Dienstag, 31. Januar 2012

Jonas Jonasson - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


Genre: Schelmenroman (mir fällt wirklich keine passendere Bezeichnung dafür ein)
Seiten: 416
Verlag: carl's books
ISBN: 978-3570585016
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



An seinem 100. Geburtstag steigt Allan Karlsson klammheimlich aus dem Fenster des Altersheims, in dem er seit einigen Monaten wohnt, und macht sich vor seiner eigenen Geburtstagsfeier aus dem Staub. Am Busbahnhof gerät er durch Zufall an einen Koffer mit einem recht ... nun ja ... unkonventionellen Inhalt und hat so bald eine kleine Bande von Ganoven auf seinen Fersen. Zum Glück stößt Allan auf einige Helfer, die sich ihm anschließen, während auch die Polizei auf diesen seltsamen Fall aufmerksam wird.

Dieser Roman ist eines der Bücher, auf das ich nur wegen des Titels aufmerksam geworden bin. Und ich bin wirklich froh, dass ich darauf gestoßen bin, denn so ein urkomisches und schräges Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Parallel zu Allans aberwitziger Flucht durch Schweden (in deren Folge auch ein Elefant zu seiner kleinen Gruppe stößt) wird sein Leben erzählt, das um keinen Deut weniger abenteuerlich war. So bereiste Allan - aufgrund von Zufällen und der Verkettung seltsamer Umstände - die halbe Welt und mischte bei fast allen politisch wichtigen Ereignissen des letzten Jahrhunderts mit, obwohl er selbst keinerlei Interesse an der Politik hat. Im Zuge dieser Rückblicke erfährt man also, wie es dazu kam, dass Allan Tequila mit Präsident Truman trank, den Anstoß für die Entwicklung der Atombombe gab, Stalins Tod versursachte, von Mao einen Urlaub auf Bali spendiert bekam und den Himalaya überquerte.

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hat ein bisschen etwas von Forest Gump und ist vor allem ein Schelmenroman, der einen Streifzug durch die gesamte Geschichte der letzten 100 Jahre bietet. Ohne großartige eigene Ziele stolpert Allan von einer seltsamen Situation in die nächste und nimmt auch noch die schlimmsten Erlebnisse mit einer großen Gelassenheit.
Wer diesen Roman allzu ernst nimmt oder nach Realismus und Logik fragt, wird daran keine Freude haben. Auch wer nicht bereit ist, die Weltpolitik einfach mit einem Augenzwinkern zu betrachten, sollte diesen Roman vielleicht nicht lesen. Denn Jonas Jonasson zeigt keinerlei Respekt vor großen Persönlichkeiten und beschreibt zudem einen Helden ohne allerlei moralische Bedenken.
Wer sich einfach auf den Roman einlässt, wird aber seinen Spaß an diesem intelligent und witzig geschriebenen Abenteuer haben.

Vor allem empfand ich das Buch als einen richtigen Gute-Laune-Bringer, was vor allem an Allan Karlsson liegt, der sich mit der Einstellung "Es ist, wie es ist, und es kommt, wie es kommt" durchs Leben treiben lässt und dabei selbst noch einen Polizisten mit seiner lebensbejahenden Gelassenheit ansteckt.
Ich habe wirklich jede einzelne Seite genossen und die Verrücktheiten der Handlung einfach hingenommen (anders kann man den Roman auch gar nicht lesen). Am Ende war ich tatsächlich wehmütig, dass ich von Allan und all den anderen herrlichen Figuren Abschied nehmen musste. Ich hätte gern noch weitere hundert Seiten lang dem rüstigen Alten folgen wollen.

Ein völlig absurder, politisch inkorrekter, witziger und fantasievoller Roman, der kaum mit etwas vergleichbar ist, das in den letzten Jahren erschienen ist.
Mein erstes 5-Sterne-Buch in diesem Jahr.

Sonntag, 29. Januar 2012

Sonntagsgeplauder #12

Schreibgeplauder
Nach einer längeren Pause sitze ich jetzt wieder an den Göttersteinen und versuche, endlich die letzten Kapitel zu Papier zu bringen. Da ich mit Enden generell und mit diesem besonders Probleme habe, ist das nicht so einfach, aber irgendwie muss das mal was werden ...
Tja, apropos Enden ... bei "Bühnenzauber" fehlt mir immer noch das Nachspiel (also der Epilog) und auch da muss ich mich endlich mal dransetzen.

Lesegeplauder
Letzte Woche habe ich "Der siebte Schwan" von Lilach Mer und "Die Märchen von Beedle dem Barden" von Joanne K. Rowling gelesen. Ersteres hat mir sehr gut gefallen, zweiteres ... naja, es war nett, mehr aber auch nicht. Allerdings bin ich momentan fürchterlich rezensionsfaul und mir fehlt auch ein wenig die Zeit. Das wird vielleicht wieder ein Fall für Kurzrezensionen.
Derzeit liege ich in den letzten Zügen von "Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" und bin hellauf begeistert. Was für ein herrlich absurdes Buch! Auf meinem Nachttisch liegt ansonsten noch "River" von Donna Milner, das mir ebenfalls gut gefällt, und als Hörbuch gibt es derzeit "Im Labyrinth" von James Dashner, das eher so mittelprächtig ist. Aber da ich neugierig auf die Auflösung bin, werde ich es zu Ende hören (auch wenn ich das ungute Gefühl habe, dass der deutsche Untertitel eigentlich schon einen kleinen Spoiler darstellt).

SuB-Geplauder
Ich habe mal einen Teil meines SuBs abfotografiert, nämlich die Bücher, die ich in Wien habe (einige befinden sich ja noch bei meiner Familie). Und schon der Teil davon ist ein recht hohes Stapelchen (oder Stäpelchen?):


Ich will ja jetzt wirklich eisern bleiben und ihn verkleinern, allerdings habe ich mir kein Buchverkaufs- oder Büchereiverbot auferlegt, und zwar vor allem deshalb nicht, weil ich derzeit ja meistens drei Bücher parallel lese: eins, das auf meinem Nachttisch liegt für zuhause; eins auf meinem Reader für unterwegs und ruhige Phasen in der Arbeit; ein Hörbuch.
Da ich aber kaum eBooks und Hörbücher auf meinem SuB habe (jaaa, auch alle meine eBooks kommen auf meinen virtuellen SuB), muss ich mich da einfach immer wieder neu eindecken. Aber immerhin ist die Zahl meiner ungelesenen Bücher schon unter 30 geschrumpft und ich bin zuversichtlich, dass es nun kontinuierlich weniger werden.

Challenge-Geplauder
Mit dem 10. Buch der Klassiker-Challenge, nämlich Radetzkymarsch, habe ich diese Challenge offiziell geschafft. :-) Mein Ziel ist es aber weiterhin, auch noch die restlichen 6 Länder zu durchlesen. Ob ich das schaffe, weiß ich noch nicht so recht, da sich unter den geplanten Büchern doch auch noch einige recht dicke Exemplare befinden. Vor allem muss ich mich mit weiteren erst eindecken - mir also entweder welche kaufen oder demnächst mal wieder der Bücherei einen Besuch abstatten. "Ein Spiel der Natur" von Nadine Gordimer, das meine Mutter hat, hab ich nämlich blöderweise nicht mitgenommen, als ich das letzte Mal bei meiner Familie war. Vielleicht werde ich mir vom Project Gutenberg mal "The Tenant of Wildfell Hall" als eBook runterladen und gucken, wie ich mit dem Englisch zurande komme.
Ansonsten hab ich auch schon was für die Themen-Challenge gelesen, aber da ich ohnehin immer am Ende des Monats einen Überblick hierzu posten möchte, werde ich hier jetzt nicht mehr Worte darüber verlieren.

Buchmesse
Tja, nachdem ich schon seit etwa 10 Jahren gern mal zu einer Buchmesse fahren würde, schaffe ich es dieses Jahr tatsächlich - sofern mir nichts mehr dazwischen kommt. *panisch auf Holz klopf*
Zumindest habe ich schon die Zugtickets für die (recht lange) Fahrt nach Dresden, von wo aus ich das Projekt "Leipziger Buchmesse" in Angriff nehmen werde. Und ich freue mich nicht nur auf die Buchmesse, sondern auch darauf, mir Dresden anzugucken und dort eine Internet-Freundin zu sehen, die ich jetzt schon länger nicht mehr persönlich getroffen habe. :-)
Aaach, wär doch schon März!

Blog-Aufreger
In den letzten Wochen fegte mal wieder ein ordentlicher Sturm durch die Buchblogwelt und zwar in Form eines Autors, der sich über eine nicht so nette Meinung zu seinem Buch aufregte - und wie er sich aufregte!
Ich wollte hierzu eigentlich nichts bloggen, da erstens zu der Sache schon genug geschrieben wurde und ich zweitens der Meinung bin, dass es damit jetzt auch mal wieder gut sein muss - vielleicht hört der Autor dann auch irgendwann auf, sich in seine lächerlichen Verschwörungstheorien auf seinem eigenen Blog zu versteigen (ich warte ja immer noch darauf, dass der Schwachsinn sich als seltsamer Scherz entpuppt, weil ich nicht glauben kann/will, dass so etwas ernst gemeint sein kann). Dann aber bin ich auf einen herrlichen Beitrag dazu gestoßen und musste fast Tränen lachen, also will ich euch den nicht vorenthalten. Wer zukünftig mit gemeinen Rezensenten zu kämpfen hat, muss sich keine eigenen bösen Kommentare mehr einfallen lassen, sondern kann sich dank phantanews verschiedene Varianten zusammenklicken.
Und wer von der ganzen Aufregung nichts mitbekommen hat und nicht weiß, wovon hier überhaupt die Rede ist, findet dort auch weitere Links. ;-)

Donnerstag, 26. Januar 2012

Das Kreuz mit den englischen Büchern

Ich bin ein unglaublicher Fremdsprachentrottel. Die meisten lachen, wenn ich das sage und halten das immer für Unsinn. Aber ich tu mir wirklich extrem schwer mit Fremdsprachen - Lesen geht meist noch einigermaßen, aber alles darüber hinaus ... oje! Und wenn jemand glaubt, ich hätte nach meinen 6 Monaten Studium in Norwegen ganz toll Norwegisch sprechen können, kann ich immer nur müde lächeln. 

Seit einer Weile (etwa eineinhalb Jahren) bemühe ich mich, regelmäßig Bücher auf Englisch zu lesen und auch Filme/Serien auf Englisch zu schauen. Das klappt - nicht zuletzt dank der Englisch-Challenge - zwar ganz gut, aber ich habe wirklich das Gefühl, mich keinen Deut zu verbessern. "Einfache" Bücher konnte ich auch schon vor Jahren ganz gut lesen, während mich anspruchsvolle auch jetzt noch überfordern. So hätte ich etwa Jane Austen im Original versucht - herrje! Und Patricia McKillip ist mir auch eine Spur zu hoch, was der Grund dafür ist, dass ich immer noch ein Buch von ihr auf meinem SuB habe, das ich eigentlich schon längst mal lesen möchte. Aber ich trau mich einfach nicht drüber ...
Auf meiner Liste für die Klassiker-Challenge habe ich noch einige englische Bücher und ich bezweifle mittlerweile immer mehr, dass ich sie tatsächlich im Original lesen werde. "Gulliver's Travels" war mir da eigentlich schon genug. 

Tja, und beim Hörverständnis schaut es noch viel schlimmer aus. So habe ich es in letzter Zeit ab und zu mit einem englischen Hörbuch versucht, aber während einige Kinderbuchklassiker noch gingen, war "Forever" von Maggie Stiefvater bereits hart an der Grenze. Nun wollte ich eigentlich "A Storm of Swords" von als Hörbuch hören und habe für die Anschaffung mein Audible-Abo genutzt, aber schon nach dem Prolog war ich sehr entmutigt und habe das Hörbuch erstmal abgebrochen. Ich hatte wirklich große Verständnisschwierigkeiten, und dabei habe ich das Buch ja vor Jahren bereits auf Deutsch gelesen. 
Dasselbe Bild bietet sich bei Filmen/Serien auf Englisch. Ab und zu klappt es ganz gut, aber derzeit gucke ich ja "True Blood" und bin heillos damit überfordert. Da ich die deutsche Synchronisation aber unerträglich finde, muss ich da wieder zu meinem bewährten Mittel "englischer Ton mit englischen Untertiteln" greifen. Das klappt auch prima, aber es frustriert mich eben, dass es ohne die Untertitel nicht geht. Und wer jetzt meint, das läge nur am Südstaatenslang: nein, wohl kaum. Ich habe vor einer Weile sämtliche Staffeln Buffy und Angel geguckt (die ich vorher noch gar nicht kannte), also etwa 250 Folgen. Und am Ende brauchte ich immer noch die englischen Untertitel. Das ist doch ein Trauerspiel!

Kennt ihr das Problem? Habt ihr auch das Gefühl, ein wenig auf der Stelle zu treten oder erkennt ihr eine deutliche Steigerung bei euren Lesefähigkeiten auf Englisch? Oder hattet ihr damit ohnehin noch nie Schwierigkeiten? Habt ihr auch schon englische Hörbücher gehorcht und wie ging es euch dabei?

Übrigens überlege ich, bei lettersalads Vokabelchallenge mitzumachen - vielleicht würde mir das ja helfen.

Joseph Roth - Radetzkymarsch


Genre: Gesellschaftsroman
Seiten: 416
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423124775
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge (Österreich/Schweiz)
Themen-Challenge (Aufstieg/Fall) 


Als der Soldat Joseph Trotta bei der Schlacht von Solferino dem Kaiser das Leben rettet, wird er daraufhin in den Adelsstand erhoben. Auch die weiteren Generationen profitieren von der Gunst des Kaisers, aber während Josephs Sohn noch ein erfolgreiches Leben als Bezirkshauptmann führt, findet der Enkel Carl Joseph nicht so recht seinen Platz im Leben. Aus Pflichterfüllung schlägt er eine militärische Laufbahn ein, die eigentlich vom Beginn an unter keinem guten Stern steht. Und so sieht parallel zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie auch die Familie Trotta ihrem Untergang entgegen.

Joseph Roth zeichnet in seinem wohl bekanntesten Roman anschaulich und mit leichter Melancholie das Bild einer Epoche, die mit dem 1. Weltkrieg ihr jähes Ende fand. In "Radetzkymarsch" zeigt sich das sterbende Kaiserreich noch einmal in seiner ganzen Pracht, wenn der Autor von Fronleichnamsprozession und Militärparade, kaiserlichen Audienzen und dem Leben in fernen Grenzregionen schreibt. 
Mit seinen Schilderungen schafft Joseph Roth eine unglaubliche Atmosphäre, der ich mich nicht entziehen konnte. Die heute gerade in Wien noch oft anzutreffende Verklärung des Hauses Habsburg wollte mir nie so recht einleuchten, aber beim Lesen dieses Romans konnte ich doch eine gewisse Trauer angesichts des Verfalls des Kaiserreiches nicht unterdrücken. Gerade das Kapitel, das für kurze Zeit dem Alltag des alternden Kaisers folgt, gehört für mich zu den stärksten des gesamten Romans.
Franz Joseph war für mich als Charakter in diesem einen Kapitel sogar greifbarer als Carl Joseph, der eigentliche Protagonist, in dem ganzen Buch.

Und das ist auch mein größter Kritikpunkt an dem Roman: Der junge Leutnant Trotta war für mich die ganze Zeit nicht so recht greifbar. Das liegt zum Teil natürlich daran, dass er keine besonders starke Persönlichkeit ist. Ziellos lässt er sich von den äußeren Umständen treiben und kann seinen Platz im Leben nicht finden. Dass er auch auf mich als Leserin eher blass wirkte, entsprach also durchaus seinem Charakter, aber dennoch hatte ich meine Probleme mit ihm. Sein Vater und eben auch Kaiser Franz Joseph haben mich beim Lesen viel mehr berührt und auch fasziniert. 

Davon abgesehen gibt es für mich bei diesem Roman nichts zu nörgeln. Er liest sich flüssig und sprachlich sehr schön. Da gibt es keine Formulierungen, über die man stolpert. Alle Worte sind treffend gesetzt und wirken stets präzise gewählt. Und unter der sentimentalen Grundstimmung findet sich auch eine feine Ironie, die mich manchmal schmunzeln ließ.
Inhaltlich gibt es ein paar kaum nennenswerte Längen, die man aber spätestens mit der Hälfte des Romans hinter sich lässt.

Ein wirklich empfehlenswerter Roman, der ein äußerst anschauliches Bild der untergehenden k.u.k. Monarchie vor dem 1. Weltkrieg zeichnet.

Sonntag, 22. Januar 2012

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 16. Frage

Ich überspringe jetzt mal die 15. Frage, da ich erstens noch keine Antwort weiß und zweitens die nächste gerade so gut passt. Vielleicht beantworte ich Nr. 15 dann später mal.

16. Schreibst du über romantische Beziehungen? Wie tust du das, und wie weit bist du beim Schreiben bereit zu gehen?

Ich habe gerade eine Szene in "Bühnenzauber" etwas erweitert und mich darin überwunden, den Satz ... nein, so weit reicht meine Überwindung noch nicht, dass ich es auch wage, ihn "öffentlich" zu schreiben. Vorerst ist das einer dieser "Noch liest das ja niemand außer mir"-Sätze, die es dann irgendwann hoffentlich bis zu den Testlesern schaffen.
Und damit wäre die Frage "wie weit bist du beim Schreiben bereit zu gehen" schon zu einem Teil beantwortet: Ich bin nämlich beim Schreiben ganz fürchterlich verklemmt. Richtig schlimm. Ich schreibe mittlerweile (anders als früher) gern über romantische Beziehungen. Aber sobald es ans "Eingemachte" geht, bin ich fürchterlich hilflos und denk mir immer "Oh hilfe, das kann ich nicht schreiben, wenn das dann jemand liest, wenn das meine Mutter liest." (Man sollte in solchen Momenten wirklich NIEMALS an die eigene Mutter denken. Nie.)
Und da rede ich jetzt noch nicht mal von wirklich expliziten Sexszenen, sondern von eigentlich recht harmlosen Sätzen, die man vielleicht nicht in einem All Ager lesen würde, die aber sicher noch kein Stück in die Erotikrichtung gehen. Ich habe darüber ja schon vor längerer Zeit etwas geschrieben. Seither habe ich meine Hemmungen ein Stück weiter abgelegt und die beiden haben sich inzwischen nicht nur geküsst, sondern sind schon weiter gegangen. ;-)
Dennoch fallen mir solche Szenen immer noch wahnsinnig schwer.

Nun schreibe ich ja keine erotischen Romane und auch keine Liebesromane. Und ich bin der Meinung, dass Sexszenen nur um der Erotik willen in keinen anderen Genres etwas zu suchen haben. Wenn sie in anderen Romanen vorkommen, dann müssen sie einen Zweck erfüllen, so wie alle anderen Szenen auch, sei es nun, weil damit eine Handlung in Gang gesetzt oder eine Entwicklung der Figuren gezeigt wird. Ich habe im Zuge des NaNo endlich einmal die Hochzeitsnacht zwischen Bergund und Farn geschrieben, und bei dieser Szene war es tatsächlich notwendig, sie bis zu einem gewissen Grad auszuschreiben, weil sie sehr, sehr viel über die Figuren aussagt. Man erfährt darin vermutlich genausoviel über Bergund wie im ganzen restlichen Roman. Gerade Bergunds Perspektive hat es mir übrigens leicht gemacht, die Szene zu schreiben, weil sie selbst dabei so nüchtern und distanziert bleibt.
Sobald aber wirklich Leidenschaft im Spiel ist, sitze ich hilflos vor dem Bildschirm und falle wieder in "Aber wenn das jemand liest! Was denkt die/der denn von mir?" zurück. Ja, was wird wohl jemand von mir denken? Was denke ich mir denn über George R.R. Martin, wenn Tyrion mal wieder nur mit einem Körperteil denkt? Nix. Eben.

Also ja, ich schreibe gern über romantische Beziehungen bzw. allgemein über Beziehungen, denn romantisch sind sie nicht immer. Gerade, wenn sie kompliziert/einseitig/zerstörerisch sind, schreibe ich besonders gern darüber, da ich so etwas sehr spannend finde. Aber nein, ich gehe nicht sehr weit. Das kann ich einfach (noch) nicht. Ich gehe inzwischen weiter als früher, aber erotische Szenen in dem Sinn gibt es bei mir nicht und allzu deutliche Worte auch nicht. Nur ab und zu vielleicht mal einen Satz wie diesen: "Sie wollte Maldwin in sich spüren, all die Probleme aussperren und nichts denken müssen."
So, jetzt habe ich ihn ja doch hier reingeschrieben. Und lebe noch. Ich bin mir aber auch sicher, dass meine Mutter diesen Blog nicht liest. ;-)

Samstag, 21. Januar 2012

Juli Zeh - Corpus Delicti


Genre: Dystopie/Gegenwartsliteratur
Verlag: DAV
ISBN: 978-3898138772
Dauer: 4 h 34 min (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Helene Grass
meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Themen-Challenge (Utopie/Dystopie)


Nach dem Selbstmord ihres Bruders möchte Mia Holl nur in Ruhe gelassen werden und sich für eine Weile von allen zurückziehen - doch in einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper zum höchsten Anliegen des Staates gehört, ist ihr genau das nicht möglich. Die "Methode" kontrolliert die Gesundheit jedes einzelnen Menschen und wer keine genauen Sport-, Schlaf- und Ernährungsberichte abliefert, macht sich strafbar.
So findet Mia Holl sich bald vor Gericht wieder - und im Zuge der Verhandlung wird auch der Prozess gegen ihren Bruder, der wegen Vergewaltigung verurteilt wurde, neu aufgerollt. Aber was geschieht, wenn in einem System, das angeblich unfehlbar ist, Fehler festgestellt werden?

Seit Juli Zeh mit "Adler und Engel" bekannt wurde, habe ich alle ihre Romane gelesen - und genossen, auch wenn mich ihre etwas bemüht gekünstelte Sprache mit einem Übermaß an Metaphern manchmal ein wenig gestört hat.
Bei diesem Roman nun ist die Sprache nüchterner, oft schon von einer kühlen Distanziertheit. Das passt nicht nur zum Thema, sondern hat mir auch besser gefallen als die sonst oft so überladene Sprache der Autorin.

"Corpus Delicti" zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die auf den äußeren Blick perfekt wirkt - es gibt kaum noch Krankheiten und das körperliche Wohl eines jeden Menschen liegt der "Methode" am Herzen. Doch damit gehen nicht nur Überwachung und der Verlust jeglicher Individulität einher, sondern auch eine völlige Konzentration auf den Körper und seine Gesundheit. Ein Wald wird in dieser Welt zu einer Bedrohung, da es keine keimfreie Umgebung ist; Querdenker gelten als Feinde der allmächtigen "Methode". Als augenscheinlich utopische Gesellschaft, deren Zwänge und Probleme sich erst unter der Oberfläche zeigen, ist Juli Zehs Roman eine wirklich "klassische" Dystopie, die sich meiner Meinung nach wohltuend aus dem Dschungel der zahlreichen Jugend-Dystopien heraushebt. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich die Jugend-Dystopien nicht mag, aber was mich an "Corpus Delicti" wirklich gefesselt hat, das sind gerade die negativen Aspekte und die Gnadenlosigkeit, mit der das Thema behandelt wird.
Es ist ein durch und durch schonungsloser Roman - keine Liebesgeschichte hebt die Protagonistin aus der Hoffnungslosigkeit heraus und im Kampf gegen die "Methode" hat ein einzelner Mensch kaum Chancen. Das ist frustrierend zu lesen und hat mich am Ende auch mit einem Gefühl der Ohnmacht zurückgelassen. Es ist unmöglich, den Roman gleich wieder aus dem Kopf zu bekommen, und das spricht auf alle Fälle für ihn. Als gemütliche Unterhaltung zwischendurch ist er hingegen nicht sehr geeignet.

Mein einziger Kritikpunkt an dem Roman ist die Tatsache, dass es eigentlich kein Roman ist bzw. war. "Corpus Delicti" war nämlich zunächst ein Theaterstück, und das merkt man doch sehr deutlich. Die Szenen bestehen zu großen Teilen aus Dialogen, eine Innensicht der Figuren ist kaum gegeben. Das hat mich nicht direkt gestört, aber die Strukturen eines Dramas sind so stark erkennbar, dass ich mich ab und zu gefragt habe, ob es wirklich sinnvoll war, daraus einen Roman zu machen.

"Corpus Delicti" ist eine wirklich eindringliche Dystopie mit einer fesselnden Handlung, starken Dialogen und auch einigen wunderschön zarten Szenen zwischen Mia und ihrem Bruder. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es notwendig gewesen wäre, ihn in eine Romanform zu pressen - vielleicht hätte man es beim Theaterstück belassen sollen. Denn als solches würde ich es wirklich gern auf der Bühne sehen; nein, mehr noch: Am liebsten würde ich es sofort selbst inszenieren. ;-)

4 Sternchen für eine wirklich empfehlenswerte Geschichte, die vielleicht nicht in der für sie perfekten Form erzählt wird.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Amnesie, Wiedergeburt und die letzte Stadt der Erde

Da nächtliche Straßenarbeiten direkt unter meinem Fenster dazu führen, dass an Schlaf nicht mal zu denken ist, nutze ich die Zeit, um ein paar überfällige Rezensionen wieder einmal zu einem Dreierpaket von Kurzrezis zusammenzufassen.


S.J. Watson - Ich. darf. nicht. schlafen.
Hörbuch

Als Christine aufwacht, findet sie sich in einem fremden Bett neben einem fremden Mann. Doch ihr fehlt nicht nur die Erinnerung an die vergangene Nacht, sondern an die letzten 20 Jahre ihres Lebens: Seit einem Unfall vor vielen Jahren kann Christine keine neuen Erinnerungen über die Nacht hinaus speichern. Ihr Leben kann sie nur mit Hilfe ihres Mannes Ben bewältigen. Doch dann findet Christine ein Tagebuch und auf der ersten Seite steht: "Trau Ben nicht."
Ich bin auf diesen Thriller bei Elena aufmerksam geworden und habe dann ganz spontan mein monatliches Audible-Guthaben dafür genutzt, um ihn zu kaufen. Und etwa bis zur Hälfte konnte mich das Hörbuch auch wirklich fesseln, obwohl sich manches wiederholt und zunächst keine typische Thriller-Spannung vorhanden ist. Aber Christine und ihre Situation haben mich fasziniert und ich wollte schnell wissen, was es mit all dem auf sich hat.
Leider hat mich der Roman letztendlich eher enttäuscht. Das Problem war nicht einmal, dass er bald recht vorhersehbar wurde, sondern dass er vor Logikfehlern nur so strotzte. Das meiste funktioniert nur, solange man über die darin vorgebrachten Erklärungen keine Sekunde lang nachdenkt. Sobald man zu grübeln beginnt, bricht alles irgendwie in sich zusammen. Und das verkitschte Ende ... nun ja. Schade, denn der Roman hat wirklich vielversprechend begonnen.
So gibt es nur 2,5 Sternchen.


Sebastian Fitzek - Das Kind
Hörbuch

Weiter gehts im Krimi-/Thriller-Bereich. Als ein zehnjähriger Junge dem Anwalt Robert Stern erzählt, er hätte in seinem früheren Leben einen Mord begangen, glaubt Stern zunächst an einen Scherz. Doch als er tatsächlich an der beschriebenen Stelle auf menschliche Überreste stößt und dann auch noch seltsame Nachrichten erhält, die darauf hindeuten, dass sein am plötzlichen Kindstod verstorbener Sohn noch leben könnte, beginnt Stern nachzuforschen - und gerät immer tiefer in einen Sumpf aus Mord, Kindeshandel und Rache.
Seit einigen Jahren ist Fitzek in aller Munde, und ich muss sagen, dass er mit "Das Kind" einen wirklich spannenden Krimi vorgelegt hat. Auch wenn mir manche Konstellationen zu klischeehaft waren und ich die eine oder andere Stelle nicht ganz glaubwürdig fand, hat mich die ungekürzte Lesung über weite Strecken sehr gefesselt. Die Figuren bleiben zwar großteils sehr oberflächlich in ihrer Charakterisierung, aber Fitzek hat doch den einen oder anderen recht interessanten Charakter geschaffen. Die Auflösung war stimmig und für mich großteils nicht vorhersehbar, und eigentlich hätte ich diesem Krimi solide 4 Sternchen gegeben, wenn ... ja, wenn nicht das unsägliche Ende wäre.
Hätte Fitzek ein wenig früher aufgehört, wäre das Ende aus meiner Sicht wirklich gelungen gewesen. Es gab sogar schon den perfekten Schlusssatz, aber dann musste Fitzek plötzlich noch eins drauflegen. Warum? Warum doch auf einmal diese esoterische Note, nachdem doch alles logisch aufgeklärt wurde? Warum dieser aufgesetzte Kitsch?
Ich fand das Ende wirklich ägerlich und dermaßen misslungen, dass ich dafür noch ein Sternchen abziehe und somit also 3 Sternchen für den durchaus spannenden Krimi vergebe.


Thomas Elbel - Asylon

Nach einer Klimakatastrophe ist Asylon die letzte Stadt der Erde, das letzte Bollwerk der Zivilisation. Warum aber wollte dann die Frau, deren Leiche Torn im Minengürtel rund um die Stadt findet, offenbar aus Asylon fliehen? Als dann auch noch Torns Frau nach einer Fehlgeburt im Krankenhaus verschwindet, gerät sein Weltbild endgültig ins Wanken.
"Asylon" ist ein rasanter, actiongeladener Roman, dessen schnelle Szenenwechsel mir anfangs den Einstieg schwer gemacht haben. Mit so raschen Schnitten habe ich mir beim Lesen schon immer schwer getan - kaum taucht man in eine Szene und eine Figur richtig ein, wird man schon wieder herausgerissen. Da noch dazu die Figuren neben all der Action etwas auf der Strecke bleiben, hat es eine Weile gedauert, ehe ich wirklich in den Roman hineinkam. Etwa ab der Hälfte hat er mich dann aber gepackt und ich konnte ihn nur noch schwer aus der Hand legen. Und anders als bei Fitzeks Roman finde ich hier das Ende wirklich sehr gut gelungen. Es kommt wirklich selten vor, dass ich ein Ende dermaßen perfekt finde wie bei "Asylon".
Schade, dass ich am Anfang etwas gebraucht habe, um richtig in den Roman einzutauchen und dass die Figuren allesamt etwas blass bleiben. So vergebe ich letztendlich 3,5 Sternchen.

Sonntag, 15. Januar 2012

Sonntagsgeplauder #11

Schreibgeplauder
Oje, wie war das mit "Ich würde gern die Göttersteine bis Ende Jänner beenden"? Ich glaube, das wird nichts mehr. Letzte Woche hatte ich wenig Zeit, da ich am Freitag ein Referat über meine Dissertation halten musste; vor allem aber hatte ich nicht den Kopf frei.
Normalerweise schreibe ich vor allem dann sehr viel, wenn es sonst grad nicht so toll läuft. Ich finde es dann immer tröstlich, in meine Romane zu flüchten und meine Figuren mit viel schlimmeren Dingen zu konfrontieren als jene, die mir den Tag verderben. Aber derzeit geht es irgendwie nicht. Immerhin kam mir gestern in der Arbeit aus dem Nichts eine Idee für eine Szene, die jetzt erst mal in meinem Kopf vor sich hinreift.
Und zumindest habe ich zu Beginn der Woche für das neue Ende von "Bühnenzauber" noch eine Herun-Maldwin-Szene geschrieben, die ich persönlich sehr liebe. Ob ich die Szene auch gelungen finde, weiß ich noch nicht so recht, aber ich mag sie - und ich mag Heruns Fähigkeit, sich selbst aus den unangenehmsten Situationen aufzurappeln und optimistisch nach vorn zu blicken. Da sollte ich mir mal eine Scheibe abschneiden. Wobei ich ja eigentlich eh auch ein Stehaufmännchen bin. ;-)

Buchgeplauder
Lesetechnisch hat sich auch nicht besonders viel getan. Ich habe zwar jeden Abend ein wenig bei "Der siebte Schwan" weitergelesen, unterwegs und in ein paar "tote Hose"-Momenten in der Arbeit ein paar Seiten beim "Radetzkymarsch" geschafft und "Das Kind" von Sebastian Fitzek zu Ende gehört, aber ich habe nicht das Gefühl, als hätte ich in der letzten Woche allzu viel Zeit mit Lesen verbracht. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändert.
Als nächstes Hörbuch habe ich nun mit "Corpus delicti" von Juli Zeh begonnen und es gefällt mir bisher sehr gut. Eine wirkliche Enttäuschung habe ich bisher sowieso noch mit keinem Zeh-Roman erlebt, insofern war auch fast nichts anderes zu erwarten.

Rezensionen sind immer noch ein paar ausständig, irgendwie kann ich mich grad nicht dazu aufraffen, die zu schreiben. Ich wollte ja eigentlich auch zu "Das Kind" noch meinen Senf dazu geben, aber mal sehen, ob ich darauf noch Lust habe.

Suchbegriffe
Leider landen die meisten ja mit viel weniger skurrilen Suchbegriffen bei mir als ich es gern hätte, aber ein paar Schmankerl gab es nun doch wieder:

frohe weihnachten schreiben
Offensichtlich weiß der/die Suchende ja eh schon, wie man es richtig schreibt, also wo ist das Problem? Und weshalb fragt man sich das nach Weihnachten? Und durch wieviele Seiten google-Ergebnis muss man sich bitte durchklicken, um damit auf meinem Blog zu landen?

liest g.r.r martin spiel der götter?
Tja, das weiß ich auch nicht. Und selbst wenn er es tut, könnte er es wohl kaum auf seinem Blog erwähnen, da vermutlich sonst sofort 200 wütende Fans in den Kommentaren schreiben würden, er solle mit dem Lesen aufhören und lieber "The Winds of Winter" weiterschreiben. ;-)

frau mit hut beschreiben
ohne Worte

7 schwarze gestalten
Hmmm ... 7 Zwerge im dunklen Kapuzenumhang? Oder worum gehts da jetzt? Schwarze Gestalten sind ja in letzter Zeit gern auf Fantasybüchern vertreten, wie ich schon mal festgestellt habe, aber gleich 7 Stück davon sind mir bisher noch auf keinem Cover untergekommen ...

Samstag, 14. Januar 2012

[31 Tage - 31 Filme] Tag 1

Welchen Film hast du als Letztes gesehen?

Das war "(500) Days of Summer", ein Film, der mich wirklich positiv überrascht hat. Ich habe ihn mir, weil er mir mal empfohlen wurde, aus der Bücherei ausgeliehen, letztendlich aber doch nicht mehr als eine durchschnittliche Liebeskomödie erwartet. Stattdessen handelt es sich dabei um einen wirklich originellen und erstaunlich unkitschigen Film. 
Der Inhalt ist recht schnell erzählt: Der Grußkartenschreiber Tom verliebt sich auf den ersten Blick in Summer, die neue Assistentin seines Chefs. Wie so oft in solchen Konstellationen ist Tom eher der schüchterne Romantiker, Summer hingegen eine selbstbewusste, spontane und lebenslustige junge Frau, die an einer festen Beziehung nicht interessiert ist.
In den nächsten 500 Tagen wird Tom in ein Liebes-Auf-und-Ab gestürzt und gerät von Euphorie in Verzweiflung und wieder zurück. Dabei wird das ganze aber nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt mit der Trennung und springt dann häppchenweise in bestimmte Tage hinein. Das macht Spaß beim Schauen, vor allem aber macht die Beziehung der beiden wirklich Freude: Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel spielen zwei sympathisch-realistische junge Leute, die weniger klischeehaft sind als zunächst vermutet. Es gibt unglaublich schön-witzige Momente zwischen ihnen, die weit über die oberflächlichen Beziehungen vieler Liebesfilme hinausgehen und umgekehrt auch Entscheidungen, die nicht nur unerwartet, sondern auch traurig sind.
Daneben ist auch noch Chloe Moretz ein echtes Highlight als altkluge kleine Schwester von Tom. 

"(500) Days of Summer" ist eine etwas andere Liebesgeschichte, ein ganz wunderbarer Independent-Film, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Donnerstag, 12. Januar 2012

31 Tage - 31 Filme

Bei mir läuft in letzter Zeit alles so dermaßen doof, dass dieser Blog irgendwie das ist, woran ich mich festklammere, auch wenn das jetzt seltsam klingt (deshalb schreibe ich derzeit hier soviel).
Und daher stelle ich mal eine neue Liste vor, deren Fragen ich in der nächsten Zeit beantworten möchte. Es geht um die 31 Tage - 31 Filme von Lena. Obwohl das hier ja eigentlich nur ein Schreib- und Leseblog ist, wollte ich diese Fragen unbedingt mal beantworten, dachte aber, dass ich vorher meine 30 Tage übers Schreiben bloggen abarbeiten sollte, ehe ich mich der nächsten Fragenliste zuwende. ;-)
Ich denke aber, dass ich die Filmfragen stattdessen einfach immer mal wieder dazwischen streuen werde, wenn ich grad Zeit und Lust habe. Die Fragen hänge ich unten an diesen Beitrag dran.

Warum möchte ich diese Liste beantworten? Bin ich so ein Filmfan?
Dazu muss ich sagen: Ja, ich mag schon Filme, aber eigentlich schaue ich recht selten welche an. Ich hab keinen Fernsehanschluss und gehe nicht allzu oft ins Kino, weil mir dafür das Geld fehlt und ich ja auch oft abends arbeite. DVDs leihe ich in regelmäßigen Abständen aus der Bücherei aus, aber "regelmäßig" meint in dem Fall, dass ich pro Monat meist etwa 1-2 DVDs gucke (und manchmal nicht mal so viele). Im Vergleich zu Büchern haben also Filme einen eher geringen Stellenwert in meinem Leben, und dennoch bin ich auf eine gewisse Weise schon ein Filmfan. Besonders gern mag ich - und damit passt das ganze auch wieder zu meinem Blog - Buchverfilmungen. Über die meisten nörgle ich zwar ganz furchtbar, aber sobald ein Buch, das ich kenne, verfilmt wird, bin ich unendlich neugierig und möchte die Verfilmung sehen. Diese Neugierde und die Tatsache, dass ich eben nicht so wahnsinnig oft ins Kino kommen, führt dazu, dass ich manchmal monatelang keinen einzigen "eigenständigen" Film im Kino sehe. ;-) Was auch ein wenig schade ist, aber tja, was soll man machen ...
Ansonsten mag ich auch Serien gern (und da besonders jene von HBO), da man für eine Folge eher mal Zeit hat als für einen 2-Stunden-Film. Praktischerweise werde ich da oft von einer Freundin mit DVDs versorgt, da sie eben viele Serie, die mich selbst interessieren, besitzt. Aktuell ist es übrigens die 3. Staffel von "True Blood".
Nun ja, Serien kommen ja in den 31 Fragen nicht vor, ich wollte das nur mal erwähnt haben.

Wundert euch also nicht, wenn es in der nächsten Zeit hier ab und zu auch mal um Filme geht.

Tag 1 – Welchen Film hast du als Letztes gesehen?
Tag 2 – Welcher ist dein Lieblingsfilm?
Tag 3 – Welcher ist dein Hassfilm?
Tag 4 – Welchen Film kannst du nur einmal sehen (egal, ob du ihn hasst oder nicht)?
Tag 5 – Welcher Film erinnert dich an jemanden?
Tag 6 – Welchen Film hast du als erstes im Kino gesehen?
Tag 7 – Welchen Film hast du am häufigsten gesehen?
Tag 8 – Nenne einen Film von deinem Lieblingsregisseur (wahlweise: Lieblingsschauspieler(in)).
Tag 9 – Welcher ist der schlechteste Film deines Lieblingsregisseurs (wahlweise: Lieblingsschauspieler(in))?
Tag 10 – Welcher ist der lustigste Film, den du kennst?
Tag 11 – Welchen Film würdest du deinen Kindern zeigen?
Tag 12 – Die 7. DVD/Blu-ray/Video in deinem Regal von rechts.
Tag 13 – Welcher Film aus deinem letzten Spontankauf landete in deinem Regal?
Tag 14 – Welcher Film hat die schönste Musik?
Tag 15 – Welchen Film fandest du besonders gut, obwohl er aus einem von dir eher nicht bevorzugten Genre stammt?
Tag 16 – Welches Genre bevorzugst du zum Entspannen?
Tag 17 – In welchem Film kommt deine Lieblingsfigur vor?
Tag 18 – Welcher Film enthält deinen Lieblingsbösewicht?
Tag 19 – Welcher Film hat dich zuletzt stark beeindruckt?
Tag 20 – Welcher Film hat dich am meisten negativ überrascht?
Tag 21 – Von welchem Film wurdest du zum ersten Mal so richtig gefesselt?
Tag 22 – Welche ist deine Lieblingsszene aus einem Film?
Tag 23 – Was war der beste Filmanfang oder das beste Filmende?
Tag 24 – Was war der traurigste Film, den du je gesehen hast?
Tag 25 – Welcher Film ist die gelungenste Verfilmung einer literarischen Vorlage?
Tag 26 – Welcher ist dein liebster Filmklassiker?
Tag 27 – Welchen Film sollte deiner Meinung nach jeder gesehen haben?
Tag 28 – Welchen Film sollte man unbedingt im Kino gesehen haben?
Tag 29 – Welchen Film wolltest du schon immer sehen?
Tag 30 – Welchen Film erwartest du in Zukunft am meisten?
Tag 31 – Welchen Film wirst du als Nächstes sehen?

Mittwoch, 11. Januar 2012

Themen-Challenge: Eine kleine Änderung!

Ich habe bei der Themenchallenge eine kleine Änderung vorgenommen: Ursprünglich schrieb ich, dass ihr mir bitte die Rezensionen in den Kommentaren verlinken sollt.
Bei der Fülle an Teilnehmern würde das aber auf Dauer recht unübersichtlich werden, befürchte ich. Ihr braucht mir also keine einzelnen Rezensionen verlinken, sondern nur einmal am Ende des Jahres einen Link zu den gesammelten Rezensionen! Ich habe ja großteils eh die Links zu euren Challenge-Überblicksseiten und werde das dort ohnehin rauslesen können - der abschließende Link soll eher eine Sicherheit sein, damit mir nicht doch noch jemand durch die Lappen geht. Aber ich werde da ohnehin nochmal einen kleinen Aufruf am Ende des Jahres machen.
Wichtig ist vorerst nur, dass der Punkt, dass die einzelnen Rezensionen in den Kommentaren verlinkt werden sollen, komplett gestrichen ist. ;-)

Dienstag, 10. Januar 2012

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 13. + 14. Frage

13. Über welche Kultur - fiktiv oder echt - schreibst du am liebsten?

Ich bin sehr zögerlich, wenn es um reale Kulturen geht, weil ich immer befürchte, dass ich etwas falsch mache, Details nicht genug recherchiere, usw. Wenn ich diese Hemmungen nicht hätte, würde ich wohl am ehesten historische Romane schreiben, die in der römischen Antike (wenn auch weniger in Rom selbst als eher in den Nordprovinzen) angesiedelt sind. Oder auch in früheren Hochkulturen, wie etwa bei den Hethitern.
Aus diesem Grund habe ich auch in meiner Fantasywelt Kulturen, die sich ein wenig daran orientieren. Wenn ich mich schon in der wirklichen Welt nicht drübertraue, möchte ich wenigstens etwas ähnliches in meinen Fantasyromanen verwursten. ;-)
Allerdings muss ich sagen, dass jene Kultur, die mir bisher beim Schreiben am meisten Spaß gemacht hat, die der Rentiernomaden in "Frostpfade" war. Ich habe damals sehr viel recherchiert und mir sowohl bei den Samen als auch bei den Tschuktschen und den Inuit Anregungen geholt. Trotzdem sind meine Nomadenstämme etwas eigenständiges geworden - hoffe ich zumindest. Ich habe ihre Kultur teilweise erst beim Schreiben entdeckt und mich dort bei ihnen im hohen Norden sehr wohl gefühlt. Eine Freundin, die den Roman gelesen hat, bettelt mich schon seit einer Weile an, dass ich doch noch einen weiteren Roman dort ansiedeln soll und ich denke mittlerweile ernsthaft darüber nach. Es würde bestimmt keine Fortsetzung werden, da Linns Geschichte abgeschlossen ist, sondern etwas ganz neues. Aber ich würde eigentlich selbst ganz gern wieder zu den Rentiernomaden und vielleicht auch zu den Schneeläufern zurückkehren.


14. Wie erstellst du, so gebraucht, Stadtpläne und Landkarten? Hast du welche zum Vorzeigen?

Ich liebe Landkarten! Inzwischen habe ich zwar schon lange mehr keine erstellt (eigentlich schon seit Jahren nicht mehr, was auch daran liegen mag, dass ich inzwischen Photoshop nicht mehr habe), aber eine Weile habe ich sehr, sehr ausgiebig meine Fantasywelt kartografiert, und das kommt mir auch jetzt noch beim Schreiben zugute. Wenn ich etwas mache, dann eben mit voller Leidenschaft. Halbe Sachen gibts nicht. ;-)
Also klar hab ich Karten zum Vorzeigen! Im Folgenden werde ich ein paar verschiedene Karten vorstellen - klickt einfach auf das Bild, dann kommt ihr zur größeren Version:

So wie die nebenstehende Karte sehen im Wesentlichen alle meine Detailkarten der verschiedenen Länder aus. Passend zur vorigen Frage seht ihr hier Räkant, das Land der Rentiernomaden.
Irgendwann wurde ich vom wilden Affen gebissen und habe die nebenstehende Höhenlinien-Karte erstellt (Räkant seht ihr oben rechts). Das war viel Arbeit (was, echt jetzt? *g*), aber es war eine fast schon meditative Arbeit, die sehr viel Spaß gemacht hat. Am schwierigsten war eigentlich die Vorarbeit, als ich überlegt habe, wie hoch die Gebiete wo eigentlich sind. Man glaubt gar nicht, wieviel man recherchieren muss, um solche Karten auch nur annähernd realistisch hinzubekommen.
Einfach vom künstlerischen Aspekt her, aber katastrophal schwer bei der Planung war auch meine Karte der Klimazonen. Meine Güte, was ich da alles recherchiert habe! Woher hab ich da bloß die Zeit genommen? Kein Wunder, dass ich damals deutlich weniger gelesen habe als jetzt. ;-)
Ich glaube, die meisten Karten fallen auch in meine Phase der totalen Schreibblockade. Während ich jetzt meine Fantasywelt schreibend erkunde, habe ich sie damals viel mehr aus dem Blickwinkel von Karten und historischen Hintergründen erforscht.
Besonders lustig, aber an Geekigkeit wohl nicht mehr zu überbieten, war das Erstellen meiner Handelskarte. Die habe ich in dem Sommer gebastelt, als ich Liebeskummer hatte. Naja, jeder findet so seine Wege damit umzugehen, nicht? *lach* Mittlerweile würde ich sie an einigen Stellen überarbeiten, aber so im Großen und Ganzen passt sie schon, und sie hat mir auch schon bei einigen Romanstellen weitergeholfen.
Am ältesten von dieser Kartenparade hier ist die Stadtkarte von "Caragon" (bäh, diese Stadt würde ich jetzt gern noch umbenennen; vielleicht mach ich das auch mal). Die ist auch in irgendwelchen Ferien entstanden. Optisch finde ich sie noch immer toll, aber leider passt sie inzwischen nicht mehr, weil ich damals mit deutlich mehr Einwohnern gerechnet habe als jetzt. Die ist übrigens im Gegensatz zu den restlichen Karten nicht in Photoshop entstanden, sondern mit Feder und Tinte (!) auf Papier.

Ja, das war so ein kleiner Streifzug durch meine begeisterte Karten-Phase (ich hoffe, ihr haltet mich jetzt nicht für so bekloppt wie meine Familie, als ich mal den Fehler gemacht habe, ihnen die Stadtkarte zu zeigen). Mit 16 oder 17 Jahren habe ich übrigens mal überlegt, Kartografie zu studieren. Hätte ich vielleicht tun sollen, dann hätte ich jetzt möglicherweise sogar einen brauchbaren Job ...

Sonntag, 8. Januar 2012

Sonntagsgeplauder #11

Schreibgeplauder
Manchmal bin ich ein unglaublich ungeschickter Mensch, und so hab ich mir gestern mein linkes Handgelenk in der Tür eingeklemmt. *autsch*
Inzwischen kann ich wieder ganz gut tippen, aber auf Dauer tut es noch immer weh, daher kann/konnte ich das ganze Wochenende nicht zum Schreiben nutzen - und das, obwohl ich gestern frei hatte und heute nur einen 5-Stunden-Dienst. :-(
Immerhin hab ich aber letzte Woche ein bisschen geschrieben, und so ist bei den "Göttersteinen" wieder ein Kapitel fertig geworden und bei "Bühnenzauber" sind die letzten zwei Szenen neu geschrieben (nun fehlt noch das Nachspiel bzw. der Epilog).

Lesegeplauder
Natürlich kann ich auch gerade nicht knüpfen, daher stockt momentan mein Hörbuch-Konsum ein wenig (obwohl "Das Kind" von Fitzek recht spannend ist). 
Ansonsten habe ich für die Klassiker-Challenge (und vermutlich auch schon mal für meine Themen-Challenge) "Radetzkymarsch" begonnen und finde den Roman sehr angenehm zu lesen. Von der Art her erinnert er mich an wenig an die "Buddenbrooks", wenn man auch am Anfang erfreulicherweise nicht so sehr von Namen erschlagen wird. ;-)
Daneben hätte ich eigentlich "Soulless" von Gail Carriger begonnen, aber irgendwie hab ich grad gar keine Lust auf diese schrägen Albernheiten und mag noch dazu derzeit von Vampiren nicht mal dann lesen, wenn sie auf Schippe genommen werden ... Also hab ich das Buch doch wieder zur Seite gelegt und werde es wohl ungelesen der Freundin zurückgeben, von der ich es ausgeliehen hatte.
Stattdessen hab ich mir "Der siebte Schwan" von Lilach Mer geschnappt und bin begeistert. Hoffentlich bleibt der Roman so poetisch, ungewöhnlich und märchenhaft.

SuB-Geplauder
Ja, in den letzten Tagen ist mein SuB doch wieder etwas gestiegen (aber immerhin nicht über 30, da bleib ich jetzt eisern!) und das ganz ohne mich in finanzielle Schwierigkeiten zu stürzen. ;-)
Zum ersten Mal seit einigen Wochen hab ich nämlich mal wieder richtig ausgiebig in der Bücherei gestöbert und mich mit drei Büchern sowie einem Hörbuch eingedeckt. 
Ich bin allerdings bei "Matched" noch etwas skeptisch, ob das wirklich was für mich ist. In letzter Zeit hat man ja überall davon gehört und gelesen, aber ich habe so die Befürchtung, dass es mir zuviel Liebesgeschichte sein wird. Die "Hunger Games" haben die Latte für Jugenddystopien einfach dermaßen hoch gelegt, dass schwierig sein wird, da annähernd mitzuhalten.
Dann gabs bei Audible "Das Kind" gratis als Download und schließlich hab ich mal einen Teil meines Weihnachtsgutscheins in ein eBook investiert und zwar Thomas Burnett Swanns "Green Phoenix" (wo es mit Aeneas und seinem Sohn weitergeht).
Und zu guter Letzt habe ich bei Caroline ein Buch gewonnen. :-) Das wird wohl auch demnächst bei mir eintreffen. Viel neuer Lesestoff also.

Und sonst?
Die eine oder andere Rezension ist noch ausständig und ich würde auch gern mal wieder eine meiner Romanfiguren vorstellen.
Davon abgesehen habe ich eine von mir früher sehr geliebte Webseite, nämlich die Bibliotheka Phantastika, wieder neu für mich entdeckt. Nach umfangreichen Umbauarbeiten war es dort eine Weile recht leer, aber inzwischen gibt es wieder eine ganze Reihe von Rezensionen, spannende Blogeinträge und auch sonst allerlei. Der Bibliotheka Phantastika verdanke ich zwei meiner tollsten Autorenentdeckungen der letzten Jahre, nämlich Guy Gavriel Kay und Patricia McKillip. Und da ich derzeit auch wieder mehr Lust auf "klassische" Fantasy und Phantastik etwas abseits der ausgetretenen Pfade habe, habe ich dort wieder ein wenig gestöbert und prompt einige potentiell interessante Bücher entdeckt. So habe ich etwa The Night Circus von Erin Morgenstern sofort auf meine Wunschliste gesetzt - ungeachtet der schlechten Amazon-Rezensionen.
Und dann habe ich im Gegenzug auch gleich sowohl meine Wunsch- als auch meine Büchereiliste ausgemistet und einige Bücher runtergeschmissen. Wirklich übersichtlich sind sie allerdings beide noch nicht geworden ... *dideldum*

Samstag, 7. Januar 2012

Arthur Conan Doyle - The Hound of the Baskervilles


Genre: Krimi
Seiten: 176
Verlag: Penguin
ISBN: 978-0140621976
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

English-Challenge  (Januar) 
Themen-Challenge (Rätsel)


Ein seltsamer Fall wird an Holmes und Watson herangetragen: Angeblich soll auf einer Familie im Dartmoor ein Fluch liegen, der im Zusammenhang mit einem dämonischen Hund steht. Als nun der alte Sir Charles Baskerville tot aufgefunden wird und sein Arzt in der Nähe der Leiche Spuren eines großen Hundes sieht, wendet er sich hilfesuchend an Sherlock Holmes. Dieser glaubt nicht an an übernatürliche Vorgänge, aber es scheint, als würde auch auf dem Erben des Familienbesitzes, Sir Henry Baskerville, der Fluch zu lasten.

Das ist tatsächlich der erste Sherlock Holmes-Roman, den ich gelesen habe. Bisher kannte ich nur eine Kurzgeschichte ("Die fünf Apfelsinenkerne"), die mich nicht vom Hocker gerissen hat.
"The Hound of the Baskervilles" hingegen ist ein wirklich spannender Roman. Er enthält gerade die richtige Portion gruseliger Elemente, dass mir beim Lesen ein wohliger Schauder über den Rücken lief, ich Angsthase mich aber nicht überfordert fühlte. Für unheimliche Moore habe ich sowieso ein Faible, daher fand ich alleine den Schauplatz des Krimis toll.
Interessant ist, dass dieser Roman offensichtlich auch Enid Blyton inspiriert hat - zumindest erinnerte mich die Sache mit dem entflohenen Häftling und den Lichtsignalen im Moor stark an einen Fünf Freunde-Roman. Und ich fand dieses Element schon dort sehr spannend.

Die Krimihandlung des Romans hat mir also sehr gut gefallen und auch die Auflösung war stimmig, wenn auch ein kleines Bisschen abstrus (aber das ist bei Krimis ja fast immer der Fall). Leider fand ich die Figur des Sherlock Holmes nicht ganz so interessant. Das mag natürlich daran liegen, dass in diesem Roman Watson im Vordergrund steht und Holmes eher im Verborgenen agiert, aber ich kann wirklich nicht behaupten, dass mich der Detektiv besonders fasziniert hätte. Vielleicht kommen hier seine dunklen Seiten auch weniger zum Vorschein als bei anderen Fällen, aber ich fand ihn auf eine wirklich langweilige Art und Weise perfekt bzw. unfehlbar. Und Watson selbst bleibt als Ich-Erzähler recht blass.

Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt. Ansonsten fand ich den Roman toll und - nach einigen Anlaufschwierigkeiten - auch gut auf Englisch zu lesen.
Allen Krimifreunden kann ich ihn nur wärmstens empfehlen und vergebe 4 Sternchen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 12. Frage

12. In welcher Geschichte hast du die beste Welt gebaut? Hast du ein paar Tipps dazu?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn wie ich bei der 1. Frage schon geschrieben habe, habe ich bisher im Grunde nur eine Welt gebaut. 
Gut, es gibt noch die Versunkene Welt in meinem "Nachtjäger", aber dabei handelt es sich nicht wirklich um eine eigenständige Fantasywelt. Somit bleibt nur Acarneya und die habe ich so gesehen in den "Göttersteinen" gebaut, da sie in der Urfassung (die mit dem jetzigen Roman praktisch nichts mehr zu tun hat) erst entstanden ist.

Mit konkreten Tipps tue ich mir schwer, da ich an dieser Welt so viele Jahre gebastelt habe, dass ich mittlerweile einfach tonnenweise Material habe. Wichtig finde ich, dass man an der Welt Spaß hat und sich wirklich eingehend mit ihr beschäftigt.
Ich finde, man merkt es einem Fantasyroman sehr stark an, wenn die Hintergrundwelt sorgfältig mit Leben gefüllt wurde. Der "Herr der Ringe" verdankt seinen Erfolg sicher zu einem großen Teil der Tatsache, dass man beim Lesen spürt, wieviel Hintergrundwelt es gibt. Man hat das Gefühl, dass man jederzeit den Pfad des Romans verlassen und die Welt darüber hinaus entdecken könnte. Und genau dieses Gefühl braucht man. Es gibt sehr viele Fantasyromane bei denen das nicht so ist - man merkt dann, dass sozusagen abseits des Weges keine Welt existiert.
Aber eine wirklich gelungene Fantasywelt besteht aus mehr als einfach ein paar zusammengeklatschten exotischen Landschaften (in vielen Hohlbein-Romanen ist das das einzige, was die Welt ausmacht). Es muss auch verschiedene Kulturen und Gesellschaften, verschiedene Sprachen, Glaubensvorstellungen geben. Das bedeutet nicht, dass man sich die alle detailliert ausdenken muss, aber man braucht doch eine gewisse Vorstellung von all diesen Dingen. 
Wenn es in der gesamten Welt eine einzige Sprache gibt, ständig nur ominös von "den Göttern" die Rede ist (und man sonst gar nichts über den Glauben erfährt) und alle Kulturen/Völker schön säuberlich in ihren abgegrenzten Gebieten leben, dann merkt man schon, dass sich der Autor/die Autorin nicht viele Gedanken über diese Dinge gemacht hat. Kulturen verändern, entwickeln und vermischen sich; Glaubensvorstellungen gehen über die lapidare Verwendung eines entsetzten "Oh ihr Götter!"-Ausrufes hinaus; eine einzige Sprache über sehr große Gebiete hinweg kann in Vor-Buchdruckszeiten kaum bestehen.
Das sind jetzt nur ein paar Beispiele. Und ich meine damit auch nicht, dass man zig Sprachen im Detail entwickeln soll oder etwas in der Art. Aber wenn eine Fantasywelt glaubhaft und auch dreidimensional wirken soll, dann wird man nicht umhin kommen, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.
Ich lese an sich gern klassische High Fantasy, aber wenn ich etwas wirklich nicht leiden kann, dann sind es "Baukasten"-Welten, die starr und flach wirken.

Ihr merkt schon: Das ist ein Thema, worüber ich lange plaudern könnte. Ich möchte damit eigentlich nur eins sagen: Eine gute Romanidee kann über so manchen weißen Fleck einer Welt hinwegtragen und ein Fantasyroman muss nicht gleich schlecht sein, wenn er keine großartig ausgearbeitete Welt als Hintergrund hat. 
Aber damit ein High Fantasy-Roman wirklich funktioniert und sich aus dem Durchschnitt heraushebt, sollte schon einige Energie in die Hintergrundwelt gesteckt werden. Das sieht man ja auch an Martins "Song of Ice and Fire". Westeros mag sehr stark an England im Mittelalter orientiert sein, aber eines merkt man ganz deutlich: Sie geht weit über das hinaus, was man in den Romanen über sie erfährt. Und genau das macht sie glaubwürdig und lebendig.

Dienstag, 3. Januar 2012

Ein besonderer Punsch, Hexenjagd und arkadische Gestaltwandler

Dieses Mal packe ich drei gänzlich unterschiedliche Bücher hier bei den Kurzrezensionen zusammen, aber ich werde einfach nicht mehr dazukommen, mich zu allen ausführlich zu äußern und ich möchte dennoch ein paar Worte darüber verlieren. Zusammen haben sie immerhin die Tatsache, dass sie mir alle drei sehr gut gefallen haben.

Michael Ende - Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
(2. Chance Challenge)

Was habe ich dieses Buch als Kind geliebt! Und dass ich den gesamten Titel immer noch ohne großes Nachdenken schreiben kann, zeigt, dass ich früher ein rechter Fan von dem Roman gewesen sein muss. ;-)
Und auch jetzt hat der Roman wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Der Zauberer Beelzebub Irrwitzer und seine Tante Tyrannja Vamperl haben leider das geforderte Maß an bösen Dingen in diesem Jahr nicht geschafft und wollen dies nun mithilfe eines magischen Punsches in der Silvesternacht gerade noch vor Mitternacht nachholen. Doch es wäre alles viel einfacher, wenn der Rat der Tiere ihnen nicht einen naiven Kater und einen gewitzten Raben als Spione geschickt hätte ...
Michael Ende entzündet in diesem Roman ein wahres Feuerwerk an witzigen und schrägen Ideen. So manche Anspielungen und Wortwitze versteht man wohl überhaupt erst als Erwachsene so richtig. Dieser Roman ist wirklich ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen und eigentlich jedem zu empfehlen, der zumindest ein Fünkchen Humor und Fantasie besitzt.
Einzige Kritikpunkte: Die Zubereitung des Wunschpunschs liest sich in seiner Ausführlichkeit stellenweise etwas zäh und der Roman kann auch nicht ganz mit Endes "großen" Werken "Die unendliche Geschichte" und "Momo" mithalten.
Aber das sind nur minimale Schönheitsfehler. 4 Sternchen


Arthur Miller - Hexenjagd

Als ich bei der letzten Versammlung unseres Theatervereins zugesagt hatte, bei diesem Stück Co-Regie zu führen, kannte ich nur den Film von Nicholas Hytner. Nun habe ich auch endlich das Theaterstück gelesen und es hat mich beinahe noch mehr aufgewühlt als der Film.
Die Geschichte einer Gruppe von Mädchen, die unter der Führung der dominanten Abigail Williams wahllos Gemeindemitglieder beschuldigen, mit dem Teufel im Bund zu stehen, um von einem okkulten Ritual abzulenken, muss wohl unweigerlich jeden in seinen Bann ziehen. Aus einer anfänglich kleinen Lüge entsteht hier die reinste Massenhysterie, der mit Logik und Nüchternheit nicht mehr beizukommen ist - und jene, die es versuchen, werden rasch von Abigail als nächste Opfer auserkoren.
Ich freue mich darauf, dieses unglaublich interessante Stück zu inszenieren und habe zugleich Angst davor. Denn "Hexenjagd" ist stellenweise beinahe unerträglich. Die Handlung mag im 17. Jahrhundert angesiedelt sind und auf religiösen Vorstellungen beruhen, die heutzutage nicht mehr existieren, aber dennoch scheint das Theaterstück in vielen Punkten fast schon beängstigend aktuell zu sein. Das macht es so eindringlich, und das macht die Tatsache, dass man beim Lesen nur hilflos zusehen kann, wie das Verhängnis seinen Lauf nimmt, so beklemmend. Ich kenne kaum ein Buch, bei dem ich so sehr diesen Wunsch verspürte, mitten hinein in die Seiten zu springen und zumindest einige der furchtbaren Ereignisse zu verhindern.
5 Sternchen für eines der fesselndsten Theaterstücke, das ich je gelesen habe.


Kai Meyer - Arkadien fällt

Die Trilogie um die arkadischen Dynastien kommt zu einem Ende - und zu was für einem! Ich habe Kai Meyers Welten und seine Ideen schon immer bewundert, konnte aber dennoch in seine Romane oft nicht ganz eintauchen. Bei der Arkadien-Trilogie hingegen fand ich die Ideen und den Hintergrund weniger beeindruckend, und trotzdem hat sie mir insgesamt besser gefallen als viele andere Bücher von ihm.
Das liegt in erster Linie an seiner grandiosen Hauptfigur. Rosa ist eine wirklich interessante, vielschichtige junge Frau mit Ecken und Kanten, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat. Grandios fand ich auch die Liebesgeschichte zwischen ihr und Alessandro, die sich in vielen Punkten äußerst erfreulich von anderen Liebesgeschichten, die mir in letzter Zeit in Jugendromanen begegnet sind, abheben. Keine ewigen Missverständnisse, keine unnötigen Eifersuchtsdramen oder Dreiecksbeziehungen. Stattdessen zwei wirklich reife Charaktere, die miteinander reden, einander vertrauen und dennoch eigenständige Persönlichkeiten bleiben.
Aber neben aller Romantik überzeugt der Abschlussband vor allem durch eine rasante und spannende Handlung, die stellenweise ganz schön blutig ausfällt. Ich werde jetzt nichts mehr zum Inhalt schreiben, da ich sonst kaum Spoiler für all jene, die die vorigen Bände noch nicht gelesen habe, vermeiden könnte.
Nur soviel: Alle Fäden finden hier ihren Abschluss und (fast) alle Fragen werden geklärt. Offen bleibt gerade soviel, dass man sich am Ende auch noch seine eigenen Gedanken dazu machen kann.
Ohne einen wirklich Kritikpunkt nennen zu können, muss ich aber sagen, dass der 2. Band mir noch um einen Tick besser gefallen hat. Daher gibt es für diesen hier "nur" 4,5 Sternchen.

Montag, 2. Januar 2012

Ich und die Listen sowie ein SuB-Ausmisten

"Hallo, ich bin Neyasha und süchtig nach Listen."
Na gut, so schlimm ist es noch nicht, aber ich habe schon eine - manchmal fast ungesunde - Neigung, zu allem und jedem Listen zu erstellen. Das ist noch ganz gut, wenn es um meine Doktorarbeit geht, aber etwas problematischer bei Hobbies wie dem Lesen.
Dazu muss ich sagen, dass Listen auch beim Lesen für mich normal sind - man muss ja sehr viel nach Listen lesen, wenn man Germanistik studiert. Und mir macht das im Grunde auch sehr viel Spaß. Das Problem dabei ist, dass ich es vor allem auch liebe, Punkte abzuhaken und Listen also abzuarbeiten. Und wenn das so weit geht, dass man sich durch Bücher quält, weil man sie abhaken möchte, ist das eher nicht so toll.
Ich habe mir also vorgenommen, in diesem Jahr etwas weniger nach Listen zu lesen. Das sollte mit den Challenges ganz gut vereinbar sein, da ich bei keiner davon derartig "verbindliche" Listen habe wie im letzten Jahr für die Historien-Challenge. Am ehesten vielleicht noch bei der Klassiker-Challenge, aber da ist es in Ordnung.

Tja, und wann immer ich über Listen nachdenke, folgt das böse Stichwort "SuB". Ich habe schon öfter über dieses Phänomen nachgedacht und mir auch schon ab und zu gesagt, dass ich mir hier keinen Druck machen sollte. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn man nun einmal so gern Listen abarbeiten möchte. Es würde einfach nicht funktionieren, wenn ich meine SuB-Liste auflösen und nicht mehr darüber nachdenken würde, wieviele Bücher da nun genau drauf sind (allein deshalb schon nicht, weil ich es ja in meiner Buchverwaltungssoftware, der Bookpedia, dennoch sehe ;-)).

Gerade zum Jahresende war mal wieder Zeit, meinen SuB intensiver zu betrachten, und mir ist aufgefallen, dass darauf Bücher sind, die dort seit Jahren vor sich hinvegetieren und bei denen ich noch nie das Bedürfnis verspürt habe sie zu lesen. Über meine "SuB-Leichen" hab ich mir ja bereits hier und hier Gedanken gemacht.
Nun habe ich beschlossen, hier noch einmal auszumisten und ein paar Bücher entweder per Bookcrossing freizulassen oder sie in einen Offenen Bücherschrank zu stellen. Hier folgt nun meine (eh recht kurze) Auflistung, welche das sind und warum.

Richard Adams - Tales from Watership Down
Dieses Buch habe ich schon seit mehr als 10 (!) Jahren. Der Punkt ist, dass ich "Watership Down" zwar liebe, der Roman für mich aber eigentlich abgeschlossen ist. Schon mehrmals hätte ich mit dieser Sammlung an Kurzgeschichten (in der auch einige Erzählungen über El-ahrairah zu finden sind) begonnen, aber sie lockt mich einfach nicht. "Watership Down" ist für mich als Roman perfekt - und das gilt auch für sein Ende. Ich will gar nicht mehr wissen, wie es den Kaninchen weiter ergeht - wenn, dann möchte ich mir das in meinem Kopf frei ausmalen können.

Georg Büchner - Dantons Tod
Bei all meinen Vorsätzen, sämtliche Klassiker auf meinem SuB noch zu lesen, weiß ich doch, dass das mit diesem Drama nichts mehr wird. Ich kann mit Büchner nichts anfangen ("Woyzeck" fand ich furchtbar) und mich interessiert auch ehrlich gesagt die Thematik dieses Stückes nicht besonders. 
Dafür schäme ich mich jetzt mal ausgiebig ;-) und dann sortiere ich dieses Büchlein aus. Das habe ich ja auch schon fast seit Studienbeginn bei mir stehen und wenn ich mich in all den Jahren des Studiums nicht dazu aufraffen konnte es zu lesen, wird das jetzt noch weniger geschehen (zumal das Thema meiner Dissertation ja überhaupt nichts mit Neuerer deutscher Literatur zu tun hat).

Thomas Mann - Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Obwohl ich die "Buddenbrooks" mochte, habe ich keine große Lust auf mehr Thomas Mann, wie ich ganz ehrlich zugeben muss.
Vor allem aber habe ich bei den beiden Klassikern folgendes im Hinterkopf: Meine Bücherregale platzen aus allen Nähten und sowohl "Dantons Tod" als auch "Felix Krull" waren Flohmarktfunde, für die ich nicht mal einen Euro bezahlt habe. Es ist also für mich kein großer Verlust, wenn ich sie weitergebe und da es sich dabei um mittlerweile rechtefreie Texte handelt, die ich problemlos gratis als eBook bekomme, sollen sie nicht länger Regalplatz einnehmen.
Sollte ich doch auf einmal Lust darauf bekommen sie zu lesen, werde ich sie mir einfach für meinen Reader runterladen, aber nun sitzen sie mir wenigstens nicht mehr auf meinem SuB so unangenehm "im Nacken".

Sonntag, 1. Januar 2012

Mein Schreibjahr 2011

Analog zu meinem Leserückblick gibt es nun auch noch einen Schreibrückblick, der etwas weniger statistisch ausfallen wird. ;-)
Als ich so über meine Romane und das vergangene Jahr nachgedacht habe, ist mir etwas Seltsames aufgefallen: Obwohl ich viel weniger geschrieben habe als 2010, gehe ich zufriedener und eher mit dem Gefühl, etwas geschafft zu haben, ins neue Jahr. Denn ich habe 2011 gewissermaßen drei Meilensteine erreicht:

1. Ich habe meine "Frostpfade" endlich im Detail überarbeitet, sie außerdem an Betaleser gegeben, habe sehr positive Rückmeldungen bekommen und sie schließlich sogar an einen Wettbewerb geschickt. In die Endauswahl kam mein Roman leider nicht, aber das ist nicht so schlimm. Ich bin einfach stolz darauf, dass ich mich endlich überwunden und einen Roman von mir aus der Hand gegeben habe. Ich bin auch stolz darauf, dass ich mich aus meinem ewigen "Rohfassungen"-schreiben herausgewurschtelt und mal wirklich einen Roman ordentlich überarbeitet habe. Und zuletzt bin ich auf den Roman selbst stolz, und das ist vielleicht das erstaunlichste, da ich mein eigenes Geschreibsel normalerweise immer katastrophal schlecht finde.
Der nächste geplante Meilenstein mit diesem Roman: Ihn meiner Nichte geben und schreckensstarr die unverblümte Meinung eines Kindes abwarten. ;-) Mit 10 Jahren ist sie zwar noch etwas jünger als das (von mir geschätzte) Zielgruppenalter, aber sie ist sehr reif für ihr Alter, daher denke ich, dass das schon passt.

2. Nachdem die erste Überarbeitungshürde geschafft war, hatte ich auch endlich Mut, mich meinem "Bühnenzauber" zuzuwenden. Dieser Roman war ein wenig ein Schreckgespenst, denn anders als die "Frostpfade", wo der Plot im Wesentlichen schon in der Rohfassung gut funktioniert hat, war "Bühnenzauber" von der Handlung her eine totale Baustelle.
Aber ich habe mich tapfer all den Plotlöchern und notwendigen Änderungen gestellt, und wenn ich es nun endlich mal schaffe, das Ende neuzuschreiben, wäre die 1. Überarbeitungsrunde geschafft und ich könnte mich den Feinheiten zuwenden (was mir normalerweise viel leichter fällt).

3. Und schließlich mein Endlosprojekt, meine "Göttersteine". Ich habe 2010 einiges daran weitergeschrieben, hatte aber dennoch vor einem Jahr das Gefühl, von einem Ende weiter entfernt zu sein denn je. Alles kam mir verfahren, unlogisch und ... ja ... unrettbar vor. Nun habe ich mich in diesem Jahr im NaNo dazu gezwungen, einfach mal weiterzuschreiben und auch schwierige Szenen nicht länger vor mir herzuschieben.
Noch fehlen mir zwar ein paar Kapitel, aber zum ersten Mal seit Jahren bin ich optimistisch, dass ich mein ewiges Herzensprojekt tatsächlich bald zu einem Abschluss bringen könnte. Und zwar vorzugsweise noch im Januar, aber ich will mal lieber noch nicht von ungelegten Eiern sprechen.

Ja, und so gesehen, war das Jahr 2011 schreiberisch für mich doch sehr erfolgreich, obwohl ich teilweise wochenlang nichts geschrieben (und auch nicht überarbeitet) habe. Vor allem habe ich meinen Spaß am Schreiben wieder gefunden und auch tatsächlich etwas mehr Selbstbewusstsein entwickelt.
Dazu eine kleine Anekdote: Vor zwei Wochen habe ich meiner wunderbaren Schreibgruppe eine Szene vorgelesen, und obwohl sich vorher wieder die übliche "Oh hilfe, sie werden es furchtbar finden!"-Panik eingestellt hat, war ich mir eigentlich sicher, dass die Szene gut ist. Ich weiß nicht, wann ich jemals so ein Gefühl mit einer Szene hatte - ob ich dieses Gefühl überhaupt schon einmal hatte.
Natürlich heißt das nicht, dass meine ewigen Selbstzweifel und das ständige "Alles, was ich schreibe, ist furchtbar!"-Gefühl damit verschwunden sind. Aber es ist ja schon einmal schön, wenn es zumindest ab und zu Momente gibt, in denen ich dieses Gefühl nicht habe. Und diese Momente gilt es jetzt ins Jahr 2012 weiterzutragen.

Mein Lesejahr 2011

2011 habe ich insgesamt 99 Bücher gelesen, was seit Beginn meiner Listen (2004) absoluter Rekord ist und mich selbst etwas überrascht. Überlegungen, warum das so ist, habe ich bereits einmal hier angestellt. Von den gelesenen Büchern hatte ich mehr als die Hälfte ausgeliehen, was erklärt, weshalb mein SuB trotzdem nicht auf Null gesunken ist. ;-)
Die größten Highlights dieses Jahr waren für mich alias Grace und Daughter of Xanadu. Ich habe natürlich noch mehr Bücher als diese mit 5 Sternchen bewertet, aber diese beiden Romane fielen mir sofort ein, als ich darüber nachgedacht habe, was in diesem Jahr die besten Bücher waren.
Der absolute Tiefpunkt war - neben den abgebrochenen Büchern - Brigitte Riebes "Auge des Mondes", wobei "Nebra" von Thiemeyer und "Das Lied der Banshee" von Nowak dichtauf folgen.
Die durchschnittliche Bewertung entspricht etwa der vom letzten Jahr und ich hatte neben einigen Ausrutschern doch überwiegend positive Leseerlebnisse.

Und nun ein wenig Statistik:

gelesene Bücher: 99
davon Hörbücher: 25
gelesene Seiten (natürlich ohne Hörbücher): 26.585
Highlights (mit 5 Sternen bewertet): 16 Bücher
Flops (1 oder 1,5 Sterne): 4 Bücher
durchschnittliche Wertung: 3,48 Sternchen
abgebrochene Bücher: 5

Und das ist schließlich meine gesamte Leseliste von 2011 (Hörbücher sind lila):

Januar (8 Bücher)
Thomas Thiemeyer - Nebra (Kurzrezension)
Neil Gaiman - The Graveyard Book (Rezension)
Arthur Schnitzler - Reigen
Bernd Perplies - Magierdämmerung 1. Für die Krone (Kurzrezension)
Brad Geagley - Der Narrenkönig (Rezension)
E.T.A. Hoffmann - Das Fräulein von Scuderi
Andrew Davidson - Gargoyle
Nina Blazon - Ascheherz

Februar (7 Bücher)
Edgar Allan Poe - Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym (Rezension)
Claudia Toman - Hexendreimaldrei
Maggie Stiefvater - Linger
Lucy Maud Montgomery - Anne of Green Gables (Rezension)
Chaderlos de Laclos - Die gefährlichen Liebschaften (Rezension)
Julie Peters - Das Lied der Sonnenfänger (Rezension)
Carolyn Haines - Im Nebel eines neuen Morgens

März (6 Bücher)
Ju Honisch - Jenseits des Karussells (Rezension)
Stephenie Meyer - Seelen (Rezension)
Elizabeth Corley - Requiem für eine Sängern
Franka Rubus - Die Blutgabe (Rezension)
Monika Feth - Der Mädchenmaler (Kurzrezension)
L. Frank Baum - The Wonderful Wizard of Oz (Rezension)

April (12 Bücher)
Juan Ramón Jiménez - Platero und ich (Rezension)
Kai Meyer - Arkadien erwacht (Kurzrezension)
Thomas Glavinic - Lisa
Lisa-Marie Dickreiter - Vom Atmen unter Wasser (Kurzrezension)
Isabel Abedi - Isola (Kurzrezension)
Val McDermid - Nacht unter Tag
Victoria Holt - The Shivering Sands (Rezension)
Brigitta Riebe - Auge des Mondes
Monika Feth - Der Scherbensammler (Kurzrezension)
Martin Suter - Lila, Lila (Rezension)
Martin Suter - Die dunkle Seite des Mondes (Kurzrezension)
Jane Austen  - Die Abtei von Northanger (Kurzrezension)

Mai (7 Bücher)
Heliodor - Aethiopika (Rezension)
Judith Lennox - Before the Storm (Rezension)
Monika Feht - Der Schattengänger
Bettina Belitz - Splitterherz (Rezension)
Wolf Haas - Der Brenner und der liebe Gott
Kerstin Gier - Rubinrot (Rezension)
Kai Meyer - Arkadien brennt

Juni (9 Bücher)
Veronika Bicker - Schmetterlingsschatten
Kerstin Gier - Saphirblau (Rezension)
Kerstin Gier - Smaragdgrün (Rezension)
Margaret Atwood - alias Grace (Rezension)
Dori Jones Yang - Daughter of Xanadu (Rezension)
Agatha Christie - Das Schicksal in Person
Anne Michaels - Wintergewölbe (Rezension)
Isabel Abedi - Whisper
Oliver Plaschka - Die Magier Montparnasse (Rezension)

Juli (9 Bücher)
Carlos Ruiz Zafón - Der dunkle Wächter
Beate Teresa Hanika - Rotkäppchen muss weinen (Kurzrezension)
Lauren Oliver - Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagt man (Kurzrezension)
Jeff Kinney - Gregs Tagebuch. Von Idioten umzingelt (Kurzrezension)
Imre Kertesz - Roman eines Schicksallosen (Rezension)
Agatha Christie - Poirot rechnet ab
Kevin Brooks - Lucas
Patrick Dunne - Die Pestglocke
George R.R. Martin - A Game of Thrones (Rezension)

August (9 Bücher)
Malcolm J. Bosse - Der Elefantenreiter (Rezension)
Robert Löhr - Das Erlkönig-Manöver (Rezension)
Kate Morton - Der verborgene Garten
Haruki Murakami - Schlaf
Alan Bennett - The Uncommon Reader (Rezension)
Tamora Pierce - Die schwarze Stadt
Thomas Glavinic - Das Leben der Wünsche
Sascha Berst - Mord im Garten des Sokrates (Rezension)
Gaetan Soucy - Das Mädchen, das die Streichhölzer zu sehr liebte

September (6 Bücher)
Thomas Mann - Buddenbrooks (Rezension)
Alex Capus - Léon und Louise
David A. Gemmell - Der silberne Bogen (Rezension)
Krystyna Kuhn - Das Spiel (Das Tal Season 1.1) (Rezension)
Krystyna Kuhn - Die Katastrophe (Das Tal Season 1.2) (Rezension)
Maggie Stiefvater - Forever (Rezension)

Oktober (12 Bücher)
Agatha Christie - Bertrams Hotel (Kurzrezension)
Mario Vargas Llosa - Tod in den Anden (Rezension)
Krystyna Kuhn - Der Sturm (Das Tal Season 1.3) (Rezension)
Krystyna Kuhn - Die Prophezeiung (Das Tal Season 1.4) (Rezension)
Thomas Burnett Swann - Queens Walk in the Dusk (Kurzrezension)
Jussi Adler-Olsen - Erbarmen (Kurzrezension)
John Green - Paper Towns (Rezension)
Lise Gast - Jona träumt vom Reiten (Kurzrezension)
Kerstin Backman - Sofie. Sammelband 1 (Kurzrezension)
Kerstin Backman - Sofies abenteuerlicher Ritt (Kurzrezension)
Kerstin Backman - Sofies schönster Pferdesommer (Kurzrezension)
Kerstin Backmann - Sofie und ihr Fuchs Jocke (Kurzrezension)

November (5 Bücher)
Enid Blyton - Die Schwarze Sieben (Kurzrezension)
Cormac McCarthy - Die Straße (Rezension)
George R.R. Martin - A Clash of Kings (Rezension)
Sergej Lukianenko - Trix Solier. Zauberlehrling voller Fehl und Adel (Kurzrezension)
Michail Bulgakow - Der Meister und Margarita (Rezension)

Dezember (9 Bücher)
Sharon Bolton - Todesopfer (Kurzrezension)
Janika Nowak - Das Lied der Banshee (Kurzrezension)
Robert Löhr - Das Hamlet-Komplott (Rezension)
Juliet Marillier - Der Sohn der Schatten (Rezension)
Charles Dickens - Eine Weihnachtsgeschichte
Arthur Miller - Hexenjagd (Kurzrezension)
Lloyd Alexander - The Black Cauldron (Rezension)
Kai Meyer - Arkadien fällt (Kurzrezension)
Jonathan Swift - Gulliver's Travels (Rezension)

abgebrochen
Bernard Cornwell - Der Winterkönig
Paul Auster - Unsichtbar
Anne Holt - Der norwegische Gast
Simon Beaufort - Das Geheimnis der Heiligen Stadt (Rezension)
Judith Lennox - Der italienische Geliebte