mensch auf Erden bin, aber das ist nun vielleicht selbst für meine Verhältnisse ein wenig überzogen.

Ich werde also wohl noch ein wenig mit mir hadern und mich fragen, ob ich das Risiko eingehe, dass der Roman mir eventuell ängstliche Stunden alleine im Dunkeln bescheren könnte. Vorerst werde ich ihn mal nur unterbrechen.
Hat eigentlich jemand von euch schon "Der Anschlag" gelesen und kann mir Auskunft darüber geben, ob Derry tatsächlich noch länger Schauplatz sein wird und wie schlimm die Anklänge an "Es" sind?

Montag, 22. Oktober 2012

Sonntagsgeplauder #39

Schon klar, heute ist Montag, aber inhaltlich ist das dennoch Sonntagsgeplauder. ;-) Gestern bin ich einfach nicht mehr dazugekommen (hatte den ganzen Tag Dienst und am Abend dann Computerprobleme), daher eben heute.

Lesegeplauder
Derzeit lese/höre ich drei Bücher - ein ebook, ein Hörbuch, ein "normales" Buch - und finde alle drei eher so lala. Allerdings nicht so lala, dass ich sie abbrechen möchte (für das ebook gilt "noch nicht").
Das normale Buch ist "Miss Peregrine's Home for Peculiar Children" von Ransom Riggs, das mit ganz tollen alten Fotografien aufwartet - aber leider finde ich die Geschichte, die drumherum gestrickt wurde, nicht so toll und das Niveau scheint auch eher noch zu sinken. Gerade scheint alles auch noch auf eine oberflächliche von-jetzt-auf-gleich-Liebesgeschichte hinzusteuern, was die Sache nicht besser macht. Aber vielleicht gehts ja nochmal aufwärts.
"Frostfeuer" von Kai Meyer kann mich bisher auch nicht wirklich begeistern. Ich mag die Anklänge an das Märchen "Die Schneekönigin" und die wunderbaren Beschreibungen, aber die Figuren finde ich bislang recht fad und teils unglaubwürdig und die Lesung von Katharina Thalbach ist auch nicht wirklich mein Fall. 
Das ebook schließlich ist "Der Anschlag" von Stephen King, das ich mir in der Onleihe ausgeliehen habe. Als Horror-Verweigerin kenn ich natürlich noch nicht allzu viel von King, aber ein paar Romane habe ich doch gelesen und in keinem davon hat mich der Schreibstil überzeugt. Das Problem habe ich hier wieder - außerdem habe ich den Verdacht, dass der Roman noch recht langatmig werden könnte. Aber mal sehen, ich bin noch nicht mal über die ersten 100 Seiten hinaus.

Challengegeplauder
Mittlerweile habe ich die 2. Chance Challenge erfolgreich beendet - alles, was jetzt noch dazukommt, ist sozusagen die Draufgabe. Bzw. eine Draufgabe gibt es schon, da ich bereits 13 Bücher für die Challenge gelesen habe, also eins mehr als erforderlich.
Bei der Englisch-Challenge habe ich mich nach dem ganzen Strafbücher-Debakel von März bis Juli wieder aufgerappelt und liefere jetzt wieder brav mein monatliches Buch ab. ;-) Bei ein paar der englischen Bücher fehlen mir noch die Eintragungen für die Vokabel-Challenge, für die ich jetzt auch echt mal Vokabeln lernen sollte, damit sie auch was bringt.
Und schließlich ist da natürlich noch meine eigene Challenge, zu der ich ja auch noch einen weiteren Überblick im Oktober erstellen möchte. Mir fehlen, um alle 20 Themen zu durchlesen, nun noch 7 bzw. 6, da ich zum Thema Tod bereits "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green gelesen, aber noch nicht rezensiert habe.
Tja, und dann ist da noch mein SuB-Abbau-Vorhaben, dessen nächstes "Etappenziel" ein SuB unter 10 bis Ende Oktober wäre. Das könnte eng werden. Äußerst eng. ;-) Das Problem ist wie immer, dass mein SuB einen eklatanten Mangel an Hörbüchern und ebooks aufweist und ich also diese immer wieder ausleihen oder neu kaufen muss. Auf die Weise schrumpft mein SuB dann doch nur seeeehr langsam. Aber hey, Anfang des Jahres waren darauf fast noch 30 Bücher mehr!

Schreibmarathon mal anders?
Vor zwei Wochen habe ich noch überlegt, inzwischen habe ich mich definitiv gegen den NaNo entschieden. Meine Doktorarbeit muss diesen November Vorrang haben. Aber warum sollte man einen Schreibmarathon nur mit belletristischen Texten machen können? Das haben sich auch andere gefragt und deshalb gibt es in der Tat einen AcWriMo für wissenschaftliche Texte. Das Ziel ist hierbei nicht fix, sondern kann von jedem selbst festgelegt werden.
Nun setze ich mir eigentlich stets Ziele für meine Doktorarbeit, aber vielleicht wäre für den November mal ein etwas größenwahnsinnigeres Ziel angebracht, eben ganz im Sinne des NaNo. Ich habe mir hierzu schon ein paar Gedanken gemacht, aber dazu werde ich dann mehr in einem eigenen Beitrag schreiben.

Apropos schreiben: Schon seit Wochen möchte ich mal wieder eine Romanfigur vorstellen (vor allem Riava ist längst "überfällig"), aber ich sage mir ständig: Nein, ich möchte erst ein Porträt zeichnen. Nur leider bin ich sowas von gar nicht in Zeichenstimmung und das schon seit Monaten nicht ... Immerhin habe ich inzwischen eine erste Skizze von Maldwin angefertigt, die ich vielleicht in absehbarer Zeit nachreichen werde. Und die Vorstellung von Riava, die gibt es jetzt dann bald - egal ob mit oder ohne Bild.

Samstag, 20. Oktober 2012

Robert Jordan - The Eye of the World (The Wheel of Time 1)

Genre: High Fantasy
Verlag: Highroads Media
Dauer: 29 Stunden 32 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Michael Kramer, Kate Reading
ISBN: 978-1593974329
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen

English-Challenge (Oktober)
2. Chance-Challenge



Ein Angriff von Trollocs zwingt eine Gruppe von Jugendlichen, ihr kleines Dorf zu verlassen und sich zusammen mit der Magierin Moiraine und deren Beschützer Lan auf eine ungewisse Reise zu begeben. Als sie weiterhin von Trollocs und anderen finsteren Gestalten verfolgt werden, wird klar, dass sie ta'veren sind, sozusagen wichtige Fäden im Webmuster des Rades der Zeit. Und ob sie es wollen oder nicht: Sie werden eine große Rolle im Schicksal der Welt spielen und können sich dem auch nicht entziehen.

Ich habe den Auftakt zum "Rad der Zeit" vor vielen Jahren schon einmal gelesen, da damals aber noch ungewiss war, wieviele Bände noch folgen sollten und mich die ersten (deutschen) Bände auch nicht sehr gefesselt haben, habe ich die Serie rasch wieder abgebrochen. Nun, da die Veröffentlichung des letztes Bandes in greifbare Nähe gerückt ist, wollte ich der Serie noch einmal eine Chance geben.
Obwohl ich den Roman nicht direkt schlecht finde, werde ich aber wohl auch dieses Mal nicht weiterlesen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, die ich im folgenden darlegen möchte (Achtung, das könnte eine recht lange Rezension werden).

Was mich schon beim ersten Mal sehr gestört hat und mir auch jetzt wieder auf die Nerven ging, das sind die unglaublichen Herr der Ringe-Parallelen: Der Held Rand al'Thor muss sich widerwillig aus seinem kleinen, verschlafenen Dorf mit seinen Freunden auf den Weg machen, um gegen den großen Bösen zu kämpfen, der als Sitz die "mountains of doom" sein Eigen nennt. Als Schergen dienen diesem die tierartigen Trollocs, schwarze Reiter/Gestalten und geflügelte Boten. Aber den unerfahrenen Jungen steht eine Aes Sedai, eine weise Magierin, zur Seite, die als ihren Beschützer einen Waldläufer-artigen Krieger dabei hat, der sich schließlich als königlicher Erbe entpuppt.
Dazu gibt es noch eine ganze Anzahl kleinerer Parallelen, die in mir öfter den Wunsch hervorriefen, den Roman abzubrechen und stattdessen doch lieber das "Original" zu lesen.
Zum Glück merkt man, wie Jordan sich zum Ende des ersten Bandes hin immer mehr von seinem Vorbild löst und mehr eigenständige Elemente einbringt. Gerade deshalb würde sich wohl das Lesen weiterer Bände durchaus lohnen, aber mir kamen schon diese knapp 30 Hörbuchstunden schier endlos vor ...

Neben den Herr der Ringe-Anklängen haben mich auch die vielen Namen irritiert, die an die Artussage denken lassen (oftmals nicht nur in der Namensgebung): der legendäre König Artur Paendrag, Morgase, Moiraine, Tigraine, Galad, Gawyn, der Sa'angreal, ...
Gerade, weil Jordan sonst ja auch sehr schöne eigene Namensschöpfungen und ganz eigenständige Mythologien präsentiert, fühlen sich diese Parallelen seltsam fehl am Platz an.

Die Figuren wirken hier oft noch recht eindimensional und stellenweise so dumm, dass man sie gern durchschütteln würde. Vor allem wenn Mat wieder einmal ganz unbedarft wichtige Sachen ausplaudert, fragt man sich, wo er eigentlich sein Gehirn versteckt hat, aber andererseits wäre er auch nicht der erste halbwüchsige Junge, bei dem man sich diese Frage stellt. Dennoch ist es manchmal mühsam, wenn er und Rand wieder und wieder in Tavernen oder bei Mitreisenden in Schwierigkeiten geraten - als wären sie nicht fähig, aus den bisherigen Ereignissen zu lernen und manche Gefahrenquellen einfach einmal zu umgehen.
Noch mehr Probleme hatte ich leider mit den Frauenfiguren. Egwene, Nynaeve, Elayne - sie alle drei haben gemeinsam, dass sie sehr launisch, sehr zickig, sehr temperamentvoll und ständig auf Konfrontationskurs sind. Und sie sind mir fürchterlich auf die Nerven gegangen, vor allem Egwene mit ihrer komplett überzogenen, kindischen Eifersucht, sobald Rand nur einen weiblichen Namen erwähnt.
Überhaupt fand ich den ständigen Geschlechterkampf recht anstrengend - auch wenn er wohl durch das Konzept der Magie vorgegeben ist. So gibt es einen weiblichen Aspekt der Magie (das sind die Aes Sedai) und einen männlichen, der gefürchtet ist, da Männer, die auf die "wahre Macht" zurückgreifen können, stets dem Wahnsinn verfallen. Und diese Zweiteilung ist nicht auf die Magie beschränkt, sondern scheint sich durch die gesamte Geschichte zu ziehen. 

Schön fand ich dagegen die Atmosphäre, die Jordan hier aufbaut. So wirkt etwa der Angriff der Trollocs sehr bedrohlich, selbst wenn man zuhause gemütlich auf dem Sofa sitzt, und die detailreichen Beschreibungen schaffen ein recht gutes Bild der Umgebung. Man hat auch das Gefühl, dass die Welt eine gewisse Tiefe besitzt, vor allem auch eine geschichtliche Tiefe, da sie angefüllt ist mit Mythen, Legenden, vergangenen Ereignissen und kleinen Geschichten.
Zwar ist das ganze Weltenkonzept in diesem Band noch nicht sehr originell, aber es wirkt sehr gut durchdacht mit dieser Vorstellung eines Rades, das sich dreht und zu einem zyklischen Geschichtsverlauf führt. Immer wieder steuert daher die Welt auf einen großen Kampf zwischen Gut und Böse hin, in dessen Zentrum dieses Mal - man ahnt es schnell - Rand al'Thor stehen wird.

Ich bin durchaus neugierig, wie das alles vonstatten gehen soll, welche Rolle manche der Nebenfiguren noch spielen werden, wie sich die Figuren entwickeln und wie Jordan es schafft, die bisher so geradlinig wirkende Handlung auf so viele Bände auszuweiten. ;-)
Ich glaube aber dennoch nicht, dass ich mich dazu aufraffen kann, noch mehr Bände zu lesen. "The Eye of the World" hat mir oft einiges an Geduld abverlangt, vor allem im Mittelteil, wenn die Handlung sich ständig zu wiederholen scheint (vermeintliche Sicherheit, Angriff, Flucht und wieder von vorne). Zum Ende hin wird dann das Tempo deutlich angezogen - so sehr, dass manches sogar ein wenig überhastet wirkt.

Mein Fazit: "The Eye of the World" ist sozusagen eine klassische, epische Fantasy mit weitreichenden Ereignissen, vorbestimmtem Schicksal und klaren Gut-Böse-Gegensätzen. Wenn man diese mittlerweile fast altmodisch wirkende Art der Fantasy mag, wird man durchaus seine Freude mit dem Roman haben. Schade nur, dass er bislang noch zu sehr seinen Vorbildern verhaftet bleibt und gerade im Mittelteil außerdem über gewaltige Längen verfügt. Die Figuren sind bislang noch recht blass, bieten aber zumindest Potential zur Weiterentwicklung.
Für mich persönlich überwiegen aber die negativen Punkte, daher werde ich das Kapitel "Wheel of Time" für mich nach diesem zweiten kurzen Anlauf ad acta legen.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Judy Blume - Sommerschwestern

Genre: Belletristik
Seiten: 382
Verlag: Bertelsmann
ISBN: 978-3453153622
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen

Themen-Challenge  (Freundschaft)
2. Chance Challenge


Mehr aus einer Laune heraus lädt Caitlin die schüchterne Victoria, genannt Vix, ein, mit ihr und ihrem Vater den Sommer auf Martha's Vinyard zu verbringen. Daraus entwickelt sich eine Freundschaft, obwohl es zwischen ihnen mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten gibt. So verläuft schließlich auch ihr Leben nach dem Schulabschluss in ganz unterschiedlichen Bahnen, und doch finden die beiden immer wieder zusammen und schließlich auch zurück auf die Insel.

Ich weiß nicht, wie oft ich "Sommerschwestern" bereits gelesen habe. Manche Passagen kenne ich schon auswendig und manchmal habe ich auch nur einzelne Teile wieder gelesen. Diesmal habe ich den ganzen Roman wieder einmal von vorn bis hinten durchgelesen und es war einfach nur wunderbar, gewissermaßen wie eine Heimkehr.

Judy Blume beschreibt in diesem Buch, wie zwei ganz unterschiedliche Mädchen Freundschaft schließen, gemeinsam die Teenagerzeit erleben und sich schließlich als Erwachsene beinahe aus den Augen verlieren. Es sind vor allem Alltagssachen, die diesen Roman ausmachen: familiäre Probleme, die erste Liebe, die ersten sexuellen Erfahrungen, College, Jobsuche, Trennungen, das Erwachsenwerden und als verbindendes Element zwei junge Frauen, die einander nie völlig loslassen können.
Ihre Beziehung zueinander ist nie ganz unproblematisch, hat immer zahlreiche Schattenseiten: Vix, die ihre Gefühle oft in sich einschließt und Caitlin, die manchmal egoistisch ist und ihre Gefühle scheinbar stets auslebt. Es gibt Momente, in denen die Freundschaft beinahe etwas zerstörerisches hat, aber oft sie sie auch tief und wahrhaftig. Als Leser blickt man dabei stets Vix über die Schulter und zwischendurch auch den anderen Figuren, aber niemals Caitlin. Sie bleibt gewissermaßen ein Mysterium, und irgendwann merkt man gemeinsam mit Vix, dass wohl niemand sie jemals wirklich verstanden hat.
"Sommerschwestern" ist daher zwar ein Buch über Freundschaft, aber es ist dennoch keine völlige Vertrautheit zwischen den beiden Mädchen. Es kommt immer wieder ein Punkt, an dem sie sich gegenseitig nicht verstehen und auch ein Punkt, an dem sie merken, dass sie sich doch gar nicht richtig kennen. Freunde und gleichzeitig Fremde - das macht die Beziehung der beiden unter anderem so faszinierend.

Aber es ist auch das ganze Rundherum, das ich liebe: die Sommer auf der Insel mit all den Dingen, die das Teenageralter ausmachen, Caitlins zusammengewürfelte Familie, die sozusagen Vix' Sommerfamilie wird und sie auch ihr ganzes weiteres Leben begleitet. Ich bin manchmal selbst ganz wehmütig beim Lesen geworden, wenn Vix oft nach Jahren wieder jemanden trifft und an bestimmte Erlebnisse ihrer Kindheit erinnert wird. Es ist fast als würde man selbst auf alte Bekannte treffen und daraufhin in Erinnerungen schwelgen.

Was ich bei Judy Blume grundsätzlich mag, das sind die realistisch wirkenden Beziehungen. Nicht nur Freundschaften, sondern auch Liebe, die nicht immer gleich die eine große, ewige Liebe ist. Bei ihr leben sich auch mal Figuren auseinander, erkennen, dass die Gefühle doch nicht für ein ganzes Leben ausreichen, erleben schmerzhafte Trennungen, um sich später erneut zu verlieben. Gerade angesichts der derzeitigen "es kann nur eine einzige wahre Liebe geben"-Tendenzen vor allem in der Jugendliteratur, haben Judy Blumes Schilderungen für mich etwas erfrischendes und zugleich bodenständiges.

Sprachlich ist "Sommerschwestern" sehr schlicht geschrieben, was aber gar nicht stört. Möglich, dass ich den Roman anders sehen würde, wenn ich ihn jetzt zum ersten Mal lesen würde, aber ich liebe ihn trotz mancher Schwächen einfach innig.
Es gibt nicht viele Bücher, die ich wieder und wieder und wieder lesen kann. "Sommerschwestern" ist eins davon und ich denke, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich es gelesen habe. Es war von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur wunderbar und ich finde nichts daran langweilig, nicht einmal beim zigsten Mal. Und das Ende schließlich hat mich erneut mit Tränen in den Augen und ein wenig aufgewühlt zurückgelassen. Es ist im Grunde ein perfektes Ende, aber eines, das auch ein bisschen wehtut. Auch deshalb, weil ich das Buch danach zuklappen und all die liebenswerten Figuren verlassen musste. Beruhigend zu wissen, dass ich ja jederzeit wieder von vorne beginnen kann.

Montag, 15. Oktober 2012

Im Strickfieber für einen guten Zweck

Schon im letzten Jahr habe ich eifrig kleine Wollmützen produziert für Das große Stricken, eine Aktion von Innocent und der Caritas für einen guten Zweck. Ich habe damals relativ spät begonnen und letztendlich diese Mützchen hier geschafft:

In diesem Jahr können die Mützchen zu einem späteren Zeitpunkt eingeschickt werden, und da ich bereits begonnen habe, denke ich, dass es dieses Mal mehr werden. Ich bin auf alle Fälle schon ganz eifrig dabei und ein so ein kleines Ding ist ja schnell gestrickt. Da ich oft mit dünnem Baumwollgarn (meist Schachenmayr Catania) knüpfe, habe ich sowieso Wolle in vielen Farben und von meiner Mutter habe ich außerdem noch Reste etwas dickerer Wolle bekommen. Ich muss also nicht extra Material kaufen, was natürlich praktisch ist.
Bisher habe ich mich mit ganz einfachen glatten Mützchen sozusagen warmgestrickt. Ab jetzt möchte ich dann auch wieder mit Farbwechseln und vielleicht auch mit einfachen Mustern arbeiten (ich habe bisher nur Socken und eben die Mützen gestrickt, daher kann ich außer glatt/verkehrt mit einem Nadelspiel eigentlich gar nichts).
Hier ein paar kleine Impressionen meiner bisherigen Strickwerkstatt:


Gleichzeitig bedeutet das, dass ich derzeit meine Freizeit nicht nur hauptsächlich zum Stricken, sondern auch zum Hörbuch-horchen nutze. Daher sollte ich mit "The Eye of the World" nun auch endlich einmal fertig werden und muss mir überlegen, welches Hörbuch ich mir als nächstes bei meinem Audible-Abo gönne. Denn auf meinem SuB tummeln sich zwar einige Bücher - aber kein einziges Hörbuch ...


Samstag, 13. Oktober 2012

Neyasha und die Literaturnobelpreisträger - eine Liste

Ich hatte die letzten Tage ziemlich Stress und nun ist gerade meine kleine Nichte bei mir zu Besuch, aber während sie schon schläft, sitz ich (putzmunter, ich ewige Nachteule) in der Küche und dachte mir, ich könnte mal wieder eine Bücherliste durchgehen.
Es handelt sich dabei nicht um meine eigene Idee, sondern ich wurde von Hermia inspiriert, die alle Literaturnobelpreisträger aufgelistet und markiert hat, welche sie schon gelesen hat oder zumindest noch lesen möchte. Das halte ich für eine grandiose Idee, die ich (als alter Listenfan) gleich mal nachmachen muss.

Übrigens muss ich ganz ehrlich zugeben, dass ich vom diesjährigen Preisträger Mo Yan noch nie etwas gehört habe. Das war in den letzten Jahren selten der Fall, auch wenn viele mir nur vage vom Namen her bekannt waren.
Ansonsten möchte ich nun gar nicht viele Worte über den Literaturnobelpreis an sich verlieren. Oft konnte ich die Entscheidung der schwedischen Akademie nachvollziehen, oft auch nicht; manche Preisträger hab ich gern gelesen, manche nicht. Er ist auf alle Fälle kein Grund, um in Ehrfurcht vor den Autoren zu erstarren und sich verpflichtet zu fühlen, ihre Bücher nun alle grandios zu finden. ;-)

So, und nun gehe ich auch mal die Liste durch. Ich markiere alle schon gelesenen Autoren fett - und befürchte fast, dass das nicht allzu viele sein werden.

2012 Mo Yan
2011 Tomas Tranströmer
2010 Mario Vargas Llosa
2009 Herta Müller (hab mal in ein Buch reingelesen, aber das war nicht mein Fall)
2008 Jean-Marie Gustave Le Clézio
2007 Doris Lessing (steht aber auf meiner "möchte ich unbedingt mal lesen"-Liste)
2006 Orhan Pamuk
2005 Harold Pinter
2004 Elfriede Jelinek
2003 J.M. Coetzee
2002 Imre Kertész
2001 V.S. Naipaul
2000 Gao Xingjian
1999 Günter Grass
1998 José Saramago
1997 Dario Fo
1996 Wislawa Szymborska
1995 Seamus Heaney
1994 Kenzaburo Oe
1993 Toni Morrison
1992 Derek Walcott
1991 Nadine Gordimer ("Ein Spiel der Natur" habe ich zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen)
1990 Octavio Paz
1989 Camilo José Cela
1988 Nagib Mahfus
1987 Joseph Brodsky
1986 Wole Soyinka
1985 Claude Simon
1984 Jaroslav Seifert
1983 William Golding
1982 Gabriel García Márquez
1981 Elias Canetti
1980 Czeslaw Milosz
1979 Odysseus Elytis
1978 Isaac B. Singer
1977 Vicente Aleixandre
1976 Saul Bellow
1975 Eugenio Montale
1974 Eyvind Johnson und Harry Martinson
1973 Patrick White
1972: Heinrich Böll
1971 Pablo Neruda
1970 Alexander Solschenizyn
1969 Samuel Beckett
1968 Yasunari Kawabata
1967 Miguel A. Asturias
1966 Samuel J. Agnon und Nelly Sachs
1965 Michail Scholochow
(1964 Jean-Paul Sartre)
1963 Giorgos Seferis
1962 John Steinbeck
1961 Ivo Andric
1960 Saint-John Perse
1959 Salvatore Quasimodo
1958 Boris Pasternak
1957 Albert Camus 1956 Juan Ramon Jiménez
1955 Halldór Laxness ("Die Islandglocke" möchte ich aber unbedingt noch lesen)
1954 Ernest Hemingway
1953 Winston Churchill
1952 François Mauriac
1951 Pär Lagerkvist
1950 Bertrand Russell
1949 William Faulkner
1948 T. S. Eliot
1947 André Gide ("Die Falschmünzer" befindet sich aber auf meinem SuB)
1946 Hermann Hesse
1945 Gabriela Mistral
1944 Johannes Vilhelm Jensen
1943 -
1942 -
1941 -
1940 -
1939 Frans Eemil Sillanpää
1938 Pearl S. Buck
1937 Roger Martin du Gard
1936 Eugene O'Neill
1935 -
1934 Luigi Pirandello
1933 Iwan Bunin
1932 John Galsworthy
1931 Erik Axel Karlfeldt
1930 Sinclair Lewis
1929 Thomas Mann
1928 Sigrid Undset (meine Mutter ist ein Fan von "Kristin Lavransdatter" und findet, ich soll das mal lesen)
1927 Henri Bergson
1926 Grazia Deledda
1925 George Bernhard Shaw
1924 Wladyslaw Reymont
1923 William Butler Yeats
1922 Jacinto Benavente
1921 Anatole France
1920 Knut Hamsun
1919 Carl Spitteler
1918 -
1917 Karl Gjellerup und Henrik Pontoppidan
1916 Verner von Heidenstam
1915 Romain Rolland
1914 -
1913 Rabindranath Tagore
1912 Gerhart Hauptmann
1911 Maurice Maeterlinck
1910 Paul Heyse
1909 Selma Lagerlöf (mit "Nils Holgerson" hab ich aber schon mal begonnen und ich möchte es unbedingt noch lesen)
1908 Rudolf Eucken
1907 Rudyard Kipling
1906 Giosuè Carducci
1905 Henryk Sienkiewicz
1904 Frédéric Mistral und José Echegaray
1903 Björnstjerne Björnson
1902 Theodor Mommsen
1901 René Sully Prudhomme 

23 nur? Tja, das ist ja eine noch magerere Ausbeute als ich gedacht hätte ... *hüstel*

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Die Sache mit den Serien

Gerade, wenn man viel phantastische Literatur liest, wird man mit einem Phänomen konfrontiert, das Fluch und Segen zugleich ist: Buchserien oder ganz allgemein gesagt: Romane, die auf mehrere Bände angelegt sind. Der Vorteil liegt natürlich klar auf der Hand: Es bleibt mehr Raum für Charakterentwicklung, für Weltenhintergründe und wirklich groß angelegte Spannungsbögen. Ich finde es meistens schön, wenn man länger als nur für ein Buch in eine fremde Welt eintauchen und die Figuren begleiten kann. Das gilt natürlich nicht nur für Fantasy, sondern für Serien jegliches Genres.
Wenn ich mehrere Bände einer Serie hintereinander gelesen habe, fällt es mir oft sogar schwer, mich wieder auf ein ganz anderes Buch einzulassen, weil ich lieber bei den vertrauten Figuren bleiben möchte anstatt mich wieder auf neue einzustellen. Ganz schlimm war das vor Jahren, als ich die damals acht deutschen Bände von "A Song of Ice and Fire" gelesen habe. Nach tausenden von Seiten Westeros verlassen und den liebgewonnen Figuren dort den Rücken kehren zu müssen, fand ich nicht nur wegen der Cliffhanger und der offenen Fragen schwierig. Damals konnte ich tagelang kein neues Buch beginnen, weil ich noch nicht bereit war, anderswo quasi wieder bei Null beginnen zu müssen.

Gleichzeitig ist gerade das auch ein Paradebeispiel für die Nachteile von mehrbändigen Serien: oft quälend lange Wartezeiten zwischen den Bänden, wenn eine Serie noch nicht abgeschlossen ist, Handlungsstränge, die zerfasern und den Zug verlieren, Bände, die das Niveau ihrer Vorgänger nicht halten können.
Was macht man, wenn man jahrelang auf einen weiteren Band gewartet hat und sich nun nicht mehr gut an die Ereignisse der bereits erschienen Bücher erinnern kann? Alles nochmal lesen, sich mit Zusammenfassungen abhelfen oder aber hoffen, dass man auch so irgendwie wieder den Anschluss findet?
Bei "Harry Potter" habe ich tatsächlich vorher immer alle Bände nocheinmal gelesen, was bedeutet, dass ich die ersten drei halb auswendig kenne, während ich den letzten bisher nur ein einziges Mal gelesen habe. Das schöne ist, dass man beim erneuten Lesen oft viele Kleinigkeiten entdeckt, die einem beim ersten Mal entgangen sind. Was ich jetzt bei meinem Reread von "A Song of Ice and Fire" alles an Aha-Erlebnissen hatte, war schon faszinierend. 
Zugleich kann es aber auch mühsam sein, tausende von Seiten ein weiteres Mal zu lesen und sich durch manche Stellen durchzuquälen, die man beim ersten Mal schon nicht so toll fand (was bei mir auf so einige Szenen im 5. und 6. Band von Harry Potter zutraf).

Und schließlich gibt es solche Serien, die man eigentlich ganz gern gelesen hat, die aber ganz aus dem Gedächtnis verschwinden, wenn erst einmal einige Zeit ins Land gezogen ist. Wenn keine Fragen bleiben, die einen noch lange darüber hinaus quälen, dann kann es für so eine Serie oft das persönliche Todesurteil sein, wenn die nachfolgenden Bände nicht schnell erscheinen.
So geht es mir derzeit mit Daniela Knors "Elbensang"-Trilogie. Die ersten beiden Bände habe ich direkt hintereinander gelesen, aber nun lässt der abschließende 3. Band auf sich warten und es gibt bisher auch noch keinen voraussichtlichen Erscheinungstermin. Und obwohl ich die ersten beiden Bände durchaus schön fand, habe ich in meinem Kopf die Trilogie nun fast schon abgehakt. Ich kann mich nicht mehr an Einzelheiten erinnern, ich habe im Kopf keine offenen Fragen, die ich unbedingt beantwortet haben möchte und bin jetzt auch nicht so sehr motiviert, die ersten Bände nochmal aus der Bücherei auszuleihen, um sie erneut lesen zu können.
Schade eigentlich, aber so ging es mir schon mit mancher Serie.

Daher also: Fluch und Segen. Man geht immer ein Risiko ein, wenn man sich auf eine noch nicht abgeschlossene Serie einlässt - das Risiko von langen Wartezeiten oder sogar, dass die Serie nie vollendet wird. Und selbst, wenn bereits alle Bände erschienen sind, kann es ja durchaus passieren, dass man den Anfang großartig fand, den Rest aber nicht mehr und daher das Interesse daran verliert. Dann bleibt nach einem tollen Auftakt nur ein schales Gefühl und der Wunsch, es hätte sich doch um einen abgeschlossenen Roman gehandelt.
Da gerade das Warten oft so mühsam sein kann, nehme ich mir immer wieder vor, keine unvollendeten Serien mehr zu beginnen. So juckt es mich schon sehr in den Fingern, Brandon Sandersons "Way of Kings" zu lesen, aber ich halte mich bisher noch eisern zurück. Hoffentlich werfe ich nicht irgendwann wieder all meine Vorsätze über Bord wie früher bereits einige Male (etwa bei "The Name of the Wind").

Und wie geht es euch mit Serien? Lest ihr sie gern oder mögt ihr nur abgeschlossene Einzelbände? Beginnt ihr unvollendete Serien oder wartet ihr lieber, bis alle Bände erschienen sind, ehe ihr überhaupt damit beginnt?
Habt ihr schon manchmal mitten in einer Serie das Interesse daran verloren und wenn ja, was macht ihr dann: Dennoch weiterlesen in der Hoffnung, dass es wieder besser wird? Abbrechen?

Sonntag, 7. Oktober 2012

Sonntagsgeplauder #38

Lesegeplauder

 Was für ein Wetter heute! Das ist wie geschaffen dafür, sich mit einem Tee unter die Decke zu verkriechen und in einem spannenden Buch zu schmökern.
Tatsächlich habe ich heute aber noch gar nichts gelesen, was aber nicht nur daran liegt, dass ich schon ganz brav an meiner Dissertation gearbeitet habe, sondern auch an meiner aktuellen Lektüre. "Fool on the Hill" habe ich ja bereits einmal abgebrochen und für später auf die Seite gelegt. Nun ist später und ich bin mit dem Roman inzwischen auch deutlich weiter als beim ersten Mal, aber leider kann ich auch auf Seite 150 nicht behaupten, dass mich der Roman schon großartig in seinen Bann gezogen hätte. Deshalb hatte ich heute auch noch nicht mal Lust weiterzulesen.
Vielleicht ist das der Punkt, an dem ich den Roman endgültig abbrechen sollte. Ich finde ihn einfach nur seltsam und abgefahren (leider nicht auf eine positive Weise) und überhaupt nicht lustig, auch wenn er das wohl sein soll. Worauf die ganzen getrennten Handlungsstränge irgendwann hinauslaufen sollen? Keine Ahnung. Mitfiebern mit den Figuren? Fehlanzeige.
Dabei hab ich mir das Buch vor einer Weile selbst zu Weihnachten gewünscht, und deshalb lese ich auch so hartnäckig noch immer weiter. Hätte ich es nur ausgeliehen, hätte ich schon längst aufgehört. %-)

Schreibgeplauder

Bald beginnt wieder der NaNo und ich überlege schon eine ganze Weile hin und her, ob ich dieses Jahr überhaupt mitmachen sollen. Einerseits kann ich mir einen November ohne Schreibmarathon schon gar nicht mehr vorstellen, andererseits gibt es in diesem Jahr zwei triftige Gründe, die dagegen sprechen:

1. Ich muss jetzt wirklich im Turbo an meiner Dissertation arbeiten. Die ist ja schon seit Monaten, ach, Jahren, nur Anlass zum Frust und ich hätte sie schon mehrmals am liebsten hingeschmissen, aber sie fertigzubekommen (und zwar möglichst schnell) ist wohl der einzige Weg, meinen kläglichen Lebenslauf noch irgendwie zu retten.

2. Ich wüsste auch gar nicht so recht, mit welchem Projekt ich teilnehmen sollte. Ich hab zwar schon seit langem meinen Cumea-Krimi im Hinterkopf, aber den müsste ich erst noch detailliert plotten, was ohnehin schon nicht meine Stärke ist. Aber einen Krimi kann man nun wirklich nicht einfach drauflosschreiben. Dann ist da noch eine vage, fantasylose Idee, die aber definitiv noch zu löchrig ist. Und schließlich bestünde noch die Möglichkeit, im NaNo den 2. Band meiner Göttersteine zu beginnen. Was natürlich voraussetzen würde, dass ich den 1. Band vorher noch zu Ende schreibe und ich mir über den groben Plot etwas klarer werde. 
Alle drei Möglichkeiten bringen ein Problem mit sich: Sie würden einen hohen Zeitaufwand nicht nur im November, sondern auch jetzt im Oktober bedeuten und das führt wiederum zu Punkt 1 ...

Vernünftigerweise sollte ich den NaNo also in diesem Jahr auslassen, auch wenn er für mich schon ein jährlicher Fixpunkt ist und eine Möglichkeit, endlich mal wieder mit dem Schreiben in die Gänge zu kommen. Mal davon abgesehen, dass ich neben Dissertation und Jobs auch irgendwie einen Ausgleich brauche. Aber es ist eben auch sehr viel Stress. Da wäre entspanntes Lesen wohl ein besserer Ausgleich ...

Suchbegriffe

Um von meinem NaNo-Gejammer wieder wegzukommen, gibt es als Abschluss heute mal wieder ein paar nette Suchbegriffe:

liebeskummer tipps
Hahaha, glaubt mir, niemand will von mir Tipps gegen Liebeskummer. Ich bin darin nämlich selbst ganz schlecht (bzw. gut, wenn es darum geht, ihn möglichst lange aufrecht zu halten *g*).

meine pfasen
wie meinen?

dunkle haare mit hellen augen
Äh, ja, soll vorkommen.

charaktername feuer 
Hm, der Charakter soll Feuer heißen? Der Name soll feurig sein? Oder die Namensliste ist in Flammen aufgegangen?

buchmesse in dresden 
Nein, Frankfurt oder Leipzig. Dresden ist aber auch ohne Buchmesse sehr schön.

schreibwalde
Ich hab auch schon im Wald geschrieben, ja. Kann mitunter sehr inspirierend sein.

Übrigens frag ich mich immer wieder, ob ich eigentlich der einzige Mensch auf der Welt bin, der selbst beim googlen Groß- und Kleinschreibung verwendet.

Samstag, 6. Oktober 2012

Kathryn Stockett - Gute Geister



Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten: 608 Seiten
Verlag: btb
ISBN: 978-3442752409
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen



Jackson, Mississippi, 1962: Während ihre Freundinnen alle glücklich verheiratet sind, fühlt Skeeter sich auf der elterlichen Baumwollfarm einsam und unverstanden. Ihre Mutter hat nur im Kopf die Tochter möglichst schnell unter die Haube zu bringen, ihr schwarzes Kindermädchen, bei dem sie stets Trost fand, ist verschwunden und anstatt ernstzunehmender Artikel darf sie für die lokale Zeitung lediglich die wöchentlichen Haushaltstipps schreiben. Als sie sich dafür Rat bei dem schwarzen Dienstmädchen Aibileen holt, fallen ihr immer mehr Dinge auf, die sie im Umgang zwischen weißen Arbeitgebern und schwarzen Dienstmädchen irritieren und missfallen. Und Skeeter weiß plötzlich, worüber sie wirklich schreiben will. Damit beginnt eine ungewöhnliche Zusammenarbeit, die sowohl für die schwarzen Dienstmädchen als auch für sie mehr als riskant ist.

Von der ersten Seite weg hat mich dieser Roman gefesselt und bewegt. Während ich Aibileen, Skeeter und Minny bei ihrem Leben in den Südstaaten der 60er Jahre beobachtet habe, durchlebte ich ein wahres Wechselbad der Gefühle. Kathryn Stockett schafft es, allen Figuren so viel Leben einzuhauchen, dass ich völlig in ihre Geschichten eingetaucht bin. Bis auf eine Widersacherin, bei der man die guten Eigenschaften schon mit der Lupe suchen muss, sind auch alle erfreulich vielschichtig gezeichnet.

Da man so nah an ihnen dran ist, ging mir der Roman stellenweise auch wirklich an die Nieren. Es macht wütend und betroffen, über die Rassentrennungsgesetze und den traurigen Alltag der schwarzen Dienstmädchen damals zu lesen. Auch die Angst, die die Frauen teilweise ausstehen und die Gefahr, der sie sich aussetzen, indem sie Skeeter mit ihrem Buch helfen, wird so deutlich greifbar, dass ich stellenweise so sehr um die Figuren gebangt habe, dass ich einerseits nicht mit dem Lesen aufhören konnte, andererseits aber vor Angst um sie kaum weiterlesen wollte.
Der Roman hat aber auch ganz andere Seiten. So gibt es zahlreiche humorvolle Szenen und warmherzige Momente, die mir das Herz aufgehen ließen. Wie ich schon schrieb: ein wahres Wechselbad der Gefühle.

Ich habe in der letzten Zeit nur wenige Romane gelesen, die mich auf der menschlichen Ebene so sehr berührt haben. Alle drei Frauen sind mir sehr ans Herz gewachsen, vor allem Aibileen mit ihrer Ruhe, ihrem Mut und ihrer Herzlichkeit. Aber auch die Nebenfiguren wissen zu überzeugen: Miss Celia, die einfach keinen Anschluss bei den anderen Frauen findet, Skeeters Mutter, die viel mehr Facetten zu bieten hat als man anfangs denkt, selbst Stuart, den ich zunächst gedanklich nur unter "snobistischer Trottel" eingeordnet habe.
Zur Lebendigkeit der Figuren trägt auch die Sprache bei, die der jeweiligen Perspektive angepasst wird und stets sehr authentisch klingt.

Das einzige, was mich gestört hat, war eine eher formale Sache: Oft beginnt Kathryn Stockett eine Szene an ihrem Ende und erzählt sie dann in einer Rückblende von Anfang an. Das funktioniert einige Male sehr gut, manchmal wirkte es aber auch sehr künstlich verschachtelt. Warum genau die Autorin so eine Erzählweise gewählt hat, konnte sich mir bei diesen Szenen meist nicht erschließen.

Davon abgesehen ist aber "Gute Geister" ein rundum gelungener Roman, den ich wirklich jeder/m nur wärmstens ans Herz legen kann. Er ist bewegend, aufwühlend, kritisch, humorvoll, emotional, fesselnd und noch so vieles mehr.
Noch ein Tipp: Nehmt euch Zeit, wenn ihr diesen Roman lest, denn es ist manchmal beinahe unmöglich, ihn zu unterbrechen. ;-)

Mittwoch, 3. Oktober 2012

[31 Tage - 31 Filme] Tag 7

Welchen Film hast du am häufigsten gesehen?

Ich habe nun eine ganze Weile keine der Filmfragen beantwortet, was vor allem daran liegt, dass mir die Antwort auf diese Frage so schwer fällt.
Vermutlich habe ich einen Kinderfilm am häufigsten gesehen - da ich als Kind die Ausdauer hatte, mir Filme, die ich wirklich mochte, wieder und wieder und wieder anzusehen. Wir hatten einige Filme auf Video, die ich damals wohl praktisch auswendig konnte: Bernard und Bianca, Asterix der Gallier, Die Hexe und der Zauberer, Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett, Cap und Capper, Der Grinch (der alte Zeichentrick natürlich), ...

Alles ganz wunderbare Filme, aber ich habe sie alle seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Deshalb habe ich überlegt, welchen Film ich in den letzten Jahren sehr häufig gesehen habe und bin bisher nicht so recht auf eine eindeutige Antwort gestoßen. Natürlich gibt es Filme, die ich bereits mehrmals gesehen habe und ich mir auch immer wieder ansehen könnte, aber es gibt keinen, der wirklich heraussticht. Und einige von denen, die ich schon oft gesehen habe, werden ohnehin noch bei späteren Fragen vorgestellt werden.

Letztendlich ist mir ein Film eingefallen, der mich meine Kindheit hindurch begleitet hat, den ich immer noch gern sehe und der auch in Verbindung mit dem Lesen einen ganz eigenen Platz bei mir einnimmt: Die unendliche Geschichte
Man kann darüber streiten, ob das eine gelungene Buchverfilmung ist, aber objektiv kann ich an diese Frage sowieso nicht herangehen, da mich bei diesem Film die nostalgischen Gefühle komplett überwältigen. Das war sogar der erste Film, bei dem ich mir wieder und wieder den Soundtrack angehört habe (damals noch auf Schallplatte!)
Die ersten Male habe ich ihn gemeinsam mit meiner älteren Schwester gesehen - und da eigentlich immer bis zu der Stelle, an der Artax in den Sümpfen versinkt. Da musste ich dann immer so sehr heulen, dass Schluss war. ;-) Aber später, so mit 9 oder 10 Jahren, habe ich ihn schließlich mehrmals als ganzes angeschaut und abgesehen davon, dass ich für Atréju geschwärmt habe, hat mich eine Sache besonders fasziniert: Die Vorstellung, man könnte in ein Buch hineintauchen. Mein sehnlichster Wunsch damals war (außer einem Pferd *g*) "Die unendliche Geschichte" lesen zu können und auf diese Weise selbst nach Phantásien zu reisen.
Meine Mutter meinte irgendwann mal ganz lapidar: "Das Buch haben wir doch eh zuhause." Und ich dachte doch tatsächlich, ich könnte nun selbst ebenso wie Bastian die Geschehnisse beeinflussen und nach Phantásien reisen. Was war das für eine Ernüchterung, als ich erkennen musste, dass es sich doch auch nur um einen "normalen" Roman handelte! Später habe ich den Roman dennoch lieben gelernt - und den Film sehe ich mir immer noch gern an.
Den (Film)wesen Phantásiens bin ich übrigens mit 12 oder 13 Jahren dann immerhin in den Bavaria Filmstudios begegnet. Sogar meinen Ritt auf Fuchur habe ich dort noch bekommen. ;-)