Dienstag, 31. Juli 2012

Überraschungspost

Als ich gestern Abend nach Hause gekommen bin, hat in meinem Briefkasten Post von Mila auf mich gewartet und zwar ein total süß gestaltetes Notizbuch:


Vielen Dank für dieses tolle Geschenk, das schon allein beim Anschauen gute Laune macht! :-)

Jetzt muss ich mir mal überlegen, wofür ich das verwenden werde. Da es kariert ist, könnte ich es eventuell als Knüpftagebuch verwenden. Ich führe nämlich ein solches für meine Knüpfereien, allerdings bisher nur in einem alten hässlichen Heftchen. Und dieses Buch hier könnte ich dann auch für selbst entworfene Vorlagen verwenden. Die erstelle ich oft auf dem Computer, manchmal aber auch von Hand und dafür brauche ich kariertes Papier.
Oder aber es wird mein derzeitiges Schreibnotizbuch ablösen, sobald das voll ist.
Einfach mal sehen, wie es sich ergibt. :-)

Sonntag, 29. Juli 2012

Sonntagsgeplauder #31

Was, schon wieder ist eine Woche rum? Das kann ja wohl nicht sein! Wo ist die Zeit nur hinverschwunden? Immerhin habe ich damit auch meinen monatlichen langen Sonntagsdienst überstanden, der war nämlich heute angesagt (weshalb ich für mein kleines Wochengeplauder mal wieder erst recht spät Zeit finde).

Lesegeplauder
Ich war ja so hoffnungsvoll, was "Schuld und Sühne" anging, war mir sicher, dass mir der Roman gefallen würde - und muss nun zugeben, dass ich einfach nur noch froh bin, wenn ich damit durch bin. Noch knapp 100 Seiten fehlen mir übrigens.
Mit "A Dance with Dragons" bin ich auch noch beschäftigt, aber ich befinde mich gerade ein wenig im Zwiespalt: Einerseits freue ich mich drauf, das Buch zu Ende zu lesen, damit ich dann einen netten Fangirl-Abend mit einer Freundin machen und dabei allerlei neue Theorien mit ihr diskutieren kann. Andererseits macht mich der Gedanke, dass ich ja bald mit dem Buch fertig sein könnte, hochgradig nervös, denn das bedeutet: Das jahrelange Warten geht in die nächste Runde. Und da bedeutet weiterhin: Rätselraten wegen all der offenen Fragen (die es bestimmt geben wird), Suche nach Hinweisen auf Antworten, Mordgelüste Martin gegenüber (weil er nicht schneller schreibt - wobei natürlich ein Mord der Sache auch nicht dienlich wäre), das Entwickeln abstruser Theorien und warten, warten, warten ...

Challengegeplauder
Dass "A Dance with Dragons" so ein Wälzer ist, führt natürlich schon wieder zu dem Problem, dass ich für die English Challenge wohl erneut ein Strafbuch lesen muss. Das wird allmählich ein wenig mühsam, da ich ja - rein in Seiten betrachtet - im Juli schon wieder locker zwei englische Bücher gelesen habe. Aber es hilft nix - das Buch muss auch beendet werden und das werde ich bis Mittwoch nicht mehr ganz schaffen (aber vielleicht ja doch, wer weiß).
Davon abgesehen darf ich auf die 2. Chance-Challenge nicht vergessen. Ich habe ja noch ein Weilchen Zeit, aber mir fehlen immerhin noch drei Bücher, da sollte ich also mal wieder eins lesen.

7 Days 7 Books
Was würde sich besser eignen zum Aufholen beim Challenges und Abbauen des SuBs? Richtig, die tolle Aktion von Books for all Eternity und Crazy for Books, die von 6. bis 12. August erneut stattfinden wird.  Beim letzten Mal hatte ich mich ja über eine (an Diensten) ruhige Woche gefreut, die dann letztendlich alles andere als ruhig war und mir viel zu wenig Zeit zum Lesen gelassen hat. Mal sehen, wie es dieses Mal wird. Irgendwann in der Woche ist wohl eine Familienfeier angesagt, was sich nicht gut mit Lesen in Einklang bringen lässt, aber mal sehen, wie es dieses Mal wird.
Ich überlege schon, welche Bücher ich da gern lesen würde (hurra, endlich wieder eine Gelegenheit, um mir eine kleine Liste zu erstellen!) und freue mich sehr auf die nächste Woche. :-)

Freitag, 27. Juli 2012

Kate Atkinson - Ein Sommernachtsspiel


Genre: Gegenwartsliteratur
Seiten: 379
Verlag: Diana
ISBN: 978-3453152533
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Themen-Challenge (Familie)


Die Geschichte der Familie Fairfax steht unter keinem guten Stern: Vor über 300 Jahren verschwand die erste Lady Fairfax spurlos und bald darauf brannte das Herrenhaus bis auf die Grundmauern nieder. In der Mitte des 20. Jahrhunderts verschwand die Mutter von Charles und Isobel Fairfax ebenfalls spurlos. Als 16jährige erzählt Isobel nun die Geschichte ihrer Familie, ihre eigene Geschichte und eine Geschichte von Traum, Schein und Wirklichkeit.

Gemeinsam mit Isobel springt Atkinson in ihrem Roman durch die Zeiten - von der fernen Vergangenheit in die Gegenwart, zurück in die Zeit, als Isobels Mutter verschwand und schließlich bis in die Zukunft. Und gemeinsam mit Isobel verliert man sich beim Lesen manchmal zwischen Zeiten und auch zwischen Trug und Wirklichkeit. Isobels Perspektive ist eine Perspektive der überbordenden Fantasie, bis ich irgendwann das Gefühl hatte, verloren im dunkeln Wald zu stehen. Aber an diesem Punkt holte Atkinson mich wieder ab und überraschte mich mit einer Wendung, die mich noch einmal etliche Seiten zurückblättern ließ, wo ich einen kleinen Aha-Moment erlebte.

Isobels Reise durch die Zeiten und die Geschichte ihrer Familie beschreibt Atkinson in einer ganz einzigartigen Sprache. Ungewöhnliche Vergleiche, präzise Formulierungen und das Spiel mit Worten machen den Roman allein sprachlich bereits zu einem Erlebnis. Einige Male musste ich auch über Isobels Sarkasmus schmunzeln - und einmal ließ mich das Buch sogar mitten in der Straßenbahn laut loskichern:
Was für ein Stuß, wie Mrs. Baxter sagen würde, aber was kann man von einer Frau erwarten, die zusammen mit ihrem Pudel nur über eine einzige Gehirnzelle verfügt, die sie abwechselnd benutzen? Wer heute an der Reihe ist, kann man nur raten. (S. 154)

Debbie, die Dame mit der einen Gehirnzelle und Isobels Stiefmutter, ist nur eine von vielen skurrilen Gestalten, die sich rund um Isobel in dem Roman tummeln. Die griesgrämige Tante Vinny, die strebsame Eustace, der lüsterne Untermieter Mr. Rice, Isobels stille Freundin Audrey ... rund um sie entfalten sich Tragödien, Komödien und seltsame Begebenheiten.

"Ein Sommernachtsspiel" ist ein durch und durch faszinierendes, aber nicht immer leicht zugängliches Buch. Ich hatte ab und zu etwas längere Lesepausen zwischendurch und hatte dann oft Probleme, wieder hineinzufinden. Und zwischendurch wurde mir die Handlung doch etwas zu abgedreht (trotz der stimmigen Auflösung am Ende).
Dennoch ein empfehlenswerter Roman, den man aber mit einiger Konzentration lesen sollte.

Dienstag, 24. Juli 2012

Ich lese gerade: A Dance with Dragons

Ich habe die Seite 500 überschritten - Zeit für einen kleinen Zwischenbericht. Achtung, das wird ein (sehr) langer Beitrag, der zwar keine expliziten Spoiler, aber natürlich schon so einige Informationen zu dem Band enthält. Wer also das Buch noch nicht gelesen hat und nicht einmal wissen will, welche Figuren darin die Perspektive haben, sollte jetzt nicht weiterlesen.

Dafür, dass ich jahrelang auf "A Dance with Dragons" gewartet hatte und während meines gesamten Rereads der ersten 4 Bände hibbelig war, weil ich mich doch eigentlich schon auf den 5. stürzen wollte, gestaltete sich dann der Einstieg unerwartet mühsam. Auch, als nach dem Prolog die vertrauten Figuren auftauchten, fand ich mich nicht so recht ins Buch ein. Mal von Bran abgesehen, hatte ich keine Lust, etwas vom Norden oder Daenerys zu lesen, während ich doch darauf brannte zu erfahren, wie es rund um King's Landing weitergeht. Oder anders gesagt: Ich hatte keine Lust, in der Zeit zurückzuspringen, also in die Zeit vor "A Feast for Crows". Die Aufteilung der Handlungsstränge auf zwei Bücher halte ich nämlich für eine extrem schlechte Idee, aber dazu später mehr in der Rezension.
Besonders schlimm war das bei Jon, wo die ersten zwei Kapitel fast nur das erneut erzählen, was wir im 4. Band schon aus der Sicht von Sam erlebt hatten ... 
Das Ende von Jons 2. Kapitel allerdings: Wow! Das war grandios und von da an ging es aufwärts. Seither habe ich wieder das typische "Ice and Fire"-Gefühl: Ich will die ganze Zeit weiterlesen, brenne darauf, gewisse Ereignisse und Theorien mit anderen zu diskutieren und bin (von ein paar Ausnahmen abgesehen) ganz in Westeros eingetaucht.

Überhaupt macht Jon bisher eine tolle Entwicklung in dem Buch durch. Manche Entscheidungen, die er trifft, sind vielleicht nicht die klügsten und werden ihm auch etliche Feinde bescheren, aber zumindest trifft er klare Entscheidungen, zeigt sich äußerst entschlossen und deutlich erwachsener als bisher.
Dass er Ned immer ähnlicher wird, gibt allerdings Anlass zur Sorge, denn wir wissen ja, dass ehrenhaften Menschen in Westeros eher kein langes Leben beschert wird ...
Fern im Osten hockt leider das genaue Gegenteil. Danys Kapitel sind bisher diejenigen, bei denen ich mir immer denke "nicht sie schon wieder" und die mich oft für längere Zeit pausieren lassen. Ich habe das Gefühl, dass ihr Handlungsstrang komplett stagniert und am schlimmsten: Dany selbst stagniert. Ich finde sie bisher in ADWD wirklich unerträglich. Sie trifft völlig schwachsinnige Entscheidungen, verursacht nur Chaos und Elend und ist das beste Beispiel dafür, dass gute Absichten nicht gerade zu einem guten Ergebnis führen müssen. Wie schön für die ehemaligen Sklaven, dass sie jetzt als freie Menschen elendiglich zugrunde gehen können. Bestimmt eine großartige Verbesserung ihrer Situation! Natürlich war der Gedanke dahinter ein guter, aber Dany hat die Folgen ihrer Handlungen überhaupt nicht bedacht und nun wird sie davon überrannt.
Zu der Sache mit den Drachen oder ihrem kindischen Daario-Geschmachte sag ich lieber mal gar nichts ...

Fürchterlich und gleichzeitig genial sind dagegen die Theon-Kapitel. Es überrascht mich selbst, aber das ist bislang meine liebste Perspektive in ADWD. Was für großartig geschriebene Kapitel! Und was für ein kranker, abstoßender Psychopath Ramsay doch ist. Wieder einmal eine Figur, der man sehnlichst den Tod wünscht.
Und auch den Handlungsstrang von Davos fand ich hier bislang sehr interessant. 

Mein bisheriger Liebling Tyrion ist in ADWD allerdings nicht so spannend wie zu den Zeiten, als er noch in King's Landing das game of thrones ziemlich gut gespielt hat. Nach den Ereignissen im 3. Band scheint er nicht mehr ganz er selbst zu sein und stellenweise ziehen sich seine Kapitel, auch wenn sie umgekehrt dann wieder richtige Höhepunkte zu bieten haben.
Aber das trifft eigentlich für die gesamte Handlung im Osten zu, finde ich: Manches ist sehr spannend, vor allem auch manche Landstriche, aber manchmal ist es mir zu sehr "Sightseeing", eine zu große Fülle an allen möglichen Hintergrundinformationen und eine gewisse Genervtheit: Die Situation in Westeros ist doch schon verwickelt und kompliziert genug, muss das jetzt sein, dass wir auch noch in Essos rivalisierende Städte, Kriegswirren und Chaos serviert bekommen? Die Serie ist doch auch schon mit Konzentration auf Westeros verworren und episch genug.

Ich habe daher die Befürchtung, dass die Handlung in manchen Punkten noch weiter auf der Stelle treten wird und die Figuren beinahe bis zum Ende des Buches damit beschäftigt sind, in die richtige Ausgangsposition für tatsächlich große Ereignisse zu kommen. 
Und es scheint nicht, als würde der 5. Band ein zweites "Storm of Swords" (der bisher beste Band der Reihe, wie ich finde) werden, dafür habe ich bisher schon zu viele Kritikpunkte im Kopf. Umgekehrt gibt es aber auch immer wieder grandiose Szenen und das übliche Rätselraten, das für mich schon immer eins der schönsten Dinge an der Reihe war. Gerade Kleinigkeiten führen dann zu einem großen "oh" (z.B. Manderlys Pie). 
Tja, und dann gibt es noch diese eine Sache, die ich schon die ganze Zeit geahnt und gefürchtet habe. Martin hat nämlich in ADWD einen Plottwist, den ich auf eine ganz ähnliche Weise in meinen Göttersteinen habe (schon seit Jahren übrigens). Gut, mir war schon bewusst, dass ich da jetzt auch nicht gerade innovativ war, aber ich fand, dass ich da mit einem alten Klischee mal etwas origineller umgegangen bin - und nun sieht es so aus, als würde sich das bei Martin in eine ganz ähnliche Richtung entwickeln. Das gefällt mir natürlich ganz und gar nicht.

Alles in allem bin ich sehr gespannt, was nun im weiteren Buch noch passieren wird. Ich freue mich vor allem auf den Punkt, an dem einige Perspektiven aus dem 4. Band wieder aufgenommen werden. ADWD lässt mich bislang nicht unbedingt sprachlos vor Begeisterung zurück, aber es ist definitiv lesenswert und bleibt das hoffentlich auch bis zum Schluss.

Sonntag, 22. Juli 2012

Sonntagsgeplauder #30

Schreibgeplauder
Ich überarbeite derzeit einzelne Szenen von den Göttersteinen und erstelle eine Liste von Dingen, die alle noch geändert werden müssen (und das ist VIEL). Mir fehlen ja auch immer noch die letzten 2-3 Kapitel, aber die wollen einfach nicht, und deshalb arbeite ich eben jetzt an älteren Szenen, bis ich eine Lösung für das Ende gefunden habe.

Lesegeplauder
Ich bin noch mit "A Dance with Dragons" beschäftigt und werde wohl auch noch eine Weile an dem Buch sitzen, da es wirklich sehr lang ist und ich auf Englisch ja nicht unbedingt schnell lese. Nach kleinen Startschwierigkeiten bin ich aber jetzt sehr gut drinnen und vollkommen gepackt. Ich freu mich aber schon drauf, wenn ich damit durch bin und endlich mit anderen darüber diskutieren kann, ohne Angst vor Spoiler zu haben. Es gibt nämlich schon so einige Punkte, die Anlass zu Diskussionen und Spekulationen bieten, aber da ich mir letzte Woche völlig unabsichtlich einen fetten Spoiler eingefangen habe, halte ich mich jetzt tunlichst von allem fern, wo etwas über das Buch steht. Tja, hätte ich mal mit dem Reread früher begonnen und "A Dance with Dragons" gleich nach dem Erscheinen gelesen, wäre die Spoilergefahr jetzt auch nicht so groß.
Daneben bin ich noch mit "Schuld und Sühne" beschäftigt, das eher so mein Nebenbei-Buch ist, da ich es ehrlich gesagt immer nur in kleinen Dosen ertrage - nein, so schlimm ist es nicht, aber ich finde die endlos langen Dialoge etwas ermüdend.
Außerdem habe ich mich auch noch auf "Ein Sommernachtsspiel" gestürzt, das schon schier ewig auf meinem SuB liegt.

Bloggeplauder
Es tut mir Leid, dass es hier wieder eher ruhig ist. Einerseits hab ich halt jetzt wieder weniger Zeit, da mein Urlaub vorbei ist und andererseits gibt es auch nicht so viel zu schreiben, wenn ich so lange kein Buch beende. ;-) Wobei ich ja noch zwei Rezensionen ausstehen habe und zwar zu "Die Feengabe" von Barbara Schinko und "Die Bienenkönigin" von Thomas Burnett Swann.
Apropos Rezensionen: Ich habe jetzt eine eigene Liste für Kurzrezensionen erstellt (am Anfang der normalen Liste verlinkt), da mir die bisherige Rezensionsliste schon etwas zu unübersichtlich wurde und die Kurzrezensionen ja doch deutlich knapper gehalten sind als meine "normalen". Wer so etwas nicht mag, kann die also komplett übergehen. 
Oder haltet ihr die Teilung für eine schlechte Idee?

Dienstag, 17. Juli 2012

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 26. Frage

Nun zur Kunst! Zeichnest du deine Figuren? Zeichnen andere sie? Nimm eine deiner eigenen Figuren und zeig uns dein Lieblingsbild von ihr!

Ja, ich zeichne meine Figuren. Sie einigermaßen so aufs Papier zu bringen, wie ich sie mir vorstelle, war für mich sogar der Hauptantrieb, um das Zeichnen von Gesichtern zu üben. Leider habe ich jetzt schon seit einer ganzen Weile nichts mehr gezeichnet, aber ich habe noch so einige Figuren auf der Liste, die auf ihr Porträt warten ...
Ich habe beim Porträtieren meiner Figuren schon mit allerlei unterschiedlichen Materialen experimentiert: Öl, Bleistift, Buntstift, digital, ...
Es ist auch ganz unterschiedlich, wann ich eine Figur zu Papier bringe. Manchmal steht sogar die Zeichnung ganz am Anfang der Charaktererschaffung - und in dem Fall kann es dann auch sein, dass die Zeichnung sogar wesentlich beeinflusst, in welche Richtung sich die Figur entwickelt. Manche habe ich während des Schreibens gezeichnet, manche erst nach Beendigung des Romans.
Das schwierigste sind immer Figuren, die schon sehr lange in meinem Kopf präsent sind. Von Vendalar etwa habe ich eine ganze Reihe von Bildern gezeichnet - bis ich schließlich doch mit einem zufrieden war.

Ich zeige euch jetzt einfach mal einige meiner Bilder:


Hier seht ihr von links nach rechts Bergund, ihre Schwester Ramhild und Giser Welltan, den königlichen Berater (alle drei aus den Göttersteinen).


Als nächstes habt ihr hier Carina, meine Ich-Erzählerin aus "Die geraubte Seele", dann eine Nebenfigur aus den Frostpfaden und Vendalar.


Und schließlich sind hier noch die drei Figuren aus "Bühnenzauber", die ich bereits gezeichnet habe: Gabran, seine Schwester Herun und Andalind.

Mein Liebling unter diesen Bildern ist das von Herun. Das ist einfach wirklich sie, und ich finde, dass auch viel von ihrem Charakter in diesem Bild steckt. Das ist ja die eigentliche Schwierigkeit: eine Figur nicht nur rein von der Optik her passend in einem Bild einzufangen, sondern auch ihre Persönlichkeit in die Zeichnung zu legen. Wenn bei einem Bild alle beiden Komponenten stimmen (und das Bild auch rein handwerklich einigermaßen okay ist), dann erst kann ich soweit damit zufrieden sein, dass ich die Figur in meinem Kopf "abhaken" kann. Bis dahin probiere und probiere ich und verzweifle mitunter schon mal daran - so habe ich ausgerechnet Riava, meine absolute Lieblingsfigur, immer noch nicht passend zu Papier gebracht. Aber irgendwann wird es hoffentlich klappen.

Samstag, 14. Juli 2012

Félix J. Palma - Die Landkarte der Zeit


Genre: Science Fiction, Phantastik
Verlag: Argon
ISBN: 978-3839810576
Dauer: 10 h 39 min (gekürzte Lesung)
gelesen von: Andreas Fröhlich
meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen



London Ende des 19. Jh.s: Andrew möchte in die Vergangenheit reisen, um seine Geliebte vor Jack the Ripper zu retten. Claire möchte in die Zukunft reisen, um den Zwängen ihrer Zeit zu entfliehen. Inspektor Garrett untersucht Morde, die mit einer Waffe verübt wurden, die es noch nicht gibt. Alle diese Handlungsstränge laufen zusammen bei "Zeitreisen Murray", das einen Blick ins London des Jahres 2000 verspricht - und bei H. G. Wells, dessen Roman "Die Zeitmaschine" vor kurzem erschienen ist. 

Es ist schwer, diesen Roman zu beschreiben ohne zu viel zu verraten. Das besondere daran ist, dass vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. In einigen Rezensionen habe ich den Vorwurf gelesen, der Autor hielte einen wohl für dumm, da man vieles früher durchschaue als die Figuren. Aber gerade das ist so reizvoll an dem Roman. Dass man manches bereits früh ahnt und dann im Wissen den Figuren voraus ist, ist zweifellos bewusst so gestaltet und macht einen großen Teil des Lesevergnügens aus.
Eine weitere Besonderheit ist die Erzählperspektive, da man es hier mit einem auktorialen Erzähler zu tun hat, der oft die Leser direkt anspricht, Handlungen der Figuren kommentiert und Verknüpfungen herstellt. Ich finde, dass diese Perspektive perfekt zu dem Roman passt, zumal der ironische Unterton dadurch noch verstärkt wird. Das führt dazu, dass man auch die Figuren eher aus der Distanz betrachtet - und weniger in sie eintaucht als sie vielmehr mit einer gewissen Belustigung beobachtet.
Der Roman ist also auf mehreren Ebenen vor allem ironisch und nimmt sich selbst nur selten ernst. Er bezieht sich augenzwinkernd auf frühe Werke der Science Fiction und nimmt diese ebenso wie die Thematik der Zeitreise auf die Schippe.

So gut mir "Die Landkarte der Zeit" auch gefallen hat, es gibt doch ein paar Kritikpunkte:
Zum Einen hätte ich mir bei den beiden Liebesgeschichten, die der Roman enthält, mehr Sarkasmus und ein Brechen mit den Erwartungen gewünscht. Sie sind etwas kitschig überzeichnet, stellenweise aber doch so ernsthaft und rosarot romantisch dargestellt, dass sie teilweise wie ein Fremdkörper in dem sonst so leichten Erzählton wirken.
Es gibt stellenweise die eine oder andere Länge, vor allem im 3. Teil, als etwas in aller Ausführlichkeit erklärt wird, das man sich als Leser so bereits längst zusammengereimt hat. Palma verpackt das in eine Erklärung an eine Figur, die das noch nicht in dieser Ausführlichkeit weiß, aber dennoch zieht sich diese Stelle beinahe endlos. 
Und schließlich gab es zum Ende hin einen Wendepunkt, der mir gar nicht gefallen hat. Das ist nun wirklich reine Geschmacksache, aber ich war an diesem Punkt sehr enttäuscht und hätte mir gewünscht, dass der Autor auf diese zusätzliche Ebene verzichtet hätte. Allerdings werden dadurch noch weitere Verknüpfungen zwischen den Handlungssträngen hergestellt und die letzten losen Fäden verbunden, wodurch diese Ebene sich gut einfügt. Und das Ende an sich hat mir dann doch wieder sehr gut gefallen.

"Die Landkarte der Zeit" ist ein origineller Roman, der einige Überraschungen zu bieten hat und in dem vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Sprachlich liest er sich ausgesprochen gut und wenn man von ein paar kleinen Schönheitsfehlern absieht, hatte ich einen ungemeinen Spaß mit diesem ungewöhnlichen Werk.
Zur Hörbuchfassung ist noch zu sagen, dass es wirklich ein Genuss ist, der Lesung von Andreas Fröhlich zu lauschen. Ich hatte nie das Gefühl, als wäre irgendwo stark gekürzt worden oder als würden mir irgendwelche Feinheiten der Handlung fehlen. Daher kann ich das Hörbuch hier trotz der gekürzten Fassung uneingeschränkt empfehlen.

Noch eine Information am Rande: Offensichtlich handelt es sich bei dem Roman um den 1. Teil einer locker verknüpften Trilogie, deren 2. Teil "Die Landkarte des Himmels" im Herbst 2012 erscheinen wird. Darin werden das All und eine Invasion der Marsmenschen thematisiert (womit Palma sich einem weiteren beliebten Motiv der Science Fiction-Literatur annimmt). "Die Landkarte der Zeit" ist aber völlig in sich geschlossen und lässt auch keine offenen Fäden zurück.

Donnerstag, 12. Juli 2012

"A Dance with Dragons" auf Deutsch mit den altvertrauten Namen

Seit ich etwas über die deutsche Übersetzung von "A Song of Ice and Fire" geschrieben habe, bekomme ich hier unzählige Suchanfragen zur alten Übersetzung und auch in den Kommentaren direkt wollten einige wissen, ob es "A Dance with Dragons" irgendwo noch in der alten Übersetzung gibt.

Da das so viele beschäftigt, möchte ich mich dazu jetzt nochmal äußern: Gedruckt in Buchform gibt es die deutschen Bände 9+10 nur noch in der neuen Übersetzung. Für alle, die die früheren Bände noch in der alten Übersetzung gelesen haben, ist das natürlich eine große Umstellung (ich bin lieber gleich ganz auf Englisch umgestiegen) und zwar ganz unabhängig davon, ob man die neuen Namen nun für gelungen hält oder nicht.

Daher eine gute Nachricht für alle, die daran verzweifeln: Die Hörbücher von audible verwenden weiterhin die alten Namen! Also weiterhin Jon Snow, King's Landing, Littlefinger, etc.
Aus Interesse habe ich mal in die Hörbücher hineingehorcht und sie sind sehr gut von Reiner Kuhnert gesprochen, allerdings ist die Aussprache der Namen teils recht gewöhnungsbedürftig. Als Ausgleich zu den alten Namen bekommt man also Da-enerys (jawohl, a-e getrennt gesprochen) und Dorne mit hörbarem e am Ende, wobei natürlich bei vielen Namen die Aussprache vor der Fernsehserie reine Ermessenssache war. Ich habe da schon alle möglichen unterschiedlichen Versionen eines Namens von verschiedenen Lesern gehört - und auch bei den englischen Hörbüchern sind manche Namen äußerst kreativ ausgesprochen. ;-)

Wer also prinzipiell gern Hörbücher mag und händeringend nach Greyjoys und Oldtown sucht, wird hier fündig. Da die Hörbücher ungekürzt und dementsprechend lange sind (insgesamt werden es über 50 Stunden für "A Dance with Dragons" sein), sind sie auf Portionen von jeweils etwa 13-14 Stunden unterteilt: Teil 17-20 (bis jetzt gibt es erst 17+18) entsprechen somit dann dem englischen 5. Band.   

Mittwoch, 11. Juli 2012

Krimis im Ohr

In letzter Zeit habe ich so einige Krimis als Hörbücher gehorcht, oder besser gesagt: In diesem Jahr, denn bei einigen ist es schon länger her, dass ich sie gehört habe. Daher werden das jetzt auch nur kurze Lesemeinungen.

Abgesehen von Der Mahlstrom von Frode Granhus bin ich also wieder eher zu Krimiklassikern zurückgekehrt, aber nicht deshalb, weil mir der Roman von Granhus nicht gefallen hätte. Ganz im Gegenteil: Das war einer der besten Krimis, den ich in letzter Zeit so erwischt habe. Es geht dabei um zwei zunächst unabhängig voneinander verlaufende Mord- bzw. Verbrechensserien in Norwegen, die schließlich miteinander verknüpft werden. Besonders gut haben mir dabei die Ermittler gefallen, die recht interessante Persönlichkeiten abseits des üblichen knurrig-einsamen Inspektor-Klischees sind und mit ihren ganz speziellen familiären Problemen zu kämpfen haben. Leider ist mir die Verknüfung zwischen den Fällen gar zu vage gewesen und die tatsächliche Auflösung dann doch etwas zu abstrus. Insgesamt aber ein sehr spannender Krimi, dessen Autor ich mir für die Zukunft merken werde.
ungekürzte Lesung von Achim Buch; 4 von 5 Sternchen

Danach habe ich mich mit Alter schützt vor Scharfsinn nicht von Agatha Christie wieder einem beschaulichen Krimi zugewandt, wo man keine aufsehenerregenden Grausamkeiten wie bei Granhus findet. Das mag ich ja auch sehr an Agatha Christie, aber dieser Krimi hat mich nun gar nicht von den Socken gerissen. Ich bin ja grundsätzlich nicht so der große Fan von Tom und Tuppence, aber hier sind sie für mich wirklich auf dem Tiefpunkt angekommen.
Der Fall klingt zunächst ganz spannend, da sie durch Markierungen in einem Buch auf einen lange zurückliegenden Mordfall stoßen. Allerdings entwickelt sich daraus eine äußerst unübersichtlich-verworrene Geschichte, die sich auch nur dadurch aufklären lässt, dass sich alle möglichen Leute plötzlich in aller Deutlichkeit an lange zurückliegende Ereignisse erinnern. Zwischen diesen Erzählungen stolpern Tom und Tuppence eher ziellos herum, tragen wenig eigene Ermittlungsarbeit bei und bemühen sich in erster Linie, den Lesern auf die Nerven zu gehen.
Nein, das war nicht so ganz das Wahre (wie auch schon "Lauter reizende alte Damen" nicht) - ich muss wohl mal wieder zu einem anständigen Poirot greifen, um nicht noch vollends an Agatha Christie zu zweifeln.
gekürzte Lesung von Peter Kaempfe; 2 von 5 Sternchen

Weiter ging es mit einer Kurzgeschichte, die es gratis auf audible gab und zwar Das Ritual der Familie Musgrave von Arthur Conan Doyle. Ich habe ja Sherlock Holmes erst sehr spät kennengelernt und zwar zu Beginn dieses Jahres mit The Hound of the Baskervilles. Wie der Baskerville-Fall hat mir auch jener der Familie Musgrave sehr gut gefallen. Die Besonderheit daran ist, dass dieser sich bereits vor längerer Zeit zugetragen hat und Watson von Holmes als ein Fall erzählt wird, der sich nie gänzlich aufgeklärt hat.
Trotz seiner Kürze entfaltet sich hier eine sehr spannende Geschichte, bei der mir nur ein Logikfehler aufgefallen ist, bei dem ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, ob es tatsächlich einer ist oder einer kurzen Unaufmerksamkeit von mir geschuldet ist. Vielleicht werde ich mir das kurze Hörbuch irgendwann noch einmal anhören, um dem auf den Grund zu gehen.
Ansonsten ein sehr schöner Kurzkrimi, der gut die Eigenheiten von Holmes zeigt und mir Lust auf mehr gemacht hat.
ungekürzte Lesung von Wolfgang Gerber; 4 von 5 Sternchen

Schließlich habe ich mich mit Der Tote in der Badewanne von Dorothy L. Sayers auf meinen ersten Wimsey-Krimi gestürzt. Ich muss gestehen, dass ich damit einige Startschwierigkeiten hatte. Lord Peter Wimsey wurde für mich zunächst gar nicht greifbar und ich fühlte mich in Figuren hineingestoßen, die ich offensichtlich schon länger kennen sollte. Umso erstaunter war ich, als ich feststellte, dass es sich dabei sogar um den ersten Wimsey-Roman handelt. Meine Probleme mit den Figuren lagen also nicht daran, dass ich mittendrin in eine Krimireihe eingestiegen war.
Im Laufe des Romans fand ich mich dann aber doch ganz gut in Lord Peters Umfeld ein und bin nun durchaus neugierig darauf, mehr von ihm zu erfahren. Der Fall selbst - Mr. Tipps findet einen nackten Toten in seiner Badewanne, der einem eben verschwundenen Börsenmakler ähnelt - ist sowieso großartig und erst die Auflösung! Originell, aber dennoch stimmig und nachvollziehbar; ab einem bestimmten Punkt zwar zu erahnen und doch überraschend.
Schade, dass ich anfangs so gar nicht in den Roman hineinfinden wollte (hätte ihn beinahe abgebrochen), denn ansonsten hat mir der Krimi mit seinen interessanten Figuren sehr gut gefallen.
ungekürzte Lesung von Christian Brückner; 3,5 von 5 Sternchen

Sonntag, 8. Juli 2012

Sonntagsgeplauder #29

Schreibgeplauder
Okay, es ist nicht die Welt, aber ich habe eine Szene in den Göttersteinen, die ich wirklich verflixt schwierig fand, überarbeitet und ein paar Leute lesen lassen. Und sie ist gut angekommen - uff, ich bin erleichtert, denn ich selbst war schon sehr betriebsblind.
Aber offensichtlich mach ich mir meist unnötige Sorgen um "extreme" Szenen. Die funktionieren eigentlich meistens ziemlich gut, da ich meinen Figuren gerne in Abgründe und Extremsituationen hinein folge. Ich denke, die Probleme liegen eher bei Übergangsszenen und ähnlichen unspektakulären Szenen.
Was ich leider immer noch nicht schreiben kann, das ist ein Ende unter die Göttersteine. Ich bin da gerade mehr am Überarbeiten und Umschreiben.

Lesegeplauder
Diese Woche bin ich so richtig schön zum Lesen gekommen, vor allem am Mittwoch im Garten meiner Familie, wo es sich natürlich viel schöner und angenehmer liest als in meiner stickigen Wohnung in Wien. Dort habe ich auch Son of Venice ausgelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Ich wünschte wirklich, ich wäre mit dem Buch noch nicht durch.
Es mangelt mir allerdings nicht gerade an weiterem Lesestoff und ich lese auch schon wieder viel zu viel parallel. "Schuld und Sühne" habe ich auf meinem Reader (und ich finde es ehrlich gesagt etwas zäh), "A Dance with Dragons" ist mein Nachttischbuch, da man den Wälzer unmöglich unterwegs lesen kann und als Hörbuch habe ich gerade "Die Landkarte der Zeit". Und da ich dann noch ein entspannendes Buch auf Deutsch für unterwegs wollte, lese ich parallel auch noch "Die Feengabe".


Subgeplauder
Einen Neuzugang gab es auch noch und zwar "The Castle of Llyr", also den 3. Band der Taran-Bücher von Lloyd Alexander. Das habe ich letzte Woche als verspätetes Geburtstagsgeschenk bekommen.
Und ich habe auch immer noch Gutscheine, die ich aber erst einlösen möchte, wenn auf meinem SuB weniger Bücher sind. Es fällt mir aber schon sehr schwer, nicht sofort die Gutscheine in neue Bücher umzuwandeln. ;-)


Suchbegriffe
Es ist mal wieder an der Zeit ...

vollgeschriebenes papier
Hm, wie wäre es mit einem neuen Blatt Papier?

"Mehr Brokkoli?"
Hihihihi. Find ich ja super, dass jemand nach diesem Zitat sucht (siehe hier).

klimazonen england
Äh?

hallstätter gletscher kalt
Ich nehme an, dass es dort eher kühl ist, ja. Das haben Gletscher so an sich, sonst wären sie nämlich keine ...

Noch immer suchen bei mir viele verzweifelt nach einem Erscheinungstermin für Robert Harris' abschließenden Band seiner Cicero-Trilogie. Leider gibt es bisher noch keinen. Und neuer Spitzenreiter unter den Suchbegriffen ist übrigens nun schon seit einer Weile das lied von eis und feuer übersetzung. Überhaupt machen Suchbegriffe rund um die Serie bei mir mittlerweile einen Großteil aus (stellungnahme blanvalet das lied von eis und feuer; game of thrones bücher reihenfolge; a game of thrones 1997 edition deutsch; kings landing übersetzung).

Soweit mal wieder ein wenig sonntägliches Geplauder. Vor mir liegt noch eine Woche Urlaub, ich hoffe also, dass ich noch viel zum Lesen komme. :-) Vielleicht lege ich mal wieder einen Lesetag ein, ehe die Dienste wieder losgehen.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Dori Jones Yang - Son of Venice

Genre: Historischer Roman/Young Adult
Seiten: 350
Verlag: East West Insights
ISBN: 978-0983527237
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen


English-Challenge  (Strafbuch für Mai)


Marco Polo, sein Vater und sein Onkel treten nach ihrem Aufenthalt bei Khubilai Khan ihre Rückreise nach Venedig an und Emmajin, die Enkeltochter des Khans, soll sie als Botschafterin begleiten. Als auch eine große Anzahl von Kriegern mit ihnen die Reise antritt, beginnt Marco an einer rein friedlichen Mission zu zweifeln. Und auch sonst entwickelt vieles sich anders als er es sich gewünscht hätte. Anstatt Zeit mit Emmajin zu verbringen, müssen sie beide ihre verbotene Liebe mehr denn je verheimlichen - und werden vor Entscheidungen gestellt, die eine gemeinsame Zukunft unmöglich erscheinen lassen.

"Son of Venice" schließt beinahe nahtlos an den Vorgänger Daughter of Xanadu an und problemlos fand ich mich gleich wieder in Emmajins Welt ein. Der Roman beginnt eher ruhig und nimmt sich viel Zeit für seine Figuren, ehe dann das Tempo ordentlich an Fahrt gewinnt und die Ereignisse sich überschlagen. Das bedeutet aber nicht, dass der Anfang langweilig wäre, ganz im Gegenteil. Ich habe den ruhigen Einstieg perfekt gefunden, ebenso wie die Steigerung des Tempos im Laufe des Romans. Das war im ersten Band ganz ähnlich, wodurch sich die beiden Romane in der Struktur durchaus ein wenig ähneln, auch wenn sie ansonsten natürlich im Plot ganz unterschiedlich sind.

Ich war zunächst skeptisch, weil in dem Folgeband nun abwechselnd aus der Sicht von Emmajin und Marco erzählt wird, aber ich habe mich auch in Marco Polos Kopf gleich wohlgefühlt. In ihren Anschauungen, Träumen und Idealen sind die beiden so unterschiedlich, dass es faszinierend war, in diese verschiedenen Sichtweisen einzutauchen.
Marco ist ein Träumer und Geschichtenerzähler, der seine Vorstellungen von großer Liebe und edlen Rittern in erster Linie aus höfischen Romanen hat und sich selbst als einen Romanhelden wie Tristan oder Erec sehen will. Emmajin ist praktischer und nüchterner veranlagt und fragt sich, ob sie ihre Familie, ihren Stolz und ihren Wunsch nach Anerkennung tatsächlich für eine unsichere Liebe aufgeben könnte. Beide sind sie noch immer ganz in ihren Kulturen verankert, obwohl sie Verständnis für die unterschiedlichen Denkweisen entwickelt haben.

Dieser Kulturkonflikt hat mir bereits im ersten Band sehr gut gefallen. Obwohl es nicht schwer ist, mit Emmajin mitzufühlen, ist sie kein modernes Mädchen, sondern eine Mongolin im 13. Jahrhundert, für die die Überlegenheit von Khubilai und seiner (und somit auch ihrer) Familie über alle anderen so selbstverständlich ist, dass es oft an Arroganz grenzt. Emmajin ist eben kein schwaches, bescheidenes Mädchen, das ihr alleiniges Glück an der Seite ihres Liebsten sieht und auch bereit ist, für diese Liebe alles andere zu opfern. Obwohl sie ihre Träume von einem Ruhm als Kriegerin aufgegeben hat, ist sie doch noch immer dieselbe stolze, selbstbewusste und mutige Emmajin wie ein Jahr zuvor.
Im Vergleich zu ihr wirkt Marco einige Male deutlich schwächer und auch egoistischer - zumindest egoistischer im Bezug auf seine Liebe zu Emmajin, die er auch über das Wohl anderer Menschen stellen würde. Aber Marco wächst in diesem Roman über sich hinaus und beweist mehr Mut und Tatkraft, als die meisten ihm zutrauen würden.

Wenn ich hier in der Rezension viel über die Liebe zwischen Emmajin und Marco schreibe, dann weniger, weil sie im Mittelpunkt der Handlung steht, sondern mehr, weil es mir sehr gut gefällt, wie sie in dem Roman dargestellt wird und vor welche Probleme sie die Figuren stellt. Tatsächlich sind Emmajin und Marco über weite Teile des Romans voneinander getrennt und es geht ebenso um Verrat, Familienkonflikte, verlorene Träume, Sklaverei und natürlich auch um die Kulturen und Städte an der Seidenstraße im 13. Jahrhundert.

Ich habe nun viel über diesen Roman geschrieben und möchte doch eigentlich nur eins sagen: Er ist von vorne bis hinten schlichtweg perfekt. Die Figuren sind mit all ihren Stärken, Schwächen, Zweifeln und Problemen ebenso interessant wie liebenswert, die Handlung ist spannend und der Schreibstil schön zu lesen (sowie den jeweiligen Perspektiventrägern angepasst). Das Ende schließlich ist bittersüß und wunderbar in sich geschlossen, obwohl es eigentlich sehr vieles offen lässt.
Kurz: Ich bin rundum begeistert von dem Roman und würde mir nur wünschen, er wäre nicht bereits zu Ende.

Dienstag, 3. Juli 2012

Challenges 2012 - Zwischenbericht

Schon wieder ist das halbe Jahr vorbei und ich möchte mal einen Blick auf meine Challenges werfen:

Mit Ende Juni ist die Klassiker-Challenge zu Ende gegangen - einen abschließenden Beitrag dazu habe ich schon geschrieben, daher gibt es hier nicht mehr viel dazu zu sagen. Auf alle Fälle war es eine interessante, herausfordernde Challenge, die ich mit 12 gelesenen Büchern (gefordert waren 10) erfolgreich beendet habe.

Diese Challenge wird als nächstes zu Ende gehen und zwar am 1. 10. 2012. Mir fehlen noch 3 Bücher, das sollte also zu schaffen sein. Die bisher gelesenen waren vor allem Kinderbücher, die ich immer sehr mochte, und die Bände 2-4 vom "Song of Ice and Fire", die als Auffrischung notwendig waren, damit ich nun den 5. Band lesen kann. Ich möchte aber auch noch einem Buch eine wirkliche 2. Chance geben und zwar "Letzte Nacht in Twisted River", das ich vor etwa zwei Jahren mittendrin abgebrochen habe (und nun nochmal von vorn lesen würde).
Bisher hat mir die Challenge sehr viel Spaß gemacht - ich weiß nicht, ob ich ohne sie die Kinderbücher wieder gelesen hätte.

Dass ich bei der Englisch-Challenge auch in diesem Jahr wieder dabei sein würde, war für mich gar keine Frage, auch wenn es nun nicht ganz so "glatt" läuft wie im letzten Jahr. Ich musste schon einmal ein Strafbuch lesen und ein weiteres steht noch an. Das Problem ist, dass ich in diesem Jahr so viele dicke Wälzer dabei hatte. Aus Interesse habe ich das mal mit dem letzten Jahr verglichen, und wenn ich mal die Monate Januar bis Juni rechne, dann ergibt sich folgender Unterschied (die Hörbücher habe ich der Einfachheit mit Buchseiten gerechnet, da ohnehin alle ungekürzt waren): 2112 Seiten (2011) - 3030 Seiten (2012)
Das sind in diesem Jahr bisher fast 1000 Seiten mehr (mal davon abgesehen, dass mein Strafbuch ja auch so ein 1000-Seiten Wälzer war, den ich noch nicht einmal mitgezählt habe), also kein Wunder, dass es ab und zu recht eng wurde.
Nichtsdestotrotz finde ich die Challenge wieder toll, vor allem, weil ich mich nun schon über schwierigere Bücher und auch Hörbücher drübertraue.

Mehr oder weniger nebenbei läuft die Vokabelchallenge von Lettersalad, die ja keine zusätzliche Lektüre bedeutet. Bisher habe ich mir schon über 40 Vokabeln notiert, es sind also einige bis Ende des Jahres doch einige zu lernen.

Kommen wir zu meiner eigenen Challenge. Von den über 30 Teilnehmern haben einige schon die geforderten 10 Bücher geschafft, ich selbst habe mittlerweile 7 gelesen. Dass ich tatsächlich alle 20 Themen schaffe, wie eigentlich geplant, könnte etwas eng werden, aber ansonsten liege ich gut in der Zeit.
Anfangs fiel es mir schwer, den Überblick zu behalten bei so vielen Teilnehmern, aber mittlerweile arbeite ich mit zwei Listen (die eine kennt ihr ja, die ist hier; die andere ist nur für mich) und habe da eine ganze gute Methode gefunden. Ich bin immer noch überwältigt von der regen Beteiligung und freue mich natürlich, dass schon so viele Bücher für die Challenge gelesen wurden. Ich bin gespannt, was sich da bis Ende des Jahres noch tut.

Und im nächsten Jahr?
Obwohl das noch ferne Zukunftsmusik ist, gehen mir auch schon so ein paar Gedanken durch den Kopf für eine mögliche nächste Challenge. Ich habe noch keine konkreten Ideen, aber auf alle Fälle sollte es doch etwas ganz anderes als die Themenchallenge sein. Während jetzt die Freiheiten bei der Buchwahl sehr groß sind und an Genres praktisch alles möglich ist, hätte ich als nächstes gern etwas gemacht, wo die Vorgaben etwas enger gesteckt sind. Auf ein bestimmtes Genre würde ich mich wohl dennoch nicht beschränken, vielleicht aber ein bestimmtes Thema, das sich in verschiedenen Büchern auf verschiedene Weise wiederfindet
Mal sehen. Bis dahin dauert es ja ohnehin noch ein Weile, also muss ich mir darüber ja noch nicht den Kopf zerbrechen.

Zu guter Letzt: SuB
Keine Challenge, aber zumindest so etwas ähnliches: Ich habe mir in diesem Jahr quasi einen SuB-Abbauplan aufgestellt und schlage mich da mehr oder weniger tapfer. Im Wesentlichen besteht der Plan aus zwei Elementen:
Zum Einen habe ich mir vorgenommen, bis wann ich den Sub gern auf welche Zahl geschrumpft hätte (mein nächstes Ziel wäre ein Stand von 15 Büchern bis Ende Juli). Bisher hatte ich zwei solcher "Checkpoints" und bin an beiden ganz knapp vorbeigeschrammt, aber zumindest die Tendenz stimmt.
Zum Anderen habe ich mir eine Liste mit SuB-Leichen erstellt, die ich gern in diesem Jahr weggelesen hätte bzw. auch von Büchern, die noch nicht so lange auf dem SuB sind, die ich mir aber dennoch fix für dieses Jahr vorgenommen habe. Ich kann euch ja mal zeigen, wieviel ich schon von dieser Liste geschafft habe:

Kate Atkinson - Ein Sommernachtsspiel
mindestens 2 Agatha Christie-Romane 
Fjodor Dostojewski - Schuld und Sühne (lese ich gerade)
Guy Gavriel Kay - Tigana
George R. R. Martin - Die Flamme erlischt
Patricia A. McKillip - In the Forests of Serre
Christoph Ransmayr - Der fliegende Berg
Joseph Roth - Radetzkymarsch
Matt Ruff - Fool on the Hill (abgebrochen)
William Shakespeare - König Lear

Es geht also ganz gut voran, und wenn ich es schaffe, hier einigermaßen "in der Zeit" zu bleiben, sollte ich meinen SuB bis Ende des Jahres auf unter 10 geschrumpft haben (und mehr muss er dann nicht schrumpfen, ich hab ja auch gerne ein wenig Auswahl).

Sonntag, 1. Juli 2012

Sonntagsgeplauder #28

Da ich übers Wochenende weg war, heute erst recht spät wieder in meine Sauna aka Wohnung gekommen bin und bis jetzt mit Lesen von Mails und Kommentaren, Auspacken und sonstigen Dingen beschäftigt war, fällt mein Sonntagsgeplauer heute eher kurz aus. Eigentlich möchte ich nur zwei Dinge ansprechen:

1. Das übliche Lesegeplauder
Derzeit lese ich "Son of Venice" von Dori Jones Yang und bin bereits wieder begeistert. Zunächst war ich skeptisch, ob der Roman mit seinem Vorgänger "Daughter of Xanadu" mithalten kann, aber nun bin ich da mehr als hoffnungsvoll. Auch, dass Marco Polo nun selbst zum Perspektiventräger geworden ist, gefällt mir nun sehr gut, obwohl ich in der Hinsicht ebenfalls skeptisch war.

2. Danke, dass das mal gesagt wurde
Und als zweiten Punkt möchte ich euch nur einen Link geben: Denis Scheck bricht in diesem Artikel eine Lanze für die phantastische Literatur, und ich kann dazu nur sagen: DANKE!
Nach ständigen Seitenhieben von Elke Heidenreich, Regina Pantos und Urs Jenny gegen die phantastische Literatur sowie der Verkündigung von Verena Thielenhaus, Terry Pratchett schreibe keine Fantasy, da seine Romane für Fantasy sozusagen viel zu vielschichtig und gut wären (siehe hier), spricht endlich mal ein Literaturkritiker wohl sehr vielen Lesern aus der Seele. Weshalb Fantasy noch immer so einen schlechten Ruf genießt, obwohl es dort ebenso gute wie miese Bücher gibt wie in jedem anderen Genre, ist mir rätselhaft, und deshalb tut dieser Artikel einfach nur gut.


Ja, ansonsten habe ich nun Urlaub und somit hoffentlich wieder mehr Zeit zum Lesen und auch für meinen Blog.