Montag, 28. Februar 2011

Chaderlos de Laclos - Gefährliche Liebschaften



Genre: Briefroman
Seiten: 524
Verlag: Weltbild
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge  (Frankreich)



Frankreich im 18. Jahrhundert: Die Marquise von Merteuil und der Vicomte von Valmont beginnen ein perfides Spiel um Macht und Liebe. Valmont, der einen gewissen Ruf in der Pariser Oberschicht hat, fühlt sich durch die Treue und die strengen Moralvorstellungen der Präsidentin von Tourvel herausgefordert und möchte sie zu einer Liebschaft verführen. Als Belohnung dafür verspricht die Marquise ihm eine Nacht mit ihr.
Auch das unerfahrene Mädchen Cécile Volanges wird zum Opfer ihrer Intrigen, als ihre Mutter den Plänen von Valmont in die Wege kommt und die Marquise die Möglichkeit einer Rache an einem früheren Liebhaber von ihr sieht. So wird auch Cécile, die unschuldig in den jungen Danceny verliebt ist, zur Zielscheibe von Valmont.

Tja, ich versuche gar nicht erst, diesen Roman objektiv zu betrachten. Da ich vor zwei Jahren an einer Theateraufführung von Christopher Hamptons Bühnenfassung des Romans beteiligt war, kannte ich die Handlung bereits sehr gut und konnte einfach nicht umhin, den Briefroman mit dem Theaterstück zu vergleichen.
Es ist natürlich problematisch, einen Roman zu lesen, bei dem man die Handlung bereits so genau kennt. Spannung kann da natürlich keine mehr aufkommen.
Aber das alleine war nicht der Grund, weshalb sich die Briefe für mich sehr zäh lasen: Während bei dem Theaterstück die Handlung auf das Wesentliche konzentriert wird, bleibt in dem Roman Raum für eine viel ausführlichere Darstellung des Geschehens. Das hat den Vorteil, dass man einen besseren Einblick in die Figuren bekommt. Der Nachteil liegt aber auch auf der Hand: Oft scheint die Handlung auf der Stelle zu treten - und nicht nur sie: Selbst die Entwicklung der Figuren stagniert immer wieder über einen längeren Zeitraum. Gerade der Briefwechsel zwischen Valmont und Tourvel scheint auf der Stelle zu treten und sich im Kreis zu drehen. Das ist wohl durchaus so beabsichtigt, ist zum Lesen aber oft ermüdend.
Und so faszinierend auch der tiefere Einblick in das Innenleben der Figuren durch die Form des Briefromans ist - ich ziehe dennoch die Dialoge und direkten Konfrontationen des Theaterstücks vor. In den Gesprächen der beiden Intriganten Valmont und Merteuil entsteht eine unglaubliche Dynamik, die in den Briefen nicht in denselbem Ausmaß erkennbar ist.

Ich wollte ungern den Roman von Laclos mit der Bearbeitung von Hampton vergleichen, aber es ist für mich schlichtweg unmöglich, es nicht zu tun.
Der Briefroman bietet einen sehr interessanten - und auch beängstigenden - Einblick in die Gesellschaft der Pariser Oberschicht, und man beobachtet stellenweise fast atemlos, wie Tourvel und Cécile den Intriganten in die Fänge gehen, bis schließlich Valmont selbst zum Opfer der Machtspiele der Marquise von Merteuil wird.
Darin und in der Zeichung der Figuren liegt die Stärke des Romans - und hätte ich ihn bereits vor ein paar Jahren noch unbelastet gelesen, hätte ich ihn bestimmt besser bewertet.

So war es dann doch nur ein mittelmäßiges Leseerlebnis.

Sonntag, 27. Februar 2011

[3. Lesemarathon] Abschlussbericht

gelesene Seiten: 625 + 50 Minuten Hörbuch
gelesene Zeit: 9 h 50 min
gelesene Bücher:
+ Carolyn Haines - Im Nebel eines neuen Morgens: ausgelesen (365 Seiten)
+ Juan Ramón Jiménez - Platero und ich: begonnen (100 Seiten)
+ Ju Honisch - Jenseits des Karussells: begonnen (160 Seiten)
+ Stephenie Meyer - Seelen: 50 Minuten (Hörbuch)

So, das war also der Lesemarathon. Ich muss sagen, dass es dieses Mal nicht so toll war wie bei meinem ersten. Natürlich hat er Spaß gemacht und ich hab so einiges gelesen, aber es gab mehrere Gründe, weshalb er etwas weniger schön war:
Es hat natürlich einfach der Reiz des Neuen gefehlt, aber daran allein lag es auf keinen Fall. Vielmehr hat mich mein Doppeldienst am Nachmittag sehr gebremst. Ich habe dort ja sogar einiges gelesen, aber das war nicht dasselbe. Es hätte mich noch weniger gestört, wenn ich am Vormittag gearbeitet und dann frei gehabt hätte, aber so mittendrin im Marathon ... das waren nicht die besten Voraussetzungen. Dann wusste ich auch schon, dass ich heute für eine recht lange Probe fit sein muss, weshalb ich nachts schon mit dem Lesen aufgehört habe, als ich eigentlich noch gern weitergelesen hätte.
Dann: Die Buchauswahl. Letztes Mal hatte ich gerade in den Nachtstunden mit "Erebos" ein wirklich fesselndes Buch. Diesmal habe ich durch meine Ausgabe von "Platero und ich" mit Hintergrundinformationen begonnen. Und dann war auch das Werk selbst gar nicht Marathon-geeignet. Das hätte ich mir vorher schon denken können - eine Abfolge von einzelnen Stimmungsbildern und Miniszenen liest sich nicht so gut in einem durch wie eine Handlung mit einem klaren Spannungsbogen. Eher ist das Buch eines, wo man immer wieder nur ein paar Seiten liest und die Bilder wirken lässt.
Das habe ich dann auch erkannt und mich auf "Im Nebel eines neuen Morgens" gestürzt. Nun, das war zwar ein spannender Roman, aber keiner, der mich so richtig gefesselt hat. Ich hatte gar nicht so sehr das Bedürfnis, immer weiter zu lesen.
Anders war es dann mit "Jenseits des Karussells" - ich hätte also eindeutig damit beginnen sollen. Allerdings ist das ein Wälzer von gut 800 Seiten und ich dachte mir, dass es vielleicht mühsam wird, den ganzen Tag nur dieses eine Buch zu lesen.
Nun ja, beim nächsten Mal werde ich mir wieder etwas mehr Gedanken zur Buchauswahl machen.

Zu guter Letzt muss ich aber auch sagen, dass der Winter gar nicht so sehr die richtige Zeit für einen Lesemarathon ist. Eigentlich seltsam, da man denken würde, dass es gerade gut passen wird, wenn man sich mit einer Decke und Tee aufs Sofa kuschelt.
Aber das Problem im Winter ist einfach, dass es so lange dunkel ist. Noch dazu kann man nicht an der frischen Luft lesen. Beim Marathon im September hatte ich mich mal für ein Stündchen mit dem Buch nach draußen gesetzt, und das war eine schöne Abwechslung.

Es war trotzdem wieder ein spannendes Leseerlebnis.
Bei einem weiteren Marathon hoffe ich auf einen freien Samstag und weniger Verpflichtungen am Sonntag.
Außerdem würde mir mal ein gemeinsames Lesen vorschweben, wie Nanni und Tine es gemacht haben. Ich weiß nicht, ob das klappen würde und ob sich da jemand finden würde ... Ich hätte ja schon ein "Opfer" im Kopf, das sich möglicherweise, falls es das hier liest, bereits angesprochen fühlt. ;-) Ich weiß nur noch nicht, was diejenige davon halten würde ...
Naja, ich will hier mal nicht über ungelegte Eier spekulieren.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Es hat wieder Spaß gemacht und ich bedanke mich bei allen, die bei mir ein wenig mitgelesen haben. Ich wünsch euch allen einen schönen Sonntag!

Samstag, 26. Februar 2011

[3. Lesemarathon] Die zweite Hälfte: 21 Uhr bis 9 Uhr

Und auf gehts in die 2. Halbzeit ...

22:40
Nun habe ich "Im Nebel eines neuen Morgens" ausgelesen. Ein durchaus spannendes und interessantes Buch, aber kein Meisterwerk und leider nicht mal annähernd mit "Am Ende dieses Sommers" von derselben Autorin zu vergleichen.
Ansonsten hab ich auch noch bei "Platero und ich" weitergelesen und musste mal ein Weilchen für den Abwasch unterbrechen.
Müde bin ich bislang noch nicht, aber ich bin ja grundsätzlich eher ein Nachtmensch. Nun werde ich zur Abwechslung mal ein wenig Hörbuch horchen und knüpfen.

gelesene Seiten bisher: 465
gelesene Zeit bisher: 6 h 15 min


0:00
Und schon ist es Mitternacht. Ich hab inzwischen ein wenig bei "Seelen" weitergehorcht und ein paar Zentimeter geknüpft. Jetzt hab ich mir Tee gemacht und werde mich mal auf "Jenseits des Karussells" stürzen.
Allerdings bin ich diesmal schon deutlich müder als beim letzten Mal. Ich weiß nicht, woran es liegt, kann mir aber nicht recht vorstellen, dass ich erneut so lang durchhalte.

gelesene Seiten bisher: 465 + 50 Minuten Hörbuch
gelesene Zeit bisher: 7 h 5 min


1:05
Erstaunlicherweise bin ich jetzt nicht müder als vor einer Stunde. Ich habe auch noch gar nicht das Gefühl, jetzt ins Bett gehen zu wollen. Wobei ich nicht denke, dass ich die Nacht durchlesen werde - da ich morgen doch einiges vorhabe, wäre das wohl auch nicht so klug.
Jetzt ist nur die Frage: Soll ich noch lang lesen und dann ausschlafen? Oder bald ins Bett verschwinden und dafür früher aufstehen, um nochmal die Morgenstunden zu nutzen?
Na, ein wenig werde ich sicher noch lesen. "Jenseits des Karussells" hat gut begonnen und ich möchte jetzt noch ein wenig Zeit in diesem Buch verbringen.
Und weil eine der Lovelybooks-Fragen zur derzeitigen Stunde so gut zum Lesemarathon passt, beantworte ich die noch rasch:

Wie stellst du dir den perfekten Ort vor, an dem du stundenlang lesen könntest?
Hm, ich muss da unterscheiden zwischen Winter und Sommer.
Im Winter lese ich gern beim Kachelofen meiner Familie. Leider bin ich dort jetzt nur noch recht selten. Der perfekte winterliche Leseort ist für mich also eine Couch oder ein gemütlicher Sessel bei einem Kachelofen, mit einem Tischchen in Reichweite, wo man Tee und Kekse bereitstellen kann.
Im Sommer dagegen lese ich gern draußen im Schatten. Auch hier ist es besonders gemütlich, wenn ich bei meiner Familie bin, denn dann kann ich mich in den Garten setzen. In Wien ist es dann halt ein Park, wobei es mir da doch manchmal zu laut ist. Deshalb ist der perfekte sommerliche Leseplatz für mich ein ruhiger Garten mit schattenspendenden Bäumen.

gelesene Seiten bisher: 527 + 50 Minuten Hörbuch
gelesene Zeit bisher: 8 h 5 min


2:00
Ich verschwinde jetzt mal ins Bett und werde dort noch ein wenig lesen. Ich plane aber auf alle Fälle, morgen vor 9:00 wieder aus den Federn zu kommen.
Mit meinem jetzigen Buch hätte ich übrigens anfangen sollen. Es ist definitiv fesselnder als mein Nachmittagsroman.
Also dann: Vorerst mal gute Nacht!


8:00
Guten Morgen!
So, allzu viel ist das gestern im Bett nicht mehr geworden, und nun bin ich auch eine Stunde später aufgestanden als geplant. Aber heute sind ab 16:00 bis vermutlich ziemlich spät Theaterproben angesagt, und da möchte ich nicht zu müde sein.
Jetzt gibts mal Kaffee und dabei werde ich noch lesen, ehe ich hier meinen Abschlussbeitrag schreibe.


9:00
Und das wars für dieses Mal. Ich werde jetzt mal meinen Abschlussbeitrag schreiben. Seitenmäßig betrachtet habe ich deutlich weniger geschafft als beim letzten Mal, aber das werde ich gleich noch etwas konkreter in Zahlen fassen. 

[3. Lesemarathon] Die ersten 12 Stunden: von 9:00 bis 21:00

3. Lovelybooks-Lesemarathon
Und es geht los. Wie beim 1. Marathon werde ich hier immer wieder updaten und meine neuen Beiträge jeweils unten dranhängen. Der Übersicht halber hab ich den Tag aufgeteilt.
Ich weiß noch nicht so recht, womit ich jetzt beginnen soll. "Das Lied der Sonnenfänger" hab ich gestern im Bett zu später Stunde ausgelesen, und nun liegen hier mehrere potentielle Kandidaten:



Mit dem Hörbuch "Seelen" hab ich schon begonnen, alle anderen liegen noch jungfräulich vor mir.
Jetzt hab ich übrigens so lang mit den Bildern hier herumgewerkelt, dass ich schon ganz spät dran bin ... Also auf gehts! Ich wünsch uns allen ein frohes Lesen!

10:30
Allzu viel gelesen habe ich noch nicht - ich hatte noch das eine und andere zu erledigen und wusste dann länger nicht, mit welchem Buch ich beginnen soll. Daher hab ich mal in das eine geblättert, mal in das andere ...
Ich habe jetzt mit "Platero und ich" angefangen. Nach knapp 50 Seiten hat das eigentliche Buch aber noch gar nicht begonnen, da in meiner Ausgabe vorher Informationen über den Autor, sein Leben, den Nobelpreis und seine Werke zu finden sind. Da ich über Jiménez praktisch nichts wusste, hab ich das jetzt alles gelesen, und das war auch sehr interessant - aber jetzt freu ich mich doch darauf, dass es richtig losgeht.

gelesene Seiten bisher: 49
gelesene Zeit bisher: 45 Minuten


13:00
Nach einer Koch- und Essenspause muss ich nun leider in die Arbeit aufbrechen. Ich hoffe, dass ich dort auch einiges schaffe; immerhin sitze ich ja einen Teil der Zeit nur in der Garderobe rum.
Ich habe inzwischen mit "Im Nebel eines neuen Morgens" begonnen, lese also wieder zwei Bücher parallel. Aber "Platero und ich" ist kein Buch, an dem man stundenlang lesen kann.
Dann also bis später! Ich werde so gegen 21 Uhr wieder hier sein und wünsche euch bis dahin ein frohes Lesen!

gelesene Seiten bisher: 151
gelesene Zeit bisher: 2 h 5 min


20:45
So, ich bin wieder zuhause und kann jetzt wieder in meinem ruhigen Zimmer auf der Couch lesen. :-) In der Arbeit hab ich zwar sogar relativ viel geschafft (meine arme Kollegin, für die gabs heute die ganze Zeit in der Garderobe keine Unterhaltung), aber so wirklich Ruhe hab ich dort dann doch nie.
Aber mit "Im Nebel eines neuen Morgens" bin ich jetzt dann bald durch - ein leidlich spannendes Buch, das irgendwie dieselben Figurentypen beinhaltete wie schon andere Bücher von Haines.

gelesene Seiten bisher: 369
gelesene Zeit bisher: 5 h 5 min


21:00
So, und ehe ich mich jetzt wieder so richtig aufs Lesen stürze, beantworte ich mal eine der Buchfragen von Lovelybooks für diesen Marathon:

Auf welche Neuerscheinung wartest du dieses Jahr am sehnsüchtigsten?
Da gibt es zwei: Zum Einen warte ich - wie auch schon im letzten Jahr (und im Jahr davor *seufz*) auf das Erscheinen von "A Dance With Dragons", Band 5 von George R. R. Martins grandioser Serie "A Song of Ice and Fire". Wirklich, diese Warterei grenzt schon an Folter.
Eigentlich hab ich mir ja jetzt vorgenommen, erst dann wieder an der Serie weiterzulesen, wenn alle noch fehlenden Bände erschienen sind, damit ich nicht wieder so eine grausame Wartezeit habe. Aber wenn in diesem Jahr die 1. Staffel der Verfilmung durch HBO beginnt, werde ich wohl wieder ins große Westeros-Fieber verfallen und mich kaum zurückhalten können, wenn dann der 5. Band tatsächlich mal erscheint.

Und dann freue ich mich schon total auf "Fortunas Flug" von Victoria Schlederer. In einem Anfall geistiger Umnachtung hatte ich nämlich ihren Abgabetermin mit dem Erscheinungstermin durcheinandergeworfen und war noch zu Weihnachten der Meinung, der Roman würde im Frühling erscheinen. Und dabei muss ich noch bis Herbst warten! Tja, das Leben ist kein Ponyhof ...
Auf alle Fälle bin ich schon sehr neugierig. Den Vorgängerroman "Des Teufels Maskerade" mochte ich ja sehr und mit einigen Figuren daraus wird es dann ein Wiedersehen geben. :-)

Dienstag, 22. Februar 2011

Lucy Maud Montgomery - Anne of Green Gables

Lit2Go: MP3 Stories and Poems Genre: Kinder-/Jugendbuch
Dauer: ca. 10 Stunden (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Lorraine Montgomery
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen

English-Challenge (Februar)

"Anne of Green Gables" ist ein absoluter Klassiker unter den Kinderbüchern, den ich allerdings bist jetzt tatsächlich nie gelesen hatte. Zu Unrecht, wie ich feststellen musste ...

Die älteren Geschwister Marilla und Matthew Cuthbert beschließen, einen Jungen aus dem Waisenhaus bei sich aufzunehmen, der ihnen bei der Farmarbeit auf Green Gables helfen soll. Durch einen Irrtum landet bei ihnen aber kein Junge, sondern ein quirliges, rothaariges Mädchen, das das Herz von Matthew im Sturm erobert, während Marilla sich deutlich reservierter zeigt.
Die immer plappernde, fantasievolle Anne tritt zunächst von einem Fettnäpfchen ins andere, lebt sich aber dennoch schnell ein. In Diana Barry findet sie eine "Busenfreundin", wie sie sich schon lange eine gewünscht hat, während der Klassenschwarm Gilbert Blythe sich ihr zum Feind macht, als er sie an ihrem ersten Schultag "carrots" nennt - nicht wissend, dass die roten Haare Annes wunder Punkt sind.
Die Rivalität zu ihm spornt sie in den folgenden Jahren zu schulischen Höchstleistungen an, was ihr schließlich ungeahnte Möglichkeiten eröffnet.

Anne mit ihrem großen Vorstellungsvermögen und ihrem Hang zu Übertreibungen, gehört zu den wunderbarsten jugendlichen Heldinnen, die mir je untergekommen sind. Anfangs fand ich es anstrengend, als sie ohne Punkt und Komma vor sich hinredete, aber wie Marilla gewöhnte ich mich daran und schloss sie schnell in mein Herz. Das schöne an Anne ist, dass sie eine wirklich lebendige, dreidimensionale Figur mit Stärken und Schwächen ist, die zum Ende hin vielleicht eine etwas zu rasante, aber dennoch nachvollziehbare Entwicklung durchmacht.
Als sie am Anfang vom einen Fettnäpfchen ins nächste stolpert, wirkt sie dennoch nie lächerlich, auch wenn man über ihren Pathos oft schmunzeln muss.
Man verfolgt Anne über einen Zeitraum von fünf Jahren (anfangs ist sie 11 Jahre alt; am Ende 16), wobei ihrer Anfangszeit auf Green Gables deutlich mehr Raum gegeben wird.

Neben ihr verblassen zwar die meisten Figuren, aber nichtsdestotrotz kann man sich den schweigsamen Matthew, die mürrisch-liebevolle Marilla und viele weitere Nebenfiguren sehr gut vorstellen.
Die enge Freundschaft zu Diana wird wunderschön beschrieben und lässt Erinnerungen an dicke Kindheitsfreundinnen wach werden. Es ist erfrischend, dass diese Freundschaft sowie die Beziehung zu Marilla und Matthew im Mittelpunkt stehen und nicht etwa eine erste Liebe.

Der Plot ist eigentlich nicht allzu spannend - oft ist er eher episodenhaft, aber es macht einfach Spaß, Annes Lebensweg zu verfolgen. Man lacht und bangt und ja - weint - mit Anne. Denn gegen Ende musste ich ein paar Tränen unterdrücken, wenn Lucy Maud Montgomery ohne jeden Kitsch, aber sehr gefühlvoll vom Tod einer Figur schreibt.

Schließlich kann ich auch die Lesung von Lit2Go weiterempfehlen, da Lorraine Montgomery die schwärmerische Anne wunderbar zum Leben erweckt. Ich glaube fast, dass ihr ständiger Redeschwall so noch besser zum Ausdruck gebracht wird als beim stillen Lesen. Dazu liest die Sprecherin noch sehr deutlich und in einem angenehmen Tempo, sodass ich ihrem Englisch meistens problemlos folgen konnte (das hier war mein erstes englisches Hörbuch).

Ein wirklich toller Kinderbuch-Klassiker, an dem man auch als Erwachsene seine Freude hat.
Fünf Sterne, ganz klar!

Sonntag, 20. Februar 2011

Sonntagsgeplauder

Polarnacht

Tja, da war doch was ... ein Vorsatz für heute. Um es kurz zu machen: Ich habe begonnen, das Ende von "Polarnacht" umzuschreiben, aber sehr weit bin ich noch nicht gekommen. Das ist nur zum Teil meine Schuld, denn meine Untendrunter-Nachbarn haben gehämmert und gebohrt, und irgendwie konnte ich mich da nicht so gut auf meinen Roman konzentrieren.
Aber immerhin: Ein kleiner Anfang ist gemacht, und jetzt muss ich einfach dranbleiben und in kleinen Schritten weiter überarbeiten.

Ich lese gerade ...

Immer noch "Die gefährlichen Liebschaften"; es ist nicht zu fassen. Aber ich bin beinahe durch. ;-)
Lange beschäftigt war ich auch mit "Anne of Green Gables" (als ungekürztes Hörbuch), aber heute habe ich den letzten Kapiteln gelauscht. Bald wird es hier eine - begeisterte - Rezension geben.
Und dann brauche ich ja auch immer noch etwas leichtere Lektüre für meine Dienste (auf anspruchsvolle Klassiker kann ich mich da nicht konzentrieren), daher lese ich parallel zu Laclos' Briefroman noch "Das Lied der Sonnenfänger" von Julie Peters. Bisher gefällt es mir sehr gut, und die Figuren haben mich gleich direkt gepackt. :-)

Was ich nächste Woche beim Marathon lese, auf den ich mich schon sehr freue, wird sich noch herausstellen. Falls ich bis dahin die Sonnenfänger ausgelesen habe, werde ich mich wohl gleich mal auf einen der Romane stürzen, die gerade erst meinen SuB bereichert haben. Das sind nämlich einige:

SuB-Zuwachs

Schon vor einer Weile habe ich mit dem Rest meines Weihnachts-Buchgeldes zwei neue Bücher erstanden und zwar "Jenseits des Karussells" von Ju Honisch und "Die Flamme erlischt" von George R. R. Martin. Ersteres ist schon seit seinem Erscheinen auf meiner Wunschliste, da ich Ju Honischs bisherige Romane sehr mochte. Zweiteres war eher ein Zufallsfund. Ich bin sonst kein Fan von Science Fiction, aber ich liebe den Schreibstil und die Figuren von Martin und bin überzeugt: Wenn mich jemand für Science Fiction begeistern kann, dann er. Und nun gab es dieses Buch nagelneu und gebunden zu einem sehr günstigen Preis (Restexemplar), weshalb ich einfach mal zugeschlagen habe. 

Und weil ja mein SuB gar nicht groß ist (höhö), hab ich auch noch am Freitag in der Städtischen Bücherei gestöbert (ich musste Bücher zurückbringen und konnte dann nicht widerstehen). Mitgenommen hab ich vier Werke, und zwar:

- "Remembering Babylon" von David Malouf und "Platero und ich" von Juan Ramón Jiménez für die Klassiker-Challenge

- "Im Nebel eines neuen Morgens" von Carolyn Haines: Von dieser Autorin ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, nämlich "Am Ende dieses Sommers". Leider war ich von den weiteren Romanen, die ich von ihr gelesen habe, eher enttäuscht, aber einmal probier ichs noch. Wieder ist es ein Thriller, wieder ist er in den Südstaaten der 50er Jahre angesiedelt, wieder gibt es ein Mystery-Element. Mit diesen Zutaten hat mein "Liebling" wunderbar funktioniert, die späteren Romane aber nicht so sehr. Also mal schauen, wie es mit diesem Roman ist.

- "Seelen" von Stephenie Meyer als Hörbuch. Angeblich ist dieser Roman besser als die Twilight-Reihe. Schaun wir mal. Das Thema klingt durchaus interessant, und ich brauch ja eh immer Untermalung beim Knüpfen.

Freitag, 18. Februar 2011

Der Kampf mit dem Ende ...

Vielleicht fragt sich die oder der eine oder andere, warum ich schon so lange nicht mehr vom Schreiben berichtet habe. Nun ja, die Antwort ist ebenso simpel wie traurig: Weil es momentan nichts zu berichten gibt.
"Polarnacht" hat die ersten Testleser ganz gut überstanden und ich sollte jetzt eigentlich hochmotiviert an der Überarbeitung sitzen. Immerhin habe ich sehr viele hilfreiche Anmerkungen bekommen. Leider lief aber diese Woche bei mir gar nichts. Zum Einen habe ich gerade nicht so viel Zeit (hab mehr Doppeldienste als sonst und Theaterproben sind auch angesagt), zum Anderen war ich die letzten Tage ein wenig krank und bin daher abends in eine Decke gehüllt auf der Couch gesessen und hab DVDs geguckt. Da hab ich schon keinen Fernsehanschluss, und dann versumpf ich trotzdem vor der Glotze ...
Aber gut, Halsweh, Schnupfen und allgemeine Müdigkeit sind schon eine ganz gute Ausrede. ;-)

Jetzt allerdings gehts mir wieder besser, und wenn ich erst mal den nächsten Doppeldienst morgen überstanden habe, liegt vor mir ein komplett freier Sonntag. Kübelweise Zeit zum Schreiben und Überarbeiten.
Wenn nur Überarbeiten nicht manchmal so mühsam wäre. Ich muss nämlich das gesamte Ende des Romans nochmal umschreiben. Und ich hasse das Ende von Polarnacht. Wie oft ich das schon komplett umgeschrieben habe, geht auf keine Kuhhaut mehr. Die letzte Fassung habe ich dann dementsprechend genervt ziemlich lieblos hingeklatscht - und das ist meinen fleißigen Testleserinnen natürlich nicht entgangen.
Am Sonntag möchte ich also das Ende des Romans ein weiteres Mal in Angriff nehmen. Ich verkünde das jetzt mal hier, um mir selbst ein wenig Druck zu machen!

Dienstag, 15. Februar 2011

Diane Setterfield - Die dreizehnte Geschichte

Den folgenden Roman habe ich bereits im letzten Jahr gelesen. Aber da ich ihn gern weiterempfehlen möchte und auch auf Wunsch von Caroline (i am bookish) gibt es nun eine verspätete Rezension dazu:



Genre: irgendwo zwischen Familienroman und Schauerliteratur
Seiten: 528
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453405493
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Die Antiquarin Margaret soll eine Biographie der berühmten Schriftstellerin Vida Winter schreiben. Und so erzählt Vida Winter, die bisher immer nur Lügen über ihre Herkunft verbreitet hat, erstmals ihre wahre Lebensgeschichte: über ihre Heimat Angelfield, über ihre Eltern, über die Zwillinge Adeline und Emmeline, über das Feuer, das Angelfield zerstörte.

„Die dreizehnte Geschichte“ ist ein Buch, das man fühlen und genießen sollte, nicht analysieren. Es gibt viele wunderbare Momente und Beschreibungen, vor allem wenn Margaret ihre Beziehung zu Büchern und zum Lesen erklärt oder wenn die unheimliche Atmosphäre, die zuweilen über Angelfield liegt, spürbar wird. Es gibt im Plot und der Figurenentwicklung einiges, das man kritisieren könnte. Manchmal wird alles ein wenig abstrus, und gerade Margarets Verhalten und Gefühle kann man nicht immer nachvollziehen. Aber wenn man erst einmal ganz in das Buch eingetaucht ist, wird man sich daran nicht mehr stören.
Es gelingt mir selten, beim Lesen den "Kritikerblick" ganz auszuschalten, aber in diesen Roman bin ich so völlig eingetaucht, dass ich die Schwächen kaum als solche wahrgenommen habe.  Erst im Nachhinein sind sie mir bewusst geworden, aber dem Lesevergnügen haben sie keinen Abbruch getan.

Sehr gut gelungen sind auch die Wendungen: Man ahnt zwar das meiste bereits, aber dennoch bleibt vieles überraschend. Somit fühlt man sich weder gelangweilt („war ja schon die ganze Zeit klar“) noch überrumpelt. Die Geheimnisse und Andeutungen sind gut eingeflochten, die Auflösung ist spannend.
Und dazu verströmt das Buch einen Hauch von vergangener Zeit, vergangener Literatur. Jane Eyre, Sturmhöhe, Die Frau in Weiß, Rebecca, ... all diese Romane, die in der dreizehnten Geschichte oftmals ihre Erwähnung finden, haben ihr auch spürbar ihren Stempel aufgedrückt.

Ich weiß schon jetzt, dass ich den Roman bald wieder einmal lesen werde. Allen, die ihn noch das erste Mal vor sich haben, empfehle ich, sich einige ruhige Stunden zu suchen und sich dann mit einer Decke, Tee und natürlich dem Buch zurückzuziehen.

Trotz kleiner Schwächen gibt das von mir ohne jedes Zögern 5 Sterne.

Sonntag, 13. Februar 2011

[Aktion] Mein Buch zum Valentinstag

Und noch eine kleine Aktion und zwar von JED von der Schmökerstube, die wissen möchte, welches Buch man mit dem Valentinstag verbindet bzw. welches Buch einem selbst bei diesem Valentinstag am ehesten entspricht. Und das jetzt mal ganz unabhängig davon, ob man jetzt in einer glücklichen Beziehung ist oder Single.
Ich habe daraufhin ganz frech geschrieben, dass ich zwar gespannt bin, was da alles so kommt, selbst aber nichts beizutragen habe, da mir der Valentinstag schlichtweg egal ist (er mich also auch nicht frustriert).
JEDs prompete Antwort lautete, ich könnte ja auch ganz allgemein das für mich typische Single-Buch oder etwas in der Art posten.

Nun ja, ich habe also angefangen zu überlegen. Und ich muss feststellen, dass mir weder ein Buch einfällt, das mir selbst in punkto Liebesdingen entspricht noch ein typisches Single-Buch, mit dem ich etwas anfangen kann. Das Problem ist nämlich, dass es bei Liebesromanen in erster Linie zwei Sorten gibt:
- Die Hauptfigur findet die große Liebe (hm, nein, das entspricht nicht meinem derzeitigen Leben).
- Die Hauptfigur ist Single auf der verzweifelten Suche nach der Liebe - und fast alles dreht sich nur um die Frage, wie man den passenden Mann finden soll. Das entspricht mir noch weniger!


Also habe ich die Überlegungen noch weiter gefasst und mich gefragt: Was ist für mich DER Liebesroman schlechthin? Der Roman, bei dem ich am ehesten sagen würde: Das ist das perfekte Buch für den Valentinstag? Das ist ja gar nicht so einfach, wenn man eigentlich selten reine Liebesromane liest.
Aber mir ist tatsächlich ein Buch eingefallen. Eins, das ich schon öfter als einmal gelesen habe und bei dem ich mir denke: Herrje, wo bleiben denn solche Männer im richtigen (bzw.: in meinem) Leben?
Oder anders gefragt: Wo sind die Leo Leikes dieser Welt? *g*

Ja, genau, ich rede von Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer.
Ich weiß nicht, ob man diesen Roman noch groß vorstellen muss, aber in aller Kürze: Emmi Rothner möchte ihr Abo bei der Zeitschrift "Like" kündigen und landet aufgrund eines Tippfehlers bei einem Herrn Leo Leike. Er antwortet, um auf den Irrtum hinzuweisen, und damit beginnt schließlich eine e-Mailfreundschaft.
Die große Besonderheit an diesem Roman ist die Tatsache, dass man die beiden Figuren nur durch ihre Mails kennenlernt. Jegliches Beschreiben fällt dadurch also weg, und deshalb lernt man die beiden viel unmittelbarer kennen.  Es gibt keine beschreibenden Schwärmereien ala "Oh, er ist so toll! Und so gutaussehend! Und so perfekt!", es gibt nur die Worte der Figur selbst.
Und diese Worte zeichnen von beiden Figuren ein sehr lebhaftes, dreidimensionales und vielschichtiges Bild. Ein Reduzieren auf das Aussehen kann gar nicht erst stattfinden, da man ja nicht weiß, wie die Figuren aussehen. Und das ist an diesem Roman so schön. Die sich sehr langsam entwickelnde Liebesgeschichte hat kaum eine Chance, auf der Oberfläche oder gar in Wortlosigkeit steckenzubleiben - sie kann ja überhaupt erst mit Worten bestehen.
Die Grundstimmung des Romans ist eher traurig bzw. bittersüß, manchmal auch witzig, und fast durchwegs sehnsüchtig.

Seit "Gut gegen Nordwind" in den Kammerspielen auf die Bühne gebracht wurde (an alle Wiener: unbedingt ansehen!), hat Leo übrigens mit Alexander Pschill auch ein sehr charmantes Gesicht bekommen. ;-)

Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.
(Gut gegen Nordwind; S. 88)

Aktion von Zwillingsleiden: Bücher-Blogs Made in Austria

evi von "Zwillingsleiden" stellt seit Anfang letzter Woche auf ihrem Blog österreichische Bücherblogs vor, was ich für eine feine Idee halte. Nicht, dass ich allzu patriotisch wäre oder es beim Lesen eines Blogs eine große Rolle spielt, woher die Schreiberin kommt, aber es ist eine schöne Möglichkeit, neue Blogs kennenzulernen, von denen die Betreiberin vielleicht gerade mal ein paar Häuser weiter sitzt und liest - oder wo die Eltern vielleicht zwei Dörfer weiter wohnen als die eigene Familie. Wer weiß? Das Internet ist ja oft eine sehr anonyme Angelegenheit - und wenn das auch oft durchaus etwas für sich hat, ist es ja auch mal schön, wenn ein kleines Stück von dieser Anonymität aufgehoben wird.
Ich finde die Vorstellungen auf alle Fälle spannend, und zudem hat evi auch sehr interessante Fragen gestellt (etwa: Was macht deinen Blog zu etwas Besonderem?).
Mein Blog ist dann am 25. 2. an der Reihe.

Freitag, 11. Februar 2011

[Stöckchen] Bücherallerlei

Ich habe wieder ein Stöckchen zugeworfen bekommen - diesmal von mirjam von der literatur-revue. Es gibt ganz viele Fragen zu Büchern und Lesen allgemein, und da es ohnehin noch eine Weile dauern wird, ehe ich wieder eine Rezension schreiben kann und es bei mir auch keine Schreibneuigkeiten gibt, heb ich das Stöckchen einfach mal auf: :-)

Gebunden oder Taschenbuch?

Ich mag Hardcover lieber, weil sie stabiler sind und einfach schön aussehen, aber aus Kostengründen kaufe ich fast nur Taschenbücher.

Amazon oder Buchhandel?

Ich stöbere zwar immer wieder mal gern in Buchhandlungen, aber meistens bestelle ich über Amazon. Das liegt daran, dass ich viele Bücher kaufe, die es nur noch gebraucht (also über den Marketplace) gibt oder die in der Buchhandlung bestellt werden müssten. Und da bin ich meistens zu faul, in einigen Tagen extra nochmal hinzufahren und lass mich lieber beliefern.

Lesezeichen oder Eselsohr?

Lesezeichen natürlich! Ich knüpf ja gern und besitze daher einige geknüpfte Lesezeichen. Außerdem bekomme ich immer mal wieder welche geschenkt, daher mangelt es mir ohnehin nicht an Lesezeichen.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?

Ich ordne in erster Linie nach Genre, und innerhalb dessen dann auch nach Autor. Und natürlich stelle ich auch Buchreihen zusammen.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?

Da meine Bücherregale gern mal aus allen Nähten platzen, müssen von Zeit zu Zeit ein paar ungeliebte Bücher (solche hat man auch ab und zu mal) raus. Meine erste Anlaufperson ist da immer meine Mitbewohnerin. Wenn sie es nicht will, dann kommt das Buch zu einem Flohmarkt oder wird per Bookcrossing freigelassen.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?

Ich werf doch nicht den Schutzumschlag weg! Warum sollte ich denn so etwas machen? Okay, manche Cover sind vielleicht nicht die größte Augenweide, aber trotzdem behalte ich natürlich den Schutzumschlag.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?

Wenn ich zuhause lese, dann lasse ich den Schutzumschlag meistens oben. Wenn ich das Buch aber mitnehme, um es unterwegs oder bei meinen Diensten zu lesen, dann lasse ich den Schutzumschlag zuhause.

Kurzgeschichte oder Roman?

Ich lese fast nur Romane. Zwar mag ich die Kurzgeschichten von Michael Ende und von Jorge Luis Borges, aber meistens tauche ich lieber in längere Geschichten ein.

Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?

Normalweise höre ich immer bei einem Kapitelende zu lesen auf, außer, wenn das Kapitel noch sehr lange dauert und ich schon fast einschlafe.

"Die Nacht war dunkel und stürmisch" oder "Es war einmal"?

Das ist irgendwie eine seltsame Frage. Beide Anfänge verweisen jeweils auf eine andere Art von Geschichte, und beide Anfänge sind schön, wenn sie zur Geschichte passen. Ich finde es also schwer bzw. fast unmöglich, hier eine "entweder/oder"-Entscheidung zu treffen.

Kaufen oder leihen?

Ich leihe sehr viele Bücher aus Bibliotheken aus. Zum Einen kann ich mir nicht alle Bücher, die ich lesen möchte, leisten und zum Anderen hätte ich auch in meinem Zimmer nicht genug Platz dafür. Außerdem bin ich sehr gerne in Bibliotheken unterwegs. Dort bin ich dann auch experimentierfreudiger und probier eher mal ein für mich ungewöhnliches Genre oder greif spontan bei einem interessanten Titel zu. Falls mir das Buch dann doch nicht gefällt, hab ich wenigstens nicht umsonst Geld ausgegeben.

Neu oder gebraucht?

Lieber neu, auch wenn ich durchaus gern mal in Mängelexemplar-Kisten oder auf Flohmärkten herumsuche. Außerdem hab ich so einige Bücher auf meiner "möchte ich gern noch lesen"-Liste, die nicht mehr verlegt werden. Wenn ich diese nicht in der Bibliothek bekomme, bestelle ich sie meist gebraucht über den Marketplace von Amazon.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Hm, schwierig, oft eine Mischung aus mehreren Punkten. Ich stöbere gerne, kaufe aber dann selten spontan ein Buch, sondern merk mir erst mal nur den Titel und informier mich dann drüber (und lese dann auch Rezensionen). Auch Empfehlungen von Freunden oder auf Bücherblogs spielen bei mir eine große Rolle.
Bestsellerlisten eher nicht, aber es kann schon vorkommen, dass ich dadurch auf ein bestimmtes Buch aufmerksam werde - zuletzt etwa auf Giordanos "Einsamkeit der Primzahlen".

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

Hm, das ist eine etwas problematische Frage. Bei Buchreihen ist ein Cliffhanger natürlich in Ordnung, aber auch Einzelbände müssen für mich nicht zwangsläufig ein geschlossenes Ende haben. Allerdings ist ein offenes Ende nicht gleich ein Cliffhanger - und ein Cliffhänger am Ende bei einem in sich geschlossenen Roman sollte nicht sein.

Morgens, mittags oder nachts lesen?

Im Bett vorm Einschlafen les ich wirklich fast täglich - selbst, wenn ich spät ins Bett komme. Oft sind es nur ein paar Seiten, aber immerhin. Meistens lese ich auch beim Frühstück, das ist schon so eine Art Ritual von mir.

Einzelband oder Serie?

Ich mag beides. Serien haben den Vorteil, das längere (und dadurch oft auch komplexere) Handlungsstränge aufgebaut werden können und man die Figuren besser kennenlernt. Aber ich würde nicht nur Serien lesen wollen. Insgesamt lese ich sicher auch mehr Einzelbände als Serien.


Lieblingsserie?

Harry Potter; die SPQR-Krimis von John Maddox Roberts; "Ein Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin (ich warte mittlerweile schon mit verzweifelter Sehnsucht auf den nächsten Band)

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?

Uff ...  Also ich hab schon das eine oder andere geliebte Buch, das sonst eher nicht so in aller Munde ist, aber noch nie gehört ... ich weiß ja nicht, wovon andere noch nie gehört haben. ;-)
Spontan würde ich hier sagen "Der Professor des Lichts" von Marina Budhos, das ein Zufallskauf war und mich sehr beeindruckt hat, und das Jugendbuch "Zwei Briefe für Britta" von Berte Bratt, das ich früher sehr oft gelesen habe.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?

Ich habe einige sehr gute Bücher erwischt im letzten Jahr. Am meisten eingeprägt hat sich mir die "Hunger Games"-Trilogie von Suzanne Collins, aber als schönstes Leseerlebnis würde ich vielleicht eher "Die dreizehnte Geschichte" von Diane Settersfield bezeichnen. Das erinnert mich daran, dass ich den Roman auf meinem Blog auch noch vorstellen wollte.

Welcher Buch liest du gegenwärtig?

Ich lese schon seit einer Weile "Gefährliche Liebschaften" von Choderlos de Laclos, sowie parallel noch "Linger" von Maggie Stiefvater, das ich aber möglicherweise abbrechen werde (anders als der 1. Band vermag es mich nicht wirklich reinzuziehen). Und daneben lasse ich mich noch "Anne of Green Gables" von Lucy Maud Montgomery als Hörbuch vorlesen. ;-)

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

Ach du liebe Zeit, das ist mal wieder so eine schwierige Frage! Grundsätzlich kann ich sowas immer erst nach einigen Jahren sagen, wenn mir ein Buch noch immer im Gedächtnis ist oder ich es sogar noch einige weitere Male gelesen habe. Aus meiner Kindheit ist das ganz eindeutig "Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren.

Lieblingsautoren?

Wenigstens muss ich hier nicht einen einzigen auswählen. ;-)
Aaaalso: Guy Gavriel Kay, Patrica McKillip, Wolf Haas, Juli Zeh, Jostein Gaarder, J.R.R. Tolkien, Astrid Lindgren, Daniel Glattauer, Carlos Ruiz Zafón, Peter S. Beagle, Christa Wolf



Ich weiß jetzt gar nicht, an wen ich das Stöckchen weiterwerfen soll. Wie beim letzten Mal soll sich natürlich niemand zur Beantwortung der Fragen verpflichtet fühlen, aber vielleicht mögen es ja bookish und Nanni von Fantasie und Träumerei auffangen.

Mittwoch, 9. Februar 2011

7 Dinge über mich

bookish war so lieb, mir bzw. meinem Blog einen Award zu verleihen. Vielen lieben Dank hierfür! :-)
Allerdings haben diese Awards es gern an sich, dass man ihn an eine bestimmte Anzahl von Blogs weitergeben soll, und allmählich muss ich da passen. Meistens machen die Awards so schnell die Runde, dass ich bei vielen Blogs schon "zu spät" dran bin, und noch dazu geht es um kürzlich entdeckte, neue Blogger, wo ich mir erst recht schwer tue.
Ich nehme als den Award sozusagen nicht offiziell an, aber die weitere Forderung, die damit verbunden war - Erzähle uns 7 Dinge über dich - finde ich ganz spannend, also mach ich das trotzdem einfach mal:

1. Meine größte Liebe ist eine Stadt und zwar Oslo, wo ich einmal ein Auslandsemester verbracht habe. Für mich war das einfach die perfekte Stadt - nicht zu groß, aber auch nicht ganz klein, mit viel Natur rundherum und noch dazu direkt am Meer.

2. In meiner Jugend hatte ich einmal eine ausgeprägte Victoria Holt-Phase (die nahtlos in eine Jane Austen-Phase überging). Lustigerweise waren beide Phasen von meiner langen "Igitt! Liebe und Romantik! Bleibt mir damit vom Leib!"-Einstellung umschlossen. ;-)

3. Fremde Leute anzurufen finde ich ganz furchtbar - auch wenn ich mich da jetzt schon besser überwinden kann als früher.

4. Im Laufe meines Lebens habe ich mehr tote als lebende Fremdsprachen gelernt. Nämlich: Latein, Altgriechisch, Mittelhochdeutsch, Altnordisch, Gotisch. Aber einige davon habe ich schon wieder so weit vergessen, dass ich kaum noch einen Satz übersetzen könnte ...

5. Wie wärs mit einer weiteren "Jugendsünde"? Ich habe einmal sehr ausgiebig für Nicholas Rogers geschwärmt, der in den Fantaghirò-Filmen den Zauberer Tarabas spielte. Was Fantaghirò an Romualdo fand, konnte ich hingegen nie verstehen.

6. Manchmal kann ich ein extrem ungeduldiger Mensch sein, obwohl ich im Gegenzug auch stundenlang an irgendwelchen kleinen Basteleien herumwerkeln kann.

7. Mein Traumreiseziel war lange Zeit Australien - bis mir irgendwann bewusst wurde, was dort so an Spinnen herumkriecht ...

Sonntag, 6. Februar 2011

Vorankündigung: Ein neuer Lesemarathon

Am 26./27. Februar (von 9 bis 9 Uhr) findet wieder ein Lesemarathon von Lovelybooks statt:
3. Lovelybooks Lesemarathon

Da ich beim letzten nicht mitmachen konnte, möchte ich bei diesem wieder mit dabei sein. Leider muss ich am Samstag wie meistens arbeiten, was bedeutet, dass ich von 13:15 bis etwa 20:45 außer Haus bin. Aber zumindest die Zeit rundherum möchte ich nutzen, und oft komm ich ja auch in der Arbeit zum Lesen. Am nächsten Tag hab ich dann auch erst am Abend eine Verpflichtung, es bliebe also genug Zeit zum Ausruhen, falls ich wirklich die Nacht hindurch lese.

Auf alle Fälle wäre es schön, gemeinsam mit anderen mal wieder richtig ausgiebig zu lesen. Zur Zeit les ich mal wieder fast nur in Öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Frühstück (das ist immer meine klassische tägliche Leseviertelstunde) und spätabends im Bett, wo mir oft nach einem Kapitel eh schon die Augen zufallen.
Ein Lesewochenende kommt mir da also sehr gelegen. :-)

Donnerstag, 3. Februar 2011

Edgar Allan Poe - Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym


Genre: Abenteuerroman
Seiten: 209
Verlag: Diogenes
ISBN: 9783257212679
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge (USA)



Ich wollte den Roman eigentlich im Original lesen, aber dann ist er mir in der Städtischen Bücherei auf Deutsch in die Hände gefallen - tja, und dann hab ich es mir einfach mal leicht gemacht. *hüstel*

Der einzige Roman von Poe ist episodenhaft aufgebaut: Zunächst begibt sich der sechzehnjährige Pym mit seinem Freund Augustus auf eine gefährliche Nachtfahrt in einem Boot. Glücklich überstanden, stürzen sie sich gleich in das nächste Abenteuer. So versteckt Augustus seinen Freund im Bauch eines Walfangschiffes, wo dieser beinahe stirbt. Doch auch nach der Rettung geht es spektakulär weiter: Meuterei, Schiffbruch, Kannibalismus und schließlich eine Fahrt zum Südpol.

Poe beschreibt die Schrecken anschaulich, und oft läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken (besonders schaurig fand ich etwa die Begegnung mit dem Totenschiff). Sobald eine Katastrophe überstanden ist, folgt stets eine weitere, die noch schlimmer und gefährlicher ist.
Auf Dauer wurde dieses Schema ein wenig ermüdend - zumal Pym aus jeder Katastrophe völlig unbeschädigt hervorgeht. Er erlebt furchtbare Dinge und ist mehrmals dem Tode nahe, aber das alles hinterlässt bei ihm keine Folgen. Es gibt also gar keine charakterliche Weiterentwicklung, schlimmer noch: Pym hat nicht einmal einen klar erkennbaren Charakter, ebenso wenig wie die anderen Figuren. Alle verhalten sich so, wie es gerade für die Situation passt, allerdings meistens ohne erkennbare Motivation aus ihnen selbst heraus.
Vielleicht kann man keine ausgeklügelten Figuren von einem Abenteuer- und Schauerroman dieser Zeit erwarten, ich weiß es nicht genau, da ich diesem Genre bislang erst durch Jules Verne begegnet bin, der aber meiner Meinung nach durchaus stimmige Figuren entwickelt. Das Problem bei Poes Roman ist, dass mich all die fürchterlichen Erlebnisse als Leserin auch irgendwann kalt ließen, da keinerlei Nähe zu den Figuren aufgebaut wurde.

Das ist schade, da der Roman ansonsten durchaus spannend und lesenswert ist. Viele Schrecken werden sehr realistisch beschrieben, während andere Kapitel (wie etwa die Beschreibung der Südpolarregion) ganz im Bereich des Phantastischen angesiedelt sind.

Alles in allem ist es für mich ein interessanter Roman mit Gänsehaut-Stimmung, der mich aber dennoch seltsam unberührt gelassen hat und bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Mit dem Zuklappen des Buches war es - trotz des offenen Endes - für mich bereits wieder aus dem Kopf und hat mich nicht weiter beschäftigt.
Daher also nur eine durchschnittliche Bewertung.